• Ich habe auf koelnarchitektur einen Artikel zu einem, sagen wir, skurrilen Projekt in Bonn gefunden. Ein privater Investor will dort einen spektakulären ... Hochhauskronleuchter mit Konzertsaal direkt am Rheinufer errichten.


    Das ganze soll laut Visualisierungen so aussehen:

    Nordansicht-Tag-822x699.jpg

    © AIRE Horst Burbulla


    Man beachte den Lichtstrahl, der von dem Gebäude ausgehend in den Himmel strahlt, noch deutlicher auf dem folgenden Bild :lachentuerkis:


    Rhein-Ansicht-822x548.jpg

    © AIRE Horst Burbulla


    Doppelkonkave-Kuppel-1980x1114.jpg

    © Aire, Horst Burbulla


    Hier der Artikel:

    https://www.koelnarchitektur.d…de/news-archive/28587.htm


    Der Investor macht offenbar massiv Werbung für dieses Projekt und sammelt sogar Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

    Ausnahmsweise schließe ich mir hier einmal der Bewertung von koelnarchitektur an: Eine merkwürdige Gestaltung, die eher peinlich wirkt, ein unsinniges Konzept (allein die Logistik, Besucher, Künstler und Equipment hinaufzutransportieren!) und die Schaffung einer extrovertierten Landmarke, die man eher nicht haben will.


    Es ist ja toll, wenn Investoren so viel Geld in die Hand nehmen, um in Eigenleistung ein öffentliches Gebäude zu errichten. Statt so einem Projekt könnte Herr Burballa aber doch lieber ein paar schöne Rekonstruktionen finanzieren, oder? :wink: In Bonn ließe sich doch bestimmt was Nettes finden...

  • Es ist ja toll, wenn Investoren so viel Geld in die Hand nehmen, um in Eigenleistung ein öffentliches Gebäude zu errichten. Statt so einem Projekt könnte Herr Burballa aber doch lieber ein paar schöne Rekonstruktionen finanzieren, oder? :wink: In Bonn ließe sich doch bestimmt was Nettes finden...

    Das hier wäre ja mein erster Kandidat:


    Das Gebäude des Bonner Bürgervereins an der Poppelsdorfer Allee, auf dem Grundstück, wo bis heute dieses brutal(istisch)e Hotel Bristol steht (das mich als Fünfjährigen schon angeekelt hat). Ich habe leider kein gemeinfreies Foto. Dafür diese Postkarte mit koloriertem Foto:


    Externer Link: Postkarte mit Abbildung Bonner Bürgerverein


    Siehe auch:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bonner_B%C3%BCrgerverein

    "Die Qualität städtischen Bauens resultiert aus einer Generationen währenden, kollektiven Leistung." Hans Kollhoff

  • Wenn man es schon anspricht, dann wäre es gut, auch ein Foto des aktuellen Gebäudes zu verlinken.


    Hotel Bristol, Bonn.


    Brutalismus scheint mir das nicht, sondern schlicht ein Modernismus in Anlehnung an den "Internationaln Stil".

  • Brutaler Banalismus vielleicht. Kann auch in Tschernobyl oder Jakarta stehen. Steht leider in Bonn. Dumm gelaufe.

  • Gibt es Engagierte in Bonn? Das Hotel Bristol soll demnächst abgerissen werden, eine Neubebauung soll wohl im Zuge des Projektes "Constanze" erfolgen. Die Visualisierungen zeigen einfallslose Würfel - vielleicht wäre eine Rekonstruktion des Bürgervereins-Gebäudes an der wichtigen Ecke drin?


    Hier nochmal die oben gezeigte Postkartenansicht des Bürgervereins-Gebäudes:

    Bonn-Buergerverein-Reprint-ca-1970.jpg

    oldthing.de


    Und die "beispielhafte" Planung (Beitrag in einem Architekturwettbewerb) - es geht um die Ecke oben rechts:

    constance-bauvorhaben-ueberblick.jpg

    CORPUS SIREO Aurum GmbH & Co. KG


    Heutige Ansicht:

    2013-08-27_Hotel_Bristol%2C_Prinz-Albert-Stra%C3%9Fe_2%2C_Bonn_IMG_5227.jpg

    Foto: Eckhard Henkel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons


    Die Bürger wünschen sich dort wohl eine "urbanitätsstiftende" Nutzung, z.B. Hotel oder Gastronomie. Der Mietvertrag des Hotels Bristol läuft wohl noch bis 2029. Der B-Plan (Planteil, Textteil) sieht allerdings an der Ecke eine Höhenbetonung mit sieben Vollgeschossen vor.

    P.S. Hier wird berichtet, dass der Vertrag wegen Baumängeln bereits aufgehoben worden ist und ursprünglich bis 2024 lief.

  • Ich finde das Gebäude auch nicht schön, aber was hat das jetzt mit den Grünen im Allgemeinen zu tun? Die Liebe zu Gebäuden der 50er bis 70er findet sich in allen Parteien, und in Bonn kam der Vorstoß eben von den Grünen.

  • In Stuttgart sollte ein wunderschönes Eckgebäude von 1899 auf Wunsch des Investors für das Einkaufzentrum "Gerber" abgerissen werden. Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat setzte sich mit ihrer Mehrheit erfolgreich für den Erhalt ein.

    Ein Beispiel dafür, dass man manchmal selbst einer Partei, für die man ansonsten wenig Sympathie aufbringt, dankbar sein muss. Und dass nicht immer alles falsch ist, was der politische Gegner fordert. In diesem Sinne schließe ich mich mittlerweile denen an, die hier schon länger dafür plädieren für alle Seiten offen zu sein, ob linksliberal oder konservativ, solange sie ein Herz für unser bauliches Erbe haben und unsere Ziele unterstützen.

  • Die Grünen sind KR<XNK , eine unhaltbare unzumutbare Partei !

    Gebe Dir grundsätzlich Recht, was diese Partei generell betrifft, aber in punkto Stadtbilderhaltung gibt es dort auch viele, die sich tatsächlich und sehr oft für die Erhaltung von Altbauten einsetzen (und sei es weniger aus kulturellen Gründen, denn aus Nachhaltigkeitsgründen).


    Dass die Grünen es mit ihrer jetzigen Führerin ins Bundeskanzleramt überhaupt schaffen sollten, dass darf seit ein paar Tagen ganz stark bezweifelt werden, da wir es mutmaßlich mit einer Hochstaplerin zu tun haben, wie die Presse am Sonntag berichtete, aber lest und staunt selbst:


    https://www.welt.de/politik/de…r-Baerbocks-Laufbahn.html


    Lügen haben - sprichwörtlich - kurze Beine (auf hohen Absätzen, möchte ich ergänzen :wink:). Vermutlich hat sich Annalena wieder einmal nur versprochen und meinte nicht Völkerrecht, sondern Völkerball. Aber im Grunde genommen ist mir ihre akademische Qualifikation oder idF Nichtqualifikation schnurzegal, wenn sie nicht selbst damit angegeben hätte. Baerbocks einzige Qualifikation ist, dass sei eine Frau ist und das beleidigt vor allem alle Frauen, die selbst nur anhand ihrer eigenen Leistungen beurteilt werden möchten. Die Grünen fallen hier nun wenigstens über ihre eigene moralische Scheinheiligkeit und das (hoffentlich noch) rechtzeitig, bevor deren Führerin eine weltpolitische Peinlichkeit für Deutschland abgeben wird.

  • Der Grüne Wolfram Günther, der es sogar in die sächs. Regierung geschafft hat, war einer der Mitgründer des Stadtforum Leipzig, dazu hat der Initiator der Stadtforen Mitteldeutschlands maßgeblich zur Rettung etlicher gefährdeter Baudenkmäler Sachsens, aber auch Sachsen-Anhalts und Thüringens beigetragen. Ganz zu schweigen von der Abwendung der damaligen Denkmalschutznovelle von CDU/FDP

  • Stadthaus Bonn

    Über erhebliche Schäden an tragenden Betonstützen des Bonner Stadthauses durch Streusalze berichtet der General-Anzeiger. Maßnahmen zur Sicherung müssen demnach bis 2023 durchgeführt werden, was zur Ersatzunterbringung von ca. 1150 Mitarbeitern aus den Bürotürmen führen wird. Eine vollständige Aufgabe der Nutzung des Gebäudes durch die Stadt steht als Option im Raum.

  • Die kurzfristige Sicherung sei unabdingbar, ein Abriss bei Aufgabe der Nutzung durch die Stadt wird aber schon länger geraunt, zumindest war das immer mal wieder im General-Anzeiger thematisiert worden. Für solch ein riesiges Gebäude, das die komplette Verwaltung und u.a. auch das Stadtarchiv beinhaltet, lässt sich nicht innerhalb von zwei Jahren adäquater dauerhafter Ersatz finden. Durch einen Abriss kann die Innenstadt in der Tat nur gewinnen. Das Gebäude jetzt nicht zu sichern würde aber wohl eine Räumung und großräumige Absperrung der Umgebung bedeuten.

  • Der General-Anzeiger hat eine Bildergalerie mit Fotos aus der Zeit des Baus des Stadthauses, aktuellen Fotos und solchen, die einige Schäden zeigen sollen, veröffentlicht. Es ist die Rede von bis zu 300 maroden Betonstützen, immer wieder eindringendem Wasser über das Dach (in der Vergangenheit bis in die neunte Etage), Legionellen in den Duschräumen, und vielen anderen Schäden.

  • Ein Monstrum. Und wie sie noch ganz fröhlich sind, als das Ding gebaut wurde. Einzig die gelben Duschkabinen finde ich ganz lustig.

  • Klar, jedes Gebäude altert, aber das ist eben der Nachteil solcher riesigen Komplexe: Sie lassen sich nicht mal eben sanieren, auch nicht teilweise. Das Bonner Stadthaus ist für mich ein Paradebeispiel für das Versagen baulicher Großstrukturen als Leitbild im Bauwesen. Gleiches sieht man derzeit an der SLUB in Dresden, bei der das riesige Dach undicht ist und teuer saniert werden muss; das ICC in Berlin findet auch keinen Sanierer; es gibt sicher massig weitere Beispiele.


    Ein auf kleinteilig parzelliertem Grund stehendes Gebäude lässt sich meist in einem Jahr generalsanieren, bzw. kann bei traditioneller Bauweise nach und nach erneuert werden (Dach, Fassade, Innenausbau, etc.). Die Zukunftshoffnung der 60er und 70er, die solche Großstrukturen hervorbrachte, hat sich nicht erfüllt. Wie so oft muss man konstatieren: Weniger ist mehr, zurück zu den Wurzeln.


    Beispiele wie das Stadthaus sollte man sich für Argumentationen gegen große Neubau-Klötze merken.

  • Ein privater Investor will dort einen spektakulären ... Hochhauskronleuchter mit Konzertsaal direkt am Rheinufer errichten.

    Wie der General-Anzeiger berichtet, hat der Unternehmer Horst Burbulla im Zuge seines "Aire"-Projekts die Rekonstruktion der 1944 beschädigten, 1953 gesprengten und bis 1962 abgetragenen ehemaligen Bonner Stadthalle ("Bierkirche") vorgeschlagen. Visualisierungen dazu kann man auf seiner Website herunterladen. Das Gebäude befand sich hier, also direkt neben dem vorgeschlagenen Standort des seltsamen Konzertturms. In diesem Video erläutert Burbulla die Geschichte der Stadthalle:


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    In diesem 360°-Video kann man sich in den verschiedenen Visualisierungen selbst umsehen:


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  • Dieser Horst Burbulla scheint ein Mann für sehr außergewöhnliche Ideen. Wobei ich sagen muss, dass mir die Stadthallen-Rekonstruktion sehr zusagt, während der Kronleuchter-Wolkenkratzer vielleicht eher in den Vereinigten Arabischen Emiraten gebaut werden sollte.

  • Das ist ja interessant. Ich kenne die noch vorhandene Uferbefestigung mit der Balustrade zum Rhein hin von unzähligen Spaziergängen in der Rheinaue während meiner Bonner Zeit, habe aber nie hinterfragt ob da Mal ein Gebäude stand. Die Ecke ist sehr gut frequentiert, da sie direkt am Rhein- und im ehemaligen Regierungsvierteil liegt und auch noch ein netter Imbiss zum verweilen einlädt.