Sehschule - Banalität des Alltags

  • "Stadtmensch", Du hast richtig erkannt, dass es sich bei Bild 2 um eine Nordfassade handelt.
    Sehr interessant der Link zu der Farbplanung der Firma STO. Hier dürften wir die Quelle des in meinen Augen geschmacklosen Übels gefunden haben.

  • Ganz lustig (aber in manchen Fällen auch liebenswert skurril) ist auch immer mal wieder die fast schon expressionistische Brandmaueransicht von gründerzeitlichen Bauten, deren Einbettung in einen ursprünglich geplanten Straßenzug wohl offensichtlich nicht fertiggestellt wurde.


    Ein Beispiel aus Mühlheim am Main, Mozartstraße:


  • Noch ein nettes Bildchen. Nein, keine Favela in Rio oder Soweto, sondern aufgeschnappt bei einem Besuch des daneben befindlichen Thomas Philipps Einkaufscenters, in dem es immer wieder tolle Angebote zum Schnäppchen-Preis gibt. Fasaneriestraße, Hainburg.



    :wie:

  • Eine seltsame Begegnung. Nachkriegsblocks, aber nicht mit schlichtem Satteldach, sondern mit Mansarddach. Möglichenfalls hat man nachträglich, um Wohnraum zu schaffen, aufgestockt bzw. aus dem Satteldach-Dachgeschoss ein besser nutzbares Mansard-Geschoss gebastelt. Frankfurt-Bornheim, An den Röthen.



  • In Polen sieht man soetwas öfter, sowohl bei Plattenbauten als auch postmodernen Gebäuden. Manche haben so schräge Proportionen, daß es schon wieder kurios ist.

  • Ein Fundstück. Ein Parkplatz, auf den kein Auto fahren kann. Der Zaun ist fest montiert und nach meiner Begutachtung auch nicht zu öffnen. Zufahrt unmöglich. Nun, vielleicht als Abstellplatz für ein Fahrrad (siehe Tür rechts) oder den Rasenmäher noch zu gebrauchen.
    Gefunden in Offenbach, Mühlheimer Straße, hinter dem Parkplatz von Burger King Drive Inn.
    Die Ursache? Genervte Eigenheimbewohner, die ultimativ verhindern wollen, dass Burger King-Besucher auf ihrem Privatgelände parken? Oder Streit ums Wegerecht über das Burger King-Gelände (denn nur so gelangt man zu den unbrauchbaren Parkplätzen)...
    :wie:


  • dass Burger King-Besucher auf ihrem Privatgelände parken

    und vielleicht auch, das die dort parkend ihre Mahlzeit zu sich nehmende Burger King Besucher die Speise - und Verpackungs- ) Überreste nicht in den Garten werfen. Eine Belästigung, der sich Anwohner von Fast-Food "Restaurants" regelmäßig ausgesetzt sehen müssen.

  • Das ist schon richtig, aber für diesen Fall hätte man ja ein zu öffnendes und zu verschließendes Tor errichten können. Einen durchgehenden Zaun aufzustellen ist allerdings eine recht radikale tabula rasa-Maßnahme. :zwinkern:

  • Wir müssten die rechtlichen Verhältnisse kennen. Sonst stochern wir hier im Nebel rum. Wer sagt denn, dass die Parkplätze überhaupt von den Besuchern des Schnellrestaurants benutzt werden dürfen? Da gibt es ja unzählige Fallgestaltungsmöglichkeiten.

  • Rat-Beil-Straße, Frankfurt am Main. Ein praktisch gekachelter Gründerzeit-Bau. Kann man immer mit Meister Proper schön sauber wischen...


  • Das gefällt mir, erinnert irgendwie an ein Bahnhofsklo. :D


    Wenn das in Schwaben stünde, wäre es sicher blitz blank (spätestens am Samstag zur Sportschau).

  • Ich bin eben über dieses Foto der südlichen Altstadt von Beckum (Westf., Kreis Warendorf) gestoßen. Beckum ist, wie man auch auf dem Foto sieht, größtenteils noch sehr gut erhalten, eine Altstadtsanierung wie in den westmünderländischen Städten hat es hier nie gegeben und auch im Krieg wurde lediglich der nördliche Stadtteil Neubeckum stärker getroffen.


    Doch ein Großteil der Bausubstanz wurde immer und immer wieder mit einfachsten Mitteln modernisiert, so dass viele Gebäude unansehnlich sind und auf kurz oder lang immer mal in das Visier von Investoren geraten könnten, die diese unansehnlichen Bauten abreißen und dort etwas Moderneres errichten könnten.


    Es wäre doch wirklich schön, wenn es Förderprogramme für die Wiederherstellung von Altbauten gäbe. Oft würden ja folgende Maßnahmen reichen:
    1. Neuanstrich (wo erforderlich)
    2. Holzsprossenfenster
    3. Wiederherstellung des Erbauungszustands (Ergänzung von wegmodernisierten Zierelementen), Wegnahme von vorgeblendeten Fassaden.


    Ein typisches Beispiel ist für mich dieses Altstadthaus, was ich schon vor einiger Zeit auf Immobilienscout entdeckt habe (ich hoffe, das ist jetzt keine unerlaubte Werbung?). An sich unspektakulär, aber immerhin ein Fachwerkhaus, vmtl. aus dem 19. Jh., dem in den 60er oder 70er Jahre (wie vmtl. seinen Nachbarn rechts und links) eine moderne Klinkerfassade vorgeblendet würde. Wie schön könnten viele Städte sein, wenn genau solche Häuser auf Käufer treffen, die optischen den Ursprungszustand bei moderner Haustechnik wiederherstellen.


    Ich vermute, vielen Hauseigentümern, inbesondere wenn sie ein Haus im verunstalteten Zustand erwerben, ist gar nicht bewusst, dass sie mit etwas Invest ein Schmuckstück zaubern können, stattdessen wird weiter modernisiert. Vielleicht ist es ja möglich, dass wir hier neben Rekonstruktionen auch private Sanierungen öffentlichkeitswirksam promoten - frei nach dem Motto "jeder kann etwas tun".

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hallo Booni,


    wenn es gestattet ist, möchte ich in aller Bescheidenheit auf die Restaurierung unserer alten Villa (Baujahr 1895) hinweisen. Bilder dazu sind hier im Forum unter Galerie Ost Brandenburg und dort unter Döbern zu sehen. Inzwischen wurde auch die Eingangstreppe vom Vorgarten zur Haustüre neu aufgemauert. Als Abdeckplatten der Wangen der Treppe konnten wir Striegauer Granit bekommen (Striegau ist heute polnisch und liegt bei Breslau, das ist nicht so weit weg von uns). Es handelt sich dabei um dasselbe Gestein, aus dem auch die originalen Treppenstufen bestehen, welche wir, da noch sehr gut erhalten, wieder verwendet haben. Vielleicht können wir mal ein aktuelles Foto der Treppe einstellen.

  • Vielleicht können wir mal ein aktuelles Foto der Treppe einstellen.

    Wäre schön... Köntnen Sie ggf. auch einen Kontakt in Striegau empfehlen bzw. nennen, wo Sie die Granitplatten bezogen haben? (vielleicht sogar eine Homepage der Firma?)

  • Ja genau. Das würde ich mir auch sehr wünschen. Mich stören immer ganz besonders die abgehackten Eckerker, auf denen die "Zwiebel" fehlt.


    Hier ist mal ein Beispiel aus Recklinghausen. Auf dem Bild sind gleich drei dieser Beispiele. Mit rekonstruierter Kuppel/Haube, wäre das Straßenbild doch gleich viel schöner.