Bremen - Innenstadt (Galerie)

  • Die wenigen Gebäude der Backsteingotik und Weserrenaissance, die in Bremen noch existieren, sind einfach so unglaublich schön. Bremen braucht so sehr Rekonstruktionen, um die alte Pracht dieser Stadt wieder aufleben zu lassen.

  • Wobei man sagen muss, dass Bremen nie Teil der klassischen Region der Backsteingotik war. Das gilt sowohl typologisch als auch hinsichtlich des Baumaterials, denn durch die Weser war die Stadt stets gut mit Sandstein versorgt. Dieser kam vorm allem aus Obernkirchen oder aus Porta. Insofern war der Backstein nur eine Alternative unter anderen, wenn es um die Wahl des Baumaterials ging und das bereits im Mittelalter.


    Es ist vor allem die Weserrenaissance, die das Aussehen der Stadt prägte. Das hatte auch mit der Nähe zu den Niederlanden zu tun.


    Und wie es der Zufall will, bin ich heute in Bremen!

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing


    Mein Bezug zu Stadtbild Deutschland: Habe die Website des Vereins erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich. Meine Artikel zu den Themen des Vereins: Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Heute geht es nach Hamburg :cool:


    Möchte jetzt mal einige unschöne Dinge zeigen. Bremen hat selbst in der Altstadt teilst furchtbare Dachgeschosse.





    Und sobald man die Kernstadt ein bisschen verlässt, wird es sehr schnell sehr hässlich.





    Und das ist das bitte für ein Neptunbrunnen?



    Das Bahnhofsviertel zeigt, was wir demnächst in Gladbach erwarten können. Auch hier sind solche Häuser geplant.



  • Ab wann wurde denn in Bremen mit gebranntem Ziegel gebaut?

    Die ersten Nachweise datieren ins 2. Viertel des 13. Jh., und zwar im Sakralbau. Dominant war zuvor der Sandstein, weshalb der Backsteinbau in Bremen wohl vergleichsweise spät ansetzte. Schon im nicht weit entfernten Verden haben wir gleich die mehrfache Verwendung von Backstein in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, womit die dortigen Beispiele zu den ältesten nördlich der Alpen zählen.

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  • Möchte jetzt mal einige unschöne Dinge zeigen. Bremen hat selbst in der Altstadt teilst furchtbare Dachgeschosse.

    Und sobald man die Kernstadt ein bisschen verlässt, wird es sehr schnell sehr hässlich.

    Ich kann Deine Bewertungen nur bestätigen. All die Beispiele haben bei mir schon in der Vergangenheit zu einer Mischung aus Wut und Unverständnis geführt. Man kann in Bremen wirklich vom Glauben abfallen. Ich gehe auf einige Deiner Fotos ein. Die Aufstockung um zwei Etagen beim historischen Börsenhof A geht auf das Begehren der Bremer Bürgerschaftsabgeordneten zurück, mehr Abgeordnetenbüros direkt im Bremer Zentrum zu bekommen. Was soll man dazu noch sagen. Wir sind dann auch schon bei der Ursache des ganzen Bremer Bauübels: Der mangelnden Sensibilität der Politik aufgrund fehlenden Bewusstseins. Weist man Abgeordnete auf diese Verschlimmbesserungen hin, wird abgewiegelt oder funktional argumentiert: wir brauchten diese Räume dringend. Für mich ist das jedes Mal ein Aufreger, dem ich mit Unverständnis begegne, denn diese Bausünde geht auf eine Entscheidung unserer gewählten Vertreter zurück.


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    Auch ein weiteres Beispiel macht mich ratlos. Man kann sich schon denken, wie die Architekten dachten und argumentierten: wir wollten - ganz bewusst - einen Kontrast zur historischen Bebauung herstellen. Uns war wichtig, dass die verschiedenen architektonischen Entwicklungen lesbar sind.........und bla, bla, bla.......


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    Die Bremische Volksban war vor ca. drei Jahren noch hell, jetzt ist sie, ganz der Architektenmode folgend, schwarz. Es sieht scheußlich aus, noch schlimmer als früher, da war der Bau schon der hässlichste am Platze. Ich glaube mich zu erinnern, dass Max Dudler der Umgestalter war.


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    Links wieder Max Dudler. Sechs Jahre haben wir mit unserer Bürgerinitiative gegen die beiden Dudlerblöcke gekämpft, 7000 Unterschriften gesammelt (was es bis dahin noch nie gab). Über 200 das Bauprojekt ablehnende Leserbriefe von Bremer Bürgern gab es. Auch dies bis dahin einmalig. Die Dudler Blöcke - wieder mal so eine Idee der Bremer Politik.


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    So, bevor ich mich noch mehr aufrege - erstmal Tschüs!

  • Du sprichst mir da komplett aus der Seele. Ich habe letztens ein Buch über Mönchengladbachs Gründerzeitviertel gekauft und mit jeder Seite, die ich umgeblättert habe, wurde ich immer wütender. Die letzte katastrophale Entscheidung ist aus dem Jahre 2002, wo man für die verlängerte Steinmetzstraße viele Häuser abgerissen hat. Uns blühen auch solche Klötze und zwar direkt am Bahnhof. Nur hoffe ich, dass Haus Westland irgendwie gerettet wird.


    Ich möchte aber noch ein paar Bilder zeigen, die ich am Tag der Abreise gemacht habe.



    Die Fassade des Landgerichts mit den 10 Geboten.




    Ohne Touristenmassen sieht alles noch schöner und friedlicher aus





    Und noch einmal die Bremer Stadtmusikanten. Ohne Ballons.



    Diese Asymmetrie erinnert ein wenig an die Leipziger Universitätskirche. Hat das einen bestimmten Grund?



    Ein Bremer in der Früh, der sich sein Mittagessen angelte.


  • Die Kunsthalle. Den grässlichen modernen Anbau erspare ich euch.




    Kriegsschäden an der Kunsthalle:




    Das Polizeipräsidium:




    Der moderne Neubau direkt gegenüber. Gar nicht schlecht, aber es fehlt das Gesims, wie unschwer an der oberen Fassade zu erkennen:



    Der Kühne & Nagel Neubau (!) an der Martinistr. Wie kann man nur? Aber Hauptsache der Chef hat oben einen tollen Ausblick.