Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • Aktueller Bericht der Frankfurter Rundschau


    Die Presse wird nicht müde zu betonen, dass das alte Schauspielhaus "bei den schweren Bombenangriffen von 1944 auf Frankfurt am Main weitgehend zerstört worden" sei, was ja nachweislich Quatsch ist.


    Allerdings eignet sich eine Kriegszerstörung viel besser dazu, einer Rekonstruktion die Legitimation abzusprechen, als ein mutwilliger Abriss in den 60er Jahren.

    Eigentlich sollte man einer solchen Aussage jedesmal direkt einen Leserbrief schreiben.

  • Eigentlich sollte man einer solchen Aussage jedesmal direkt einen Leserbrief schreiben.

    Nicht "eigentlich" oder "sollte man", sondern einfach tun. :zwinkern:


    Das ist dann im Falle eines Abdrucks allerdings nur ein kleiner Aha-Effekt für die anderen Leser, denn die Redaktion dieser Zeitung am radikalen politischen Rand wird das nicht einen Milimeter zum Nachdenken bringen oder gar umstimmen.

  • Tja, eigentlich müsste man das Ganze ja als Fake-News subsumieren...

  • Wieder ein Bericht rund um das Schauspielhaus.


    (...) Als der Darmstädter Jörg Harbrecht vor einigen Jahren an die Goethe-Uni kam, kämpfte er vergeblich für den Erhalt des Altbaus des Chemischen Instituts neben dem früheren AfE-Turm. Nun sammelte er allein schon 400 Unterschriften für einen Bürgerentscheid, das Schauspielhaus in Gestalt des Seeling-Baus von 1902 zu rekonstruieren und einen gegenteiligen Beschluss der Stadtverordneten zurückzunehmen. (...)


    Jörg Harbrecht ist übrigens der Leiter des Ortsverbands Darmstadt von Stadtbild Deutschland. Super Einsatz! :applaus:

  • Die oft als "Spaßpartei" missverstandene linke Formation "Die Partei" war sich bislang in Frankfurt für keine teuren Forderungen zu schade. Mal ganz abgesehen von der Forderung, als "sicherer Hafen" weitere "Flüchtlinge" aufzunehmen und natürlich mit teuer Steuergeld zu verköstigen, fordert die Formation unter anderem, einen neuen Seitenarm des Maines zu bauen sowie das Europaviertel abzureißen, um dort einen neuen Hafen zu bauen. Aus den Messehallen sollen Lagerhallen werden. Und ansonsten geht es weitgehend nur um Trinkhallen und Alkohol saufen. Kosten spielen natürlich nirgendwo eine Rolle. (siehe hier)


    Unfassbar spaßig! sleep:)


    Plötzlich aber scheint sich der "Partei"-Stadtverordnete Nico Wehnemann eine Wandlung vom Bonvivant des Kioskbiers zum Erbsenzähler und Finanzspießer durchgemacht zu haben. Von spaßig zu spießig ist oft nur ein kleiner Schritt. Wehnemann äußerte sich gegenüber der Presse negativ zur Rekonstruktion des Schauspielhauses. Die Kosten der Jugendstilfassade bereiten ihm offenbar plötzlich große Sorgen. Laut "Frankfurter Neue Presse" (Printausgabe vom 9.10.2020) empörte er sich: "Die Bürgerinitiative gaukelt hier den Menschen vor, man müsse einfach nur die Glasfassade entfernen, und man hätte ein regelrechtes Schloss stehen. (...) Wo die 55 Prozent der alten Fassade sein sollen erschließt sich mir nicht." Es würde "mit unlauteren Mitteln versucht, Stimmung zu machen" und den BFF ein Wahlkampfthema zu liefern.


    Witzig, dass sich ein Vertreter der "Partei" plötzlich über Unlauterbarkeit und "Stimmung machen" kritische Gedanken macht, gehört das doch zur Standardrepertoire der dort stets propagierten "Späße". Vielleicht aber hat er an dem Tag auch einfach noch nicht lange genug am Kiosk gestanden, um die nötige Relaxtheit bei dem Thema zu erlangen.


    Einen Yacht-Hafen-Zugang für das rekonstruierte Schauspielhaus zu fordern; das wäre einer klassischen Forderung der "Partei" immerhin würdig gewesen. Dieses Wehnemann-Gemecker hingegen nicht.

  • Einst als "Spaßpartei" angetreten ist jetzt nur noch ein peinlich piefig-spießiger Gesinnungsverein übrig geblieben. Eigentlich schade. Als Wutbürger im Clownkostüm verbreiten die nur noch überflüssige Langeweile. Umso trauriger, dass es noch Medienvertreter gibt, die sich damit beschäftigen.

  • Die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus hat, lt. FNP, die erforderlichen 15.064 Unterschriften fürs historische Schauspielhaus zusammen. Bis zum 29.10. wird noch weitergesammelt, um sicherzustellen dass genügend gültige Datensätze für das Bürgerbegehren zusammenkommen.

    Die Bürgerbeteiligung hat es in Frankfurt am Main nicht leicht, wie ein Bericht dazu zeigt: http://stadtgestaltung-frankfu…ockieren-beschimpfen.html

  • Danke Wikos! Das sind wirklich zwei gute Artikel, die Du verknüpft hast. Leider wurden sie aber nicht von einer der großen Frankfurter Zeitungen verfasst, sodass viele Bürger sie lesen könnten.


    Angesprochen ist aber genau das, worüber ich mich auch so oft ärgere. - Ob eine Stadt schöner wird, hängt leider nicht vom Willen ihrer Bürger, sondern vom individuellen Geschmack ihrer Lokalpolitiker ab. Diese nutzen ihre Stellung, um persönliche Vorlieben umzusetzen. - Wäre die Stadtführung in Hanau aus Reko-Freunden zusammengesetzt, würde man sicher alle Vorschläge des Ortsverbandes umsetzen. Eine, aus unserer Sicht, positive Stadtentwicklung, bleibt so reiner Zufall und Glückssache.


    Hoffentlich werden es am Ende so viele Unterschriften für die Rekonstruktion, daß es trotz Fake-Einträgen noch immer für ein Bürgerbegehren reicht.


    Im folgenden Bericht der FR schlägt die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren am 14.03.2021 vor. An diesem Tag ist auch gleichzeitig die Kommunalwahl. Das würde Kosten sparen und möglichst viele Frankfurter in die Wahllokale locken. - Hat ja bei der Wahl gegen die Magdeburger Ulrichskirche auch funktioniert. :wink:


    https://www.fr.de/frankfurt/vo…spielhauses-90074316.html

  • Geschmack ihrer Lokalpolitiker

    Wobei es da oft nur um den Geschmack ganz weniger Politiker/Dezernenten geht, die meist eng mit Architekten- und entsprechend gepolten Kulturszene sind. Die Masse der Lokalpolitiker folgt dann aus Fraktionszwang und persönlichem Desinteresse.

  • Es zeugt schon von einem merkwürdigen Demokratieverstãndnis wenn kein einziger Vertreter der etablierten Parteien, die besondere Leistung der vielen freiwilligen Helfer bisher gewürdigt hat. Die Politik sollte froh sein, wenn die Bürger sich selbst in Coronazeiten einbringen und am Entscheidungsprozess mitwirken.

  • Es zeugt schon von einem merkwürdigen Demokratieverstãndnis wenn kein einziger Vertreter der etablierten Parteien, die besondere Leistung der vielen freiwilligen Helfer bisher gewürdigt hat. Die Politik sollte froh sein, wenn die Bürger sich selbst in Coronazeiten einbringen und am Entscheidungsprozess mitwirken.

    Was bitte erwartest du von Feldmann & Co.?

  • Es ist sogar noch schlimmer als hier geschildert: Das Original Schauspielhaus von 1904 wurde von Buergervereinen

    damals gebaut. Die Stadt wollte damals den Bau nicht uebernehmen. Es hat sich also nichts geaendert.

    Im gegenteil: Jetzt will man die Reste abreissen. Diesmal mit Steuergeldern...

  • Jetzt wird mit alle Mitteln versucht, dass Bürgerbegehren noch irgendwie abzuwenden und das ganze Unterfangen als Ewiggestrig darzustellen. Gleich in der Einleitung schreibt die FNP "...Oper am Willy-Brandt-Platz nach den Plänen der Ära Kaiser Wilhelms II. zu rekonstruieren."

    Darüber hinaus zitiert die FNP die SPD Fraktionsvorsitzende Busch "Die Zulässigkeit des Bürgerentscheids werde zu prüfen sein".

    https://www.fnp.de/frankfurt/f…erschriften-90074405.html

  • Dann gebe ich mal wieder, welchen Kommentar von Claus-Jürgen Göpfert die radikal-linke "Frankfurter Rundschau" gestern unter der an den Jargon alter SED-Zeiten erinnernden Überschrift "Reaktionäres Traumbild" veröffentlichte:

    Quote

    Aber natürlich verrät die rückwärtsgewandte Sehnsucht viel vom Gefühlshaushalt der bürgerlichen Gesellschaft heute. Das war auch schon bei der Rekonstruktion der neuen Frankfurter Altstadt so. Neu ist, dass die Aktionsgemeinschaft nicht davor zurückschreckt, üble Ressentiments zu aktivieren, wenn sie schreibt, die Stadt habe 1963 beim Umgang mit dem alten Schauspielhaus „gewütet wie bei den Taliban“. Das ist schlicht reaktionär.

    Städtische Bühnen

    Reaktionäres Traumbild

    https://www.fr.de/frankfurt/ko…s-traumbild-90074315.html


    :lachentuerkis::lachentuerkis::lachentuerkis:


    Sie werden angesichts des Sammlungserfolgs nun wütend und schießen aus allen Rohren. Bloß, wer liest und goutiert noch "Frankfurter Rundschau"? :zwinkern:

  • :lachentuerkis::lachentuerkis::lachentuerkis:


    Sie werden angesichts des Sammlungserfolgs nun wütend und schießen aus allen Rohren. Bloß, wer liest und goutiert noch "Frankfurter Rundschau"? :zwinkern:

    Da würde ich nicht drüber lachen. Die Keule, Gegner in die rechte Ecke zu stellen oder zumindest als rückwärtsgewandt zu verunglimpfen um damit zwischen moralisch richtig und falsch zu polarisieren, hat schon so manche niedergestreckt.

  • Und wieder einmal bestätigt sich: Die Gegnerschaft von Rekonstruktionen kommt fast ausschließlich von links. Das können einige hier im Forum noch so oft bestreiten, es bleibt ein Fakt. Dass sich (sogenannte) Konservative, wie Heimdall schon sagte, aus Desinteresse oder Opportunismus den Argumenten dieser Gegnerschaft anschließen, macht es nicht besser.