Hamburg - Freie und Abrissstadt

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Und wieder eine Abrissmeldung aus Hamburg .... nee, Mist, dieses Klohäuschen steht unter Denkmalschutz. Abriss leider nicht möglich! Quelle: SZ


    dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201017-99-976238?v=0&format=webp

  • Die Facebookseite „Hamburger Architektur“ schreibt heute mit einem Verweis auf den Denkmalverein Hamburg, dass sich „Grüne“ Politik noch selten für Denkmalschutz und Baukultur interessiert habe und das, obwohl es in puncto Graue Energie „viel zu holen“ gäbe. Insofern verwundere es auch nicht, dass ein „Grüner“ Senator einen kleinen Kiez plattmachen ließe, wohlgemerkt für „schöne breite Auto-Straßen“.


    Quelle: https://m.facebook.com/story.p…925&anchor_composer=false

  • Fürchterlich diese Schlagworte im Artikel. "Postkolonial", "divers", "Kontextualisierung". Was läuft nur mit diesen Menschen falsch? Otto von Bismarck ist der Vater des deutschen Nationalstaates und und einer der grössten Staatsmänner der deutschen Geschichte und sollte entsprechend gewürdigt und respektiert werden. Aber für grünrote Ideologen in Politik und an Unis ist das von keinerlei Bedeutung und offenbart einmal mehr ihren infernalischen Hass auf alles Deutsche und Weisse.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Fürchterlich diese Schlagworte im Artikel. "Postkolonial", "divers", "Kontextualisierung". Was läuft nur mit diesen Menschen falsch?

    Das sind keine Schlagworte sondern Termini (Postkolonialismus), mit denen man in der Wissenschaft arbeitet. Falls du den Artikel gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass die Kritik, die Runde sei nicht ausreichend divers aufgestellt gewesen, zu Gunsten des Denkmals ausfiel. Man bemängelte, dass zu wenige Befürworter für den Erhalt des Denkmals teilnahmen. Und eine Kontextualisierung ist immer dann ein probates Mittel, um den Erhalt solcher Denkmäler in einer sich wandelnden Gesellschaft in einem Kompromiss zu ermöglichen.


    Otto von Bismarck ist der Vater des deutschen Nationalstaates und und einer der grössten Staatsmänner der deutschen Geschichte und sollte entsprechend gewürdigt und respektiert werden

    Das ist halt nur ein Seite der Medaille. Es geht hier darum, auch die andere zu beleuchten, um ein Gesamtbild zu erhalten. Letztlich kann das dem Erhalt des Denkmals zugute kommen.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Ich denke auch, man muss solche Diskussionen ein Stück weit aushalten. Mir dreht’s bei der einseitigen („zu wenig diversen“) Argumentiererei zwar ebenfalls den Magen um. Angesichts solcher Veranstaltungen, sich darüber zu echauffieren, wie „arm“ unser Land doch dran ist, ist aber fehl am Platz. Es macht unser Gemeinwesen doch gerade aus, dass sich solche Nischenmeinungen – wie abgedreht sie auch immer sein mögen - sich austauschen können und meinetwegen sogar ein Forum in der Tagespresse finden. Auch wenn eine irgendwie geartete „Kontextualisierung“ in Form einer Ausstellung o.ä. oder einer nebengeordneten modernen Ergänzung stattfinden sollte, macht mir das nix. Sowas ist in aller Regel nach 20-30 Jahren eh wieder weg oder überarbeitet bzw. wird von kaum einem bemerkt. Das Denkmal an sich wird unangetastet bleiben. Daran zweifle ich keine Sekunde. Dafür steckt dieses Denkmal doch zu tief in der Seele dieser Stadt – und der Kerl an sich in der Volksseele. Nee, da wird sich keiner ernsthaft rantrauen …

  • ...solche Nischenmeinungen – wie abgedreht sie auch immer sein mögen - sich austauschen

    Große Bewegungen entstehen immer als "Nischenmeinungen". Danach werden sie präsent. Oder meinst Du z.B. die Aufklärung oder der Kommunismus wären gleich mit Massenaufmärschen in Erscheinung getreten? Sie begannen in kleinen Zirkeln. Dann wurden sie eine Macht.

    Das Denkmal an sich wird unangetastet bleiben. Daran zweifle ich keine Sekunde. Dafür steckt dieses Denkmal doch zu tief in der Seele dieser Stadt – und der Kerl an sich in der Volksseele. Nee, da wird sich keiner ernsthaft rantrauen …

    Dein guter Glaube in Gottes Ohr. Ich hoffe, dass es so kommt.

  • Wer noch glaubt, das ginge wieder vorbei, muss sich mal dringend mit dem Stichwort grosse Transformation bei den Grünen beschäftigen, das ist schon losgegangen

  • Naja ... Aufklärung und Kommunismus entstanden aus ziemlich finsteren bzw. totalitären Ausgangssituationen heraus und entwickelten von daher ihre rasche (und im Fall der Aufklärung) ja auch ihre berechtigte Dynamik. Ich denke doch, dass die Ausgangssituation heute etwas ausgewogener ist und ich von daher eher weniger erwarten würde, dass unserem Gemeinwesen zu starken Ausschlägen neigt ... Ich weiß schon, auf der Skala zwischen Pessimismus und Optimismus was die Entwicklung unseres Landes anbelangt gehöre ich eher zu denen, die recht positiv denken. Man möge mir deswegen Blauäugigkeit vorwerfen ... Aber ich hab ja mittlerweile auch schon ein paar Jahrzehnte Erfahrung mit diesem Land. Und bisher hat sich mein Vertrauen dahingehend, dass sich (im Großen und Ganzen und mit Rückschlägen) immer Vernunft durchsetzt immer bewahrheitet ...

  • Das ist halt nur ein Seite der Medaille. Es geht hier darum, auch die andere zu beleuchten, um ein Gesamtbild zu erhalten. Letztlich kann das dem Erhalt des Denkmals zugute kommen.


    Dann verlange ich genau das selbe für jedes Marx (oder Engels)-"Denkmal" oder die Sowjetsdenkmäler in Berlin. Wo bleibt da eigentlich die kritische Hinterfragung dieser angeblichen "Helden des Proletariats" die Millionen von Toten durch ihre Ideologie zu verantworten haben und die "Kontextualisierung" mit den Verbechen der Sowjetunion? Pustekuchen eben weil dieser Zeitgeist diese Leute eben positiv interpretiert! Doch der "Zeitgeist" ist fließend. In 30 Jahren ist er ein anderer und da bin ich mal gespannt wie man unsere heutigen "fortschrittlichen" Errungenschaften neuinterpretiert...

  • Dann verlange ich genau das selbe für jedes Marx (oder Engels)-"Denkmal" oder die Sowjetsdenkmäler in Berlin.

    In der Sache gebe ich dir recht.


    Mit der Art, wie du es äußerst, wird das aber nichts, weil es nicht gerade von Bereitschaft zeugt, sich differenziert mit der Problematik auseinanderzusetzen.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Dann verlange ich genau das selbe für jedes Marx (oder Engels)-"Denkmal" oder die Sowjetsdenkmäler in Berlin. Wo bleibt da eigentlich die kritische Hinterfragung dieser angeblichen "Helden des Proletariats" die Millionen von Toten durch ihre Ideologie zu verantworten haben und die "Kontextualisierung" mit den Verbechen der Sowjetunion? Pustekuchen eben weil dieser Zeitgeist diese Leute eben positiv interpretiert! Doch der "Zeitgeist" ist fließend. In 30 Jahren ist er ein anderer und da bin ich mal gespannt wie man unsere heutigen "fortschrittlichen" Errungenschaften neuinterpretiert...


    Ich würde sogar noch weitergehen - in HH gibt es doch diese linksfaschistoide "Rote Flora" - warum in aller Welt räuchert der Bund nicht mal solche Terrornester aus?


    Wir haben einen wunderschönen Paragraphen 86a (verbietet das Zeigen und Verbreiten verfassungsfeindlicher Kennzeichen) - warum in aller Welt werden nicht auch Kennzeichen anderer Unrechtsdiktaturen verboten?


    Ein jedes Symbol was mit Terror und Menschenverachtung in Verbindung gebracht wird, gehört für mich verboten und von der Öffentlichkeit entfernt.


    Und das selbe gilt für mich auch für Denkmale und Straßennamen - Marx und Engels hatten sicherlich nicht vor Menschen Schaden zuzufügen und noch sehr viel weniger Otto von Bismarck.


    Wenn ich aber Straßennamen lese, wie "Richard Sorge Straße" oder überdimensionale Thälmann Statuen und man auf der anderen Seite ein Bismarckdenkmal vernichten will, kann ich nur Shakespeare zitieren: " Es ist was faul im Staate"

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Manchmal bekomme ich den Eindruck, daß die Leute, wegen der pandemiebedingt reduzierten Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, einfach nur Langeweile haben. Sie sind doch offensichtlich erst durch diese Black Lives Matter-Demonstrationen auf den Geschmack gekommen, alte Denkmale zu stürzen.

    (...) Ist Otto von Bismarck (1815 bis 1998) nun eher als Reichsgründer zu würdigen oder als Kriegstreiber zu verteufeln? (...)

    Von seiner 183-jähigen Lebenszeit wird doch noch mehr hängengeblieben sein, als diese Verbindung zum Kolonialsimus. :wink:


    Außerdem frage ich mich, ob die Bismarck-Gegner auch schon Kontakt zum US-Bundesstaat North Dakota aufgenommen haben, damit die ihre Hauptstadt umbenennen.


    Wenn alle Bismarck-Denkmale abgebaut und alle Bismarck-Türme gesprengt sind, kommt Kaiser Wilhelm an die Reihe. Erwähnt wurde er ja im Welt-Artikel schon.

  • kommt Kaiser Wilhelm an die Reihe

    Und irgendwann Helmut Kohl, der die reaktionäre Wiedervereinigung und das Ende der DDR zu verantworten hat. :zwinkern: Dazwischen aber gibt es noch eine ganze Menge Feudalherren oder nationalistische und sexistische Schriftsteller. Sie werden nicht beschäftigungslos in ihrem Hobby.floet:)

  • Von seiner 183-jähigen Lebenszeit wird doch noch mehr hängengeblieben sein, als diese Verbindung zum Kolonialsimus.

    Vor allen Dingen als Baumeister von Türmen und als Pionier der Haltbarmachung von Fischen.


    Spaß beiseite. Das Bismarckdenkmal hat sicher seinen historischen Wert und muss auf jeden Fall als solches erhalten werden.


    Andererseits wünsche ich mir auch, dass zukünftig keine überdimensionierten Denkmäler mehr errichtet werden. egal von welcher Person. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob Bismarck ein solcher Kult um seine Person gefallen hätte.

  • Ich weiss nicht, ob dieser Fall hier schon gepostet wurde, aber es gibt eine Wendung:



    Gute Nachrichten:


    4 Gründerzeit Villen in Eppendorf werden nicht abgerissen, sondern wurden vom Investor einzeln weiterverkauft. Ein Neubau Projekt wird an der Stelle nicht weiterverfolgt.


    Leider hinter der Bezahlschranke, aber zumindest mit einem Bild, um was es geht.


    http://www.abendblatt.de/hambu…rhaltungs-verordnung.html



    Im Artikel selber steht, das der Investor das Stadtbild doch lieber erhalten sähe und sich freut, dass es Interessierte gab; das der Nachbar, der eine Initiative für den Erhalt gegründet hatte, sich freut und das der Bezirk eine Erhaltungsverordnung hat, die jetzt greift, über die sich die Verantwortlichen auch freuen. Also Freude auf ganzer Linie . ;)

  • Ganz bitter. Aber das sind alles Folgen der künstlichen Geldschwemme und der dadurch hervorgerufenen Inflation, die sich derzeit noch vor allem in den Sachwerten (Immobilien u.a.) zeigt. Bei den hier aufgerufenen Preisen wundert mich überhaupt nicht, dass die Gier der Bauträger ins unermässliche wächst.