Saarbrücken - Abriss eines Jugendstilbaus

  • Natürlich. Zur Not würde ich den Fassadenschmuck sogar in meinem Keller zwischenlagern ( sofern soviel Platz ). Leider steht das Grundstück und damit auch das draufstehende Haus ( samt Fassadenschmuck ) im Eigentum des Investors.
    Solange dieser nicht die Zustimmung zum Abbau gibt läuft gar nichts. Und das diese Zustimmungen in der Regel nicht erteilt werden zeigt das Beispiel Friedrich Ebert Str. 87 in Leipzig. Damals lagen dort z.t. noch schönere Fassadenfragmente auf dem Schuttberg herum. Der Eigentümer hatte zur Bewachung eigens einen Sicherheitsdienst engagiert. Letztendlich sind die Stücke dann im Schredder gelandet.

  • Also, ich denke, daß man diesbezüglich doch sicher mit dem Investor reden kann. Es besteht doch gar kein Grund für ihn, unbedingt die Reliefs zerschreddern zu wollen. Zumal er ja wohl ursprünglich - wie ich oben gelesen habe - die Fassade durchaus zu retten gedachte. Hier geht es sicher einfach um Kontaktaufnahme und Kommunikation.
    Warum das in dem Leipziger Beispiel offenbar so schief lief (gibt es Fotos davon?), kann ich mir gar nicht erklären.
    Vielleicht wäre es diesbezüglich für die Bürgerinitiative wichtig, auch Kontakt zu anerkannten städtischen Persönlichkeiten (Regionalhistoriker, Leiter des Stadtarchivs oder Lapidariums, Denkmalschutzleiter...) aufzunehmen, die bei der Angelegenheit etwas Unterstützung geben könnten.
    Ich weiß vom Fall des ehemaligen Hallenbades in Offenbach, ein schlichter Jugendstilbau, der irgendwann Anfang der 1990er Jahre abgerissen wurde. Der zuständige Stadtarchivar rettete damals wohl in letzter Sekunde während den Abbrucharbeiten den Figurenschmuck über dem Eingangsportal. Durch seine Autorität wurde die Allegorie später an einer Hausecke des Nachfolgebaus angebracht. Ein gelungener Schmuck.

  • ^ Lt. Aussagen des Leipziger Rathauses wurden wichtige Fassadenteile der abgerissenen Friedrich-Ebert-Str. 81 geborgen und ins Schloss Trebsen bei Grimma gebracht. Dort werden Bauteile für eine (mögliche) Wiederverwendung gelagert. Zurück zum Thema...

  • Hallo allesamt.


    Frau Kolling vom Saarbrücker Bürgerforum hat mich gebeten die neuesten Entwicklungen in Sachen Viktoriastrasse zu veröffentlichen.


    "Am Mittwoch, dem 30.01.08 sind nun in der Sache Viktoriastraße vermutlich endgültig die Würfel gefallen. Die für den Bau des geplanten Kaufhauses und den damit verbundenen Abriss der Jugendstilfassaden notwendige Bebauungsplanänderung wurde in nichtöffentlicher Sitzung des Bauausschusses im Stadtrat mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen. Ein Schreiben an den späteren Mieter, die Firma C&A mit der Bitte, im eigenen Interesse auf eine Integration hinzuwirken, blieb bis heute unbeantwortet. Danke für die Hinweise der Forumsmitglieder zur Rettung / Verwendung des Fassadenschmucks. Wir werden über entsprechende Initiativen beraten."


    Der Abriss des Gebäudes wird vermutlich Mitte des Jahres beginnen.

  • Man ist des Krieges so muede- aber dass man einer kriegszerstoerten Stadt so etwas antut, sieht doch sehr nach Krieg aus.

  • Habe gerade von den diesjährigen Mai-Krawallen in Hamburg gelesen. ("Steinwürfe, eingeschlagene Scheiben, ..."):
    http://www.welt.de/hamburg/article1957140/Strassenschlachten_legen_Hamburg_lahm.html\r
    http://www.welt.de/hamburg/article19571</a> ... _lahm.html
    Ich plädiere in den nächsten Jahren für eine Verlegung der Veranstaltung nach Saarbrücken, direkt vor die neue gläserne Shopping-Mall... :lachen:

  • Leider reißen die Abrisse, die in letzter Zeit in der Stadt begonnen haben und ausnahmslos Altbausubstanz betreffen nicht ab.
    Nach dem Abriss eines Jugendstilgebäudes http://www.bing.com/maps/defau…&scene=10829666&encType=1 Bildmitte


    ist jetzt auch ein frühes klassizistisches Gebäude vom Abriss bedroht. http://www.bing.com/maps/defau…&scene=10830702&encType=1 Bildmitte.
    Umso schmerzhafter ist, dass es sich um ein Gebäude handelt, welches noch komplett in seiner Originalität dasteht und bisher durch keinerlei Umbaumaßnahmen verhunzt wurde.