Sehschule - Banalität des Alltags

  • Wäre schön... Köntnen Sie ggf. auch einen Kontakt in Striegau empfehlen bzw. nennen, wo Sie die Granitplatten bezogen haben? (vielleicht sogar eine Homepage der Firma?)

    Der Bauunternehmer, der unsere Freitreppe (vom Garten ins Haus) dem Original entsprechend wieder errichtet hat, hatte diese Granitplatten von einem Händler in Cottbus bezogen. Der Bauuntermehmer sagte mir, er sei in Polen (Niederschlesien) bei der Auswahl des Gesteins mit dabei gewesen.


    Wäre schön... Köntnen Sie ggf. auch einen Kontakt in Striegau empfehlen bzw. nennen, wo Sie die Granitplatten bezogen haben? (vielleicht sogar eine Homepage der Firma?)

    Für demnächst sind mit vom Bauunternehmer Unterlagen zum Steinbruch im heutigen Polen (Niederschlesien) zugesagt worden. Sobald ich diese erhalten habe, werde ich mich in der Sache melden.


    Im Internet findet man bei Google interessante Ausführungen zu den Steinbrüchen um Striegau:


    http://wiki-de.genealogy.net/Striegau_Granitindustrie

  • Zimmerner Straße 9, Rottweil, Baden-Württemberg


    Im Zustand Juli 2010:
    http://rottweil.net/frame/Ansi…rasse_9_10.07.2005_01.jpg


    Und nach missglücktem Umbau im Juli 2016:
    http://rottweil.net/frame/Ansi…7C-Kleinfeld/DP0Q0407.jpg

    Wann kommt hier der „Gefällt-mir-nicht-der-Knopf“ ?

    Herzliche Grüße


    Bilder von mir finden sich auch bei Wikimedia.

    Edited once, last by Wangener: Ominöser Tippfehler. ().

  • Um Himmelswillen...
    Als ich das Bild gesehen habe, dachte ich wirklich an einen Scherz.
    Die Anbauten wirken wie ein übles Geschwür.


    Edit.
    Ich frage mich immer noch, wer macht sowas?
    Ich verstehe es nicht.
    Ob der Bauherr damit glücklich ist?

  • Möglicherweise hat es sich der Eigentümer auch nicht so krass vorgestellt und hat sich einfach eine Erweiterung des Hauses gewünscht. Und dann ist so ein modernistischer Architekt dahergekommen, der seine Lebensaufgabe darin sieht, zu provozieren, dafür zu sorgen, dass seine Werke sich nicht zurückhalten und sich nicht einfügen, sondern auffallen - so scheinen es ja zumindest die heutigen Studierenden an den Hochschulen eingepeitscht zu bekommen. Und der hat dann das alte Haus vergewaltigt, weil ihm ja nichts heilig ist, sondern er im Grunde zerstören will, auch wenn er es sicherlich euphemistisch verbrämt und seinem unheilvollen Wirken einen anderen, dementsprechend verlogenen Namen gibt. Die Aufgabe des Bauherrn, wenn der überhaupt noch einen minimalen Sinn für Ästhetik hat, wäre es aber gewesen, so einen Plan zurückzuweisen. Da er das offenbar nicht getan hat, ist auch er mitverantwortlich für dieses abartige Zerstörungswerk. Man kann nur hoffen, dass dieses abartige Beispiel der Zerstörung des Straßenbildes dazu führt, dass Bauherr und Architekt die volle Ablehnung der Mitbürger erfahren, diese dieses Beispiel als mahnende Warnung wahrnehmen und sich schwören, selber nie so ein Verbrechen zu begehen, die vertraute Umwelt ihrer Mitmenschen mit so einem anstoßenden Machwerk zu verschandeln. Also wenn ich der Bauherr gewesen wäre und der Architekt wäre mit so einem Plan dahergekommen, dann hätte ich es lieber mit dem Architekten verborben als mit meinen Nachbarn. Möglicherweise ist der Eigentümer aber auch ein Kleingeist, der nicht weiß, was schön ist, und auf dieses widerliche Machwerk auch noch stolz ist.


    Wann kommt hier der „Gefällt-mir-nicht-der-Knopf“ ?

    Hier müssen wir uns wieder daran erinnern, dass in diesem Forum "gefällt mir" stets nur die Bedeutung hat, dass man sich dafür bedankt, dass der Beitrag geschrieben wurde. Ob man über das in dem Beitrag Berichtete froh ist, ist eine andere Frage. Und auch meine Danksagung geht natürlich an unseren Forumer zeitlos und keinesfalls an den Hauseigentümer. An dieser Stelle ist die Forumssoftware zu wenig flexibel, denn es wäre schön, wenn man diesen Text ändern könnte.

  • Mit dem Solardach kann ich leben, das ist zum einen langfristig wieder abbaubar und zum anderen schützt es das Gebäude für die nächsten 10 Jahre vmtl. vor Abriss. Schlimmer finde ich die hässlichen Fenster und die glatte Fassade sowie die Farbwahl. Aber immerhin hat man das Haus noch saniert...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • @Vulgow: Danke für die Beispiele.


    Für interessant, weil unsichtbar und individueller einsetzbar, halte ich aktuell zur Warmwassergewinnung ausschließlich das erste Beispiel, welches ziegelunterseitig angebracht wird. Über den tatsächlichen Wirkungsgrad gegenüber einer dachseitigen Anbringung lässt sich wiederum streiten. Zur Stromgewinnung ist das erste Beispiel jedoch ungeeignet und darum könnte es dem Besitzer wiederum in Zenos gezeigten Beispiel gehen. Die beiden weiteren Systeme in solch einem Fall einzusetzen, mag eine Lösung sein, aber in größeren Dimensionen gedacht sind sie das nicht, da sie der Regionalität der Dachlandschaften in ihrer Standardisierung nicht gerecht werden.


    Ein Handstrich-Biberschwanzziegel, der sowohl Warmwasser als auch Strom erzeugt, wäre DIE Lösung, aber die erinnert dann doch etwas an die eierlegende Wollmilchsau oder an den adäquaten Zuckerersatz, der nicht nur nach Zucker schmeckt und selbstverständlich kalorienfrei ist, sondern auch das Belohnungszentrum im menschlichen Hirn besänftigt. ;-)

  • Oh, das erinnert mich an das ehem Möbelhaus Fels in Hildesheim, was Hildi seinerzeit nach der Sanierung mal hier festgehalten hatte: Hildesheim Beide Klinkerfassaden waren hinter einer Verblendung verborgen und in einem fürchterlichen Zustand nach der Freilegung. Die Hildesheimer Nordstadt war (oder ist noch?) Sanierungsgebiet, da wurde gerade bei der Gründerzeitarchitektur viel rausgeholt.


    Das sah vor der Sanierung nicht viel anders aus als das Ding, was Heimdall fotografiert hat... Vom Vorzustand habe ich leider kein Foto gefunden.

  • Ganz lustig (aber in manchen Fällen auch liebenswert skurril) ist auch immer mal wieder die fast schon expressionistische Brandmaueransicht von gründerzeitlichen Bauten, deren Einbettung in einen ursprünglich geplanten Straßenzug wohl offensichtlich nicht fertiggestellt wurde.


    Ein Beispiel aus Mühlheim am Main, Mozartstraße:



    Dieses skurrile Häuschen hatte ich 2015 gepostet. Nun wurde es mit Styroporplatten zugeklebt. Auch der letzte Charme ist nun hin. Es bleibt nur noch Banalität.


  • Und natürlich wird das vulgär-geschmacklos angestrichene Haus in Hayingen von einem Autonarren genutzt. Mir scheinen oft jene, die besonders viel an ihren Kfz herumbasteln auch die zu sein, die gar keinen Sinn für Architektur und Stadtgestaltung aufbringen.

  • Hier mal vier Handypics aus der Straße Wackenberg in Essen. Auf dem ersten Bild kann man bei den hinteren Gebäuden erkennen, wie die offenbar gründerzeitlichen Siedlungsdoppelhäuser einstmals alle ausgesehen haben mögen. Auf den anderen Bildern sieht man die Ergebnisse nach diversen "Modernisierungen" bzw. Verschlimmbesserungen. Sie zeigen erstens, wie fatal es ist, wenn bei Doppelhäusern die Eigentümer zu viel eigenkreativen Willen entfallten, und zweitens, zu welchen Geschmacklosigkeiten mancher Zeitgeist imstande ist. Interessanterweise sind bei den von mir gefundenen Beispielen stets die linken Hälften der Häuser verschandelt worden, während die rechten Hälften noch halbwegs intakt waren, also wieder restauriert werden könnten. Was immer das einem sagen soll...






  • Noch dazu kommt ja die Tatsache, dass man durch die Verschandelungen nicht einmal mehr erkennt, dass es sich bei der verschandelten Hälfte um Gründerzeitler handelt(e). Es sieht beinah so aus, als hätte man einen Teil des ursprünglichen Hauses abgerissen und etwas Neues, Modernes drangeklatscht. Leider kein Einzelfall. :daumenunten: