Karlsruhe

  • Über den Bau an sich will ich mich gar nicht äußern. Aber hier wurde mal wieder völlig unsensibel ein Neubau in einen historischen Straßenzug, zumindest ein kleines Ensemble, hineingeklotzt. Das ist der eigentliche Skandal. Wette, es ging wieder nur um Profitmaximierung, denn der Neubau ist ja auch höher ausgefallen, als der vorherige Bestand. Zumindest einen angepassten Bau hätte man verlangen dürfen, wenn nicht gar eine Fassadenrekonstruktion. Das aber ist sch... :angry:

  • (...) Moderne Dutzendware, die so ähnlich als Füllbauten in niederländischen Vororten stehen. (...)

    Also, ich wohne nur 40 Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Aber solche Bauten sind mir drüben noch nie aufgefallen. :tongue:


    Der Abriss der Hofdrogerie ist natürlich indiskutabel. Und daß die Sanierung der Bausubstanz so unwirtschaftlich gewesen sein soll, daß dafür der Denkmalschutz aufgehoben wurde, ist naturgemäß albern. Da sind wir aus Leipzig ganz andere sanierungsfähige Ruinen gewohnt. Wie Heimdall schon erwähnte, stecken ganz andere Motivationen dahinter.


    Trotzdem denke ich, daß es mit einem Neubau durchaus schlimmer hätte kommen können.

  • Ob es mit dem Neubau durchaus schlimmer hätte kommen können, sollte nicht der Maßstab sein. Festzuhalten ist, dass der Neubau sich nicht in den Strassenzug einpasst und das obwohl offensichtlich versucht wurde sich der Größe des Nachbargebäudes (links) anzupassen und auch die Bögen im Erdgeschoss "zietiert" wurden.


    Nicht nachvollziehbar ist für mich der Abruch der Hofdrogerie. Die Karlruher Innenstadt wirkt nicht durch herausragende Einzelgebäude, sondern das Ensembel Fächerstadt. Bedingt durch Krieg und die Abbruchwellen der 70 ger und 80 ger Jahre ist es schon zu vielen Verlusten an historischen Bauten gekommen. Es sollten die noch bestehenden daher auch erhalten werden. Die Hofdrogerie machte in den Jahren vor dem Abruch zwar einen etwas heruntergekommen Eindruck doch war es keinesfalls eine nicht zu sanierende Ruine. Der Grund für den Abriss ist demnach sicher nicht in der Bausubstanz zu suchen gewesen.

  • Umso wichtiger, dass Durlach einen eigenen Thread erhält. Die 1938 nach Karlsruhe zwangseingemeindete Stadt bildet trotz ihrer mittelalterlichen Struktur mit einem sehr schönen geschlossenen Stadtbild ein Schattendasein hier im Forum.

  • In Karlsruhe steht ein Kulturdenkmal nach § 2 DSchG, versteckt in einer Seitenstraße, dass bald abgerissen werden soll! Es handelt sich um das Franz-Rohde-Haus. Einst entworfen vom Architekten Otto Bartning, ist es heute ein gut geführtes Pflegeheim für Senioren. Die Landesheimbauverordnung sieht ab 2019 nur noch Einzelzimmer in Pflegeheimen vor. Das Haus auf Einzelzimmer umzurüsten, sei nicht wirtschaftlich, sagt man allenthalben. Die untere Denkmalschutzbehörde musste den Abriss auf Grund der Vorlage einer Wirtschaftlichkeitsprüfung genehmigen. Auch der vorliegende Garten mit alten, teilweise unter Naturschutz stehenden Bäumen, soll zerstört werden. Eine Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt des Denkmals ein. http://www.rettet-franz-rohde-haus-karlsruhe.de Dort gibt es auch einen Link zu einer Online-petition, bei der Unterschriften gesammelt werden. Bis Ende August 2016 läuft die Petition aus. Teddy hat auch unterschrieben! Wer mag, ist herzlich eingeladen, sich ebenfalls zu beteiligen.

  • Quelle: https://haus-edelberg.de/category/aktuelles/

    Quote

    Senioren-Zentrum im Schloss Augustenburg ab 2020 in neuem Kleid



    So soll unser Haus Edelberg Senioren-Zentrum im Schloss Augustenburg nach Abschluss der Bau- und Sanierungsarbeiten, wenn alles nach Plan läuft, im Jahr 2020 aussehen. Beim Siegerentwurf des Kölner Architektenbüro „d.n.a. trint + kreuder“ bleibt lediglich der historische Mittelbau erhalten, die Nord- und Südflügel werden abgerissen sowie wiedererrichtet und auf der Nordseite wird ein dreistöckiger Neubau entstehen.

  • Hier gibt es Bilder von dem Neubau eines Büro- und Geschäftshauses am Marktplatz (Kaiserstraße) von Lederer Ragnarsdóttir Oei. Mit seinen Arkaden und traditioneller Gestaltung gehört es zu den positiven Beispielen neuer Architektur in der Fächerstadt. Jedenfalls fügt es sich in Maß und Proportion ausgezeichnet in das historische Umfeld ein. Eventuell wird auch das gegenüberliegende Nachkriegsgebäude in naher Zukunft durch einen Neubau ersetzt, der dann hoffentlich die gleiche Qualität hat.


    Büro- und Geschäftsgebäude Karlsruhe

  • So sah der offenbar denkmalgeschützte Vorgängerbau aus:
    http://www.bilder-speicher.de/…ity.php?id=10011700542030


    Ein älterer Bericht zum Kaiser-Karree:
    http://www1.karlsruhe.de/Aktue…w.karlsruhe.de/index_html


    Aber wir sollten Lederer Ragnarsdóttir Oei trotzdem nicht übers Klee loben. Sie haben den Neubau anstelle der abgerissenen Hofdrogerei zu verantworten.


    Ersatz für Hofdrogerie: harsche Kritik der Weinbrenner-Gesellschaft
    https://www.ka-news.de/region/…sellschaft;art6066,767922


    http://www.peter-hartleb.de/Ex…nen/Karlsruhe/Kaiser2.htm


    http://www.archlro.de/de/proje…aus-karlsruhe?order=years

  • Karlsruher Marktplatz: Hallo Tristesse!


    Keine klassische Pflasterung mehr, keine Schinkelleuchten mehr. Die Stadtverwaltung Karlsruhe hat ihre Pläne für die Neugestaltung des Marktplatzes vorgestellt. Leider möchte man offenbar einen erheblichen Kontrast zu den umgebenden historischen Bauten schaffen. Pflasterung, Laternen und Bänke werden minimalistisch modern.



    https://presse.karlsruhe.de/db…PN5kETlnmgt3UrhrfTJ3Fl2kU

  • Vollkommen unverständlich, wie man auf so etwas kommen kann.


    Wurden die Schinkellaternen verramscht um die U-Strab zu finanzieren? Kam Lompscher auf Stippvisite vorbei und gab Anregungen aus der Hauptstadt, wie man hippe Kontraste kreiert?

  • Einfach nur peinlich. Was sitzen für Leute in unseren Parlamenten, daß so ein lächerlicher Entwurf für so einen herausragenden Platz akzeptiert wird? Von den "Landschaftsarchitekten" ganz zu schweigen, die es überhaupt erst wagen, so etwas abzuliefern. Und die Presse berichtet auch noch brav darüber.


    Hier sollte die Reise wieder hingehen (aus der Gegenrichtung gesehen).


    Erfreulicherweise bringt sich die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft in letzter Zeit immer häufiger ein und hat die geplante Neugestaltung des Marktplatzes schon kommentiert:

  • Ich würde hier vorschlagen, die Pflasterarten zu tauschen.
    Also das Kleinpflaster anstelle der Großplatten und umgekehrt, den Kleinpflasterweg mit Großplatten zu belegen.
    Außerdem "Schinkelleuchten" statt dieser Baumarktspargel und mehr Bäume und nicht nur Kübelpflanzen.
    Bei Temperaturen über 40 °C im Sommer ist das mehr als notwendig. Die vorgesehenen Bänke sind aber ganz OK.

  • Ich finde, die Bänke sehen aus, wie zusammengezimmerte Paletten. Einem klassizistischen Platz mehr als unwürdig. Nein. Klassische Bänke, Schinkelleuchten und ortstypisches kleinteiliges Pflaster, statt Granitplatten von der "Iberischen Halbinsel".


    Eine kleine Präzisierung zu meinem Seitenhieb auf den Stadtrat: Zum Thema Großherzog-Ludwig-Brunnen waren in der Presse folgende Stellungnahmen der Fraktionen zu lesen:


    Die CDU beantragte die Gestaltung des Brunnens in seiner ursprünglichen Form. Stadträtin Rahsan Dogan (CDU): „Es wäre die einmalige Chance, den Marktplatz wieder so herzurichten, wie er früher ausgesehen hat.“


    Auch die Kult-Fraktion möchte, daß sich die Gestalltung des Marktplatzes an Weinbrenners Plänen orientiert [Anm.: Orientierng kann ein weiter Begriff sein]. Stadtrat Lüppo Kramer (Kult) will aber auch „die Bürgerschaft einbeziehen.“


    SPD-Stadtrat Michael Zeh meint dagegen: „Wir stellen nicht den original Weinbrenner-Marktplatz wieder her.“


    Und schließlich behauptet Baubürgermeister Michael Obert (FDP, seit September 2018 im Ruhestand), dessen Dezernat für den von Stuegert gezeigten Entwurf verantwortlich zeichnet, der Marktplatz werde „so nah an Weinbrenner sein, wie seit 120 Jahren nicht mehr.“

  • Was lässt sich in diesem Stadium ganz konkret seitens Stadtbild Deutschland e.V. noch für den Karlsruher Marktplatz zum Besseren lenken?


    Die nicht repräsentativen Reaktionen in den sozialen Medien zeigen im Gros ein vernichtendes Urteil auf den vorgelegten Entwurf der Stadtverwaltung Karlsruhe.

  • Ich war erst gerade letzte Woche in Karlsruhe. Ich muss zugeben, ich kenne die Stadt sehr wenig, allerdings kann ich einige Bilder der aktuellen Situation am Marktplatz beitragen, die die jetzige Situation zeigen, wobei es aufgrund des Weihnachtsmarktes jetzt nicht vergleichbar mit den Visus ist.
    So wie es aktuell aussieht, stehen auf dem Marktplatz aktuell auch einige Lampen rum, die man gerne erstetzen kann, weil vermutlich aus den 70-ern




    Südlicher Markt



    Bis auf zwei oder drei historische Leuchter habe ich ehrlich gesagt am Platz nichts gesehen außer diese 70-er Jahre Laternen




    Um ehrlich zu sein, würde ich eine Pflasterung des Platzes schon als extreme Aufwertung wahrnehmen, ich gehe auch davon aus, dass man die zwei historischen Leuchter an der Ostseite stehen lässt und nur die furchtbaren Nachkriegsmasten ersetzt.


    Weitere Bilder zu Karlsruhe gibt es in der Galerie
    Karlsruhe (Galerie)


  • Der Marktplatz wurde in den letzten Jahren komplett aufgerissen, um die bis dahin dort oberirdisch fahrende Straßenbahn zu verbuddeln. Der jetzige Zustand ist nur vorübergehend.
    Vor der Baumaßnahme befanden sich weit mehr als die zwei, drei historischen Leuchter auf dem Platz (ebenso war der Platz bereits geflastert und nicht geteert), es gab keine "furchtbaren Nachkriegsmasten".
    Die Platzgestaltung zuvor war eigentlich zufriedenstellend und sicher um Längen besser als die nun von der Stadtverwaltung vorgestellte.

  • Hier sieht man schön wie der Platz noch vor einigen Jahren ausgesehen hat. Die Pflasterung war wunderbar und vollkommen der historischen Umgebung angepasst.
    http://rundumsicht.com/wp-cont…enstadt-Springbrunnen.jpg
    http://rundumsicht.com/wp-cont…-Marktplatz-2000x1000.jpg


    Quelle: http://rundumsicht.com/sph%C3%A4rische-panoramen-karlsruhe/



    Huch, die neue Farbgebung des Rathauses kannte ich noch gar nicht.
    Sehr gewöhnungsbedürftig...

    Also da kann mir doch keiner erzählen, dass das die historische Situation war und das Rathaus deshalb in den Farbtopf gefallen ist.


    So verunstaltet man den Platz Stück für Stück modernistisch... den Entscheidungsträgern geht jegliches ästhetische Feinempfinden ab. Wie so oft heutzutage...