Dresden, Altstadt - Quartier III/2 - CG-Gruppe

  • Mit meinem Bruder hatte ich als GHND-Mitglied daher schon schöne Streitereinen zum modernen Städtebau und zu Rekonstruktionen. Daher weiß ich, dass gerade so kompromisslose Standpunkte wie sie zuletzt teilweise in diesem Blog geäußert wurden, dazu führen, dass man einfach nicht mehr ernst genommen wird.

    Da gibt den alten Witz, die Beschwerde über die Mitteilung im Verkehrsfunk: "Ein Geisterfahrer? Hunderte!". Jeder Kompromiss ist ein Verlust für den Neumarkt, insbesondere da, wo er gar nicht nötig ist. Die Frage ist, ob die herrschenden Haltungen der Architektenzunft noch ernst zu nehmen sind.

  • Naja, ich habe den Eindruck, viele zeitgenössische Architekten konzentrieren sich viel zu sehr auf bautechnische Details und vernachlässigen die Gestaltung. Oder hängen gestalterisch gedanklich mehrere Jahrzehnte hinterher.
    Aber das ist eine andere Diskussion...

  • Die GHND äußert sich vorsichtig positiv über den Entwurf für den Nachfolgebau am Standort des Palais Riesch:



    Der zeitgenössische Entwurf strahlt Eleganz und Hochwertigkeit aus, Proportionen und Materialauswahl vermitteln großstädtisches Flair.


    Dem muss man nicht widersprechen.

  • Weiß man eigentlich aus welchem Material die Fassade des Nöfer-Baus bestehen soll? Man kann es auf den Bilder nicht erkennen. Könnte komplett Stein sein, könnte eine hoher Steinsockel und dann Putz sein oder es wird komplett verputzt. Generell ist mir eine Steinverkleidung immer lieber. Es wirkt bei solchen Projekten einfach stimmiger und wertiger. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Puristen sich eine Verputzung wünschen, weil es besser zum Neumarkt passt.


    Interessant und sehr kluger Schachzug von der GHND, dass sie dem Artikel nach sogar Tobias Nöfer der CG Gruppe als Teilnehmer des Wettbewerbs vorgeschlagen haben.

  • Hier mal ein PDF der Nöfer-Architekten, die ihren Entwurf beschreiben:


    http://www.noefer.de/assets/Up…Dresden-Palais-Riesch.pdf


    Ich persönlich gehe davon aus, dass es eine einfache Putz-Fassade werden wird. Solch mehrfach gekrümmte Flächen, wie sie der Entwurf vorsieht, dürften aus Naturstein nur unter Einsatz äußerst umfangreicher finanzieller Mittel zu realisieren sein. Davor wird die CG-Gruppe sicherlich zurückschrecken.

  • Mit Styropor arbeitet die CG angeblich nicht mehr. Allerdings könnte es Steinwolle oder dergleichen werden. Beim Haus Eisenzahn in Berlin, das sozusagen einen Vorgeschmack auf das neue Riesch liefert, hat man ebenfalls mit einer solchen Außendämmung gearbeitet.

  • Das 'Eisenzahn 1' in Wilmersdorf ist nicht außengedämmt, sondern zweischalig errichtet und kerngedämmt.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Mit Styropor arbeitet die CG angeblich nicht mehr. Allerdings könnte es Steinwolle oder dergleichen werden. Beim Haus Eisenzahn in Berlin, das sozusagen einen Vorgeschmack auf das neue Riesch liefert, hat man ebenfalls mit einer solchen Außendämmung gearbeitet.

    Wie Vulgow schon meinte, stimmt das nicht. Außerdem was hat das Eisenzahn von Sebastian Treese Architekten und dem Bauunternehmer Ralf Schmitz mit dem Architekten Tobias Nöfer und der CG-Gruppe zu tun?

  • Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) im Interview:

    Quote from DNN

    Hat Sie die Debatte um das „Palais Riesch“ am Neumarkt überrascht?
    Diese Schärfe war mir neu. Ich finde das schade, denn damit tut man dem Investor Unrecht. Er hat den Wiederaufbau ja nicht böswillig versprochen, sondern weil er die Größe der Probleme zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Auch ein von der Gesellschaft Historischer Neumarkt vorgeschlagener Architekt konnte das Problem nicht lösen.

    Wenn Beschlüsse der Stadtverordneten nicht exekutiert werden und Investoren am Neumarkt machen, was sie wollen, freut man sich natürlich sehr über Baubürgermeister, die mit ihnen fraternisieren.

  • Die DNN berichten heute, am 20.12.2016, dass der Bauantrag für das "Quartier Hoym" noch in diesem Jahr, also in den nächsten Tagen, eingereicht werden soll. Bei der Größe des Vorhabens ist mit einem Bearbeitungszeitraum von rund sechs Monaten zu rechnen. Der Bau soll direkt nach Vorliegen der Genehmigung, also Mitte 2017, beginnen.

  • Weiß eigentlich jemand, wie die weiteren Planungen in diesem Quartier aussehen? Fast alle "neuen" Fassaden sollten ja nochmals überarbeitet werden. Weiß man, ob dies schon geschehen ist und wann diese dann der Öffentlichkeit gezeigt werden? Ich hoffe ja noch immer auf die Reko der Alten Post. Dass man die beiden Bauten in der Landhausstraße neben dem Hoym nicht wiederaufbaut, ist extrem schade. Vor allem weil Geschosshöhen und Fensteranordnung es zugelassen hätten.


    Naja, die Hoffnung stribt zuletzt!

  • Worin besteht denn hier der Unterschied zwischen Bauen und Baubeginn? Archäologische Grabungen dürften wohl keine mehr durchgeführt werden, da die Grube doch schon ausgegraben ist, oder? Ich vergleiche jetzt mal mit dem Bodenniveau des Polizeipräsidiums (https://upload.wikimedia.org/w…t_Quartier3_Quartier4.JPG). Oder gehen die noch tiefer runter?


    Hä , Heimdall ? Mich interessiert wann der erste Stein gesetzt wird ............... das ist bei mir der Baubeginn , der jetzige zustand ist/war die Baufeldfreimachung ......
    Ob noch tiefer runtergegangen wird weiß ich nicht , könnte aber sein weil noch die Tiefgarage darunter kommt.

  • Ich habe Dich nicht kritisiert. Aber was meint denn "Octavian", dass "das Bauen" definitiv nicht begänne. Worin liegt denn da der Unterschied zum Baubeginn? Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch...