Hannoversch Münden

  • Vielen Dank Isidor, für das Update. Endlich erfährt man mal etwas Neues. Aber nach 2 Jahren ist noch nicht wirklich viel passiert. Man könnte sich vorstellen, daß das Gebäude, welches die Lücke schließt, später mal eine Art Fachwerkfassade vorgeblendet bekommt. Diese Bauweise lässt das noch offen.


    Bin aber auch mal gespannt was mit dem Grundstück der Mühlenstraße passiert. Ein einfaches Wohnhaus wäre schon voll in Ordnung. Alles besser als diese überwachsene Brache mit Parkplätzen davor.

  • Auch von mir danke, Isidor, für die Mitteilung über den aktuellen Stand in Münden.


    Quote from "Isidor"

    Dort sieht es so aus, als wären zwei verschiedene Häuser betroffen, ich bin mir jedoch nicht sicher, da immer nur von Mühlenstraße 12 die Rede ist.


    Offenbar bildeten beide Häuser zusammen das Anwesen Mühlenstraße 12.


    Hier noch ein Bild vom Brand: Yine Trklerin oturduu binada yangn: 6 yaral - Hrriyet

  • So sah die Brandstätte am 12. Mai 2011 aus:



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    Ehrlich gesagt ist es mir schleierhaft, wie man, wie auf Seite 2 des Threads zu sehen, zumindest den Gründerzeitler, der ja wenigstens noch zweigeschossig einigermaßen erhalten war, abbrechen konnte, wenn man dann offenbar keine bessere Idee hatte, als das Grundstück zuwuchern zu lassen. Wer als Tourist vom Besucherparkplatz am Tanzwerder über die Holzbrücke Richtung Markt geht, sieht als allererstes linkerhand dieses Gestrüpp. Macht echt einen tollen Eindruck.


    Andererseits muss man wohl dankbar sein, dass der Brand damals nicht übergegriffen hat. Das auf obigem Bild erkennbare Eckhaus ist im Kern wohl noch mindestens aus dem 15. Jahrhundert, der Eckerker dürfte stilkritisch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hinzugekommen sein. Diesem gegenüber, also an dem Brandgrundstück diagonal gegenüber liegt dieses mächtige Haus, Baujahr wohl letztes Viertel des 16. Jahrhunderts, im Kern vielleicht auch älter (sehr wertvoll schon durch das seltene Arkadenmotiv!):



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  • Leider nein, habe mir selber in den Hintern gebissen, als ich den Thread hier las, hätte ich natürlich machen können. Er kann aber nicht allzu scheußlich gewesen sein, sonst wäre er uns aufgefallen, als wir durchgelaufen sind. Anbei eine Totale der grandiosen Langen Straße (das einzige, was ich anbieten kann), aber ich sehe darauf nichts:



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    Ingesamt wirkt die Stadt noch ungemein homogen und unerwartet „städtisch“ in der Größe ihrer Bauten. Unzweifelhaft eine der bedeutendsten Fachwerkstädte Deutschlands, die etwas im Schatten anderer gerade in Niedersachsen steht.

  • Das vordere Gerüst links ist ganz sicher die Nr. 92. Das dahinter muss vor der Nr. 84 stehen, da ich wiederum dessen Nachbarn, die Nr. 82 von 1685, fotografiert habe. Dabei handelt es sich nämlich um eines der ganz seltenen erhaltenen Beispiele einer barocken Farbfassung, die einen Steinbau vortäuschen soll:



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    Edited once, last by RMA ().

  • billig, aber geschmacklos.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Beim Zeitungsbericht war zum Thema des Einfügens wieder mal der Schwallomat im Einsatz, der uns was vom Einfügen weismachen will. Solch riesige Fensterflächen fügen sich niemals in die fachwerkgeprägte Altstadt ein.

  • Ein regelrecht vermurkster Bau - eine schwerwiegende Scharte im Straßenbild.
    Ich glaube, dass dann schon ein verspiegelter Kubus besser hineingepasst hätte, als solch ein "gewollt, aber nicht gekonnt" "Pseudo-ich will mich einfügen" Bau. sad:)



    Noch etwas anderes - diese akribisch erstellte Seite zu HannMünden verdient Beachtung:

    Quote

    574 Häuserspuren - Die Häuser in Hann. Mündens Kernstadt
    Häuser - Sehenswertes - Eigentümer seit (1689) 1730


    www.mundenia.de - Home

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • So sieht die ehemalige Brandstätte in der Mühlenstraße jetzt im August 2013 aus:



    Nachdem das Grundstück mehrere Jahre als zuwuchernde Brache daniederlag, wird es jetzt von der Gaststätte "Bremer Handelshaus" genutzt. Eine gute und dezente Lösung wie ich finde angesichts der Alternative eines das Stadtbild störenden Neubaus.

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Schönes Beispiel für eine gastronomisch genutzte Außenanlage. Sehr stilvoll!
    Hoffen wir jedoch darauf, dass eine angepasste Neubebauung nicht zu lange auf sich warten lässt.

  • Das ist eben leider so bei Fachwerkhäusern. Ein kleiner Brandherd genügt und binnen kurzer Zeit steht das ganze Haus in Flammen. Vielleicht sollte man ein spezielles Brandschutzgesetz für Fachwerkhäuser erlassen. :)

  • In dem aktuellen Fall ist von einem Ofen die Rede, der explodiert sein soll - vermutlich eine Verpuffung o.ä. Mit zeitgemäßen Heizungen ist das Risiko schon mal deutlich geringer.


    Ich bin nicht sicher, ob schärfere Brandschutzbestimmungen speziell für Fachwerk wirklich eine gute Idee wären. Das würde bedeuten, dass freiliegendes Fachwerk dauerhaft mit einer Verkleidung versehen würde (was auch schon früher ein Grund war, Fachwerk zu verputzen), als geringste Maßnahme. Zweiter Rettungsweg aus den Häusern, und zwar als bauliche Anlage, ist auch so eine Idee, die dann käme. Gut, ansonsten Rauchmelder und ggf. Sprinkleranlagen wären auch denkbar. Dann würde das Wohnen in so einem Haus aber auch ziemlich teuer werden. Naja, und ich habe schon Brandschutz"experten" reden hören, die alte Häuser lieber abreißen würden, als sie zu ertüchtigen. Da wäre ich also vorsichtig.