Augsburg (Galerie)


  • Hofgartengitter und ehem. Forst- und heutiges Vermessungsamt von 1949/51



    von 1951 bis 2005 von der bayr. Staatsforstverwaltung als Forstdirektion Oberbayern-Schwaben genutzt (daher der bronzene Hirschkopf über dem Eingang), seit 2006 staatliches Vermessungsamt. Ein angenehmer Nachkriegsbau, der sich in die Umgebung einfügt.


    Ganz im Gegensatz dazu der benachbarte Straßenzug Im Thäle / Hafnerberg, mit baulicher und Aufenthalts-Qualität jenseits des absoluten Nullpunktes:

    Eine definitiv auch äußerst bemerkenswerte Wiederaufbau-Leistung, einen großartigen Straßenzug dermaßen neu zu bebauen (und eine gehörige Portion Hass auf das alte Augsburg gehört eigentlich auch dazu). Denkmalschutzwürdig auf jeden Fall auch...


    Blick vom Hof des staatlichen Vermessungsamtes auf die beiden Heiligkreuzkirchen, die auch noch irgendwann ausführlicher vorgestellt werden sollen (jenseits der Mauer die Kohlergasse):



    nordöstlich vom Hofgarten das ehem. Hofzahlamt, angrenzend die Marstallgebäude, heute auch zur Regierung von Schwaben gehörig, der hübsche nach S offene Hof leider unter der Woche mit Autos zugeparkt.


  • Quote

    Ganz im Gegensatz dazu der benachbarte Straßenzug Im Thäle / Hafnerberg, mit baulicher und Aufenthalts-Qualität jenseits des absoluten Nullpunktes


    In der Tat! Bei diesem Straßenzug hilft alleine wegreißen oder eine noch in der Erde schlummernde Sprengbombe. Jede Veränderung dürfte hier eine Verbesserung der baulichen Situation darstellen, selbst wenn man Zaha Hadid oder Coop Himmelb(l)au dort irgendwas hinrocken ließe (und das will was heißen). Schlimm, wie tief der Architektenstand sinken kann, die Welt mit solcher Scheußlichlichkeit zu belästigen.

  • Irgendwie fehlt mir das genügend sensible Organ, um qualitative Differenzen beim Augsburger Wiederaufbau wahrnehmen zu können. Was ist an dieser gezeigten Straße übler als das hier:

    Was soll man zu im Thäle/Hafnerberg ansonsten viel sagen? Natürlich inferior, keine Frage, aber derartige Stellen mussten bei diesem Zerstörungsgrad einfach kommen (wahrscheinlich sogar in unzerstörten, nicht "erhaltbaren" Großstädten), dergleich war nur im totalitären Polen vermeidbar. Viel schlimmer ist, dass sich der Wiederaufbau in zentralen, hinlänglich erhaltenen Quartieren wie hier oben einfach durch nichts hervorhob. Wobei es schwer zu sagen ist, was schwerer wiegt: der weitgehende Verlust der (anonymen) Altstadt oder das Fehlen von intakten zentralen Ensembles. Beide Umstände bewirken jedenfalls, dass Augsburg im europäischem Gesamtkontext trotz aller kunsthistorisch interessanten Einzelbauwerke kein übermäßiger Rang mehr zukommt.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited 2 times, last by ursus carpaticus ().

  • Der Unterschied zwischen einst und heute ist sicherlich im Bereich Im Thäle / Hafnerberg oder auch am Obstmarkt ganz besonders extrem, am Martin-Luther-Platz ist es schon allein aufgrund der zentraleren Lage aber natürlich genauso schwerwiegend, wobei am Martin-Luher-Pl. noch hinzu kommt, das das Stetten-Institut ja erst Ende der 60er Jahre für den Karstadt abgerissen wurde.


    Am Obstmarkt wurde ebenfalls ein über den 2. WK gekommenes Bürgerhaus, das Moschelhaus (Nr. 8), neben dem Kathanhaus in der Kaupzinerstr. das letzte mit barocken Fassadenmalereien, 1965 völlig sinnlos abgebrochen. Da klafft nach wie vor eine große Baulücke....

  • Außenansichten von Osten / vom Fronhof aus


    südwestlicher Teil mit Torbau z.t. nach 1902 ergänzt, vom Torbau nach N anschließend der Hauptflügel (ab 1743), von der Peutingerstraße aus gesehen


    1930er Jahre

    Bildarchiv Foto Marburg



    Im Eck zwischen Haupt- und Nordflügel der von der mittelalterlichen Bischofspfalz übernommene und nach 1944 etwas vereinfacht wiederhergestellte Pfalzturm.


    vor 1914

    Bildarchiv Foto Marburg



    Wappen des Fürstbischofs Joseph von Hessen Darmstadt über dem Hauptportal



    der Ehrenbalkon erinnert an den Besuch von Papst Pius VI im Jahr 1782



    auch der Nordflügel wurde 1751/52 neu errichtet


    Nordflügel November 1946

    Bildarchiv Foto Marburg



    Zwerchgiebel mit Trophäen


  • zwischendurch ein paar aktuelle Aufnahmen aus bereits teilweise gezeigten Ecken der Augsburger Altstadt


    Annastraße


    Annastraße, Bebauung Westseite auf Höhe des Stadtmarktes:


    nördliche Annastraße, Bebauung Westseite, ganz links die Nr. 12


    anschließend



    Hinter der Metzg / Leonhardsberg


    Der Platz Hinter der Metzg entstand nach 1945, dieser Bereich nördlich der Stadtmetzg wurde nach 1945 nicht mehr bebaut. Der Leonhardsberg Teil des nach 1945 durch die Altstadt gelegten W-O-Straßendurchbruches im Bereich starker Kriegszerstörung (bereits in den 1930er Jahren gab es dazu Planungen).



    Rechts Schmiedberg 6 (seit einiger Zeit leer stehend), in der Bildmitte die jüngst umgezogene Handwerkskammer, quer durchlaufend die nach 1945 durch die Altstadt durchgelegte W-O-Straße (hier Leonhardsberg), vorne der vor 1944 noch dicht bebaute Altstadtbereich und jetzige Platz Hinter der Metzg.

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    der ehem. Domkapitelhof Hinter der Metzg 12, m Hintergrund der östliche Teil von Schmiedberg 6, der 3 historische Bürgerhäuser nördlich stark beschattet und allein schon deshalb weggehört.



    Die zwei erhaltenen älteren Bürgerhäuser 13 und 15a (am Eck) aus dem 16./17. Jh. auf der Nordseite vom Schmiedberg, die Nr. 13 ein sog. Dreifensterhaus, die Nr. 15a am Eck zum Mauerberg mit der Gaststätte Grüner Baum, im Schatten des südlich gegenüberliegenden maßstabslosen Nachkriegsbau Schmiedberg 6. Links von Nr. 13 ein angepasster Nachkriegsbau.



    einer der im Altstadtbereich auch nicht wenigen sich einfügenden neueren Bauten am Schlachthausgässchen:


    Hinter der Metzg 7 (westlich der Stadtmetzg) mit Eckerker:

  • Beim Pfaffenkeller


    im Bereich der Domstadt


    Die 1956 eingeweihte Jugendherberge existiert nicht mehr. Ein mir gar nicht zusagender Nachkriegsbau weniger. Mal sehen was nachfolgt...


    Die Jugendherberge wurde 1955/56 anstelle des im Krieg zerstörten Künstlerhofes errichtet. Der Künstlerhof war 1925/26 in typischem „Zwischenkriegsstil“ erbaut worden. Erhalten hat sich davon lediglich eine bronzene Mädchenfigur, die nach 1945 in die Anlagen am Roten-Tor-Wall umziehen durfte.



    Beim Pfaffenkeller, Blickrichtung NNO


    Hier das jüngst abgebrochene Jugendherbergshaus (Aufnahme von Februar 2010):



    die große Bebauungslücke schafft neue, ungewohnte Blickwinkel, hier Richtung Mittleres Pfaffengäßchen (querlaufend) und erhaltenen Teilen der Nordmauer der Domstadt (14. Jh.)




    zwei Domherrenhäuser, Mittleres Pfaffengässchen 21 und 23, beide im Kern 16. Jh.



    früher / heute
    Beim Pfaffenkeller nordwärts, die Straßenlaterne als erhaltener Anhaltspunkt:

    Bildarchiv Foto Marburg



    die gleiche Straßenlaterne auch hier nochmals:

    Blickrichtung O zu einem Turm der Stadtbefestigung aus dem 15. Jh., nach dem Augsburg-Band der Denkmäler in Bayern „im 19. Jh. die Sternwarte von St. Stephan, deren Charakter als Belvedere in Stahlbauweise 1989 rekonstruiert wurde“. Die Zwiebel gehört zu St. Maximilian.


    Richtung Schulgebäude am Inneren Pfaffengäßchen, mit St. Elisabeth (der Bau mit dem Dachreiter, nach 1945 errichtet) und Dom

  • Besten Dank, Markus, für die Bilder des gegenwärtigen Zustandes! Interessant vor allem der jetzt mögliche Blick auf die nördliche Mauer der Domstadt, die sieht man ja sonst kaum. Wenn ich daran denke, dass ich den Abbruch der Jugendherberge schon seit vielen Jahren erwartet habe ... (oder war es eher eine heimliche Hoffnung?)

  • Es gibt noch keine konkreten Planungen für dieses Jugenherbergsgelände? Zumindest auf eine akzeptable Dachgestaltung sollte man in dem Bereich doch hinwirken.

  • Mir ist zu dem Jugendherbergsgelände nichts bekannt, erwarte mir aber eigentlich auch nur ein weiteres Wohngebiet, das nicht in die Altstadt passt, sondern außerhalb hingehört (vgl. Am Schwalbeneck, Bei St. Barbara, Armenhausgasse).

  • Ein weiterer wie üblich wenig erbaulicher Vergleich einst und heute:


    Stephansplatz mit Benediktinerstift, Kirche und Gymnasium


    1900/40

    Bildarchiv Foto Marburg


    Unglaublich, wie sich eine der großartigsten Städte Europas an allen Ecken und Enden dermaßen verhunzen kann...


    Statt dem wunderbaren Gebäude mit Wellengiebel und Eckerker steht heute dieser fürchterliche Kasten („die Poesie einer Stadt“), 1x mehr wie kann man nur...:


    So sah Kloster und Kirche Mitte Oktober 1946 aus:



    die beiden vorangegangenen Aufnahmen: Bildarchiv Foto Marburg


    Das Äußere der Kirche 1950/51 in vereinfachter Form wiederhergestellt, der Turm 1966, im selben Jahr wurde das Kircheninnere neu gestaltet und zwar derart, das ich bei meinem einzigen Besuch dort 1) schnell wieder draußen war und 2) vergaß zumindest eine Innenaufnahme zu machen.


    Innen vor 1914


    nach 1944


    Mitte Oktober 1946



    die vorangegangenen 4 Aufnahmen: Bildarchiv Foto Marburg

  • Ein wenig mehr aus der nördlichen Altstadt (Mitte April 2011)



    Herwartstraße 3, ein recht originelles Gründerzeithaus a la Volkhartstraße, weitere im Umfeld überstanden 1944 nicht


    Nebenan ein Haus, das ich recht interessant fand, scheint in jüngerer Zeit wie ich finde nicht negativ mit Balkonen und Aufbau versehen worden zu sein:



    Andere Straßenseite, der Blick von der Herwartstraße (über die sich von O gesehen recht eindrucksvoll aufbauende Stadtmauer) auf den Stadtgraben, eine recht idyllische und weniger bekannte Ecke Augsburgs.



    Stadtgraben und Stammhaus der Papierfabrik Haindl (Dach in der Bildmitte), selbiges spätklassizistisch, hinterhalb türmt sich MAN auf


    Benanchbart die N-spitze der Altstadt, der Lueginsland:

    darauf ein idyllisch gelegener Biergarten


    südlich unterhalb nicht weniger idyllisch Kleingärten:



    auch das ist Augsburg, Am Lueginsland 5 mit Tordurchfahrt a la Dinkelsbühl o ä., neuerdings wieder mit Fensterläden (macht sich doch gleich viel besser...)





    und noch als Zugabe:

    Rathausplatz im Sommer 2011 (mit einigen Grausamkeiten und weiteren ausgeblendet)

  • Noch ein paar Ergänzungen zu den bereits eingestellten Bildern aus der nördlichen Altstadt.



    Stadtmauer an der Thommstraße Richtung SW mit Turm von St. Georg im Hintergrund


    Das 1924/25 an Stelle eines von Elias Holl umgebauten Torbaus errichtete Fischertor:




    der kurze Straßenzug Herrenhäuser nach N mit geschlossener Reihenhausbebauung. Für Weber errichtet, entsprechend mit hochliegenden Kellern.



    Georgenstraße, Südseite:



    von der Georgenstraße zweigt nach S die Sebastian-Kneipp-Gasse ab, hier die W-Seite mit den beiden ins 16. Jh. zurückgehenden Giebelhäusern Nr. 11 und 13


  • Sebastian-Kneipp-Gasse 8



    Nr. 6a, wie die Nr. 8 aus dem 16. Jh.


    Auf dem Kreuz 22, Ecke Sebastian-Kneipp-Gasse:



    Auf dem Kreuz 30 und 28, die benachbarten Gebäude haben 1944 nicht überlebt, dort der übliche Nachkriegsschund




    Auf dem Kreuz ostwärts, April 2011, in tiefster Trauer um die Trauerweide :sad:


    http://www.abload.de/img/06img_1758_auf_dem_krer90v.jpg


    Auf dem Kreuz, rechts die Nr. 15 wohl irgendwann nach 1945 modernisiert, nicht in der Denkmalliste:


    Unteres Kreuz F321, 1903, heute Auf dem Kreuz 15

    Bildarchiv Foto Marburg

  • Quote

    Insgesamt empfinde ich aber Augsburg schon noch als eines der interessantesten Städteziele Deutschlands, wenn nicht Europas.

    Nach meinem ersten Besuch Augsburgs teile ich diese Auffassung Markus'. Bisher konnte ich die Begeisterung, die zB Zeno oder eben auch Markus für diese Stadt empfanden, nicht ganz nachvollziehen.
    Eine Barockstadt (oder wie immer man diesen seltsamen Stil nennen will- nicht einmal Manierismus scheint zu passen) unter vielen, schlecht erhalten bzw wiederaufgebaut.
    Jetzt sehe ich es auch so wie Markus. Gewisse Dinge muss man eben selber gemacht oder selber gesehen haben, da reichen keine Bilder oder keine Beschreibungen. Nehmen wir einfach das Ensemble aus Rathaus und Perlachturm, millionenfach photographiert, aber in der Realität einfach hinreißend.
    Dazu die prachtvolle Maximillianstraße, zwei herrliche Großkirchen und eine gar nicht so kleine und überraschend intakte, sehr originelle Altstadt (Lechviertel u kleinere Randgebiete bzw Enklaven), einige großartige Ensembles ("Fuggerplatz"), bedeutende Museen und eine weitäufige Innenstadt, die auch an ihren hässlichsten Ecken für Überraschungen gut ist.
    Markus' Bildergalerie ist eher ein gnadenloses Sündenregister eines verfehlten Wiederaufbaus als eine Dokumentation der Schönheiten dieser Stadt. Als solches natürlich gut und richtig, sollte es nicht von einem Besuch abhalten.
    Was den von Markus erwähnten europäischen Kontext betrifft, würde ich Augsburg in eine Liga mit Gent, Erfurt oder Krakau stellen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    Was den von Markus erwähnten europäischen Kontext betrifft, würde ich Augsburg in eine Liga mit Gent, Erfurt oder Krakau stellen.


    Wo stünde dann erst ein unzerstörtes Augsburg mit völlig intaktem Rathaus- und Metzgplatz, Kessel- und Obstmarkt, einer tatsächlich durchgehend vollkommenen Maximilianstraße, sämtlichen alten Häusern an der Karolinen- und Jakoberstraße, störungsfrei in den Bereichen Grottenau und Hafnerberg...


    Hast du viele vorzeigbare Bilder auf deiner Schwabenreise gemacht?

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • (A) Wo stünde dann erst ein unzerstörtes Augsburg mit völlig intaktem Rathaus- und Metzgplatz, Kessel- und Obstmarkt, einer tatsächlich durchgehend vollkommenen Maximilianstraße, sämtlichen alten Häusern an der Karolinen- und Jakoberstraße, störungsfrei in den Bereichen Grottenau und Hafnerberg...


    (B) Hast du viele vorzeigbare Bilder auf deiner Schwabenreise gemacht?



    (A) Auch in derselben Liga, vielleicht ein paar Ränge weiter oben. In Ulm hab ich die für mich neue Erfahrung gemacht, dass Quantität nicht ad infinitum steigerbar ist. Vielleicht liegt es bloß daran, dass ich nur mehr noch an ostdt. oder böhm. Städte gewöhnt bin, dass ich eine richtig große westdt. Altstadt gar nicht mehr aufzunehmen fähig bin. Was zB in Ulm übrig geblieben, war für einen Besichtigungstag genug (und ich war ziemlich fleißig). Vielleicht hat mich deshalb die Neue Mitte so wenig gestört?


    Jedenfalls ist Quantität nicht so ein Kritierium, und in Augsburg ist außerdem wirklich sehr viel erhalten. Nicht mal zwei Tage reichten mir für diese Stadt. Sicher gehört das Zentrum um Rathaus/Maximillianstraße/ Karolinenstraße ordentlich gestaltet, aber as wird über kurz oder lang (wohl eher Letzteres) ja passieren müssen.




    (B) Kein einziges. Ich reiste mit leichtem Gepäck, hatte einfach nicht mit soviel Begeisterungsfähigkeit meinerseits gerechnet. Heut tut s mir eh leid...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ursus, es freut mich sehr, dass du so einen positiven Eindruck von A und U hast. Vielleicht die ersten Zeichen fuer einen ziemlich weniger dogmatischen Standpunkt in Bezug mit Deutschen Grosstaedte und Mittelsstaedte, die schwer zerstoert wurden? Ich habe A noch nicht besucht, aber U kenne ich ziemlich gut. Die Strassen und gassen noerdlich dem Muenster und im Donauviertel (inkl. Fischerviertel, Kronnenstrasse usw) sind superb. Ich halte auch UNM fuer eine gelungene Loesung fuer


    die "Wueste" inmitten der Ulmer Altstadt.

  • Weser


    Ich glaub, dass wir Ulm ziemlich gleich beurteilenl Ich glaub nicht, dass meine Beurteilung des Wiederaufbaus sich ändern wird. In A blieb halt mehr erhalten.Wie geschrieben, vermittelten mir Markus' Bilder ein zu pessimistisches Bild. Bezüglich Würzburg oder Nürnberg etwa wusste ich ja eigentlich immer, worüber ich schrieb. Und Ulms Neue Mitte war mir schon von den Bildern her nicht unsympathisch gewesen, wie ich eigentlich generell die aktuelle Art des Bauens (von "Stil" zu sprechen, wäre übertrieben) über jene der eigentlichen Wiederaufbauzeit stelle, die für mich ein einziger Tiefpunkt war. So gefällt mir auch jene zeitgemäße Neugestaltung jenes Hauses in der nördlichen Maximillianstraße nicht so schlecht - für mich ist das eine sogar wirkungsvolle Verbesserung (wenngleich es an dieser Stelle natürlich nur Rekos geben dürfte). Ich war sogar über jenen wirklich schlimmen Abschnitt sogar überrascht, auch den 60er-70er Jahr-Bildern sieht diese zentrale Stelle im Innenstadtgefüge viel schrecklicher aus.


    Zeno


    Der Elias-Holl-Platz ist übrigens kein authentischer Alt-Augsburger Platz, sondern erst im Zuge von Abbrüchen im späten 19 Jh (und der wohl gleichzeitigen Errichtung jenes nördlichen Historismusgebäudes) geschaffen worden. Das westlichste Haus halte ich eigentlich für einen (gelungenen) Neubau, womit bewiesen wäre, dass nicht alles am Wiederaufbau schlecht war. Der Platz hat sein Erscheinungsbild wiederholt geändert, der heutige Zustand ist natürlich befriedigend, aber nicht das Optimum: in der Zwischenkriegszeit befand sich auf ihm eine herrliche, schlossartig-noble Gartenanlage. Es erscheint mir interessant, dass das Rathaus ursprünglich auf keiner Seite für eine umfassende Frontalansicht ausgerichtet war.


    Eigentlich fehlen mir so gut wie alle Augsburger Kirchen (bis auf die beiden großen natürlich). A hatte Glück, dass die beiden Großkirchen nicht viel abbekommen hatten, und in Anbetracht dieses Umstandes ist die Wiederaufbaubilanz verheerend: im Falle von St. Moritz kann man sogar von einer zweiten Zerstörung sprechen (ich glaube, dass mir nicht einmal Wiederaufbau-Advokat Gil widersprechen würde, auch die minimalisierende Neugestaltung wird da nichts Wesentliches ändern, wenngleich sicher die domenicanische Plumpheit abmildeern), viele kleinere Kirchen wurden, wie ich jetzt lese, im Inneren völlig aufgegeben, eine mittelgroße sogar teilweise von außen. Ein einmaliger Fall in Bayern! Dass ich St. Georg und die beiden Heiligkreuzkirchen ich leider gar nicht besucht habe, ist sicher schade (der modernen Chorgestaltung von Kath. HK hätte ich vielleicht sogar etwas abgewinnen können), aber um A umfassend in zwei Tagen abzuklappern, erfordert viel Disziplin (und ertwas weniger Durst cheers:) ).


    Ansonsten sollte man in A auch die Museen besuchen (was ich an sich nicht gerne tue): Schätzler-Palais ist Pflicht ("leider" recht umfassend, sogar Znaimforscher kommen auf ihre Rechnung), ditto auch das röm. Museum. Beide sind mit schönen barocken (und auch renaissancezeitlichen) Interieurs verbunden, also von architektonischem Interesse. Die Fuggerei ist heute auch ein Museum, wenngleich mE alibimäßig, um den Eintritt zu rechtfertigen. Weder die Schauräume noch die (wie zu erwarten sehr zeitgeistigen) Darstellungen des Luftkrieges sind von besonderem Interesse. Maximillianmuseum hab ich mir geschenkt, der frei zugängliche Innenhof mit den Originalbrunnenfiguren ist natürlich Pflicht. Leider war ich nicht in den Wassertürmen drinnen, wodurch mir auch schöne Renaissancearchitektur entgangen ist, und auch den kleinen Goldenen Saal ließ ich mir entgehen. Sogar auf das Interieur der Fuggerhäuser hab ich vergessen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited 2 times, last by ursus carpaticus ().