Berliner Abrisse

  • Der Volksbank-Abriß ist sehr schmerzhaft, denn was dort entstehen soll, ist monotone Banalität.
    Es war ein markantes, optisch ansprechendes Gebäude, und nahm mW auf den ebenfalls runden Vorgängerbau Bezug.
    Es paßte sehr gut dort auf die Ecke.
    Diese Ecke wird nun grausig verhunzt im Stil von Retro-60er-Monotonie.

  • Sehr schade, der 80er-Jahre-Bau hatte doch Charakter trotz seiner Zweckgebundenheit. Der geplante Neubau ist keinesfalls irgendwie herausragend und wirkt für mich wie ein Baukastenentwurf. Dass in der "westlichen Innenstadt", als die das Areal um den Bahnhof Zoo anscheinend gilt, noch Büroräume benötigt werden, kommt mir eher unwahrscheinlich vor. Ich vermute eher, dass bezahlbare Wohnungen eine größere Dringlichkeit hätten. Die sind aber natürlich nicht so lukrativ...

  • Einiges an Tabula Rasa im Westen.


    LIetzenburger Straße N°78 ist weg, die N°80 links daneben wird folgen.


    Die Maßnahmen erfolgen im Zuge der Neugestaltung des Ku'damm-Karrees.


    Nürnberger Straße N°68


    Budapester Straße, ehem. Volksbank-Grundstück gegenüber dem Zoo-Aquarium. Jetzt verdeckt nichts mehr die ultimative Schäbigkeit der Umgebung.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited once, last by Mantikor ().

  • Oha, ist ja ganz an mi vorbei gegangen, dass es beim Kudamm Karree endlich losgeht. Na mal schauen, wie lange das dauert und vor allem was dabei rauskommt...

  • Der Görlitzer Bahnhof im Jahr 1961:



    Foto: Landesbildstelle

    Durch die Kämpfe Ende April 1945 war auch das Bahnhofsgebäude beschädigt worden. Am 29. April 1951 wurde der letzte Vorortzug nach Königs Wusterhausen abgefertigt. Einen Tag später übernahm die elektrische S-Bahn diese Verbindung über Ostkreuz, ohne West-Berlin zu durchfahren.
    Nach dem Wegfall des Zugverkehrs wurden die Gebäude auf Betreiben des damaligen Bausenators Rolf Schwedler trotz Protesten der Bevölkerung Kreuzbergs in den Jahren zwischen 1961 und 1967 schrittweise abgebrochen. Begründet wurde dies mit dem Ziel der Neubebauung des nicht mehr benötigten Bahngeländes, die jedoch niemals erfolgte.[...]

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • In Berlin soll das ehemalige Wohnhaus von Hans Poelzig - entworfen von seiner Frau Marlene - wohl abgerissen werden, um einem größeren Wohnhaus Platz zu machen. Ein Denkmalschutz ist nicht vorhanden, obwohl z. B. die Gartengestaltung, entworfen von Hermann Mattern, Kurt Foerster und wohl auch Herta Hammerbacher erhalten ist. Durch spätere Änderungen im Haus 1954 sei dieses nicht mehr als ursprüngliches Bauwerk erkennbar, sagte 1990 die Denkmalsbehörde.


    Berliner Zeitung

  • In der letzten Woche wurde in Berlin in Moabit das ehemalige Hansa-Theater abgerissen.


    Hansa-Theater


    Es lag im Hinterhof, daher war der Abriss vor der Öffentlichkeit nicht sichtbar.


    Das Theater hat zuletzt einige Jahre leer gestanden und es scheint wohl keine Zukunft gegeben zu haben


    Der Besitzer des Hauses wird dort Wohnungen errichten.


    Hansa-Theater


    Heute gab es im rbb dazu einen Beitrag:


    https://www.rbb-online.de/aben…a-theater-abgerissen.html

  • In den 90iger Jahren hab ich da selber mal drinnen Klavier gespielt....daß dieses wertvolle Kleinod nun abgerissen ist - unglaublich :crying:

  • Schade ums Hansa Theater.Gerade solche Veranstaltungssäle und dazu noch Historische im Hinterhof

    machen eine Stadt interessant.Wohnungen alles gut und schön aber dafür wurden auch schon in der Vergangenheit viele noch erhaltene Traditionsreiche und Geschichtsträchtige Gebäude geopfert.(z.B.Alter Sportpalast.....Hansa Theater.Sicherlich das nicht nur in Berlin.

  • Köpenick - Müggelheimer Straße N°13/Wendenschlossstraße ist offenbar akut gefährdet.

    Ansicht bei Google StreetView

    Ausgerechnet das schönste Haus in der trostlosen Nahumgebung! :augenrollengruen:


    Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus mit Antwort:

    Abriss oder Denkmal? Markantes Eckgebäude Müggelheimer Straße 13,12555 Berlin: Warum wurde die Denkmal-Würdigkeit nicht zuerkannt?

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die Denkmalbehörde scheint desinteressiert, die "Senatsverwaltung für Kultur und Europa" (auch eine tolle Kombination) antwortet immerhin, wenngleich eher lustlos. Und warum der Eigentümer das Haus abreißen will, ist doch klar. Erdgeschoss, 1. Stock, eventuell ein ausgebautes Dachgeschoss. Die umgebenden Häuser aber haben teils vier Etagen + Dachgeschoss. Da klingeln die Dollar-Zeichen in den Augen. Ein schönes Haus zu erhalten, interessiert so jemand doch nicht, wenn ein neuer SUV lacht.

  • Vielen Dank, dass Du darauf aufmerksam machst, Mantikor! Das wäre in der Tat wirklich schlimm!

    Hier ist noch die Aussage der Eigentümerin, dass ein "zeitnaher Abriss" geplant sei. Die Aussage müsste gemäß dem zeitlichen Verlauf von August oder Anfang September sein.

    Dieser gut dokumentierte Vorgang zeigt einmal mehr, dass der von den Denkmalbehörden zu verantwortende mangelnde Schutz gründerzeitlicher Architektur gravierende Konsequenzen für unsere Städte hat.

    Der Ortsverband Berlin von Stadtbild Deutschland wird gegen diesen drohenden Abriss protestieren.

    Das nach dem ersten Aktiven-Treffen des Ortsverbands formulierte Fernziel ist für uns, eine Unterschutzstellung aller vor 1933 errichteten Gebäude in Berlin zu erreichen - durch die Ausweitung oder Neueinrichtung von Denkmalbereichen, oder durch eine entsprechende Erhaltungsverordnung. Bis dahin ist es natürlich ein langer und steiniger Weg.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Die Denkmalbehörde scheint desinteressiert, die "Senatsverwaltung für Kultur und Europa" (auch eine tolle Kombination) antwortet immerhin, wenngleich eher lustlos. Und warum der Eigentümer das Haus abreißen will, ist doch klar. Erdgeschoss, 1. Stock, eventuell ein ausgebautes Dachgeschoss. Die umgebenden Häuser aber haben teils vier Etagen + Dachgeschoss. Da klingeln die Dollar-Zeichen in den Augen. Ein schönes Haus zu erhalten, interessiert so jemand doch nicht, ....

    Ich muss hier mal einen Stab für die Denkmalbehörden brechen: Die "Macht" der Denkmalpflege wird maßlos überschätzt. Die Unteren Denkmalschutzbehörden sind Teil der Verwaltung und weisungsgebunden ihren Vorgesetzten, den Politikern gegenüber. Die Landesdenkmalämter sind Fachbehörden, die beraten und nicht frei sind von Einflussnahme von außen. Desinteresse vorzuwerfen ist häufig unfair, wenn man bedenkt was für Kämpfe die oft im Kleinen ausfechten müssen.

  • Ich muss hier mal einen Stab für die Denkmalbehörden brechen: Die "Macht" der Denkmalpflege wird maßlos überschätzt. Die Unteren Denkmalschutzbehörden sind Teil der Verwaltung und weisungsgebunden ihren Vorgesetzten, den Politikern gegenüber. Die Landesdenkmalämter sind Fachbehörden, die beraten und nicht frei sind von Einflussnahme von außen. Desinteresse vorzuwerfen ist häufig unfair, wenn man bedenkt was für Kämpfe die oft im Kleinen ausfechten müssen.

    Sehe ich komplett anders. Das Landesdenkmalamt in Hessen ist z. B. schon über 40 Jahre alt. Trotz dieser langen Zeit des Wirkens gibt es immer noch tausende, schützenswerte Bauten aus der Zeit vor 1920, die bisher nicht erfasst wurden. Auf der anderen Seite werden mit einem hohen Eifer Bauten aus den 50iger, 60iger und 70iger Jahren erfasst und unter Schutz gestellt. In Interviews mit den Denkmalschützern wird regelmäßig die Begeisterung für diese Bauepoche deutlich. Zufall? Oder sind die Denkmalschützer ideologisch auf die Moderne fixiert?

  • Das Landesdenkmalamt in Hessen ist z. B. schon über 40 Jahre alt. Trotz dieser langen Zeit des Wirkens gibt es immer noch tausende, schützenswerte Bauten aus der Zeit vor 1920, die bisher nicht erfasst wurden. Auf der anderen Seite werden mit einem hohen Eifer Bauten aus den 50iger, 60iger und 70iger Jahren erfasst und unter Schutz gestellt. In Interviews mit den Denkmalschützern wird regelmäßig die Begeisterung für diese Bauepoche deutlich. Zufall? Oder sind die Denkmalschützer ideologisch auf die Moderne fixiert?

    Genau so scheint es zu sein. Wobei es sicherlich erhebliche Unterschiede von Stadt zu Stadt gibt. In Potsdam beispielsweise werden auch Gründerzeitbauten regelmäßig weitgehend oder annähernd originalgetreu wiederhergestellt und genießen offensichtlich keine geringere Wertschätzung als Bauten anderer Epochen. In Leipzig mag es ähnlich sein. In Berlin hingegen ist die Situation so, dass beispielsweise die Wohnsiedlungen der Weimarer Zeit zu über 90%, der weit überwiegende Anteil gründerzeitlicher Häuser jedoch, obwohl älter, überhaupt nicht unter Denkmalschutz steht. Abrisse von Gründerzeitlern werden anscheinend leichthin akzeptiert, wie man an verschiedenen Beispielen der letzten Jahre belegen kann. Unterschutzstellungen bei unmittelbarer Abrissgefahr erfolgen nur widerwillig (Beispiel Wilhelmsaue 17), oder werden ganz abgelehnt. Wobei Denkmalschutz in Berlin auch bedeutet, dass ein Abriss weitgehend ausgeschlossen ist.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir