Historische Panoramafotos

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    http://www.historische-panoramafotos.de/Bilder.html befinden sich einige schöne Ansichten aus der Vorkriegszeit.


    Beispielsweise eine interessante Ansicht der klassizistischen Bebauung am Mainufer in Frankfurt: http://www.historische-panoramafotos.de/Frankfurt.jpg\r
    http://www.historische-panoramafotos.de/Frankfurt.jpg


    Leider sind die Bilder allesamt nicht sehr groß...

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Wunderbare Aufnahmen. Beeindruckend auch wie wenig zersiedelt unser Land damals außerhalb der Siedlungskerne war. Zudem gab es damals ausgedehnte Wiesenflächen auf den Höhen, die heute oft vollständig aufgeforstet sind.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Quote from "Georg Friedrich"

    Beeindruckend auch wie wenig zersiedelt unser Land damals außerhalb der Siedlungskerne war. Zudem gab es damals ausgedehnte Wiesenflächen auf den Höhen, die heute oft vollständig aufgeforstet sind.


    Ersteres lag daran, dass es damals eben noch keinen Massenwohlstand und keine Massenmotorisierung gab, die eine Suburbanisierung mit dem allseits bekannten Einfamilienhaus im Grünen ermöglichten.
    Die massive Aufforstung ist auf den Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft seit den 1950er Jahren zurückzuführen. Außerdem wurde früher noch das Vieh zum weiden nach draußen getrieben, und diese Viehweiden befanden sich zumeist (so auch in meiner Heimatgemeinde) auf Bergrücken.


    Was man beim Vergleich alter und neuer Landschaftsaufnahmen auch oft bemerkt, ist das früher weitaus abwechslungsreichere Landschaftsbild mit kleinteiligen Parzellen und Heckenrainen. Da hat die nach dem Krieg in großem Stil betriebene Flurbereinigung (und im Osten die Zwangskollektivierung) einen erheblichen Schnitt gemacht. Natürlich haben auch die Dörfer an sich (besonders im Westen) fast zur gleichen Zeit meist ihr Gesicht verloren, als die vormaligen Kleinbauern Arbeitsplätze in der boomenden Industrie des "Wirtschaftswunders" annahmen und mit dem Geld "endlich" neue "moderne" Häuser bauen konnten.


    Zu den Bildern: Schade nur, dass etliche der Links zur Vergrößerung nicht mehr funktionieren, die Seite scheint wohl nicht regelmäßig gepflegt zu werden.

  • Der Grund ist einfach die höhere Bevölkerungsdichte - vor 100 Jahren hatte Deutschland ungefähr 65 Millionen Einwohner auf 540.000 Quadratkilometern. Heute wohnen 83 Millionen auf nur noch 360.000 Quadratmetern, effektiv hat sich die Bevölkerungsdichte also verdoppelt.

  • Sehr richtig. Auch kommen die vielfach händischen und vergleichsweise ineffizienten Produktionsweisen dazu. Wenn man mit Pferd und Wagen unterwegs ist und nur jeder Hunderste ein Automobil besitzt, brauche ich keine Autobahnen, Umgehungsstrassen und Parkhäuser.


    Wenn man mit 1PS den Acker pflügt, stören Hecken nicht.


    Unsere moderne Konsumgesellschaft braucht da aber andere Produktionsweisen, auch deswegen wurde neben der Stadt (autogerechte Kommune) auch die Landschaft immer mehr auf Effizienz getrimmt. Im Westen mit seinen Mini-Bauern ist das teilweise noch nicht so, in zwanzig Jahren wird sich die Struktur eh der schon im Norden und Osten bestehenden angeglichen haben. Der Trend zur Effizienzsteigerung/Zersiedlung geht also weiter.

    Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin. (Seneca)

  • Quote from "silesianospostato"

    Der Grund ist einfach die höhere Bevölkerungsdichte - vor 100 Jahren hatte Deutschland ungefähr 65 Millionen Einwohner auf 540.000 Quadratkilometern. Heute wohnen 83 Millionen auf nur noch 360.000 Quadratmetern, effektiv hat sich die Bevölkerungsdichte also verdoppelt.


    Wobei diese Entwicklung regional extrem unterschiedlich lief und verläuft. Sachsen bspw. hatte 1930 eine Einwohnerdichte von 333 Einwohnern pro km², heute liegt man bei 229. Thüringen hatte 1950 noch 2.8 Mio Einwohner, jetzt sind es 2,3 Mio.

  • Wobei die heutige Bevölkerungsdichte von Sachsen ziemlich genau dem gesamtdeutschen Durchschnitt entspricht. Außerdem sehe ich keinen großen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Bevölkerungsdichte (man vergleiche nur mal die direkten Nachbarn Bayern und BW). Umgekehrt konnte Schleswig-Holstein durch die Vertriebenen (40 % der Bewohner haben Wurzeln in Ostpreußen und Pommern) seine Wirtschaftsleistung auch nicht grundlegend steigern...

  • Quote from "silesianospostato"

    Wobei die heutige Bevölkerungsdichte von Sachsen ziemlich genau dem gesamtdeutschen Durchschnitt entspricht. Außerdem sehe ich keinen großen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Bevölkerungsdichte (man vergleiche nur mal die direkten Nachbarn Bayern und BW). Umgekehrt konnte Schleswig-Holstein durch die Vertriebenen (40 % der Bewohner haben Wurzeln in Ostpreußen und Pommern) seine Wirtschaftsleistung auch nicht grundlegend steigern...


    Ich habe nichts zu Zusammenhängen usw. geschrieben, ich habe nur darauf hingewiesen das es in Teilen des Landes nicht zu einer großflächigen Zersiedelung der Landschaft gekommen ist weil sich die Einwohnerschaft dort eben nicht verdoppelte. Man kann so etwas eben nicht für das gesamte Land behaupten.
    Derartige vergleichende Panoramaaufnahmen von früher und jetzt wären überhaupt auch mal ganz interessant.