Artikel zum Thema Rekonstruktion

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    • Artikel in der" Welt am Sonntag" vom 20. Februar 2005

      "Das Lager der Befürworter ist diffus: In ihm sammeln sich Reaktionäre und Nostalgiker, Traditionalisten und Hypermoderne. Letztere sehen in der Reproduzierbarkeit großer Architektur ein letztes Versprechen der Moderne eingelöst."

      Die verkrampfte intellektuelle Verquastheit solcher Artikel läßt mich doch immer wieder erschauern. Mit welch einer Kreativität hier an den naheliegendsten Zusammenhängen vorbeigeschrieben wird, ist schon beachtenswert.
      Warum kommt man nicht darauf, daß eine dichte Stadt mit "klassisch" verzierten Fassaden schlicht und einfach dem Geschmack womöglich einer Mehrzahl der Menschen entspricht? Warum wurde jahrtausendelang höchstens bei den Häusern der Armen so schlicht gebaut wie heute für teures Geld; war man die ganze Zeit geschmacksveirrt?
      Wer an Bunker oder Glaskästen erinnernde Bauten häßlich findet, kann doch gar nicht anders, als bei klassischer Architektur zu landen, weil es nun mal leider im 20. Jh. diesen großen Bruch in der Baukultur gab bzw. ihren Niedergang. Man muß also weder Nostalgiker oder hypermodern sein, sondern einfach nur Sinn für Ästhetik haben und diesen radikalen Bruch ablehnen. Vor lauter Theoretisierung scheint man solche simplen Erklärungsversuche gar nicht ins Auge zu fassen. Wenn ich an die geistigen Luftschlösser denke, die man sich in der Szene dieser Architekten und Stadtplaner teils aufbaut, frage ich mich, ob man sich mit solcher Bodenständigkeit womöglich unfein vorkäme.

      Beim Lesen des Artikels gewann ich wieder einmal den Eindruck, daß das Ornament gar nicht verschwunden ist, sondern sich jetzt in den Gedankengängen der Planer wiederfindet. Selbst hinter dem primitivsten Betonklotz scheinen heute Visionen auf dem Niveau einer Dissertation zu stehen. Einfach nur Schönheit bedingt intellektuelle Bedeutungslosigkeit und damit fehlende Anerkennung der Fachwelt.
      Kommentare der Architekturstudenten hier im Forum zu dieser Spekulation?
    • Artikel zum Thema Rekonstruktion

      Artikel zum Thema Rekonstruktion

      nzz.ch/nachrichten/kultur/aktu…_faelschung_1.651395.html
      Quelle: Neue Zürcher Zeitung

      Auszug:
      "15. Januar 2008, Neue Zürcher Zeitung

      Geliebte Fälschung -
      Rekonstruktionen historischer Bauten in Deutschland



      Jürgen Tietz

      Eine Rekonstruktionswelle überrollt derzeit Deutschland; von Braunschweig und Dresden über Berlin und Potsdam bis nach Frankfurt und Heidelberg spült sie nicht nur denkmalpflegerisch wertvolle Ruinen oder Stadtparks hinweg, sondern auch die Bauten einer ungeliebten Moderne. An ihrer Stelle hinterlässt sie bald barock, bald klassizistisch anmutende Fassadentapeten, hinter denen sich Firmenrepräsentanzen oder Shopping-Malls breitmachen und sich in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam sogar ein Parlament einrichten wird. Erlaubt ist, was gemütlich wirkt und am Markt durchsetzbar erscheint. Ob die geforderte Nutzung und das Raumprogramm hinter der Fassadenrekonstruktion Platz finden, kümmert das Publikum wenig, solang das gebaute Ergebnis so ausschaut, als stamme es aus der Zeit vor 1900. Der konservative Zeitgeist hat sich den Tarnanzug der «europäischen Stadt» umgelegt und ..."


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • @Brandmauer

      könnte man die 3, 4 oder mehr Punkte, die vermeintlich
      gegen Rekonstruktionen sprechen nicht herausstellen und
      in gleichem Zug entkräfte, auch wenn es zum wiederholten
      Male geschieht...? Das wäre doch konstruktiv. Damit wäre auch
      Neu- und Gelegenheitslesern geholfen, die sich von derlei
      Artikeln noch beeindrucken lassen. :)


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    • @Stephan

      Stattdessen stell ich hier noch einen interessanten Leserkommentar hinein, das beim Stueck online erschienen war:

      Ekkehard Klemm (15. Januar 2008, 22:46)

      Vielen Dank...
      ...für diesen exzellenten Artikel; nur der Hang zum Revisionismus müßte etwas eindeutiger begründet werden, so steht es als These etwas unbegründet im Raum.
      Ich selbst hatte ein déjà-vu-Erlebnis, als ich eines Tages die Regale mit den gesammelten Steinen an der Ruine der Frauenkirche sah und kurze Zeit später die Szene im Film "Schindlers Liste", wo die Deutschen die Strümpfe, Schuhe usw. der Juden registrieren, in - Regalen stapeln usw. usf.: da durchfuhr es mich - es ist die nämliche Gründlichkeit, die hie wie da waltet. Ein hinlänglicher Grund zum Verdacht des Revisionismus ist aber auch das nicht.
      Prof. Ekkehard Klemm
      Dresden


      Da frage ich mich nur: wie wird man denn Professor an der TH Dresden (angenommen er ist es dort) Wird dafuer so wenig Gruendlichkeit vonnoeten sein, dass dieser Vergleich sich dort erledigt?
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Der Artikel hebt mich nicht mehr an. Er ist eine ausgenudelte, längst widerlegte Wiederholung dessen, was linke Feuilletonisten seit 30 Jahren predigen. Der Kommentar von Prof. Ekkhard Klemm hingegen stellt eine neue Qualität der Geschmacklosigkeit in der Rekonstruktionsdebatte dar. Unfassbar.

      Der Autor des Artikels, Jürgen Tietz, ist Berliner und hat u.a. das architekturkritische Buch Berliner Verwandlungen herausgebracht. Prof. Ekkehard Klemm wiederum ist Dirigent der Dresdner Singakademie.
    • Was den Artikel betrifft, ist das nur die Meinung eines gestörten pseudointelektuellen Schreiberlings mit Linksdrall und ohne Talent, der in jedem Deutschen einen kleinen Hitler sieht oder denken die Schweizer tatsächlich so, da es ja in letzter Zeit häufig solche ähnlich gelagerten Artikel über Deutschland im Allgemeinen und Dresden im Besonderen gab?
      Ich kenne die Schweiz als ein schönes und "gemütliches" Land mit sehr netten Menschen - ich hoffe nicht, daß ich meine Meinung werde ändern müssen, wäre schade! :?
      Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.

      Oscar Wilde (1854-1900)
    • Ich wollte nur die wesentlichen Punkte aus solch einem Artikel herausgestellt haben und sie mit den bisherigen oder neuen Argumenten zugunsten der Rekonstruktion stichwortartig aushebeln, entkräften, gegenüberstellen, um die gängige Argumentation tabellarisch, analytisch und systematisch zu entlarven...falls möglich. Vielleicht könnte so langfristig eine fortlaufende Tabelle entstehen, die den weniger Versierten und Neulingen augenscheinlich verdeutlicht mit welchen Scheinargumenten die Gegenseite spielt.

      Vielleicht könnten wir doch noch die wesentlichen Punke heraus- und dann mit Argumenten gegnüberstellen (stichwortartig).

      Im übrigen würde es mich freuen, wenn hier noch viele weitere Artikel per Link reingestellt werden, die sich pro oder contra bereits mit dem Thema Rekonstruktion beschäftigt haben oder aktuell damit auseinandersetzen...auch zukünftig!
      :)


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    • Zum NZZ-Artikel von Jürgen Tietz:

      Und nun noch ein paar sprachliche Bemerkungen zu dem NZZ-Artikel von Jürgen Tietz.

      Mit folgenden Begriffen klassifiziert er die modernen Bau-Rekonstruktionsbemühungen (Originalzitate, in Klammern kommentiert):

      - Eine Rekonstruktionswelle überrollt derzeit Deutschland... (Tenor: Die Gefahr der Katastrophe)
      - Fassadentapeten (Tenor: unsolide Konstruktion)
      - Erlaubt ist, was gemütlich wirkt (Tenor: Täuschung)
      - Ob die geforderte Nutzung und das Raumprogramm hinter der Fassadenrekonstruktion Platz finden, kümmert das Publikum wenig (Tenor: unpraktische Architektur und dummes Volk)
      - banalen Themenpark (Tenor: rekonstruierte Altstädte sind dumm)

      Und so die Anhänger von Rekonstruktionen:

      - Versessenheit (Tenor: Rekonstruktionsfreunde haben faktisch psychische Schäden)
      - Macht der gegenwärtigen Rekonstruktionswut (aggressive, irrationale Bewegung)
      - Der konservative Zeitgeist hat sich den Tarnanzug der «europäischen Stadt» umgelegt (Reaktionäre, die täuschen und betrügen)
      - Dabei müsste die Rekonstruktionswelle ein Alarmsignal sein. Drückt sich im angstvollen Festklammern an einer idealisierten Vergangenheit in Form von regionalen Bau-Ikonen doch mitunter gar Revisionismus aus. (Noch schlimmer: Revisionisten, wenn nicht gar gleich Nazis sind am Werke...)
      - Und die deutschen Architekten? Sie entwerfen, sie bauen, und sie schweigen. (Die Mitläufer. Ja, die armen stummen Kerlchen. Da fragt man sich nur, woher die zahlreichen Anti-Reko-Podiumsdiskussionen kommen und die vielen wütenden Stellungnahmen des BDA? Sind das alles nur Schauspieler und gar keine echten Archtitekten?)

      Und so stellt sich´s Tietz vor:

      - viele kleine Gestrigkeiten (ach so, Fortschritt heißt immer Glas und Beton? Das hat der Herrgott so festgelegt?)
      - Legt sich doch jede neue Rekonstruktion – und sei sie noch so schlecht gemacht – wie ein heilender Mantel des Vergessens über die Abgründe der eigenen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Deren zerstörerische Spuren haben sich schliesslich bis heute ablesbar in Stadtgrundriss und Architektur eingegraben. Eine öffentliche Reflexion über das Geschichtsbild der Rekonstrukteure aber findet kaum statt oder wird mit leichter Hand hinweggewischt. (Moderne Städte sollen faktisch als riesige Gedenkstätte stets an deutsche Schuld erinnern)
      - So tief ist dieses Misstrauen gegen Architektur und Architekten in Deutschland mancherorts geworden, dass beim Bauen erlaubt ist, was sonst in der Kunst als verboten gilt. Nirgendwo sonst nämlich wird die Fälschung so goutiert wie hier. (Eigenartige Kunstgeschichte: Seit wann ist "fälschen" verboten? Außerdem sind die meisten Museenbilder mitlerweile so oft restauriert worden, daß sie faktisch auch "Fälschungen" sind.)

      Man sieht sehr rasch, wie in diesem Diskussionsstrang bereits zu recht erkannt: Nichts als grobe, undifferenzierte Propagandafloskeln. Schlimm, daß eine große Zeitung einem solch einseitigen Geschreibe immer noch derartigen Raum zur Verfügung stellt.
    • Zum Artikel:
      Ich verstehe eigentlich nicht so Recht den Autor, er bringt doch die Argumente für die Reko-Welle selbst:
      Unter dem Dach der Rekonstruktion wird – wie bei der Dresdner Frauenkirche – Gemeinschaft gestiftet.

      Ist doch was positives.
      Doch darüber hinaus erweist sich die Rekonstruktionseuphorie als Spätwirkung einer humorlos gewordenen europäischen Postmoderne

      Da hat er Recht, nur humorlos ist das falsche Wort - besser wäre unterkühlt und zu sachlich.
      Legt sich doch jede neue Rekonstruktion – und sei sie noch so schlecht gemacht – wie ein heilender Mantel des Vergessens über die Abgründe der eigenen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Deren zerstörerische Spuren haben sich schliesslich bis heute ablesbar in Stadtgrundriss und Architektur eingegraben.

      Vergessen? Das was vor über 60 Jahren passierte kann man nicht vergessen. Aber man kann wenigstens versuchen die Wunden die in unsere Städte geschlagen wurden und die Zerstörung von Geschichte wenigstens ansatzweise zu heilen und somit vielleicht deutlich zu machen, das die Geschichte Deutschlands eben mehr ist als das 3. Reich. Mit Rekonstruktionen holt man Zeugnisse der Leistung unserer Vorfahren aus der Vergessenheit. Aber das ist sicher auch der Grund, warum manche so gegen die Reko-"Welle" sind. die Deutschen könnten ja auf die Idee kommen, das es da in ihrer Geschichte doch noch mehr als Hitler und sein 3. Reich gibt und das wir es nach über 60 Jahren jetzt endlich leid sind uns andauernd für das Gewesene schuldig zu fühlen, sondern das wir auf die Leistungen unserer Vorfahren auch mal stolz sein dürfen.
      Es ist nun endlich an der Zeit, das die Wunden des Krieges verheilen - sowohl physisch, in dem wir unsere Städte reparieren und wieder zu lebenswerten Orten machen, als auch endlich psychisch, durch Gemeinschaft stiftende, symbolträchtige Bauwerke oder ganzer Ensembles als auch durch schönere, menschlichere, fröhlichere moderner Architektur.
      in der sich das tiefe Misstrauen gegenüber der Moderne und ihrer Architektur, ja der Zukunft insgesamt manifestiert.

      Das ist doch normal, wie soll denn ein Volk, welches ständig mit der großen Nazi-Keule geschlagen wird, dem man unterstellt, das es von Natur aus böse ist und dem man die gesamte Geschichte, außer die paar Jahre von '33 bis '45, genommen hat, wie soll denn so ein Volk optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft schauen?
      Und das die "Moderne" versagt hat, dazu bedarf es doch nur ein Blick in die Zentren der Städte. Da ist das Misstrauen durchaus angebracht!
      Ich könnte noch mehr zu dem Artikel schreiben und jeden Absatz zerpflücken, aber ich habe heute noch anderes zu tun.
      Schönen Sonntag noch.

      PS:
      die Abgründe der eigenen Geschichte

      Solche "Abgründe" finden sich in der Geschichte jeder großen Nation - Spanien, Portugal, Russland, England und Frankreich haben welche. Nur darüber redet komoischer Art und Weise keiner.
      Ach, übrigens - die Sippenhaft gibt es auch schon lange nicht mehr (zumindest außerhalb der Schweiz)!
      Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.

      Oscar Wilde (1854-1900)
    • Ach Freunde, das Thema "Reko-Verbot wegen Nazi-Vergangenheit" (bzw. Argumente dagegen) habe ich hier im Forum schon dutzende Male angesprochen und auf die Tagesordnung zu setzen versucht

      Der Tenor der meisten Antworten war,
      ... das Thema sei viel zu heikel,
      ... es sei kontraproduktiv, dieses Thema anzusprechen, weil man dann schnell in die Nazi-Ecke gestellt werde,
      ... deshalb dürfe man sich auf keinen Fall auf Diskussionen einlassen, in denen die Geschichte eine Rolle spielt, sondern nur damit argumentieren, wie schön doch die alte Architektur gewesen sei
      ... das sei ja doch eh' nur ein Nebenkriegsschauplatz, denn
      ... die Architekten und Feuilletonisten würden dieses "Argument" ja nur vorschieben, weil sie sowieso aus anderen Gründen gegen Rekos seien
      ... daß der Umstand, daß in Deutschland so wenig rekonstruiert worden sei und werde, ganz andere Gründe habe und damit ja aber auch gaaar nichts zu tun habe


      Es hat keinen Sinn. Wenn eine Diskussion dieses Themas schon hier im Forum für kontraproduktiv, zu heikel und irrelevant betrachtet wird, wenn sämtliche Reko-Initiativen aus Angst um ihr jeweiliges Projekt bei diesem Thema sofort den Schwanz einziehen, was wollt ihr dann machen?!

      Tut mir leid, wenn ich ein bißchen frustiert klinge. Ich persönlich halte, nachdem ich mich nun schon Jahre lang mit diesem Thema befasse, dieses "Rekoverbot wegen Nazivergangenheit" für den eigentlichen Grund, warum in Deutschland so wenig rekonstruiert wurde und wird - historisch ist das, wenn man sich die Debatte der ersten Nachkriegsjahre anschaut absolut evident. Und es wirkt eben auch heute noch unterschwellig weiter. Ich denke also, daß im Gegenteil alle anderen gegen Rekos angeführten Argumente nur dürftige Rationalisierungen dieses abstrusen Selbstbestrafungs-Komplexes sind (das kann man übrigens auch zeigen, weil die meisten Anti-Reko-Argumente ohne eine solche Zusatzprämisse gar keinen Sinn ergeben).

      Aber ich rede schon seit Jahren gegen Wände, wenn ich sage, wir müssten das endlich offensiv thematisieren und offensiv dagegen argumentieren.
    • Dort gibt er auch seine Vorstellung von Ehrlichkeit, Historie und einem angemessenen Wiederaufbau der Frauenkirche zum Besten:

      Aber mir geht es um mehr: hinter dem Rekostruktionsbedürfnis von Kriegsruinen steht für mich latent ein fatales Gefühl - den Velust der Frauenkirche in ihrer ursprünglichen Gestalt anzuerkennen, wäre ein wirkliches, ehrliches, schmerzendes Schuldeingeständnis für die von Deutschland ausgegangenen Verbrechen des WK II gewesen. Daß wir dazu nicht fähig sind, ist schmerzlich. Daß wir mit dem Bau nun dazu noch so tun, als ob nichts gewesen wäre, ist billig.

      Heraus ist bonbonfarbener Kitsch gekommen - leider. Schön, aber falsch. Eine verbrannte Mona Lisa hätte auch nachgemalt niemand akzeptiert.
      Ich stelle mir die Mauern der alten Ruine in einen Glaskubus eingefaßt vor, über dem auf einer Extra-Stahl-Konstruktion die steinerne Glocke schwebt (damit von mir aus das Stadtbild wiederhergestellt ist) - was wäre das aufregend gewesen.


      Dass Dresden der Inbegriff eines von alliierter Seite begangenen Kriegsverbrechens ist, scheint ihm herzlich egal zu sein. Glücklicherweise findet sein Webblog offenbar kaum einen Leser.
    • @spacecowboy

      also dein ewiges leute kritisieren und persönlich werden ist schon extrem ausgeprägt :zwinkern:



      ansonsten,
      mein kommentar in der nzz:

      form ist funktion!

      Dehio und Corbusier sind doch seit langem überholt, auch wenn modernistische Autoren, Architekten und Architekurlehrende sowie Herr Tietz dies dank ihrer augenscheinlich kulturellen '70er Sozialisierungsphase anscheinend noch immer nicht mitbekommen haben.

      Die Fassade ist DAS fundamental wichtige, funktionale Element des Lebensumfeldes, der Stadt und des Hauses, in dieser gewichteten Reihenfolge! Wir könnend die Fassade auch als 'user interface', also als Benutzer Oberfläche bezeichnen. Wer ein Haus gestaltet, sollte dies also mit Bezug auf die visuellen Ansprüche der Benutzer des Quartieres umsetzen. Und die Benutzer wollen keine kahlen Modernistenschachteln... Ohne biologisch human ergonomische Grundfunktionen zu erörtern: die modernistische Fassadengestaltungsideologie misfällt den Menschen allgemein und dies wird ja auch ideologisch absichtlich und bewusst provoziert. Denn so fällt man auf. Das Prinzip der Mode, Gaultiers Löcher in der Jeans oder CoopHimmelblaus Zackenbaracke, ein und dieselbe Leitidee. Aber bitte, das wissen wir doch längst alle...

      Nehmen wir willkürlich 1000 Züricher Passanten und befragen sie zu Ihrer Präferenz bzgl. traditioneller Zürcher Bebauung der Vormoderne bis 1930 im Vergleich zu beliebigen aktuellen Neubauten des Kreises 5 oder aber auch nur der klassischen Moderne a la Kongresshaus, so wird das Meinungsergebnis mit absoluter Mehrheit zu Gunsten traditioneller Fassadengestaltung ausfallen.
      Und das wissen wir doch auch alle, machen wir uns also nichts weiter vor. Wer hat Recht, die Bevölkerung oder der modernistische Architekt?

      Weiterhin ist visuelle Information immer original, auf die Retina projeziert von einer gut kopierten Fassade oder aber dem Original... Information, Punkt. In soweit sollte auch das Denkschemata der modernistischen Baukünstler im 21Jh. angekommen sein. Oder darf der modernistische Architekturpofessor weiterhin seine mp3 Raub'KOPIEN' als 'Geliebte Fälschung' und somit als legitimes 'Nichtoriginal' mit gutem Gewissen weiter benutzen?

      Der katastrophale, Europäische Verlust deutscher Baugeschichte stellt genausowenig eine gerechte Strafe für Deutschland dar, wie die Vernichtung urbaner Lebensqualität des Raumes Zürichsee durch modernistische Betonschachtelüberbauungsmetastasen auf den Kuhweiden zwischen Zürich und Rapperswil eine Strafe für die Zugehörigkeit zum deutschen Sprachraum darstellt, welcher Modernismus in monopolistischer Reinkultur gegen Gesellschaftsinteressen und lokale Identität durchsetzt.
      Ganz im Gegensatz übrigens zu Lateineuropa, USA oder Osteruropa, wo Rekonstruktion und traditionelle Architektur selbstverständlicher Bestandteil pluralistischer Architekturstile ist.

      Guten Morgen Schüler nordwest-europäischer greisenmodernisten Unis, aufwachen, Ihr seid zu spät, es ist bereits Mittag, 5 nach Zwölf, raus aus dem Unibettchen und Schluss mit 'form follows function' nachbeten, wir sind bereits im neuen Jahrtausend und Ihr dürft jetzt auch wieder rekonstruieren sowie alle Architekturstile benutzen die es gibt und die euch belieben. Das Publikum schaut zu und denkt mit. Und wenns dem Uniprofessor Modernistengreis nicht passt, Ihr wisst ja, unter den Talaren der Muff von 100 Jahren (Modernismus), selbstdenken, rekonstruieren, kopieren, polymorphen, modernistieren, alles erlaubt! Und wer dazu noch das was-wo-wann beherrscht, ist der wahre Künstler. Alle anderen sind nur Sophisten, Ökogermanisten, Greisenmodernisten.
    • @sacecowboy
      Was willst Du uns mit Deinem Beitrag eigentlich sagen - Dresdner können nicht lesen, oder wie?
      Ich für meine Person kann nur sagen, daß ich nicht die Zeit habe alle Artikel zu lesen und auch nicht Zeit habe nachzuforschen woher jeder Möchtergern-Jounalist kommt (ich muß leider für mein Geld noch arbeiten gehen und das jenseits der Architektur, Kunstgeschichte und irgendwelcher Zeitungsartikel und auch mein Privatleben umfasst andere Dinge als nur diese).
      dafür die eigenen Ansichten mit der Keule verteidigen

      Ist ja wohl das mindeste, daß man eine eigene Meinung hat und diese auch verteidigen kann.
      Wenn ich mal falsch liegen sollte, dann lass ich mich auch gern durch Argumente überzeugen - auch als Dresdner. :zwinkern:

      Ähem ... bevor das Schweiz-bashing hier jetzt überhand nimmt: die Anti-Reko-Artikel in der NZZ (wo sie in der Tat in letzter Zeit sehr stark vertreten sind)

      Ich persönlich habe nix gegen die Schweiz und die Schweizer. Und die NZZ habe ich bisher für ein seriöses Blatt gehalten. Aber diese Artikel sind einfach nur schlecht, ich kann nicht verstehen warum solcher pseudointelektueller Quatsch auf dem Level der Sun dort gedruckt wird. Es ist doch im Kern nichts anderes als verkapptes Deutschland-Bashing und das Bedienen billiger Vorurteile - nur eben auf sprachlich höherem Niveau.
      stammen durch die Bank alle von Deutschen

      Das wiederum wundert mich gar nicht. Kräftig auf das eigene Nest zu scheißen (automatische Zensur? - nicht schlecht) hat doch in manchen Kreisen eine gute Tradition.
      Solche Propaganda ist aber eine verständliche Reaktion der Alt-68iger und deren Jünger, weil die so langsam ihre Felle, sprich ihre Ideologie, den Bach runterschwimmen sehen. Egal ob Multikulti-Wahn oder das Gelaber von der Dauerschuld bis zum Jüngsten Tag, das alles wird nun langsam von der Zeit überhohlt und solche schwachsinnigen Auswüche wie Gender-Mainstreaming gehören hoffentlich auch dazu.
      Jürgen Tietz ist z.B Berliner

      Na, da bin ich mal auf seinen Artikel gespannt, wenn mit dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses begonnen wird - das wird sicher lustig. :lachen:

      @Marc
      Guter Beitrag - gefällt mir.
      Noch eine Anmerkung bezüglich Kopien bzw. Fälschung.
      Für mich gilt nur der Entwurf des Architekten als das Original - jeder Bau auf Grundlage des Entwurfs ist eigentlich ja nur eine Kopie des Entwurfes oder eben ein Bau auf Grundlage des Original-Entwurfes. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle wann gebaut wird, wichtig ist ganz allein der Entwurf, also die Idee des Architekten. Deshalb hinkt der Vergleich mit dem Museeum ganz gewaltig - zumindest in meinen Augen.

      @Philon
      Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich als gelernter DDR-Bürger bin da vielleicht noch etwas sensiblisierter, was das Aussprechen der eigenen Meinung betrifft. Fakt ist aber tatsächlich, daß man sich schon wieder bei dem Gedanken erwischt, "Das kannst Du jetzt hier nicht so sagen." Über die Hintertür der "P.C." schleicht sich, wieder mal, so eine Art Selbstzensur ein. :schockiert:
      Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.

      Oscar Wilde (1854-1900)
    • hab dem professor ekkeab in seinen supa lalla weblog ein ei gelegt:

      Es geht hier doch eher um die Unfähigkeit zur Weiterentwicklung, das tiefe Niveau deutscher Architektur mehrheitlich. Die Moderne stirbt in völliger Ignoranz, so wie Alles, was starren Dogmen anhängt, leeren Phrasen wie 'f f f', alten Moden, öffentlich rechtlichen Schulmeinungen langweiliger deutscher Muff-Unis, alternden Pseudo-Revoluzzer Profs.
      Es geht hier auch um solche Humoristen z.B. wie uns' Ungers, der, anhand zweier gegeneinander gekehrter Holzklötzchen in U-Form, römische Platzgeometrie auf dem Berliner Schlossplatz mittels fassadenlosen Kisten, von ihm schickidämlich 'Piazza' genannt, erstehen lassen wollte... Dies ohne in seinem ganzen Leben auch nur einmal die geringste Ahnungsbereitschaft für die universale Poesie einer Frühlingsnacht am Torre del Greco in Neapel - Beispiel -aufgebracht zu haben. Modernistische Klotzfetischisten, des Italienischen Denkens nicht mächtig und des Deutschen nicht willens, welch 68er Armut. Biedermeierpiazzamodernisten. Zuviel 'La Gondola' Spaghettieis im Germanenhirn der 60er.

      Meinetwegen sterben diese unverbesserlichen Protagonisten denn bald mit ihren Kubuskisten aus. Ihre Gesamtleistung für die Gesellschaft war doch durchaus negativ. Öffne einmal die Augen. Niemand mag doch diesen Modernisten-Schrott mehr sehen. Frag mal Deinen Tankwart, die Sekretärin vom Behnisch, selbst den deutschen Bundestag, die Designspezialisten bei Pininfarina oder sonst wen... Wo auch immer, mach den Versuch! Am besten jetzt gleich.

      Kollhoff und Patschkes die Ausnahme? Nein, bloss der Anfang vom Ende der Primitivkisten Ideologie!
      Pluralität wird kommen und somit endlich das Ende der Moderne-Vorherrschaft in D. In USA, Lateineuropa, Osteuropa längst der Fall. Wisse, es sind die Letzten Ihrer Art in D. In anderen Bereichen sind sie schon lange davongelaufen. Nur Architektur, Kunst und Theater harren noch aus. Aber auch dort werden sie noch fallen. Spätestens beim 100.000sten McBeth in Unterhosen ist dann das Warten auf Godot selbst denen zu langweilig geworden, die einmal so auf Pina Bauschs hysterisches Rummrennenlassen in feschen, weissen H&M Tshirts standen. Nichts währt ewig auf dieser Welt. Und dieser Modenistenkrampf währt nicht mal sechzig Jahre...

      Schon mal was von biologischer Ergonomie gehört? Ihr redet und baut an den Menschen vorbei. Der nächste Kondratief Zyklus basiert auf Biotechnologie, work-life balance und Lebensqualität. Schluss mit der Betonstadt, dem millionenfach schlechtkopierten Modernisten Wohnsilo von Corbusier. Zukünftige Konjunktur findet in Graz, Prag, Leipzig, Breslau und dem rekonstruierten Königsberg statt. 50 Jahre tabula rasa Modernismus aber führt das Ruhrgebiet in die Verarmung.

      Schaut mal ins Baunetz.de. Die tollen Diplomarbeiten der Woche zB.: immer dasselbe Geschwätz, alles konzeptionell-analytisch-kritisch intellektuell kreativ. Und doch nur abgeguckt. Einer vom anderen, alle vom Prof und der vom ollen Rohe, Corbusier und so weiter. Alle das gleiche Modernisten-Konzept, vom gleichen Lehrbuch denselben Satz kopiert. ’Kontrast der leisen Töne und sensible, zeitgenössische Formensprache mit klarem, festem Grundanspruch in der modernen Konzeption'.
      Ja klar, und was man sonst alles noch so in eine windschiefe Betonmauer interpretieren mag. Und natürlich wollen sie bitte auch alle etwas Neues sein, Neues erschaffen, nicht das Alte kopieren, ja ja, bloss keine Reko bitteschön! Aber dann kommen sie doch alle wieder mit der gleichen Kubus Skizze?? Mainstream Avantgarde? Wie neu und zeitgenössisch kreativ, heisst sicher wieder ‚the city cube gallery’ o.ä., hohoho! Plus Stumpf der Frauenkirche mit Kuppel auf Stelzen??? Joa geh, haudi üba die hoäusa, burschi! Mit bestem Dank und Gruss an die zukünftige Stadt des Stumpf-Grauens! Das schön modernistisch bedeutungsschwanger und clever designte Dresden, damit auch der letzte Kurzsichtige schnellstens die Autobahnflucht nach Prag ergreift… Schliesslich war ja Krieg in D, oho, und wer hätte das noch gewusst ohne den Ruinenstumpf…

      Revisionistische Reko-Kriegstreiber, kauft euch Katzen, wenn Ihr was gemütliches haben wollt!! (Behnisch)

      Vergesswen wirs, die Luft ist raus, sind hier alles bloss noch angepasste Spiesserkünstler am Cuben, mit der modernistischen Neue-Kunst Fassade, vorgehängt aus Weissglas, Kunst aus der grauen Buchhalterseele des Betonhörsaals. Die Greisenmodernisten wolltens so, also kriegen sie's. Zum Kotzen, dieser einseitig verbildete, angepasste Haufen paraphrasierender Mitläufer ohne jegliches visuelles Talent. Lauter möchtegern Corbusiers mit modernistischer Gefühlsarmut, Erfahrungsleere und Gestaltungssterilität: Farbiger T-Träger mit Schlitz-Fensterreihe, assymetrisch verteilt, plus polierter Granit Verkleidung, Teil-Glasverblendung vorgehängt, die spitze Metall-Ecke zur Strassenflucht rausgereckt, a la CoopHimmelblau ’wir wollten was absolut hässliches erschaffen’, und vor allem mehr Auffallen zum besser Abkassieren, die Geburt des Dekonstruktivismus.

      Und es folgt der Applaus der Fachjury im Wettbewerb!!! Tattatata tataa!

      Brav, das Mega-Skript zum Dipl.-Studiengang Architekt (Univ.) (Moderne) sechs Jahren lang auswendig gelernt. Aber nur bitte kein Disneyland, sagen sie, die KreativKubusGenies…

      Was sind wir das leid, diese niveaulosen, unbegabten Spinner der Hässlichkeit… Das Zentrum Dresdens ein Stumpf plus schwebende Kuppel. Ja klar, und morgen kommt der Entwurf zur assymetrischen Müllkippenbar-Belvedere niente. Für die Hyppie-Modernisten. Viel Spass dort...
      alle anderen gehen ein Bier auf der Terasse Neumarkt trinken und entspannen unter Pastelfarben.
      Wahre Intellektuelle halt.

      Marc!