Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • In Köln hat es einen ähnlichen Fall gegeben: Als der Stadtrat beschlossen hatte, den Platz vor dem Rathaus mit einem Museum zu bebauen, hat ein "Netzwerk Bürgerbegehren Rathausplatz", initiiert von den Freien Wählern, ein Bürgerbegehren gestartet und für eine kostengünstigere unterirdische Lösung die erforderliche Anzahl Stimmen gesammelt.

    Der Stadtrat hat dann das Bürgerbegehren als unzulässig abgelehnt, womit sich die Initiative aber nicht zufrieden geben wollte und dagegen geklagt hat. Schlussendlich hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass das Bürgerbegehren zu spät durchgeführt wurde, da es um eine konkrete Revision eines Stadtratbeschlusses gegangen sei und sich aus der Formulierung keine eigene, konkrete Sachentscheidung ableiten ließe. Die Klage wurde somit abgewiesen und als Resultat wächst aktuell ein architektonisch recht grausliges Gebilde neben dem historischen Rathaus in die Höhe.

    Lächerlich gemacht hat sich damit allerdings niemand, im Gegenteil hat man die Erfahrung genutzt und will beim nächsten Museumsprojekt neben dem Dom ein Bürgerbegehren gemäß der rechtlichen Regularien durchführen.


    Für Frankfurt sehe ich die Sache nicht anders. Manchmal kommt es eben zu Streitigkeiten, die man, wenn keine Einigung möglich ist, eben von einem unabhängigen Dritten klären lässt und dafür sind in unserem Rechtsstaat eben Gerichte zuständig.

    Im Gegenteil, wenn man den Gang vors Gericht als lächerlich einschätzt, müsste man eigentlich auch das gesamte Bürgerbegehren als lächerlich und utopisch ablehnen.

    Ein Stadtrat oder ein Amt sind doch keine heilige Institution, deren Entscheidungen man nicht anfechten darf. Genau dafür gibt es in unserer Demokratie und in unserem Rechtsstaat Werkzeuge, die man meiner Meinung nach auch nutzen darf. Lächerlich würde es erst dann, wenn man die Entscheidung des Gerichtes nicht akzeptieren würde.

    In meinen Augen ist das eher eine Frage des Budgets und der Energie, die man in das Projekt noch stecken will. Aber wenn man schon so weit gekommen ist, sollte man meiner Meinung nach vor Gericht auch noch nachhören, wie die das sehen. So wasserdicht kam mir die Ablehnung des Bürgerbegehrens nämlich nicht vor.

  • Danke an den Moderator, dass hier einige Stellen entfernt wurden... irgendwelches dubioses Insinuieren mit irgendwelchen Demos in Dresden haben nun wirklich nichts mit dem Thema zu tun, sondern dienten allein der Diskreditierung...

    und danke an Centralbahnhof für die Ausführungen.

    Ich (...) habe lediglich abgewogen, was realistisch ist.

    Genau das hast du nicht. Du hast mit recht kecken Vokabeln den Versuch den Rechtsweg zu beschreiten, abqualifiziert. Obwohl es eines der grundlegendsten Rechte in unserem Staat ist.

    Wenn die Initiativen bei der Teilrekonstruktion des Dom-Römer-Areals genauso schnell aufgegeben hätten, gäbe es diese nicht. Die war genauso realistisch oder unrealistisch zu Beginn. Solche Aussagen sind da wenig hilfreich:

    Entscheidung akzeptieren. Punkt.

    Dein Engagement in anderen Bereichen sei dir unbenommen, aber anderen - die im Prinzip das gleiche Ziel haben - in die Suppe zu spucken, gehört sich nicht. Man kann Kritik auch anders formulieren.


    Aber zurück zum Schauspielhaus:


    Einmal mehr möchte ich auf die Facebookseite der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus verweisen:

    https://de-de.facebook.com/pag…raufbau-1087290538018482/


    Ende September wurde die neue Ausgabe des Schauspielhaus Journals veröffentlicht. Die vorherigen Ausgaben kann man sich mittlerweile hier herunterladen.

  • Einmal mehr möchte ich auf die Facebookseite der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus verweisen:

    https://de-de.facebook.com/pag…raufbau-1087290538018482/

    Interessant ist ja der letzte Beitrag auf Facebook:


    https://www.facebook.com/plugi…&show_text=true&width=500


    Dort heißt es:

    [...]
    Ach ja, wie denn nun die Chancen für den Seeling-Bau stehen, werden wir derzeit oft gefragt. Hier tun sich große Dinge auf. Die Stadt wird sich einmal mehr wundern. Mehr dazu im Dezember... Bleiben Sie uns gewogen!

    Na dann warten wir doch mal auf Dezemeber.

  • Die Hoffnung sollte man nie aufgeben. Nie, niemals! :) Und schon gar nicht, wenn an einer städtebaulich enorm wichtigen Stelle wie dieser noch gar nichts entschieden oder in trockenen Tüchern ist.

    Wenn man in Dresden, Berlin oder Potsdam oder auch Frankfurt so schnell die Flinte ins Korn geworfen hätte, hätten wir heute kaum ein wiederaufgebautes Gebäude in diesen Städten. Persistenz wird belohnt.

  • Die Frankfurter Rundschau schreibt von OB Feldmanns wilden Träumen zum Schauspielhaus


    https://www.fr.de/frankfurt/fr…gen-buehnen-91191542.html


    Hinzuzufügen ist noch, dass die genannte Frankfurter Sparkasse, an Stelle von deren Zentrale in der Neuen-Mainzer-Straße 47-53 der Opernneubau entstehen könnte, noch immer nichts offizielles davon weiß!


    So läuft Kommunikation in einer ach so "offenen Stadtgesellschaft" in Frankfurt am Main ;-)

  • Neue Initiative von Oswalt & Co. für den Erhalt des Nachkriegsbaus des Schauspielhauses: https://www.journal-frankfurt.…hnen-gefordert-38722.html

    Als Mitstreiterin wird u.a. die Architektin Maren Harnack genannt. Diese vertritt an vorderster Front die "Deutsche Gesellschaft zur Rettung der Hochstraßen" Kein Witz. Es gibt eine Organisation die sich für die Hochstraßen der Nachkriegszeit einsetzt! http://hochstrassen.de/hochstrassen.html Auch sonst hat sich Frau Harnack ganz dem Erhalt der Moderne verschrien: https://www.faz.net/aktuell/rh…rissen-wird-17178335.html

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • [D]ie Architektin Maren Harnack [...] vertritt an vorderster Front die "Deutsche Gesellschaft zur Rettung der Hochstraßen"

    Dass sich eine Architektin erlaubt, so klar ein Unverständnis für Stadtraum und -qualität zu präsentieren, erstaunt. Ihre besten Argumente (die sie entsprechend zuvorderst auf der Webseite präsentiert) lauten: Die Kosten für den Abbruch wären anderswo womöglich besser angelegt und dass Hochstraßen ein Kulturerbewert besäßen, weil sie eine Ära des Städtebaus repräsentieren.

    Es ist für sie also von höherer Bedeutung eine dysfunktionale Struktur in der Stadt dann als Denkmal stehen zu haben, als die Bedürfnissen der Stadt höher zu werten, die mit einem solchen Denkmal weder besondere Ortsbild- und Besichtigungsqualität erlangt, noch solche heute nachweislich schlechten Ideen dann korrigieren kann im Dienste ihrer Bürger und die begrenzten Flächen einem besseren Zweck zuführen kann. Nehmen wir als analoges Beispiel Gleisanlagen. Diese sind aus historischen Gründen sehr platzeinnehmend in zentralsten Lagen. Jetzt kann man entweder sagen, wir reißen die überzähligen Anlagen weg, die u.a. für die Dampflokomotiven notwendig waren und bauen dort Stadtraum, oder aber man setzt sich dafür ein, dass die Anlagen zum Industriedenkmal erklärt werden und die Flächen einfach weiter belegen. So funktioniert dann Stadt irgendwann nicht mehr. Städte - und das sollte sie als Architektin wissen, erhalten Strukturen, die Funktion haben. Im Besonderen auch identitätsstiftende, ästhetische Funktion. Daher wird, wie von ihr unverständig beklagt, Vorkriegsbebauung unbeliebter abgerissen, als modernere Bauten, einfach weil die alten Sachen immer noch funktionieren, im Gegensatz zu vielem dieser neuen Ideen. Auch der Streit um Bäume in der Stadt kann so verstanden werden, dass die Menschen spüren, das tut mir gut, und so bleibt Stadtgrün, trotz allem Verdichtungsdruck. Aber die Zunft der Architekten hat sich heute darauf verlegt solche dienlichen Funktionen nur noch fein dosiert dazu zu missbrauchen, um Unmut zu besänftigen. Anders kann ich mir dieses ständige völlig ineffektive Begrünen von Fassaden und Dächern überwiegend in reiner Planungsform, ohne Realitätssinn nicht erklären, ähnlich auch die Omnipräsenz von öffentlichen Aussichtsterrassen in den Portfolios. Dagegen echten Gewinn für die Stadtgesellschaft kann man mit der Lupe suchen und wird, wie im Falle dieses Hochstraßenschutzprogrammes offensichtlich überhaupt nicht angestrebt.

  • Uuuui, das ging ja mal richtig nach hinten los. Die Initiative von Oswalt & Co. das marode Nachkriegsungetüm des Schauspielhauses zu erhalten, ist auf heftige Kritik des Betriebsrates der mehr als 1.000 Beschäftigten des Schauspielhauses gestoßen. Diese plädieren für einen Abriss und Neubau statt Sanierung. Da hat man wohl nicht mit den Betroffenen gesprochen. Mal sehen wie die Modernisten aus dieser Nummer wieder rauskommen...

    https://www.fr.de/frankfurt/fr…nen-vertagt-91356089.html

  • Hierzu moechte ich eine Interesanntes Gespraech zitiren, welches ich im anderen

    Forum hatte:


    "Ich hatte gefragt ob nicht die Frankfurter Messe das Schauspiel fuehren kann.

    Voruebergehend oder auch permanent ein Gebaeude an das Schauspiel vermieten?

    Die Stadt hat dann Zeit zum bauen und die Messe betreibt gemietet von der Stadt

    das Schauspielhaus. Oder in der Messe selbst.


    Meine Idee war, waehrend die Buehnen umgebaut, abgerissen und neu gebaut werden,

    koennte die Messe Ersatz stellen?

    Wieviel wuerde das Kosten?


    Oder noch besser - Koennte die Messe auch das fertige Schauspielhaus betreiben?

    Waere das billiger? Der Grund sind die Extremen Kosten die mich Schocken! Die Messe

    betreibt dagegen taeglich Veranstaltungen mit allen Technishcen Raffinessen!

    Die Huelle und Architektur aussen - kann dann unabhaengig von der Stadt gestaltet

    werden, wenn die denn so ginge."


    So war meine Frage an die Runde. Denn zu der Milliarde Euro kommen ja noch die

    Zinsen und Zinseszinsen. Das Geld soll ja komplet von den Banken geliehen werden.

    Die Zinsen fuer 30 Jahre bis zur naechsten Sanierung. Ohne Zinseszins kommt man

    bei 5% schon auf 50 Millionen Zinsen im Jahr, pro Jahr, jedes Jahr.

    50 Millionen Zinsen im Jahr machen 1,5 Milliarden Zinsen in 30 Jahren,

    Zinseszins aussen vor. Da ist die urspruengliche Milliarde auch noch nicht mit dabei!

  • Die Antwort kahm vom Xalinai. In Koeln gab es das Angebot das

    "Musikal Dome" fuer 40 Monate fuer die Stadt zu betreiben.

    Der Betreiber haette sich um alles gekuemmert. Es wurden

    10.8 Millionen Euro dafuer veranschlagt. Das Musikal Dome hat

    die selbe groesse wie das Schauspielhaus und haette demnach

    etwas mehr als drei Millionen Euro pro Jahr gekostet - Spielbetrieb mit dabei!!!

    Beim Schauspiel ist der Betrieb noch gar nicht dabei!!!

    Und 2.5 Milliarden Euro geteilt durch 30 Jahre laufzeit ohne Betriebskosten!



    Hier uebrigens der Link von den Buehen in Koeln: https://ratsinformation.stadt-…to0050.asp?__ktonr=100843


    Nun, ich meine das wir vieleicht doch noch unsere Rekonstruktion bekommen koennen.

    Der jetzige Plan ist viel zu gigantisch! Wer soll das zahlen?


    Wenn beide Haeuser aber in die Messe ziehen, bis beide Haeuser neu gebaut sind

    und die Messe vieleicht beide Haeuser auch spaeter betreibt, Koennte eines in einem Bauhaus

    Gebaeude und das andere in einem Jugendstil gebaeude wiederkommen!

    Koennte der Verein nicht mit der Messe Kontakt aufnehmen? Wir brauchen Kostenvoranschlaege

    der Messe. Der Vorschlag koennte als guenstige Alternative gehen?

    Dann haeten wir den Joker im Aermel!

  • Scheinbar hat die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt mittlerweile Klage gegen die Zurückweisung des Bürgerbegehrens eingereicht:



    Quelle: FAZ / Facebookseite "Schauspielhaus Frankfurt Wiederaufbau"

  • In der Presse wird viel geschrieben, das sich später als heiße Luft entpuppt. In der FAZ (Druckausgabe vom 7.5.2022) wurde nun die Überschrift "Neubau rückt näher" gewählt. Wie viel näher wird dann aber wohl städtische Finanzlage entscheiden.


    Ich zitiere aber ein paar Passagen:


    Quote

    Die Entscheidung über einen Neubau der Städtischen Bühnen ist einen Schritt näher gerückt. Der Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung (...) hat einem Magistratsvortrag zugestimmt, der den nächsten Schritt zu einem Beschluss darstellt. Zudem wurde zum Teil scharfe Kritik an Anträgen der AfD und der BFF geübt, die abermals die Rekonstruktion des Theaters von 1902 beziehungsweise eine historisierende Fassade eines Neubaus forderten. Erfolgt die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, sollen drei Varianten genau geprüft werden (...) einschließlich der Frage, ob es wirtschaftlich ist, um ein Grundstück für die künftige Oper an der Neuen Mainzer Straße zu verhandeln. Nach der Ostend-Variante ist auch die Option am Opernplatz ausgeschieden. Ein Beschluss über den Standort solle „noch in diesem Jahr“ fallen, hieß es.

  • In der Presse wird viel geschrieben, das sich später als heiße Luft entpuppt. In der FAZ (Druckausgabe vom 7.5.2022) wurde nun die Überschrift "Neubau rückt näher" gewählt. Wie viel näher wird dann aber wohl städtische Finanzlage entscheiden.


    Ich zitiere aber ein paar Passagen:

    Erschreckend, wie die Leser zu diesem Thema informiert werden. Keiner weiß, wie bei steigenden Schulden, ein Neubau verwirklicht werden soll. Das die Fraktionen im Stadtparlament "...scharfe Kritik an Anträgen der AfD und der BFF geübt, die abermals die Rekonstruktion des Theaters von 1902 beziehungsweise eine historisierende Fassade eines Neubaus forderten." hinterlässt einen faden Beigeschmack. Normalerweise müssten alle Parteien für eine Rekonstruktion des noch in weiten Teilen erhaltenen Altbaus votieren.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Die AfD erweist der ganzen Sache (wieder mal) einen Bärendienst.
    Solange die sich dafür stark machen, können wir sicher sein, dass es nichts wird.

  • Ob sich die AfD dafür stark macht, erscheint mir angesichts der bereits eingeschlagenen Pflöcke der Stadtpolitik mittlerweile reichlich irrelevant. Es ist nicht so, dass ohne sie bereits ein breites Bündnis für eine Reko dort bestanden hätte.

  • Ob die AFD das gut findet oder nicht, ist in diesem Fall völlig irrelevant. Die Fraktionen in der Stadt (außer BFF) haben von Anfang einhellig gegen eine Rekonstruktion votiert.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!