Berlin - Unter den Linden

  • Schön ist untertrieben, die Leuchten sind einfach der Hammer!


    Gab es eigentlich auch in anderen deutschen Städte solche Prachtexemplare?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "Schloßgespenst"

    Wunderschön! :D Aber bestimmt sauteuer. Kann sich das die bettelarme Stadt leisten - oder bezahlen das Sponsoren wie bei der Reko des Lustgartens?


    So weit ich weiß, zahlt es die Stadt - die Leuchten allerdings sind, wenn ich mich recht entsinne, mit 10.000€/Stück nicht gerade billig.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Quote from "campus solis"

    offensichtlich hat man darauf verzichtet, dass palais in seiner ursprünglichen farbe anzumalen: terracotta - oder rückt die maler-kolonne erst noch an? so wie das alte palais jetzt auf der web-cam zu sehen ist gefällts mir am besten (scheint wohl eine art cremeweiss zu sein)!


    Gute Nachrichten: http://morgenpost.berlin1.de/c…/08/11/berlin/772404.html


    Und noch ein lange erwarteter Moment: "Grünes Licht für Neubau Ecke Unter den Linden/Friedrichstraße."
    http://www.welt.de/data/2005/08/12/759079.html
    Um welchen Entwurf handelt es sich dabei noch Mal?

  • Zwei gute Nachrichten!
    Freue mich schon, die Veränderungen zu sehen, wenn ich im Oktober wieder in Berlin bin.


    "die Bauten seien zu massiv und düster"


    Na hoffentlich hieß die Lösung hierfür nicht "Glasfassade"...


    "Um welchen Entwurf handelt es sich dabei noch Mal?"


    Das ist der alte, keine Ahnung, wie er inzwischen aussieht:


    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Diesen Entwurf finde ich jedenfalls sehr gut - wenn man bedenkt, was für öde Kästen in B-Mitte ind en 90ern gebaut wurden, etwa am Gendarmenmarkt. Dagegen hat dieser Komplex ansatzweise fast schon gründerzeitliche Anleihen. Nur im Mittelteil ist bei näherem Hinsehen etwas zuviel Glas. Aber eine Verbesserung des jetzigen Zustands wäre es auf jeden Fall, denn das Hotel Unter den Linden ist so häßlich, daß es schon wieder fast schön ist....


    Darf man Unter den Linden überhaupt eine komplette Glasfassade bauen -oder gibt es da eine Gestaltungssatzung wie am Pariser Platz?

  • Quote from "Schloßgespenst"

    ... hat dieser Komplex ansatzweise fast schon gründerzeitliche Anleihen.


    Das schräg gegenüber gelegene "Westin Grand" hat (als Plattenbau!) eine ähnliche Fassade wie der obige Entwurf.
    Wenn so gebaut würde, fände ich es nicht schlecht. :)


    Ob ich allerdings jemals wieder so preiswert und zentral wohnen könnte wie im alten Hotel "Unter den Linden"? :?

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Antiquitus:

    Quote

    Freue mich schon, die Veränderungen zu sehen, wenn ich im Oktober wieder in Berlin bin.


    koenntest du dann im Oktober auch wieder einen Berliner Baubericht machen? :gg:

  • Hier einen Bericht den ich in der Berliner Zeitung entdeckt hab:



    Es werde Licht
    Keine andere Stadt in Europa hat so viele Gaslaternen wie Berlin
    Großer Galgen, Schinkelleuchte oder wilhelminischer Prachtkandelaber - in keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele unterschiedlich gestaltete historische Straßenleuchten wie in Berlin. Und nicht nur im Hinblick auf die Form der Lampen, sondern auch wegen ihrer Technik ist die Berliner Stadtbeleuchtung eine Klasse für sich: Selbst wenn nach dem Konzept des Bezirksamtes Mitte die Ära der Gaslaternen in Berlin im Jahr 2007 zu Ende geht, hält die Hauptstadt bis dahin einen ungewöhnlichen Rekord: 44 000 Laternen werden an der Spree noch mit Gas betrieben - so viele wie nirgendwo sonst in Europa.
    Die Laternenvielfalt hat ihre Gründe: unterschiedliche Zuständigkeiten in den früher eigenständigen Bezirken, technischer Fortschritt, repräsentativer Anspruch von Kaisern und politischen Führern, Krieg und schließlich die Teilung der Stadt in Ost und West. Wir stellen einige der interessantesten historischen Leuchten vor.


    ----Camberwell-Laterne: Die erste Berliner Gaslaterne ist eigentlich eine englische Laterne, die nach Deutschland importiert worden war. Weil den Berliner Stadtbehörden die finanziellen Mittel fehlten, um selbst Gaswerke zu bauen und für die Stadtbeleuchtung zu sorgen, schloss das Innenministerium der königlich-preußischen Regierung 1825 einen Vertrag mit der englischen Gasgesellschaft Imperial-Continental-Gas-Association (I.C.G.A.). Diese baute die ersten Gaswerke und sorgte für die Errichtung der Laternen. Dabei orientierte sich die Gesellschaft an der in England gebräuchlichen Form. Die "Camberwell"-Laterne hieß nach dem gleichnamigen Londoner Stadtteil, wo man sie erstmals aufgestellt hatte. Es handelte sich ursprünglich um eine Öl-Laterne, die für den Gasbetrieb umgebaut wurde. Am 20. September 1826 illuminierten 27 dieser Leuchten erstmals die Straße Unter den Linden.


    Schinkel-Laterne: Sie ist die bekannteste Berliner Gasleuchte. Im Volksmund "Schinkel-Laterne" genannt, wurde sie jedoch nicht von Carl Friedrich Schinkel, sondern 1893 von Ingenieuren der Städtischen Berliner Gaswerke entworfen. Diese hatten sich an den Schinkelschen Modellen orientiert. Besonders Details wie etwa gusseiserne Zierglieder im klassizistischen Stil, die den Dachrand schmücken, erinnern an seine Entwürfe. Auch mehrarmige Kandelaber wurden mit diesen Modell-Leuchten ausgestattet - heute stehen wieder Nachbildungen auf vielen repräsentativen Plätzen, etwa am großen Stern.


    Charlottenburger Platzkandelaber:


    Charlottenburg als selbstständige Stadt sorgte mit eigenen Laternen für die Beleuchtung seiner Straßen. So entwickelten die Charlottenburger Gaswerke auch einen Schmuck-Kandelaber, der Ähnlichkeiten mit den mehrarmigen Schinkel-Laternen hatte. Etwa um 1900 schmückten die fünfarmigen Leuchter im wilhelminischen Prunkstil den Platz vor dem Charlottenburger Schloss. Ein solcher Kandelaber besteht aus nahezu fünfzig Einzelteilen und wiegt mehr als 1 000 Kilogramm. Noch heute steht eine Original-Leuchte mit Gaslichtbetrieb wie vor über hundert Jahren am selben Ort, am südlichen Ende der Mittelpromenade, gegenüber dem Schloss Charlottenburg. Andere Kandelaber sind originalgetreue Nachbildungen.


    Galgen-Laterne: Hängende Gasleuchten wie etwa der so genannte Große Galgen wurden seit Anfang des Jahrhunderts mit einer herausragenden Innovation der Gastechnologie betrieben: Dem Brenner wurde Gas unter erhöhtem Druck zugeführt. Durch dieses Pressgas wurde die Leuchtkraft des Gaslichtes derart intensiviert, dass es mit der Helligkeit elektrischer Bogenlampen konkurrieren konnte. Berliner Pressgas-Laternen entwickelten sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden Exportschlager.


    Schupmann-Kandelaber: Die vom Essener Architekten Ludwig Schupmann 1887 entworfenen Kandelaber erleuchteten den Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor erstmals mit elektrischem Licht. Bereits ein Jahr später, 1888, brannten 104 der reichverzierten Bogenleuchten auf dem Boulevard Unter den Linden, auf der Schlossbrücke und der Kaiser-Wilhelm-Straße bis hinunter zur Spandauer Straße. Vor den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, im Zuge der zahlreichen Umbauten in der Straße Unter den Linden, wurden viele der Kandelaber durch die so genannten Biedermeierleuchten ersetzt. Nach der Wende 1989 kamen die Schupmann-Kandelaber zu neuen Ehren: Seit 1994 schmücken originalgetreue Nachbildungen wieder den Pariser Platz.
    OWA-Kandelaber: Anlässlich der Olympischen Spiele ließ Adolf Hitler 1936 auch die Charlottenburger Chaussee (die heutige Straße des 17. Juni), den Kaiserdamm und die Bismarckstraße umbauen und mit neuen Leuchten ausstatten. Diese zweiarmigen OWA-Kandelaber (benannt nach der Ost-West-Achse, die sie beleuchteten) waren von Architekt Albert Speer entworfen worden. Im Zweiten Weltkrieg wurden dann viele der Leuchten zerstört. Die erhalten gebliebenen Straßenlaternen wurden nach dem Krieg restauriert und zwischen S-Bahnhof Tiergarten und Theodor-Heuss-Platz wieder aufgestellt.


    Leuchten an der Karl-Marx-Allee: Die zwei oder vierarmigen Kandelaber, deren Form an die OWA-Leuchten Albert Speers erinnert, schmücken seit mehr als 50 Jahren die beiden breiten Straßen zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor. Ab 1951 hatte dort die DDR-Regierung "Paläste für das Proletariat" erbauen lassen. Während die Gebäude in der Karl-Marx-Allee als längstes Baudenkmal Europas in den Neunziger- jahren aufwändig renoviert wurden, verfallen die Kandelaber zusehends. Sie hätten schon zu DDR-Zeiten repariert werden müssen, doch nun sind sie völlig marode: Etwa 160 der insgesamt 215 Leuchten mussten bereits abgebaut werden. Die übrigen sind sanierungsbedürftig. Nach jahrelangen Verhandlungen ist jetzt Rettung in Sicht: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will noch in diesem Jahr mit dem originalgetreuen Wiederaufbau der Laternen beginnen. 2,8 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. 2006 soll die Arbeit beendet sein.

  • Schade, dass es nirgendwo ein Laternen-Lexikon gibt. Diese oft sehr schmuckvollen Leuchter standen sicherlich nicht nur in Berlin. Wiederaufstellungen sorgen immer für eine bessere Platzwirkung.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • "Das ehemalige Palais des Kaisers leuchtet"


    Quote

    Das Alte Palais Unter den Linden leuchtet jetzt in einem hellen Ocker. Das Grau des Gebäudes, in dem sich die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität befindet, ist passé.


    Quote

    Zum Sanierungsprogramm am Alten Palais gehört auch die Rekonstruktion der mit Efeu bewachsenen Pergola direkt unter dem Eckfenster, an dem immer zur gleichen Zeit Wilhelm I. seinen Untertanen zuwinkte.

    :gg:


    Quote

    Das Palais, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und 1962/63 außen historisch, innen dagegen ganz neu aufgebaut worden ist, wird nun noch im Innern verschönert.


    Die letzen beiden Ausschnitte finde ich am erfreulichsten! Aber da die EG-Fassade zum Bebelplatz bisher noch nicht verputzt wurde, wüsste ich auch nicht, was sonst mit der Ecke hätte passieren sollen. Außerdem stand es glaube ich schon Mal in einem Artikel. Was aber Mal wieder nicht passt, sind die Türen :augenrollen: .


    http://www.tagesspiegel.de/ber…7.08.2005/1993514.asp#art

  • Dass die Pergola kommt ist sehr erfreulich. Von den Verschönerungen im Inneren erwarte ich allerdings nichts.

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  • Wirklich nett... wertet das Gebäude extrem auf! Hoffentlich ist die Meldung, dass es gebaut wird, keine Zeitungsente.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Glaube ich nicht. Die Fassade an der Ecke wurde bisher noch nicht vereputzt, während der Rest schon so gut wie fertig istl.

  • Na dann können wir ja gespannt sein. Wenn dann auch noch diese wunderschönen Protz-Kandelaber kommen... wahnsinn. Leider hat man die Chance nicht genutzt, den Bebelplatz (wieso nicht wieder Opernplatz?) zu begrünen?


    Ach ja... mal was anderes Unter den Linden


    Quote

    Absage der Ausstellungen in der Akademie der Künste


    Aufgrund von klimatechnischen Schwierigkeiten in den erst seit Mai 05 eröffneten Ausstellungshallen des Neubaus am Pariser Platz muss die Akademie der Künste die für die nächsten Monate geplanten Ausstellungen sowie den Umzug von Teilen des Archivs absagen bzw. verschieben. Messungen haben ergeben, dass die Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Schwankungen nicht den geltenden Standards entsprechen. Nach genauer Analyse der Ursachen wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Nachbesserungen vornehmen bzw. bauliche Ergänzungsmaßnahmen in Abstimmung mit der Akademie durchführen.


    [...]


    Quelle: http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=934


    Wie war das noch? Fortschrittliches Bauen? Moderne Glasfassade? Mensch... super Behnisch! Wenn du so weiter machst kannst du vielleicht bei einem Treibhausproduzenten als Hausdesginer unterkommen - wo hier sicherlich niemand was gegen hätte :lachen:

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Dass tatsächliche Qualität nicht notwendig ist, um heute gar Preise zu bekommen, das wissen wir ja alle.
    Ärgerlicher ist es, dass hier an einem steuerfinanzierten Bau, der ohnehin bereits viel teurer wurde als geplant, schon wieder nachgebessert werden muss.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.