Nürnberg - Augustinerhof

  • Quote from "Georg Friedrich"

    Was hat denn ursus carpaticus so schlimmes gesagt? Das bisschen Polemik muss ein Forum schon aushalten. Hier den Karpatenbären einzeln herauszugreifen, wenn zwei Forumsteilnehmer ohnehin saftig nachgelegt haben, erscheint mir nicht ganz fair.


    Das halte ich wie Pontius Pilatus.

  • Pilaster
    Der war aber wahrlich kein Feiner, und die ggst 'INRI' -Tafel ist kaum geeignet, seine vorigen Verfehlungen ungeschehen zu machen.
    Aber jeder kann sich seine Idole selbst aussuchen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Öhm, Leute, würdet ihr bitte die Autorität der Moderation beachten? Und dass es bei dir, ursus carpaticus, bei weitem nicht nur um den einen Beitrag ging, sondern du schon öfter unangenehm aufgefallen bist, das weißt du selber auch. Und nun wieder zum Thema zurück, danke.

  • Ich wollte mir heute die Wettbewerbsentwürfe ansehen, bin aber vor verschlossenen Türen gestanden. Laut Meldung in der Abendzeitung sollte die Ehrenhalle heute bis 17 Uhr geöffnet sein - alles andere wäre ja auch eine Frechheit der arbeitenden Bevölkerung gegenüber, nachdem die Ausstellung erst gestern am späteren Nachmittag eröffnet wurde und schon am kommenden Freitag wieder beendet wird - aber um 14 Uhr, als ich rein wollte, war geschlossen. Ich werde es deshalb wohl nicht mehr schaffen, mir die Entwürfe anzusehen.


    Wenigstens gibt es jetzt eine Homepage: http://www.augustinerhof.com
    Die ersten drei Plätze werden kurz vorgestellt, die Entwürfe, Modelle und Pläne aber leider nicht als einzelne Bilder, sondern nur als Flash-Animation.

  • Der Sieger ist zwar eine Platzverschlechterung, aber noch halbwegs erträglich. Die beiden anderen Entwürfe schwanken zwischen Ulms Neue Mitte (2.) und Brutalismus pur (3.). Nürnberg will sich anscheinend um jeden Preis verhässlichen.

  • wie zu erwarten, schlechte alt-moderne. noch klischeehafter und provinzieller zu bauen ist schwierig bis unmöglich.

  • ähm... gibt es in N. überhaupt EINEN guten Neubau?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "Zeno"

    Bleiben wir wegen der Finanzkrise noch eine Zeitlang vom neuen Augustinerhof bewahrt?
    Es wird sich doch nicht etwa verzögern? :D


    Leider ist es wohl so, dass es egal ist ob es sich verzögert. Kommen wird es so oder so.


    Auch hier verstehe ich nicht, warum die Vorkriegsbebauung nicht wenigstens zitierend aufgegriffen wird...


    LG
    fury

  • Genau deswegen verstehe ich es nicht...



    Im Ernst: 3 gegen Alle. So lautet (meine) einfache Formel. Wie elegant könnte alles (schon) gelöst werden (oder schon sein) wenn sich einfach mal mehr Gedanken gemacht würden und nicht nur Machtspielchen getrieben werden.

  • "Britischer Nürnberg-Fan ärgert sich" - und kritisiert Augustinerhof-Entwürfe mit Leserbrief an die NZ:


    http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1012456&kat=11&man=4


    Im Rahmen der Diskussion um Pellerhaus und -hof vor wenigen Jahren hat die starke auswärtige und internationale Anteilahme am Nürnberger Stadtbild manchen Kommunalpolitiker und Entscheidungsträger irritiert. (ich zitiere immer gerne: "In any other country, a war-destroyed Pellerhaus would have been restored fifty years ago. Go on with it, for God's sake!") Dabei blamierten sich einige sogar mit der Auffassung, "nur" auswärtige, und daher unbeachtliche Stimmen würden sich für die Rekonstruktion des Pellerhofs aussprechen. Angesichts der damaligen weitgestreuten Teilnahme ist es eigentlich nicht "überraschend", wie die NZ schreibt, daß sich mit John D. Lewis ein Brite für das Stadtbild Nürnbergs interessiert zeigt. Letztlich ist beim Pellerhof alles gut gelaufen, aber ob man wirklich akzeptiert hat, daß man sich auch mal von außen Kritik gefallen lassen muß, halte ich für fraglich.


    Umso wertvoller ist die Zuschrift Lewis', aber auch die Berichterstattung der NZ, die ich hier loben möchte, denn man sollte nicht die zumeist etwas trägen, aber doch zweifellos vorhandenen Kräfte der Nürnberger Bevölkerung unterdrücken, die sich gegen eine unerfreuliche Bauentwicklung in der Altstadt wenden wollen.


    Die Übersetzung von "freakish horror" mit "launenhaftes Grauen" halte ich für weichgespült, denn "freak" ist meines Wissens ein ziemlich schlimmes Schimpfwort. Außerdem paßt das im Deutschen fast schon positive "launenhaft" nicht zu dem negativen Ausdruck "Grauen". Ich würde eher im vorliegenden Zusammenhang den Ausdruck so verstehen, daß Lewis froh ist, daß es sich um keine "grausige Mißgeburt" handelt, auch wenn das idiomatisch und grammatikalisch nicht ganz richtig sein mag.


    Richtigerweise fällt damit der Engländer das Urteil dahingehend, daß es unverständlich ist, warum man die unbestritten notwendige Anpassung so verklemmt und feigenblattartig vornimmt und sich nicht der wunderbaren Möglichkeiten bedient, die eine konsequentere Aufnahme Nürnberger Stilelemente in sich birgt.


    Man könnte auch sagen: die Architekten versuchen immer "Top-Down" von der aktuellen Mode auszugehen und dann anzupassen, soweit sie sich gezwungen sehen. Besser wäre doch ein "Bottom-Up" - Ansatz, bei dem man von historischem Vorbils auszugehen und entsprechend zu bauen versucht, und - da keine Rekonstruktion - man sich beim Entwurf die eine oder andere Freiheit im Entwurf und der Planung herausnehmen kann, bis man ein heutigen Ansprüchen genügendes Gebäude hat. "Zeitgemäß" wird es doch sowieso dadurch, daß es heute oder morgen gebaut wird.


    Nur richtig ist daher die Infragestellung der professionellen Kälte, die der Entwurf ausstrahlt. Die Gestaltungselemente müssen dringend gefordert werden, auch müssen Holzfenster mit einer wie auch immer gearteten Sprossenteilung her. Auch wenn hier Leute im Forum sind, die - vielleicht zu Recht - beklagen, daß Nürnberg eh verhunzt ist, habe ich doch als frequenter Nürnberg-Gänger ein berechtigtes Interesse an der Verschönerung dieser Stadt.


    Man kann nur hoffen, daß sich die öffentliche Stimme wieder erhebt. Vielleicht ist es mal wieder Zeit für einen Leserbriefsturm aus aller Welt?


  • Auch in Hildesheim sind mir viele Nachkriegsbauten in dieser Bauweise bekannt (Backstein, kleine Fenster, spitze Dächer, Utluchten usw.) in Anlehnung an die mittelalterlichen Fachwerkhäuser, die mir viel lieber sind als die üblichen Nachkriegsbauten.


    An die Nürnberger: Wie sieht es denn aktuell aus? Das oben gezeigte Foto dürfte wohl Vergangenheit sein…

  • Quote from "Hildi"

    Auch in Hildesheim sind mir viele Nachkriegsbauten in dieser Bauweise bekannt


    ...was den völlig fehlenden Regionalbezug verdeutlicht. Was hat Hildesheim mit Nürnberg zu tun?

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Das stimmt so nicht. Für die Hildesheimer Fachwerkarchitektur waren u.a. Erker und Utluchten(habe ich schon vorher erwähnt) ein Merkmal, die regionaltypisch waren und auch in die Nachkriegsarchitektur interpretiert wurden. Das ist schon mal der mir bekannte Unterschied zu Nürnberg (es gibt auch andere Unterschiede). In der Hi-Galerie werde ich auch diese Nachkriegsbauten zeigen!
    Ich denke auch das die meisten verstanden haben dürften was ich meinte: Beide Städte waren Fachwerkstädte (Nürnberg wohl nicht mehr ganz, wie auch öfters hier im Forum zu hören war). Und das verlorene wurde mit den o.g. Baumaterialien neu interpretiert.
    Insbesondere das erste Haus auf dem Foto hatte ich gemeint, das die Fachwerkarchitektur neu interpretiert und mir bekannt vorkommt: Roter Klinker, kleine Fenster, vertikale und horizontale Linien usw. Dennoch können Nachkriegsbauten in Anlehnung an die wertvollen Fachwerkhäuser niemals Ersatz sein :!: Und die Gründe dürften auch bekannt sein, warum man damals keine Rekonstruktionen von hunderten von Fachwerkhäusern vornehmen konnte (leider).

  • Quote from "Hildi"

    Ich denke auch das die meisten verstanden haben dürften was ich meinte


    Schön. Aber Du hast leider nicht verstanden, was ich meinte. :zwinkern:
    Roter Backstein hat in Nürnberg nichts zu suchen, das kann man in Meppen bauen.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Wenn man kurz mitdenkt, dann wird klar, dass ich es nur so gemeint haben kann. Du schriebst, dieselben Teile sind Dir aus Hildesheim bekannt. Hildesheim liegt aber hunderte Kilometer entfernt in Norddeutschland - wird dort dasselbe (norddeutsche) Gebäude errichtet wie im derbsten (Sandstein-)Franken, dann muß in einer der beiden Städte der Regionalbezug fehlen. Wir befinden uns hier im Nürnberg-Strang. Und schon schließt sich der (Gedanken-)Kreis. In Hildesheim ist diese Materialität noch vertretbar, wenngleich der intensive Backsteinbereich auch dort erst ä Stückel weiter nördlich beginnt. 8)

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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