Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • Das Gebäude hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Frankfurter Schauspielhaus. - Diese Mischung aus Alt und Neu, hätten sie schon in den 1960er-Jahren machen sollen. Dann müsste man jetzt nicht für die Rekonstruktion kämpfen. Aber damals war man leider noch nicht so weit.

  • Das Gebäude hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Frankfurter Schauspielhaus.

    Beide Theaterbauten sind ein Werk des Berliner Architekten Heinrich Seeling. Laut Wikipedia wurde er aber in Nürnberg vertraglich verpflichtet, "sich an den Formen der Alt-Nürnberger Bauweise des 16. Jahrhunderts zu orientieren".

  • Etappensieg für die Modernisten rund um Philipp Oswalt und seinen Arch+-Mitstreitern. Der Landesdenkmalpfleger Wionski ist offensichtlich eingeknickt und hat nun brav das moderne Foyer unter Denkmalschutz gestellt. Siehe Artikel der FAZ


    Ganz wie es sich unter Modernisten-Freunden gehört, hat er sogar die Petition von Oswalt auf der Seite des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege verlinkt: https://lfd.hessen.de/presse/b…3%BCr-oper-und-schauspiel

  • Tja, mein Beileid an Frankfurt... Bornierte bis fanatische Ideologie setzt sich in Deutschland gerne durch... Liegt "uns" irgendwie...

  • Vielleicht läuft es ja auf einen Kompromiss heraus...innen "modern" und außen historisch wie bei der Frankfurter Oper :wink:. Wenn Oswalt ein Demokrat wäre, dann wäre er sicherlich dafür zu gewinnen :biggrin:.


    Nachdem Oswalt ansonsten in Berlin und Potsdam nicht einmal Etappensieg bei der Torpedierung der Rekonstruktionen dort erringen konnte, soll er sich doch an seinem gewonnenen Gefecht erfreuen. Nehmen wir es sportlich und als Ansporn, dass der nächste Etappensieg wieder auf "unserer" Seite zu liegen kommt. Am Ende gewinnt das Gute und Schöne und vor allem Nachhaltige :wink:!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

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    Nachdem Oswalt ansonsten in Berlin und Potsdam nicht einmal Etappensieg bei der Torpedierung der Rekonstruktionen dort erringen konnte, soll er sich doch an seinem gewonnenen Gefecht erfreuen. Nehmen wir es sportlich und als Ansporn, dass der nächste Etappensieg wieder auf "unserer" Seite zu liegen kommt. Am Ende gewinnt das Gute und Schöne und vor allem Nachhaltige :wink:!

    Wenn es ein fairer Wettbewerb wäre, dann könnten wir es sportlich nehmen. Hier haben sich aber offensichtlich die Modernisten mit dem Landesdenkmalamt ideologisch verbündet, um ihre gemeinsamen Interessen durchzusetzen.

  • Vielleicht läuft es ja auf einen Kompromiss heraus...innen "modern" und außen historisch wie bei der Frankfurter Oper

    Dir ist die Länge des Foyers klar? Es ist ein Riegel, der weit über die Dimensionen des Foyers des ehemaligen Schauspielhauses hinausgeht. Da gibt es gar keinen Kompromiss. Das Foyer ist die Fassade. Also nix, null-komma-null historisches Erscheinungsbild. Alles andere sind Träume aus der rosaroten Brille.


    Ein solcher Kompromiss wäre nur möglich, wenn die Rekontruktions- oder Historisch-Seite faktisch schon den Sieg errungen hätte und dann zu einem solchen Foyer im Inneren gezwungen würde, um den Modernisten das Trost-Bonbon zu geben. Nie und nimmer aber sind Modernisten zu einem Kompromiss gegenüber Rekonstruktionsanhängern bereit, zumal wenn sie die Denkmalpflege hinter sich wissen. Das sollte nach einigen Jahren Mitgliedschaft in diesem Forum eigentlich bewusst sein.


    Also, dieses Foyer in ganzer Länge bedeutet, dass entweder ein ähnlich dimensionierter modernistischer Neubau an die Stelle gebaut werden müsste. Oder eventuell besteht der "Kompromiss" darin, den Foyer-Fassadenriegel zu erhalten, dahinter ein modernes Schauspielgebäude über die Hälfte der Fläche zu bauen und auf der anderen Fläche ein Hochhaus. Aus dessen Erlös könnte dann eine neue Oper im Osthafen finanziert werden.


    So oder so, eine Schauspielhaus-Rekonstruktion rückt in weite Ferne.

  • Mir ist nicht bekannt das verlorene Bauten aus der Wilhelminischen Zeit (Kaiserzeit) heute in Deutschland überhaupt als Reko neu Erbaut werden und wurden.Aber das alte Schauspielhaus ist aus jener Zeit und hat meiner Meinung nach als Rekokandidat und dazu noch in dieser Größenordnung kaum eine Chance. Eine Ausnahme könnte die Wasserkunst in Hannover bilden.

  • Der Denkmalschutz nervt nur noch. Beim Erhalt wirklich wertvoller Bauten versagen sie regelmäßig. Wenn es aber darum geht, Nachkriegsschrott zu schützen, sind sie plötzlich hellwach.


    Werden nicht ständig alte Häuser abgerissen, weil die Sanierung unwirtschaftlich ist? Wie steht es denn mit dem Glaskasten in Frankfurt? Da soll die Sanierung doch viele viele Millionen kosten. Deshalb hat man sich doch erst für den Abriss entschieden. Also, weg mit dem Ding. Der Erhalt ist zu teuer. Das Foyer kann man ja ausbauen und einlagern. So wird es mit echten Denkmälern schließlich auch gemacht.


    Ich hoffe, diese Entscheidung kann den Abriss am Ende nicht verhindern.


    Zum Trost kann man sich noch auf eine andere bevorstehende Rekonstruktion in Frankfurt freuen. - Den Langen Franz.

  • Ja Neußer,über den Langen Franz kann man sich freuen,nur das es keine Reko des Langen Franz ist ,sondern eine architektonische Vervollständigung wäre.Ja gut ,die zu vervollständigen Teile sind ja Rekos.

  • Abwarten. Denkmalschutz, meinetwegen...


    Aber wer will den Bürgern vermitteln, dass in Zeiten des durch CORONA leeren Stadtsäckels rund eine Milliarde Euro für dieses Ding rausgehauen werden sollen?

  • Das ging schnell: Kulturdezernentin Hartwig, Planungsdezernent Josef und Stabstellen-Leiter Guntersdorf haben sich darauf verständigt, das heutige Wolkenfoyer in einen künftigen Neubau der Bühnen zu integrieren. Nur einen Tag nach der Denkmalschutz-Verkündung, wird eine Entscheidung aus dem Hut gezaubert. Ob weitere Alternativen geprüft wurden ist nicht bekannt. Auf jeden Fall eine weitreichende Entscheidung, die man in meinen Augen zumindest mit dem Stadtparlament hätte diskutiert werden müssen.

    https://www.fr.de/frankfurt/fr…ttet-werden-13773251.html

  • Wo bleiben die Investoren, die immer zur Stelle sind, wenn es um den Abriss historischer Substanz geht? Einfach nur traurig, dass man hierzulande stolzen Bauwerken dermaßen abgeneigt gegenübersteht, dass man auch von Selbstgeißelung sprechen könnte.

  • Heimdall


    Vielen Dank für die Klarstellung, dass dieses Foyer einer Reko der äußeren Hülle im Wege steht! Das ist dann allerdings ein schwerer Schlag und zumidnest hier hat Herr Oswalt tatsächlich vielleicht weitere Überlegungen einer Rückkehr des wunderbaren Äußeren torpediert. Da Schönheit von Innen kommt, wird das Schauspielhaus womöglich hässlich beleiben müssen... Schade, aber eventuell nützt dieses Stoßgebet noch etwas: "Hl. Corona hilf, bitte hilf!"


    Quelle: https://austria-forum.org/af/W…6sterreichs/Corona%2C_hl.


    Die hl. Corona ist die Schutzheilige gegen alle (möglichen) Formen von Seuchen...

    :biggrin:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Wenn ich richtig gelesen habe, wurde das Foyer (noch) nicht unter Denkmalschutz gestellt, sondern ihm lediglich eine Denkmalwürdigkeit attestiert. Stadt und Denkmalschutzbehörde wollen jetzt also zusammenarbeiten, um das Foyer in einem Neubau gebührend unterzubringen. Ich sehe darin weder die Notwendigkeit ausgedrückt, das Foyer an seinem ursprünglich Platz zu belassen, noch, dass ein Neubau eine (Teil-)Rekonstruktion komplett behindern muss. Wenn es im Stadtparlament eine Mehrheit für einen entsprechenden Antrag gibt, wird sich beides evtl. miteinander vereinbaren lassen. So ist doch der allgemeine politische Willensbildungsprozess, oder nicht?

  • Danke CF, ich sehe das ebenfalls nicht ganz so schwarz wie viele hier. Das "Wolkenfoyer" an sich ist nicht schlecht und können sie meinetwegen retten und sonstwo aufhängen.

  • "Bautradition", so wie es aussieht geht es nicht, darum, die Wolkeninstallation abzuhängen und irgendwo anders wieder aufzuhängen, sondern das Foyer zu erhalten. Das wäre dann jedem Neubau vorgeblendet, bildet somit weiterhin die Fassade zum Platz.


    Hier in dem von "wikos" verlinkten Artikel ist das doch gut zu sehen: https://lfd.hessen.de/presse/b…3%BCr-oper-und-schauspiel


    Ich kann nur abraten, sich ständig falsche Illusionen zu machen oder die Sache kleinreden zu wollen. Die einzige Hoffnung darauf, dass das Foyer verschwindet ist m.E., dass eine Sanierung zu teuer wäre. Sie könnten es aber zur Auflage für einen Investor machen, das Foyer zu sanieren und zu erhalten, um dann dahinter irgendeinen Büroturm zu errichten. Ich vermute, dass es darauf hinausläuft.

  • Heimdall völlige Zustimmung. Frankfurt geht finanziell gebeutelt aus der Coronakrise. Nun sucht man eine bezahlbare Lösung, die auch die Haupt-Kritiker mit ins Boot nehmen will. Dabei geht es in erster Linie darum, das alternativ-intellektuelle Kultur- und Medienmilieu und die linksorientierten Modernisten mit der Wiederverwendung des Foyers zu befriedigen. Die Traditionalisten mit ihren Ideen einer Rekonstruktion spielen dabei keine Rolle. Die ausgehöhlte Bürgerschaft möchte nur das es kein Millionengrab wird, ansonsten wird man sich mit einer typischen "Frankfurter Lösung" zufriedengeben (das alte Foyer vorgehängt vor einer modernen Kiste, umgeben von Bürotürmen). Irgendein Investor wird sich schon finden, der diesen bunten Würfelkasten subventioniert.