Sehschule - Banalität des Alltags

  • Ich packs mal hierhin, denn eigentlich ist diese Vereinfachung und "Aufhübschung" mit "moderner" Kunst ja eine ästhetische Banalisierung des Gebäudes sondergleichen, und da es manchem Nutzer wohl nicht mehr auffällt, hier eine kleine Sehschule:


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    oben: gemeinfrei, unten: De-okin, wikimedia commons, CC BY-SA 3.0


    Freilich alles schon vor Jahren/Jahrzehnten passiert.

  • Ja, es ist natürlich eine Primitivierung. Wie, als wäre man nach Jahrhunderten künstlerischer Entwicklung des Abendlands wieder in der Steinzeit mit ihren Anfängen der Steinbearbeitung gelandet. Und das im rasanten Tempo, also innerhalb einer menschlichen Lebensspanne.

  • Ja, es ist natürlich eine Primitivierung. Wie, als wäre man nach Jahrhunderten künstlerischer Entwicklung des Abendlands wieder in der Steinzeit mit ihren Anfängen der Steinbearbeitung gelandet. Und das im rasanten Tempo, also innerhalb einer menschlichen Lebensspanne.

    Quasi das Stonehenge von Berlin! Rückwärts (in die Steinzeit) immer, vorwärts nimmer :lachentuerkis:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Total versaut.

    Solche pauschalen Kommentare lassen mich an diesem Forum verzweifeln. Als ob das ein Passant auf der Straße überhaupt registrieren würde. Aber jetzt ist das ganze Gebäude mit all seiner Pracht "total versaut"? Man kann es also nicht mehr mit Genuss betrachten?

  • Solche pauschalen Kommentare lassen mich an diesem Forum verzweifeln. Als ob das ein Passant auf der Straße überhaupt registrieren würde. Aber jetzt ist das ganze Gebäude mit all seiner Pracht "total versaut"? Man kann es also nicht mehr mit Genuss betrachten?

    Ich glaube das war ein Missverständnis: Der durchlauchtigste Kurfürst wollte anstatt „versaut“ doch sicher „verbaut“ schreiben und hat freud‘scher Weise nur den falschen Buchstaben erwischt. ?


    Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf. Ich finds mit Verlaub total „verhaut“.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Oft wird beklagt, dass in historische Gebäude zu große, bodentiefe Fenster gebrochen werden. Hier nun scheinbar das Gegenteil. In diesem alten Haus in Rüsselsheim, das gerade einen Anbau erhält, wurden nun die offenbar historischen hochstehenden Fenster zugemauert und gegen solche eher quadratischen Formate ersetzt. Günstiger? Warum auch immer...


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  • Diese grauen Fenster sind einfach immer wieder furchtbar. Und das breite Fenster auf der Giebelseite ist noch weitaus schlimmer. Ich will nicht wissen wie viele alte Häuser in Deutschland so verschandelt sind...

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Da kann man wirklich von einer Kaputtsanierung sprechen. Schlimm.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Und der Fassadenschmuck wurde nicht wegen einer Aussenisolierung entfernt, sondern rein um der Modernisierung Willen. An den Dachuntersichten erkennt man, dass keine Aussenisolation angebracht wurde.

  • An der wie hingesprayten Hausnummer erkennt man dass das alles pure Absicht war, es sollte einfach nur "neu" aussehen. Schade.

  • Kann man dem Bauherrn vom Stadtbild Deutschland Verein bitte die Tafel „Kaputtsanierung des Jahres 2022“ medienwirksam überreichen?! Irgendwie muss man die Leute doch einmal wachrütteln.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Kann man dem Bauherrn vom Stadtbild Deutschland Verein bitte die Tafel „Kaputtsanierung des Jahres 2022“ medienwirksam überreichen?! Irgendwie muss man die Leute doch einmal wachrütteln.

    Auch wenn das mit Negativpreisen so eine Sache ist, kann ich mir vorstellen, dass es Privatleute durchaus beeindrucken könnte.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hier mal was vom Brassertufer in Bonn für diesen Strang:


    Links, alte Steinmauer unter dem Kollegium Albertinum:


    Rechts, "moderne" Betonmauer unter dem in den 50er-Jahren neu aufgebauten Hotel Königshof:


    Beide Mauern liegen direkt nebeneinander:

  • Auch ein Vergleich, diesmal aus Bad Homburg. Im Vorbeifahren geknipst.


    Wohnungsbau der Gegenwart, Bauhaus-orientiert, aktuell...


    Bad Homburg


    ... und direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite Wohnungsbau der Vergangenheit, Heimatschutz-orientiert:


    Bad Homburg


    Na, was findet Ihr schöner und menschlicher?