Hamburg - Freie und Abrissstadt

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    • "Booni" schrieb:

      Zwischen Mönckebergstraße und Binnenalster, nicht allzuweit von der Stelle, wo auch das Europahaus abgerissen wurde... also mitten in der (noch ziemlich historisch bebauten) City.


      Hallo Booni,
      daß kann nicht sein ! Denn die Europapassage ist schon fast fertig !
      Wenn es irgendwo in Hamburg (?) stehen sollte, dann aber woanders. :zwinkern:
      Wobei mir dieses rote Haus an der rechten Seite mit der Statue
      recht bekannt vorkommt... :augenrollengruen:
    • Fassaden stehen lassen!!

      hallo,
      ich finde es auch sehr bedauerlich, dass ein so schöner altbau, wenns auch nicht so prunktvoll ist wie andere bauten, abgerissen wird. ich denke mal das geht bei den firmen nur wieder ums geld. neubau is billiger, altbau zu sanieren ist viel zu aufwendig und zu teuer. denkmalschutz und historische altbauen interessiert die firmen in der heutigen zeit nicht. auch wenn es nicht die beste lösung ist, wäre ich immerhin noch für einen abriss des inneren des gebäude und die Fassaden nach außen stehen zu lassen. dann wäre es ein von außen historischer, schöner altbau mit einer modernen innengestaltung. wie klingt das als alternative?


      PS: natürlich wäre die optimale lösung eine sanierung des gebäudes!!
    • Oh nein oh nein, warum nur!!

      Ich bin da im September rumgelaufen und habe ein Objektiv getestet. Dabei habe ich auch dieses Haus und seine Umgebung fotografiert.
      Was man tun kann; mir fällt einiges ein, aber dafür mache ich ein separates Thema auf. Jetzt erstmal die Bilder:

      Haus hinten rechts an der Ecke zu sehen. Geradeaus ganz hinten ist die Kuppel der Kunsthalle, gegenüber dem HBF an den Gleisen gelegen.


      Linke Straßenseite, hinten ist das markante rote Haus am Platz. Den leicht historisierenden Bau links finde ich für einen Neubau nicht schlecht.


      Haus der Feuerkasse, leider etwas schief und das Begradigen würde zu viel Bildinhalt kosten. Wie man sieht, war sehr wohl noch etwas Stuck erhalten.


      Bildausschnitt in 2:3-Größe. Ganz links ein Hamburg-Relief.


      Der Platz. Das rote Gebäude ist von hier aus gesehen links. Wie man sieht, gibt es schon genug "Modernes" in der Nähe.


      Jetzt Blick nach rechts die Straße runter, Feuerkassengebäude rechts am Rand. Was fällt auf? Richtig, es war das einzige erhaltene Gebäude der Straße! :(


      Ich kann wieder mal nur den Kopf schütteln..
    • Ich war gerade eben noch mal am "Tatort".
      Das rote Eckhaus wird von 2 Seiten angestrahlt, bin ich eigentlich der einzige, der dieses Herausputzen von historischen Bauten, während direkt daneben abgerissen wird, lächerlich findet? An der Stelle des alten Gebäudes steht jetzt ein Gerüst.

      Übrigens sind das rote Haus und der andere Gründerzeitler, den man auf einem meiner Bilder sieht, tatsächlich die einzigen Vorkriegsgebäude am Platz. An der auf den Bildern nicht einzusehenden anderen Seite steht eine Zeile von entfernt an klassischen Stil erinnernden Bauten; könnten aus den 80ern stammen.
      Ich sage ja immer, auch die Innenstadt hat bei näherem Hinsehen weit mehr gelitten, als man erwartet. Mangels Brachen und "Vergrünflächung" fällt das aber nicht so negativ auf wie anderswo, was für mich die Rolle des verbockten Wiederaufbaus unterstreicht.
    • Hallo,

      ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen, nachdem ich mich mal erkundigen wollte wo das alte Feuerkassen-Gebäude abgeblieben ist, an dessen Stelle jetzt eine riesige Baugrube klafft und muß mir mal meinem Ärger Luft machen.
      Grundsätzlich habe ich nichts gegen moderne Architektur und das neue Gebäude ist nicht das hässlichste, eine Anpassung an Form und Größe der "historischen Bebauung" kann man aber nicht wirklich erkennen.
      Hier wäre eine Fassadenerhaltung zumindestens der unteren ( offensichtlich nicht kriegszerstörten ) Stockwerke sicherlich möglich - aber nicht erwünscht - gewesen. Vermutlich bestand darin der "Konsens" der 7 Geldgeber??

      Der Altbau war sicherlich nicht von überragender Bedeutung, wird aber umso wichtiger, wenn man sich den ganzen Bereich zwischen Glockengießerwall und Europapassage anschaut, der mittlerweile durchgehend von sterilen Neubauten oder maximal einigen erhaltenen Außenfassaden geprägt wird.

      Die geradliniegen Straßen wurden nach dem großen Brand 1842 angelegt und die rote Apotheke (bzw. jetzt Coffeshop - ausnahmsweise unter Denkmalschutz ) auf der Ecke zeigt wie alle Gebäude dort mal aussahen. Die Hamburger Feuerkasse von 1676 ist die älteste Versicherung der Welt und wurde nach dem Brand zur Zwangsversicherung für alle Gebäude der Stadt. Aufgehoben wurde dies 1994 durch die EU. Danach wurde sie verkauft und residiert nun nur noch als Tochter der Provizial-Versicherung in angemieteten Räumen in der Stadt.

      Auf den tollen Bildern von Hausmann (2. Bild, hinter Lichtenfeld und Loewe Galerie ) sind übrignes noch 2 kleine schmucklose Altbauten hinter der Apotheke, die aufgrund des alteingesessenen Geschäftes (Waffen und Angelsportartikel - Inhaber und Grundeigentümer ) noch nicht von einer Grundstücksverwertungsgesellschaft zum Abriss bestimmt sind.

      Der Denkmalschutz in Hamburg ist offenbar eher schwach besetzt und es ist schon erschreckend wie viele - auch kleinere - Vorkriegsgebäude im Bereich der Innenstadt trotz Abrisswellen der 60iger/70iger Jahre noch in den letzten Jahren der Abrissbirne oder dem unkenntlichen Umbau anheim gefallen sind oder noch dran glauben müssen. Und dass, obwohl noch bis Anfang der 90iger Jahre genügend Bombenlücken zu bebauen waren und jetzt ja mit der Hafencity eine riesige Fläche mit Bürokästen vollgeklotzt werden kann.

      Auf eine Liste von Nachkriegsgebäuden in der Innenstadt denen man keine Träne beim Abriss nachweinen würde verzichte ich lieber mal, dafür aber mal einige Projekte die mich gestört haben oder dies noch werden ( bitte um Nachsicht, falls hierüber schon an anderen Stellen geschrieben wurde):

      1. Dammtorstraße zwischen Esplanade und Staatsoper: Hier ist tatsächlich mal ein ganzer Straßenzug unzerstört geblieben, die kleinere Wohn- und Geschäftshäuser werden deshalb wohl abgerissen.

      2. Caffamacherreihe: die allerletzten Überbleibsel des Gängeviertels der Neustadt ( der größere, der den Krieg überstanden hatte wurde bereits Ende der 50iger für das Unilever Hochhaus samt grünem Umfeld platt gemacht - heute will Unilever sein Hochhaus auch gegen was neues kleineres umtauschen, so hört man ) werden zwar "saniert", aber auf den Dächern werden überall quadratisch-praktische Glaswürfel errichtet.

      3. Neuer Wall Ecke Bleichenbrücke: Das dortige Gründerzeithaus dürfte wohl eines der ältesten am neuen Wall gewesen sein und wurde unter fadenscheinigen Begründungen durch einen gesichtslosen, größeren Neubau ersetzt, gegenüber an der Ecke Adolphsbrücke: Das Kontorhaus wurde komplett entkernt die wenigen Originalfassadenteile lassen es so langweilig wie ein Neubau wirken: Kein Vergleich zum vorigen Zustand, und erst Recht nicht, wenn man die während des Umbaus ausgehängte Originalbauskizze der Jahrhundertwende gesehen hat.

      4. Bereich Großer Burstah: Dort wo jetzt das Allianz-Hochhaus steht hat man in den 60iger Jahren einen ganzen Straßenzug abgerissen und die Straße gleich mit bebaut. In den 90iger Jahren weiterer Abriss zwischen Hindenburghof und der Straße Hahnentrapp ( immerhin ein Schmuckelement im Giebel erhalten ). Weiterer Abriss eines kleinen Gebäudes zum Fleet hin. Börsenbrücke: Während der Börsenhof auf der Ecke vorbildlich saniert wurde, und nebenan auch noch zusammenhängende Altbebauung vorhanden war, mußt man natürlich ein weiteres Haus aus der Mitte wegreißen - um zu beweisen wie gut man doch Neubauten integrieren kann.

      5. Große Johannisstraße: Auch hier direkt beim Rathaus werden wohl nach langem Leerstand mehrere Häuser abgerissen, immerhin sollen wohl die Fassaden teils erhalten bleiben!

      6. Hafencity: Amt für Strom- und Hafenbau. Das in mehrere, teils über Brücken verbundende, Bauten gegliederte Amt, soll bis auf einen kleinen Teil aus den 1880iger Jahren abgerissen werden, da nur dieser unter Denkmalschutz steht. Der größte Bau mit Kupferdach und seinen schönen Proportionen ( der jetzt aufgrund des weiträumigen Abrisses der Hafenbetriebe drumherum von überall gut Einsichtbar ist ) wird ebenso wie der recht gelungene Neubau aus den 1990iger Jahren abgerissen. Warum ist nicht ganz ersichtlich. Die geplante Neubebauung wird ohnehin wellenförmig unterbrochen von Grünstreifen geführt. Es sollte wohl kein Problem sein drumherum zu bauen und der Zustand des Gebäudes kann so schlecht auch nicht sein.
      Das Haus der Wasserschutzpolizei an der Ecke Brooktor/Sandtorkai wurde übrigens grade letzte Woche abgerissen. Es lagen dort noch einige zerbrochene Steinverzierungen der Fensterstürze auf dem Schutt und ich war noch am überlegen ob ich die nicht im Garten aufstellen könnte - habe es dann aber doch gelassen.

      7. Dammtorbahnhof: Seit der Innensanierung des Dammtorbahnhofes gehört er sicherlich zu den schönsten Hamburger Bahnhöfen. Was mich allerdings störte: Die Bahn betonte gerne wie denkmalgerecht man doch sanieren würde. Das man dazu erstmal sämtliche alte Fliesen abgeschlagen hat, damit kann ich auch gut leben. Das die alten Jugendstil-Stuckdecken im Kaiserbahnhof wieder unter Gipsplatten verschwunden sind ist vielleicht ganz gut so. Aber mußten alle alten Geländer auf dem Schrott landen. Fenster eingebaut werden, die nicht der historischen Einteilung entsprechen. Also das einzig denkmalgerechte im Inneren ist doch die Verwendung von Holzblenden bei den Ladengeschäften ( von denen möglicherweise etwa 30 Prozent wiederverwendet wurden ), die aber nicht aus der Erbauungszeit sondern aus den 30iger Jahren stammen.

      Na ja immerhin gibt es ja noch Bürger, die sehr wohl ein Auge auf diese Entwicklung werfen. Gäbe es keine Bürgerinitiativen, gäbe es wohl innerhalb der Hamburger Innenstadt kaum noch ein Gebäude, dass älter als 150 Jahre ist: Ich verweise nur auf die Fachwerkhäuser der Reimerstwiete oder der heute von vielen Touristen besuchten Deichstraße die es auch nicht mehr geben sollte. Nachdem ich einem Bekannten aus Wien mal erzählte , dass eines bedeutensten Gebäude der Stadt, der Dom 1804 einfach sang und klanglos abgerissen wurde, sagte er nur zu mir: "Ihr tut aber auch einiges dafür, dass bloß keine Touristen kommen und sich was schönes ansehen können!" :zwinkern:
    • Sehr interessant, was du da schreibst. Woher weißt du diese Sachen eigentlich?

      Von dem Amt für Strom- und Hafenbau habe ich schon mal Bilder mit der Knipse gemacht, wann soll denn das abgerissen werden? Das muß ich vorher noch gründlich ablichten.
      Genau wie die Häuser gegenüber dem Rathaus, deren brüchiger Zustand mir vor kurzem schon auffiel.

      Bitte immer bescheidsagen, wenn jemand von sowas in HH erfährt, vielleicht auch per pmail, da ich hier manchmal länger nicht reinschaue. Dann ziehe ich mit der Fotoausrüstung los und helfe zumindest, das "aus den Augen, aus dem Sinn".. zu verhindern.

      Ich finde übrigens den Neubau der Feuerkasse überhaupt nicht gelungen, das ist wieder nur so ein gesichtsloser Quader. Im Prinzip hätte ich nichts gegen sagen wir mal weiterentwickelte Architektur, so wie bei der Entwicklung vom Historismus zum Jugendstil. Das Problem ist dieser völlige Bruch mit jeder Ästhetik, einfach die tumbe Schlichtheit und Häßlichkeit modernistischer Bauten völlig vorbei an dem, was eigentlich möglich wäre, wenn man mal etwas wagen würde.
    • Als ich letztens in Hamburg war, ist mir vor Entsetzen übel geworden. Da wird doch mit traumwandlerischer Sicherheit das letzte bißchen heile Stadtstruktur an der Elbpromenade bei den Landungsbrücken durch ein widerliches Hochhaus im Rohbau nun zerstört. Wie ein Fallussymbol ragt es als sichtbares Zeichen für die großartige Potenz von Investoren, Stadtplanern und Architekten aus dem Stadtteil St. Pauli mit seiner kleinteiligen Struktur heraus.

      Alles schwärmt von Hamburg, ich nicht! Die Stadt hat in den letzten Jahren fast alles falsch gemacht.
    • Zwar ist diese angebliche Phallussymbolik so etwa der unsinnigste Interpretationsansatz für eine Struktur, den ich kenne, dicht gefolgt vom Schrieb modernistischer Architekten.
      Aber ich stimme dir zu, daß der Rohbau schlimmes vermuten läßt.

      Allerdings ist der Bau in dem Umfeld sicher nicht mehr die eine große Sünde, mit der man jetzt richtig zuschlägt. Noch etwas heile Stadtstruktur mit einer Ansammlung portugiesischer Restaurants gibt's vor allem östlich des Alten Elbtunnels. Das endet dann abrupt an Grünflächen und gänzlich mißratenen Neubauten wie z.B. dem monströsen Sitz irgendeiner Reederei oder Versicherung.

      Die Krönung ist aber für mich immer noch diese Jugendherberge im 60er-Gelbklinker-Stil auf dem Hügel. Zum Glück ist sie so niedrig, daß man sie zumindest von unten kaum sieht. Vorgänger war leider weggebombt worden.

      Ach ja, in der Innenstadt sind bei einigen Bauten die unteren Stockwerke aufgestemmt worden und werden derzeit abgestützt. Mal sehen, ob da der Originalzustand wiederhergestellt wird.
      Dabei fragt man sich natürlich immer, warum verbleibende Reste mit solchem Aufwand gepflegt werden, während man sich so sträubt gegen historisierende (oder ich würde eher sagen ästhetisierende) Neubauten.
    • Also die Bebauung des ehemaligen Bavaria-Brauereigeländes oberhalb der St.-Pauli-Landungsbrücken ist in der Tat ein herber Einschnitt. Bislang stand dort auf dem Brauereigelände nur der alte Astra-Turm mit Büros und Restaurant im Obergeschoss; zuletzt von seinen ganzen umgebenden Brauereihallen befreit:

      http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/19/366089.html\r
      www.abendblatt.de/daten/2004/11/19/366089.html

      Jetzt kommt da nicht nur wieder ein neues Riesentrümmer hin, der die Skyline aus der Hafenperspektive massiv verändert, sondern das ganze Gelände wird mit Büros, Hotel und teuren Wohnungen vollgeklotzt:

      http://www.dbn-sz.de/d_b_n_aktuelles/d_b_n_aktuelles.html\r
      www.dbn-sz.de/d_b_n_aktuelles/d_ ... elles.html.

      In den umliegenden meist in schlechtem Zustand befindlichen Altbauten zahlt man jetzt schon teilweise horrende Mieten. Da wird es nicht lange dauern, bis neue Totalsanierungen anstehen.

      Dennoch gibt es ja auch einige Lichtblicke jüngster gelungener Sanierungen. Sehr zu empfehlen ein Besuch der Straße Hohe Bleichen: Dort wurde und werden einige Häuser saniert. Teils unter Beibehaltung der Außenfassade oder gänzlich wie Hohe Bleichen 17 eine altes Bankgebäude von 1897 mit jetzt gleichnamiger Bar / Restaurant darin.

      Es ist allerdings wieder mal typisch, dass nur Gebäude erhalten werden, die sich aufgrund hoher Decken und besonderes repäsentativen Außenfassaden ( beim genannten Beispiel mußten wieder die üblichen Glaskuben zusätzlich aufs Dach ) auch "gut rechnen".

      @Pilaster: Zum Domplatz kann ich nur sagen, vielleicht liest Ole von Beust noch mal diesen Zeit-Artikel: http://www.zeit.de/2006/08/Dom-Architektur\r
      www.zeit.de/2006/08/Dom-Architektur

      und erinnert sich wieder an seine ursprünglich gute Idee mit der einfachen Pflasterung des Platzes statt eines "gläsernen Nichts" :lachen:

      @Hausmann: Die meisten Sachen, weiß ich nur als neugieriger Laie aus der örtlichen Presse ( interessant im übrigen, dass der Abriss des Feuerkassen-Gebäudes lediglich in der Mopo Beachtung fand ). Und da ich , als ich noch in der City gearbeitet habe, gerne mal in der Mittagspause mit offenen Augen durch die Stadt marschiert bin.

      Schließlich bin nicht zuletzt durch einen Artikel im Spiegel im Zusammenhang mit dem Abriss des Kontorhauses an der Brandstwiete (heute ist nur noch das Eingangsportal gegenüber des Neuen Dovenhofes vorhanden - das dahinter liegende Beton-Parkhausmonster wurde leider nicht mit abgerissen ) darauf gestoßen, dass nicht nur in Hamburg ein großer Bestandteil der Altbauten nicht nur durch den Krieg, sondern seit den Abrisswellen der Nachkriegszeit auch heute wieder stark gefährdet ist.

      Da fällt mir übrigens ein, dass auch der Spiegel überlegt sein "nicht mehr zeitgemäßes" Hochhaus zu verkaufen. Schade nur, dass dafür in den 60iger Jahren der alte "Dovenhof" (1884) von Rathausarchitekt Martin Haller abgerissen wurde. Er war das erste Kontorhaus in moderner Stahlskelettbauweise mit frei einzuteilenden Flächen in der Stadt. Und hatte auch noch den ersten Paternoster auf dem Kontinent. An seiner Stelle steht heute noch nicht mal das ganze Hochhaus - sondern an dessen Stelle liegt eher die Parkplatzfläche davor.

      Übrigens Abriss des Amtes für Strom- u. Hafenbau erfolgt laut Projektbroschüre Hafencity ( Stand 02/06 ) Ende des Jahres. Also ein paar Wochen um Abschieds-Fotos zu machen bleiben noch!
    • Vom alten Dovenhof habe ich schon viel gehört, aber noch nirgendwo Bildmaterial gefunden. Was aber in Hamburg vonstatten geht ist teilweise wirklich erschreckend. Aber hat sich die Stadt selbst nicht schonmal Freie und Abrißstadt Hamburg betitelt?
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • "Philipp" schrieb:

      Als ich letztens in Hamburg war, ist mir vor Entsetzen übel geworden. Da wird doch mit traumwandlerischer Sicherheit das letzte bißchen heile Stadtstruktur an der Elbpromenade bei den Landungsbrücken durch ein widerliches Hochhaus im Rohbau nun zerstört. Wie ein Fallussymbol ragt es als sichtbares Zeichen für die großartige Potenz von Investoren, Stadtplanern und Architekten aus dem Stadtteil St. Pauli mit seiner kleinteiligen Struktur heraus.


      Dank des 2. links von JHamburg wissen wir jetzt, worum es sich bei dem widerlichen Hochhaus im Rohbau handelt, Phillipp:

      Das ist Chipperfield's Empire Riverside Hotel. Na, Klasse! :gg:

      Dieses Projekt erscheint wohl wegen seiner Lage mit auf der Liste der geplanten Neubauten auf dem Bavaria Brauereigelaende. Man kann nur immer wieder dem Kopf schuetteln ueber die unzaehligen aber immer gleich wirkenden Variationen in der Kombination von zusammengesetzten Quadraten und Rechtecken, die in unattraktiven und nichtssagenden Gebaeuden resultieren. :(

      Und ganz herzlichen Dank fuer den Domplatz-Artikel, JHamburg! :)
    • Also erstmal, dieser Neubau auf Baufeld 3a ist ja wohl eine Komplettkatastrophe, wenn ich diese Fassade sehe. Wie nennt man sowas eigentlich, Post-Playmobil-Stil? Und wer findet eine derartige Augenbeleidigung eigentlich schön, ich kenne niemanden.
      Ehrlich, jeder einfache Betonbunker sieht besser aus. Ich wage kaum, mir vorzustellen, was man sich noch so ausdenken wird! Das ist einfach nur noch krankhaft.
      Das Hotel finde ich weniger schlimm, das ist immerhin nur gesichtslos.

      Hier sind Bilder vom Bereich Dovenfleet & Brandstwiete:
      http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/strassen/dovenfleet/index.htm\r
      www.bildarchiv-hamburg.de/hambur ... /index.htm
      http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/strassen/dovenfleet/index2.htm\r
      www.bildarchiv-hamburg.de/hambur ... index2.htm
      http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/strassen/brandstwiete/index.htm\r
      www.bildarchiv-hamburg.de/hambur ... /index.htm

      Die beiden Hochhäuser und vor allem die tristen Bereiche drumherum sind schon ein gräßlicher Schandfleck.