Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • Da hat Bautradition absolut recht. Mehr kann man der Idee mit der Rekonstruktion nicht schaden!

  • Das diese Aktion bescheuert war, ich glaube da sind wir uns alle einig. Allerdings ist mir bei der ganzen Sache etwas viel Drama und PR drin. Bereits am selben Abend (!) verkündet der betroffene Direktor Schmal auf der FB-Seite des Deutschen Architekturmuseums, dass er seine Meldung zu dem Vorfall u.a. auf den Seiten „Schauspielhaus Frankfurt Wiederaufbau“, „FRANKFURT & CULTURE“, „FRANKFURT.de“, „Frankfurt Planen und Leben“ und „Deutsches Architekturmuseum“ posten wird. In der Stellungnahme wurden ohne juristische Prüfung Personen im Zusammenhang mit der Tat gestellt. Statt den gesamten Vorfall zu veröffentlichen wurde nur eine Szene herausgepickt. Nochmal, der Vorfall ist nicht zu tolerieren, aber man hat leider auch den Eindruck dass dieser Vorfall nun mit sehr viel Pathos dazu benutzt wird, das kommende Bürgerbegehren zum Schauspielhaus mit allen Mitteln zu verhindern.

  • Wir hier im Forum hoffen insgeheim das doch noch das Schauspielhaus in seiner alten Form irgendwann wiederentsteht.Um es kurz zu machen,ich denke ,das Schauspielhaus in seinem historischen Gewand wird leider nur eine Illusion und Wunschvorstellung bleiben.Ich will jetzt hier kein Wasser in den Wein gießen,aber da bin ich doch inzwischen sehr pessimistisch und auch realistisch geworden.

  • aber man hat leider auch den Eindruck dass dieser Vorfall nun mit sehr viel Pathos dazu benutzt wird, das kommende Bürgerbegehren zum Schauspielhaus mit allen Mitteln zu verhindern

    So ist es nun mal. Wenn ich sehe mit welchem Pathos auch in unserem Forum über mehrere Beiträge Kleinigkeiten wie Fahrradständer vor dem Humboldtforum oder über Löcher in der Subkonstruktion des Einheitsdenkmals geschrieben und Boshaftigkeit der "Regierenden" dahinter vermutet, zeigt dass, das alles und jedes in er politischen Auseinandersetzung ge- und ggf. auch missbraucht wird. Darauf muss man sich halt einstellen.


    Die "Aktion" in Frankfurt war nicht nur bescheuert, sondern einfach nicht hinnehmbar. Wenn ich von solchen Aktionen lese, kommt mir immer der Verdacht auf, dass es manchen Akteuren gar nicht um die Rekonstruktion (bei Umweltschutzaktivisten ist das übrigens das Gleiche) eines Gebäudes geht, sondern um ganz andere politische Ziele.

  • Dazu passt: Vor 4 Wochen wurde der "Initiator und Berater" des Schauspielhaus-Projekts JÜRGEN AHA wegen BETRUGS zu zweieinhalb jahren HAFT verurteilt. Dieses Projekt muss gestoppt werden! Jetzt! Es entwickelt sich immer mehr zu einem Tummelplatz für Leute, die der Bewegung Schaden zufügen.

    Quelle: https://www.bild.de/regional/f…-knast-73854732.bild.html

    In dem Artikel steht allerdings auch, dass der Beschluss noch nicht rechtskräftig ist und Widerspruch eingelegt wurde. Aber sei es drum, es tut der Sache natürlich nicht gut. Allerdings kann in der Stadt Frankfurt keiner mit dem Finger darauf zeigen. Dafür sind zu viele andere Promis und Politiker in diverse Strafsachen verwickelt:

    https://www.bild.de/regional/f…rufung-74370886.bild.html

    https://www.fnp.de/frankfurt/a…-gefaengnis-10423081.html

  • In dem Artikel steht allerdings auch, dass der Beschluss noch nicht rechtskräftig ist und Widerspruch eingelegt wurde. Aber sei es drum, es tut der Sache natürlich nicht gut. Allerdings kann in der Stadt Frankfurt keiner mit dem Finger darauf zeigen. Dafür sind zu viele andere Promis und Politiker in diverse Strafsachen verwickelt:

    https://www.bild.de/regional/f…rufung-74370886.bild.html

    https://www.fnp.de/frankfurt/a…-gefaengnis-10423081.html

    Das ist richtig. Aber wie du auch bereits sagtest: Das ändert wenig. Dort sind die falschen Leute am Werk. Da darf man sich nicht wundern, wenn man keinen Erfolg hat.

  • In dem Artikel steht allerdings auch, dass der Beschluss noch nicht rechtskräftig ist und Widerspruch eingelegt wurde.

    Die Verurteilungen sind rechtskräftig. Rechtsmittel ist (nach dem Artikel) nur gegen den Beschluss mit dem nachträglich die Gesamtstrafe gebildet wurde eingelegt. Selbst wenn da noch erreicht werden kann, dass die Gesamtstrafe nicht über 2 Jahre ist und deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird, verbleibt es doch bei den Verurteilungen wegen Betrugs.

  • Da gibt es nix zu beschönigen, das ist einfach nur bescheuert!

    Also, zum Glück hat Cachola Schmal "nur" eine Ohrfeige bekommen, es ist also nichts wirklich ernsthaftes passiert ist. Ich kenne Leute, die in Frankfurt schon wirklich ernsthaft verletzt wurden. Z.B. abgebrochene Flasche ins Gesicht mit Augenschädigung bei Diskothekenkonflikt oder Schädelbasisbruch (vom Ex der neuen Freundin zugefügt; ich habe ihn im Krankenhaus besucht, wo er wie Frankenstein aussah) oder von der "Antifa" vor der Tür zu einer Veranstaltung zusammengetreten (blöd, wenn man zu früh und alleine auftaucht). Franfurter Alltag, jeweils ohne dass das der Presse eine größere Meldung wert gewesen wäre.


    Die Aktion vor dem DAM wird also eher auf Nötigung hinauslaufen, denn Körperverletzung ist das höchstwahrscheinlich nicht. (Korrektur: Ich lese gerade, dass es einen Biss gab. Vielleicht war es doch leichte Körperverletzung. Wird sicher geklärt werden.)


    Gleichwohl gebe ich Dir völlig Recht. Die, vermutlich im Eifer des Gefechts passierte und sicher nicht geplante, Aktion ist wirklich bescheuert gewesen und kontraproduktiv. Und das sollte auch keinesfalls als Beschönigung verstanden werden. Im Gegenteil, ich lehne solche Attacken ab.


    Ich wollte allerdings auf die Unterschiede im Umgang mit den unterschiedlichen Protestgruppen hinweisen. Der Frankfurter Kultur- und Museumsbetrieb hat ja eine starke politische Schlagseite. Gesetzt der Fall, es wäre jetzt nicht zu dieser Rangelei gekommen, sondern es wäre das DAM mit Farbe beschmiert worden, bin ich mir sicher, dass die Reaktion ganz anders ausgefallen wäre als gegenüber den Tätern der "antikolonialen Aktion" bei dem Museum ein paar Häuser weiter. Nach "Verständnis" für die Täter und dem Wunsch nach "Dialog", wie in den offiziellen Verlautbarungen zu lesen, hättest Du bei Cachola Schmal lange suchen dürfen.


    Das verharmlost das Geschehen keinesfalls, stellt es aber in einen Zusammenhang zu dem gesamten Kulturkampf, der aktuell stattfindet, und bei dem die Akteure trotz ähnlicher Taten ganz unterschiedlich behandelt werden. Allein darum ging es.


    P.S.: Dass Jürgen Aha ein windiger Kerl ist, ist ja nicht unbekannt. Er hat seine positiven, aber auch seine Schattenseiten. Gleichwohl wäre es völlig blödsinnig, das Bürgerbegehren deswegen jetzt zu stoppen. Denn zum Einen besteht die Initiative ja nicht nur aus Jürgen Aha und Herrn Müntze. (Und das sage ich als jemand, der in diese Initiative nicht persönlich involviert ist.) Zum Anderen ist die Vorstellung schief, dass "die Bewegung" (?) etwas zu verlieren habe. Es gibt nichts zu verlieren. Der Architekturkuchen ist (mindestens in Frankfurt) zu 100% aufgeteilt. Alles ist festgezurrt. (Man sehe nur die Diskussion zur Paulskirche) Solche Initiativen können, gesetzt der Fall, es gelingt ihnen, diesen Konsens mal punktuell zu durchbrechen, nur gewinnen.

  • Von unserer Seite gab es eine Stellungnahme (hier)


    By the way, ich glaube auch nicht, dass wir irgendwelchen Schaden davon tragen könnten. Der besagte Mann war als Privatperson unterwegs.

  • Ich finde das sinnvoll so. Distanzieren sollte man sich, und das ist halt der heute übliche Stil, sowas zu formulieren.

  • Mich überrascht die Vorverurteilung, die an anderer Stelle verurteilt wird, oder hat es sich abschließend so zugetragen wie dargestellt?

    Sollte man nicht erst einmal die Ermittlungen abwarten?

    Der Beschuldigte schreibt zumindest auf der DAM-Facebookseite, er sei zuerst vom Direktor körperlich angegriffen worden und die Videosequenz sei eine verkürzte Darstellung der Tat.

  • Ich kenne nur eine Seite der Darstellung, würde mir aber wünschen daß dieser Vorfall neutral aufgearbeitet wird.

  • Sie meinen das wirklich so? Nur weil etwas üblich wird, ist es richtig?

    Natürlich nicht generell. Das hat viel damit zu tun, wie man aus Sicht der in Rekodingen noch unentschiedenen wahrgenommen werden möchte.

  • der in Rekodingen noch unentschiedenen

    Wer soll das sein?


    Wir reden hier nicht von einer Partei, die versucht, das bunte Nichtwähler-Reservoir anzuzapfen und diese Leute irgendwie an die Wahlurne bewegen möchte.


    Das Thema Rekonstruktionen ist ein kleines Minderheitenthema, jedenfalls in der aktivistischen Form. 99,9% der Frankfurter kennen Peter Cachola Schmal nicht. Die meisten davon waren noch nie im Architekturmuseum und interessieren sich auch nicht dafür. Ich kenne selbst in meinem, immerhin aus Akademikern bestehenden, Freundeskreis niemanden, der jemals das Architekturmuseum betreten hätte noch gar den Museumsleiter kennen würde.


    Und für das Gros der Medienkonsumenten ist diese kleine Rangelei allenfalls eine müde Meldung mit wenig Unterhaltungswert, die bereits eine Stunde nach dem Lesen vergessen ist. Hätte Cachola Schmal eine Torte ins Gesicht bekommen, hätte das zumindest zu ein paar Lachern in der Leserschaft geführt. So aber ist ja eigentlich nicht mal was passiert. Da bewegen Unfälle wie das des SUV-Rasers auf der anderen Mainseite im November oder vor kurzem in Ginnheim, bei denen es Tote gab, die Einwohner in ganz anderer Weise.


    Sprich: Kein Mensch, außer ein paar (ohnehin festgelegten) Museumsdirektoren und Kommunalpolitikern sowie einigen (ebenfalls festgelegten) Stadtbild-Freunden, interessiert sich für diese belanglose Rangelei am Architekturmuseum. Niemand wird dadurch auch in seiner möglichen Entscheidung pro oder contra Rekonstruktionen in der Wahlkabine beeinflusst.

  • Ich zitiere aus der heutigen Frankfurter Neuen Presse (Print):


    "Torte für geohrfeigten Museumschef Schmal

    Nach den Attacken eines ihrer Vorstandsmitglieder auf den Leiter und den Hausmeister des Deutschen Architekturmuseums hat die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus schriftlich und mit einerGeste ihr Bedauern über die "vulgäre Ausschreitung" ausgedrückt. Gestern überreichten die Vorstände Jürgen Aha und Ursula Plahuschvor dem Museum eine Torte und einen Brief für Leiter Peter Cachola Schmal. (...) Er wisse noch nicht, wie er das kommentierensolle, sagte Schmal auf Nachfrage...."


    Torte also nicht ins Gesicht, wie in den guten, alten 68er-Zeiten, sondern ganz brav und bürgerlich zum Verzehr überreicht. Wenn das keine Freundschaftsgeste ist... Eine Geste, die man jedenfalls von Farbschmierern wie der "Antikolonialen Aktion" ein paar Häuser weiter nie erwarten sollte. Und jetzt sollte dieses Thema mal abgehakt sein.