Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • Neußer, das Problem ist, dass so wenig Menschen überhaupt Interesse an Architektur haben. Deswegen kommen die Übeltäter so oft durch mit ihrem Zeug, das sie als alternativlos verkaufen. Weil sich zu wenige wehren, die langsame Verfremdung ihrer gebauten Umwelt schulterzuckend hinnehmen. Umso wichtiger ist jede einzelne Stimme von UNS, die wir sensibilisiert für das Thema sind und uns engagieren.

    In dubio pro reko

  • Ich weiß aber gar nicht, was ihr jetzt eigentlich wollt.
    Das ist ein erster Entwurf der Bürgerstiftung. Diese Stiftung muss den Versuch wagen, die Sache großenteils durch Spenden zu finanzieren (was schon beinhaltet, dass der Kostenrahmen gewahrt bleiben muss), die Politik dadurch bei Laune zu halten, die Kulturschickeria bei Laune zu halten, die Architektenschaft bei Laune zu halten. Keinesfalls ist sicher, dass das Konzept klappt. Sollte es aber funktionieren, wäre das vermutlich eine Chance, das Operngrundstück zu veräußern und einem Investor die Auflage zu machen, das Schauspielhaus äußerlich zu rekonstruieren. Also ein Modell ähnlich des Palais Thurn und Taxis. Eigentlich die einzige realistische Chance für das Schauspielhaus derzeit.
    Und da regt Ihr Euch auf, dass die Bürgerstiftung nicht mit der Luxusvariante a la Oper Sydney ankommt, die nie und nimmer von ihr finanzierbar ist? huh:)

  • ich denke man muss erst mal abwarten. Alles ist im Fluß. Niemand kann heute sagen was wann wie gebaut wird. Nicht mal der Standort ist klar. Geschweige denn die Architektur.
    Es wird noch viel Wasser den Main runter fließen. Das ist eine Jahrhundertentscheidung. Und irgendwas sagt mir, dass man in Frankfurt den großen Wurf will, der eben gleich zieht mit Sydney oder Hamburg. So zumindest lese ich die Präferenzen, die zwischen den Zeilen immer deutlicher werden.
    Sonst tippe ich auch auf einen Standort am Wasser und auf eine skulpturale Lösung für die Oper. Was aus dem Schauspiel wird, muss man abwarten.
    Ich sehe aber für das historische Schauspielhaus aktuell auch am ehesten die von heimdall angesprochene Lösung nach dem Thurn und Taxis Modell. Alles andere ist doch arg unwahrscheinlich. Ich hoffe, dass man bei der Initiative zum Wiederaufbau des Schauspielhaus eine andere Variante als die Maximalforderung mit denkt. Das jetzige Modell aus Schauspielhaus, Eckbau und Arkaden halte ich für wünschenswert aber völlig utopisch. Ich hoffe man verzettelt sich da nicht.

    APH - am Puls der Zeit

  • Neußer, das Problem ist, dass so wenig Menschen überhaupt Interesse an Architektur haben.

    Anscheinend auch der Architekt selbst, der die Kisterl einfach nur neu gestapelt hat...das kulturelle Niveau ist leider in der Masse am Boden, aber das kann sich alles auch wieder ändern, wenn man Kultur et cetera wieder einen höheren Stellenwert einräumt.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Die FAZ berichtet über den Vorschlag zur Oper/Schauspiel:

    Quote from FAZ

    Die Debatte um die Zukunft der Städtischen Bühnen ist um einen Vorschlag reicher: Ein Immobilienunternehmer und ein Architekt aus Frankfurt schlagen vor, für die Städtischen Bühnen einen Neubau an ihrem bisherigen Standort zu errichten, der von drei Hochhäusern eingefasst ist. Durch die Vermarktung der drei etwa 120, 140 und 190 Meter hohen Türme könnten nach ihren Berechnungen die auf gut 600 Millionen Euro geschätzten Baukosten für Oper, Schauspiel und Kammerspiel ganz oder zum Großteil erwirtschaftet werden.

    Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rh…-schauspiel-15952714.html


    Ob eine Rekonstruktion des historischen Schauspielhauses nach diesem Konzept möglich wäre, ist die Frage. Immer mehr zeichnet sich aber ab, dass es neue Hochhäuser rund um den Willy-Brandt-Platz geben könnte.

    APH - am Puls der Zeit

  • Denen gehts um einen Neubau für die Oper an einem anderen Standort, der durch die Stiftung mitfinanziert werden würde. Bezüglich Schauspiel gibt es nur den Vorschlag eines Neubaus am Theaterplatz, da gibts von der Stiftung aber keine konkreten Forderungen, es kann also auch genausogut eine Reko des alten Schauspielhauses werden.
    Von daher durchaus unterstützenswerte Initiative, wird durch sie doch überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, eine Reko wieder ernsthaft in Betracht zu ziehen.

  • Die Stiftungsmacher sprechen laut Zeitungsartikel allerdings immer von einem Neubau für Oper und Schauspielhaus (beim Neubau Opernhaus will die Stiftung finanziell einspringen). Von einer Reko ist in diesem Zusammenhang nie die Rede, sondern es hört sich immer nach einem Neubau an.

    MODERNExit

  • Die Kulturdezernentin von Frankfurt am Main Ina Hartwig (SPD) positioniert sich laut eines Artikels der FR entschieden gegen eine Rekonstruktion des alten Schauspielhauses von 1902. „Es ist ein minderwertiger Bau, dessen Rekonstruktion nicht wünschenswert wäre.“


    Die Literaturwissenschaftlerin, die ansonsten immer wieder Vielfalt, Toleranz und Respekt einfordert, lässt diese Attribute beim Thema historischer Architektur damit wohl nicht gelten. https://www.fr.de/frankfurt/ne…-wettbewerb-11792748.html

  • "Wikos", was hast Du anderes von Leuten wie Hartwig erwartet? Die ganze Politikerinnen dieses Spektrums sind doch eigentlich völlig berechenbar. Das sind Leute aus einem ähnlichen ("kulturell gebildeten") Milieu wie Lüscher in Berlin. Da gibt es kaum jemanden, der über die dortigen Einheitsmeinungen hinausragt.

  • Ganz frisch aus der Druckerpresse...



    https://www.fr.de/frankfurt/hi…orzugspreis-11847394.html



    Und noch ein wunderbares Bild hierzu:


    Quelle: FR



    Na dann, baut auf! Frankfurt darf ruhig wieder schön werden!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • ZItat aus dem FR-Artikel:

    Quote

    Bei den Stadtverordneten mehren sich die Stimmen, die der Meinung sind, dass es vor der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 keinen Grundsatz-Beschluss mehr gibt. „Wir verlieren immer weiter Zeit – ich gehe davon aus, dass die Sache über die Kommunalwahl hinaus gezogen wird“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck. Für dieses Szenario spricht auch, dass die finanzielle Situation der Stadt sich zum Jahresende hin verschlechtern könnte, weil die wirtschaftliche Konjunktur sich insgesamt eintrübt.

    Und das hatte ich z.B. 2018 in diesem Diskussionsfaden geschrieben:

    Ich hatte es oben schon einmal geschrieben. Hier geht es allein darum, eine Entscheidung herauszögern zu können, um nicht mehr vor der nächsten Kommunalwahl damit konfrontiert zu werden. Das ist natürlich fatal, denn die Lage wird ja nicht besser.

    Nichts neues also.

  • Wobei die sich "verschlechternde finanzielle Situation" der Stadt Frankfurt zumindest ein Argument für den Reko-Vorschlag sein könnte:


    Immerhin geht man im Reko-Fall von EUR 139 Mio aus.


    Im Vergleich, die Sanierung des aktuellen Beton/Glasmonsters wird mit mehr als EUR 800 Mio veranschlagt - Tendenz steigend ...

  • hmm... Ästhetik und logisches denken. Wird zeit das die zwei auch mal wider zu Wort kommen,wurden sie doch in der Politik lange schmerzlich vernachlässigt.