Bremen - Innenstadt (Galerie)

  • Quote

    Allerdings gerät Bewegung in das Umfeld, hier sind aktuell Neu- oder Umbauten geplant, die sogar im Abriss des gezeigten Gebäudes enden könnten. Somit kann es also kaum schlechter werden. Allerdings ist (die gute und die schlechte Nachricht) ECE im Spiel, die in der Bremer Innenstadt ein großes Areal zu einem Shopping-Bereich umfunktionieren wollen. Ganz Genaues gibt es noch nicht, aber etwas Gescheites wird dabei nicht herauskommen. So etwas ähnliches wie eine Ansgarii-Reko kann ich mir in Bremen nicht vorstellen, erst recht nicht mit ECE.


    Man sollte bei einem Neubau an der Stelle ECE dazu verpflichten, die Ansgarii-Kirche zu rekonstruieren, so wie es die Braunschweiger mit dem Schloss gemacht haben. Die Nutzung einer Ansgarii Reko wird aber wohl problematischer werden, die Kubatur einer Kirche paßt schlecht zu einem EKZ. Vielleicht Wohnungen und/oder Büros? Ich kann mir auch evtl. die Rekonstruktion anfangs nur des Turms vorstellen.
    Das vorrangige Rekonstruktionsobjekt in Bremen bleibt für mich das Essighaus. Schon einiges ist vorhanden, relativ leicht zu machen durch einen Spenderverein, kunstgeschichtlich äußerst wichtig und ein großer Gewinn für das Stadtbild.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Brandmauer: nein, nein, nein, bitte nicht die ece!!! die aussage, dass in braunschweig mit diesem unternehmen das schloss rekonstruiert wurde, ist falsch; lediglich drei fassaden des schlosses erstanden neu, als haupteingang in die übliche shopping mall. man muss nur durch den haupteingang dieses monstrums treten, schon rauscht nach dem windfang die deckenhöhe auf normalmass herab, von rechts wummern die raps einer new yorker-bekleidungsfiliale, von links stinkt der kettenbäcker, und im ersten obergeschoss, hinter dem balkon, räkelt sich die ganzkörpertätowierte und gepiercte provinzjugend in cafehauskunstledersesseln. dieser wahnsinn ist für mich das zynischste, widerwärtigste und würdeloseste sogenannte rekoprojekt, das ich mir denken kann; eine grauenhafte entstellung und geradezu ein zerrbild dessen, was die geschichte dieses ortes mindestens verlangt hätte. nein, nein, nein, so etwas darf niemals wieder geschehen, ich zumindest will in keiner wiederaufgebauten kirche von der minderwertigen warenwelt unserer sogenannten verbrauchergesellschaft bedrängt werden. wenn diese kirche wiederaufgebaut werden kann, so, dass die wunden der vergangenheit heilen können, dann kann es nur als ein bürgerschaftlich getragener wiederaufbau gelingen, so, wie es bei der dresdner frauenkirche beispielhaft exerziert wurde. die ece ist jedenfalls der allerletzte partner, den man sich für so etwas im speziellen wie überhaupt für ein projekt auf altstädtischem grund wünschen kann.

  • Quote from "ulgemax"

    dieser wahnsinn ist für mich das zynischste, widerwärtigste und würdeloseste sogenannte rekoprojekt, das ich mir denken kann. nein, nein, nein, so etwas darf niemals wieder geschehen


    Für mich gilt das glatte Gegenteil: Wunden heilen um (beinahe) jeden Preis! Ich bin so froh, daß der einst so erbärmliche Stadtraum BS-Bohlweg nun endlich wieder Struktur und Identität hat. Stadtreparatur ist deutschlandweit dermaßen überfällig, daß man nicht allerorten dogmatischen Perfektionismus verlangen kann. Auf diese Art kommt man nicht voran - bei tausenden von zerstörten Städten sollte jede noch so kleine Chance genutzt werden.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Genau!


    Tausenden von zerstörten Städten...so schlimm ist es doch auch nicht :D . Ansonsten heisst es jetzt: Turm wiederaufbauen! Ähnlich wie in Magdeburg sollte man sofort einen Verein gründen und in der Presse Werbung machen. Was sagen unsere Bremer dazu?


    Ansonsten wünsche ich mir viele weitere Bilder der Innenstadt (Sögestrasse, Schnoor usw aber auch Obernstrasse).

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Quote

    Ähnlich wie in Magdeburg sollte man sofort einen Verein gründen und in der Presse Werbung machen.


    Ja genau, ein Verein wie für die Ulrichskirche in Magdeburg:http://www.ulrichskirche.de
    Dort ist das Umfeld noch viel mehr kaputt als in Bremen, und trotzdem will der Verein die Kirche wiederaufbauen!


    Übrigens bin ich auch der Meinung, daß man bei 160 zerstörten Städten in Deutschland jede Chance auf Besserung nutzen müßte. Und wenn in Braunschweig die Bohlweg Westseite noch bessere Fassaden bekommt und das Neue Rathaus abgerissen wird, hat sich die Situation dort doch ein ganzes Stück verbessert an der vormals schlimmsten Stelle der Stadt, bei aller Dürftigkeit der Ausführung. Und am "Schloss" ist wenigstens die Fassade aus Sandstein und selbsttragend; daß dieses Teil originalgetreu wiedergekommen ist in so einer Provinzstadt, hätte man doch vor einiger Zeit nicht zu träumen gewagt.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Zeit für ein paar Bilder aus der Bremer Innenstadt, ich stelle mal einiges vom Bremer Marktplatz ein, versehen mit dem einfallreichen Titel "im Wandel der Zeit".
    Ich beginne mit einem tollen Bild, das den Bereich um das Rathaus zeigt, vom Haus Schütting aus gesehen. Das Bild ist mir relativ vertraut, da es in der Chef-Etage meines Arbeitgebers hängt und ich es ständig sehe. Das Rathaus wurde hier schon diskutiert. Direkt links neben dem Rathaus sehen wir Ausläufer der Liebfrauenkirche. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um zu kapieren, dass das Gebäude ganz links, etwas vorgelagert, die alte Börse ist (siehe Bild Nr. 2), 1687 gebaut, 1864 durch die neue Börse ersetzt, im Dreikaiserjahr 1888 abgebrannt und danach abgerissen (Wissenquelle, auch für vieles Folgendes: Wikipedia). Teile des Kellers sollen als Teil des Bremer Ratskellers noch existieren.
    Rechts neben dem Rathaus befindet sich der Dom, im Kern sehr alt und im Lauf der Zeit ständig umgebaut. 1638 stürzte der Südturm ein, der zwischenzeitlich ebenfalls eingestürzte Nordturm wurde (weiter alles aus Wikipedia) 1767 mit einem Kupferblechdach, der sog. Welschen Haube, versehen. Der Südturm bliebt einen langen Zeitraum Ruine (Bild Nr. 3), eine Tatsache, den das Bild Nr. 1 geschickt verdeckt, hier wurde dem Südturm das Baleersche Haus (s.u.) vorgelagert. Im weiteren Zeitverlauf kam die Welsche Haube zusehends aus der Mode, bis der Dom ab 1888 bis 1901 zu seinem heutigen Zustand final umgebaut wurde (Bild Nr. 4 + 5), um im 2. Weltkrieg nur mäßig zerstört zu werden. Weiter rechts in Bild Nr. 1 wurde die Ostbebauung des Marktplatzes angeschnitten (OK, eigentlich Süd-Ost, aber die quasi offizielle Bezeichnung ist Ost-Zeile), hier befindet sich heute das Haus der Bürgerschaft. Bis 1861 stand hier eine Reihe stattlicher Bremer Häuser (siehe Bild Nr. 6), die 1861 abgerissen wurden, um der Neuen Börse Platz zu machen, die hier bis 1864 gebaut wurde. Aus heutiger Sicht ist der Abriss der Ostzeile des Bremer Marktplatzes natürlich eine riesige Katastrophe, die nur dadurch zu begründen ist, das es zu dieser Zeit noch eine beachtliche Zahl historischer Häuser in der Stadt gab, da kam es auf ein paar mehr oder weniger nicht an.


    Bild Nr. 1: Bremer Marktplatz vor 1888

    oder: http://www.slideshine.de/brows…remen/MarktBremen1859.jpg
    Weiß eigentlich jemand verbindlich. ob ich Bilder aus google.images hier darstellen darf?


    Bild Nr. 2: Der Bremer Marktplatzes mit der alten Börse in der Bildmitte

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 3: Dom mit eingestürztem Südturm

    Quelle: wikipedia.de - Wikipedia, die freie Enzyklopädie


    Bild Nr. 4: Umbau Dom ab 1888

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 5: Umbau Dom ab 1888. Rechts die neue Börse.

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 6: Bremer Marktplatz Ostzeile bis 1861

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 7: Neue Börse. Die neugotische Bremer Börse hat mir persönlich gut gefallen, der Hauptbörsenraum soll etwas von einer Kathedrale gehabt haben, leider habe ich keine vernünftige Innenaufnahme. Allerdings wurde die Neue Börse von der Bevölkerung nicht gut angenommen, da sie für den Marktplatz als für zu wuchtig emfpunden wurde, angeblich dachte man schon vor dem Krieg über einen Abriss nach.

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 8: Lageplan des Bremer Marktplatzes mit beiden Börsengebäuden. Welches Denkmal lins vom Roland stand, weiß ich nicht.

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 9: Blick durch die beiden Trakte des Börsengebäudes zum Dom, bis zum Krieg ein beliebtes Postkarten-Motiv. Aufnahmedatum 1952!

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 10: Ähnliche Perspektive wie Bild Nr. 9, nur aus entgegengesetzter Richtung. Heute steht exakt auf der Position des Fotographen von 1952 ein Baukran. Aber der Verlust ist auch so prima zu erkennen. Zum Zungeschnalzen wieder mal (Beginn Ironie) der gelungene, respektvolle Kontrast zwischen historischen und neuem Gebäude (Ende Ironie). Besonders schäbig die neue Brücke, daber die gibt es in Bremen noch schlimmer.


    Bild Nr. 11: Innenaufnahme der Börse

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 12: Blick an der Börse vorbei auf die Baumwollbörse bis zum Schütting. Die Baumwollbörse ist erwähnenswert, auch wenn sie nicht mehr direkt zum Marktplatz gehört. Gebaut 1900-1902, hatte das Gebäude beachtliche Stuckverzierungen (siehe Bild Nr. 14). Diese waren jedoch nicht witterungsbeständig und erschlugen kurz vor dem 1. Weltkrieg einen Passanten, was im Anschluss zu einer deutlichen Reduzierung der Verzierungen führte (in diesem Bild).

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 13: Ähnliche Perspektive heute


    Bild Nr. 14: Die Bremer Baumwollbörse a.d. 1908. Tolles Bild.

    Quelle: wikipedia.de - Wikipedia, die freie Enzyklopädie


    Bild Nr. 15: Baumwollbörse aktuell. Das Gebäude hat immer noch etwas, aber wesentlich weniger als vor dem Krieg. Vor allem die Turmspitze fehlt, die im Vorkriegsstadtbild sehr auffiel, z.B. in dem Luftbild, das ich auf Seite 2 dieses threats eingestellt hatte, rechts oben. Heute sieht man das Gebäude nur, wenn man direkt davor steht. Ich hatte mich gefragt, wieso man ausgerechnet den Turm zurückgebaut hatte, z.B. der Turm des Bremer Lloyd-Gebäudes hatte den Krieg relativ gut überstanden. Auf Seite 3 dieses threats hatte Palantir ein Luftbild von 1945 eingestellt. Dort sieht man links neben dem ausgebrannten Halbrund des Anbaus der neuen Börse allerdings schon die Ruine der Baumwollbörse mit völlig zerstörtem Turm.


    Bild Nr. 16: Baumwollbörse von innen


    Bild Nr. 17: Blick auf die Ruine der Bremer Börse im Bild links. Das Hauptgebäude brannte am 20.12.1943 völlig aus, später auch das Nebengebäude. "Beim Wiederaufbau des Nebengebäudes 1949/50 auf Betreiben der Bauverwaltung Abriß des erhaltenen Eckturmes am Eingang zum Nebengebäuede in der Befürchtung, mit der Erhaltung dieses Turmes könnte der rekonstruktive Wiederaufbau auch des Hauptgebäudes unvermeidbar werden (Kriegsschicksale deutscher Architektur)". In jedem Fall war das Gebäudes zu keinem Zeitpunkt besonders beliebt, nach dem Krieg wurde sowohl der Wiederaufbau der historischen Häuserzeile als auch das Einrichten einer historischen Insel mit den Resten verschiedener alter Häuser diskutiert. Leider kam es anders, es gab 1958 einen Architketenwettbewerb, der in das heutige Bürgerschaftsgebäude mündete.

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 18: Baugrube an Stelle der Ostbebauung des Bremer Marktplatzes

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Bild Nr. 19: Heutiges Bürgerschaftsgebäude. Auch hier im Forum wurde das Gebäude schon als, "gar nicht mal so schlecht für 60er Jahre" gewürdigt und in Bild Nr. 20 sehen wir, dass es noch schlimmer gegangen wäre, aber ich finde das Gebäude immer noch scheußlich, vor allem an dieser Stelle. Es wird sicher noch ein paar Architekten geben, die das Bürgerschaftsgebäude schön finden, auf Kalendern oder Postkarten wird es zu Recht regelmäßig ausgeblendet.


    Bild Nr. 20: Konkurrenzentwurf des Bürgerschaftsgebäudes

    Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Das war's für heute, bei Gelegenheit mache ich mit dem Rest des Marktplatzes weiter, das wird aber noch etwas dauern.

  • Super Übersicht, danke Erpel! 8)



    Bremen hatte ich nach Stuttgart und Köln als nächste "in Vergessenheit geratene Großstadt" im APH ins Visier genommen.
    Gut, dass du jetzt mit so zahlreichen Eindrücken aus dem alten Bremen vorgeprescht bist. Können wir daraus einen eigenen Strang für Alt-Bremen machen? Macht sich am besten, um Bildkollektionen, Videos, Vergleiche etc. zu sammeln.

  • Eine tolle Serie mit jeder Menge Rekokandidaten! Der Bürgerschaft ergeht es wie vielen modernistischen Qualitätsbauten: Für sich nicht schlecht, aber nicht ensemblefähig. Die stark abstrahierte Anpassung und die gar kontrastierende Materialwahl disqualifizieren dieses Bauwerk, wenn einem das Marktensemble wichtig ist.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Ich hab das Haus der Bürgschaft in natura als nicht so übel empfunden, vor allem kam es mir als relativ ensembleverträglich vor - für mich wohl die beste Leistungen des modernen Wiederaufbaus in D. Vielleicht ist diese Wertschätzung auf etwas übertrieben und ähnelt der kritiklosen, romantisierenden Begeisterung über einen Bösewicht, der ausnahmsweise mal etwas Gutes tut...
    Vor dem Krieg stand mir jedenfalls da viel zuviel Historismus herum, der die historische Substanz zu sehr verwässert hatte. Der heutige Zustand hat ein gewisses Flair, für mich verstärkt der Modernismus des HdB den ma. Charakter des Platzes sehr stark (gegenüber den Vorkriegsbildern).
    Über den Abriss der Börse kann ich mich naturgemäß nur wenig echauffieren, für die von erpel kolportierte Antipathie der Bremer Bürgerschaft habe ich großes Verständnis, Respekt vor ihrem Geschmack!
    Keine Frage, der Bremer Markt wurde durch den Historismus weit mehr beeinträchtigt als durch Bomber Command, dessen Aktivitäten ausnahmsweise (natürlich gegen den Willen des Erfinders) sogar zur Verbesserung der Situation beizutragen geeignet waren.
    Das HdB war natürlich nur die zweitbeste Lösung, zu bevorzugen wäre ohne Frage die Wiederherstellung der ma. Platzfront gewesen.


    Aber ich hätte wesentlichere Fragen: das schöne Doppelgiebenhaus zwei Häuser links vom Schütting scheint ja bis in Traufhöhe erhalten zu sein, oder? Was weiß man drüber? Wird über eine Reko der Giebel nachgedacht?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Von Interesse mag dieses Luftbild des Marktplatzes mit Dom, Rathaus und ausgebrannter Boerse (?) sein. Der Dom ist bis auf einen Treffer im Nordschiff (schwer zu sehen, gleich links von der Vierung) unbeschaedigt.



    (Quelle: Time Inc via Google)

    „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

  • @ ursus: Das Gebäude zwei Häuser links neben dem Schütting ist das aktuelle Gebäude des Bankhauses Neelmeyer, vor dem Krieg hieß es zeitweise Gasthaus "Zum Patzenhofer". Hierzu wollte ich demnächst einiges schreiben, aber Du hast Recht, hier wäre mit vermutlich relativ wenig Aufwand viel zu verbessern, genau wie bei dem Gebäude rechts daneben, am Durchgang zur Böttchergasse.
    Aber: Colin "Bomber" Harris hat im Krieg zu einer Verbesserung der Situation am Bremer Marktplatz beigetragen? Das lasse ich mal so stehen, obwohl mir dazu viel einfällt.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    Respekt vor ihrem Geschmack!

    Warum nur vor einem bestimmten subjektiven Geschmack Respekt haben? Ich respektiere alle Geschmäcker und akzeptiere es, daß Menschen unterschiedlich empfinden (obwohl es mir zugegebenermaßen oft schwer fällt). Weder mein Geschmack noch Deiner, Ursus, ist als "Leitgeschmack" in der Lage, andere Geschmäcker als minderwertig einzustufen.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Das ist ja ein Interessantes Luftbild. Ist das wirklich der zerstörteste Zustand oder kamen nach der Aufnahme noch einige Bomben runter? Ich hörte auch davon, dass der Marktplatz zum Glück relativ glimpflich weggekommen ist. Mich würden auch solche Aufnahmen von heut entstellten Bremer Innenstadtbereichen sehr interessieren. Ich vermute Du kommst noch dazu auch diese in dieser Art abzuhandeln, wie Du es am Beispiel Markt in wunderbarer Weise getan hast.

  • Erpel, danke für die Bilder samt Vergleichen. Die Fortsetzung ist sehr willkommen - der Bereich Langenstraße/Schlachte wäre gut.

    Übrigens sind Deine Bilder auf der vorigen Seite oben vom November letzten Jahres leider schon tot - kannste da was machen?



    Quote from "ursus carpaticus"

    Aber ich hätte wesentlichere Fragen: das schöne Doppelgiebenhaus zwei Häuser links vom Schütting scheint ja bis in Traufhöhe erhalten zu sein, oder? Was weiß man drüber? Wird über eine Reko der Giebel nachgedacht?


    Na, aber nicht doch - man sollte doch keinen historistischen Giebel rekonstruieren, schließlich haben die Bombenangriffe doch hier zu einer Verbesserung des Stadtbildes geführt. :augenrollen:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ja, der beiden erwähnten Giebel könnte man sich schon annehmen. Und auch eine Rekonstruktion oder zumindest teilrekonstruktive Wiederherstellung der Dachpartie der Baumwollbörse würde sich sicher für das Stadtbild enorm positiv auswirken. Es sind auch solche, finanziell relativ überschaubaren Maßnahmen, die stark zur Stadtreparatur beitragen.
    Übrigens gefällt mir die historistisch-romantische Innenmalerei der Baumwollbörse ausgesprochen gut. Gerne mehr davon.

  • Aber bitte mich korrekt zu zitieren:

    Quote

    dessen Aktivitäten ausnahmsweise sogar zur Verbesserung der Situation beizutragen geeignet waren.


    Dass es (nach Abkehr von der Reko der ursprünglichen Häuser) tatsächlich eine Verbesserung geworden wäre, hab ich nie behauptet.

    Quote

    Na aber nicht doch - man sollte doch keinen historistischen Giebel rekonstruieren


    warum 'historistisch' Palantir? Ich halte die Giebel für reine Weserrenaissance. Falls ich mich da irre, war der Bau noch immer tadellos proportioniert. Ich hab ja imgrunde nichts gegen historistischen Zierrat, er muss nur nicht im wahrsten Sinne die Leute erschlagen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    Ich halte die Giebel für reine Weserrenaissance.


    Das Doppelgiebelhaus sieht wirklich aus wie edelste Weserrenaissance - eine Rekonstruktion der Giebel sollte angesichts der Vernichtung der meisten Bürgerhäuser aus dieser Zeit unbedingt erfolgen.
    Das Haus davor wirkt historistisch - gefällt mir im unverstümmelten Zustand allerdings auch wesentlich besser.

  • Auch wenn ich zugestehen muss, dass die Börse den Platz wohl etwas zu dominant geprägt hatte, so hätte ich sicherlich nicht zu den Befürwortern eines Abrisses gehört. Trotz der recht gelungen Nachkriegsleistung des Bürgerhauses wäre mir der Vorgängerbau lieber gewesen....Aber eine Reko der Börse ist eh nicht akut und absehbar. Da habt ihr schon recht, dass die Wiederherstellung des einen oder anderen Giebels, Erkers bzw. Türmen sicherlich gewinnbringender und eher zu realisieren wäre.
    Ach ja, Erpel, vielen Dank für deine Beiträge!