Berlin - Schloss Monbijou

  • Novaearion: Vielen Dank für die Visualisierung, das ist sehr hilfreich! So kann man es sich viel besser vorstellen!
    Also ich würde wie gesagt die langen Galerien weglassen und die niedrigen Neubauten an der Straße abreißen und in die Ecke das Schwimmbad packen. Evt. Blockrandbebauung zur Straße hin als Abschluß, aber nicht tief. Und zur Spree hin ein Lungholago, damit man in lauen Sommernächten dort schön sitzen kann.

  • Gibt es eigentlich ein Modell von Schloss Monbijou? Das wäre mE der erste kleine Schritt hin zu einem künftigen Wiederaufbau.

    Falls es das nicht geben sollte:


    So etwas wäre doch wirklich mal ein erster Schritt! Als Verein könnte man das doch mal ernsthaft ins Auge fassen, hat danach etwas "handfestes" und könnte dies in einem Schaukasten vor Ort (mit bruchsicherem Glas..) ausstellen und das Schloss somit überhaupt in das Bewusstsein der Menschen rücken - und ein bisschen Werbung für den Verein machen, ganz klar.

  • Was ist eigentlich mit den Exponaten des Hohenzollernmuseums passiert? Gibt es ein Museum über die preußische Köningslinie mit ihren Thronen, Kutschen, Kronen etc., so wie man es in manch anderem deutschen Königreich sehen kann oder ist alles in Kriegs- und Sozalistenwirren unter- oder verlorengegangen?

    Einiges ist noch in Familienbesitz der von Preussen und der von Hohenzollern:
    Preussen.de

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • Wer hätte vor 20 Jahren von uns gedacht, das bald wieder an historischer Stelle ein zu großen Teilen in den alten Abmessungen ein Schloss natürlich anders genutzt entsteht und warum sollte es nicht möglich sein das gleiche mit dem Schloss Monbijou zu versuchen. Gerade in der heutigen Zeit wo jeder sieht das moderne Architektur ( zu mindestens in Berlin ) nicht das"Gelbe vom Ei " ist..Also erfreuen wir uns an einigen Bildern vom Monbijou und träumen Mal. Übrigens kann man im Schloss Charlottenburg einen Teil der Kroninsignien des Königreichs Preußen sehen.






  • Hohenzollernmuseum im Schloss Monbijou


    Büstengalerie


    Wagenhalle

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich finde es erschütternd, wie wenig dieses Schloss im allgemeinen Bewusstsein ist. Man muss immer erst eine Simulation mit Planen hinstellen, bis die Leute kapieren, dass das überhaupt mal was war. Das Ausradieren von Bauwerken ist eben immer auch ein Auslöschen von Bewusstsein.

  • Bereits vor drei Jahren wurde von mehreren Diskutanten dargelegt, dass es völlig unrealistisch sei, derzeit auch nur von Ansätzen einer Rekonstruktion auszugehen. Einfach eine Seite zurückblättern. Möglichenfalls ist das vergessen worden.
    An der politischen und gesellschaftlichen Situation hat sich seitdem nichts geändert.

  • Seit dem 9. November vergangenen Jahres gibt es im Schloss Charlottenburg eine Ausstellung zum preußischen Königshaus. Einbezogen sind auch die preußischen Krönungsinsignien. Die Kutschensammlung aus Monbijou wird in der Schlossremise Paretz gezeigt. Zahlreiche Zeugnisse der Hohenzollern und ihrer Sammlungstätigkeit finden wir in den erhaltenen preußischen Schlössern in Berlin und Brandenburg sowie in den Sammlungen der königlichen Museen (heute Staatliche Museen zu Berlin). Besonders nahe kommt man den Hohenzollern auch im Berliner Dom.


    William Pape, Aufbahrung Wilhelms I. im Berliner Dom (1888), Dommuseum (Foto: JoJan, CC-BY-3.0)


    Das Foto ist nicht besonders gut. Das großformatige Gemälde William Papes hat mich bei einem Besuch des Berliner Dommuseums richtig ergriffen. Nicht nur Anton von Werner war ein großartiger Historienmaler, auch Pape verstand sein Handwerk.


    Adolph Menzel, Begegnung Friedrichs II. mit Kaiser Joseph II. in Neiße im Jahre 1769 (1855/57), Alte Nationalgalerie, gemeinfrei


    Nähere Informationen zu Menzels Bild, das in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel ausgestellt ist, gibt es hier. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dieses großformatige Gemälde 1953 als Geschenk der Volksrepublik Polen in die DDR kam. Es hatte vorher zum Bestand des Breslauer Museums gehört.


    Dies sind zwei Beispiele für die vielen Orte, an denen wir den Hohenzollern nahekommen können. Die Schlösser und Museen freuen sich über jeden Besucher.

  • Zumm Einwand zu Bild 2:


    Der Siegfried heute ohne Bildtafeln . Gibt es dazu Informationen, ob die Bronzetafeln bei der Umsetzung, im Krieg als Metallreserve oder später verschwanden?


    Bismarck-Denkmal


    Ach ich sehe, das Foto wurde heraus genommen, trotzdem würde es mich interessieren.


    Ich habe bei der Urania vor einigen Jahren einen Vortrag zum Schloss Monbijou gehalten (123 takes in 90 Minuten) dazu auch massenhaft BIlder verwendet und Grundrissdetails zu den jeweiligen Räumen. Ich würde ja hier Massen von Fotos einsetzen können, aber leider ist mir das mit dem jetzigen Verfahren zu zeitaufwendig!

  • Diese Frage kannst Du Dir rasch selbst beantworten, indem Du in diesem Thread ein wenig zurückblätterst und liest. Du wirst entdecken, dass darüber nun schon auf sechs Seiten ausgiebig diskutiert wurde.


    Es reicht sogar, wenn Du nur eine Seite zurückblätterst.

  • Nun, ein bisschen Schloss Monbijou wird ja schon nachgebaut. Und zwar in meiner Werkstatt. Ich hatte es schon in einem anderen Thread vorgestellt: das Hohenzollernmodell. Für die, die es nicht gesehen haben, hier die Hintergründe: Das sogenannte Hohenzollernmodell wurde etwa 1660-1670 in Amsterdam gebaut. Anfang des 18. Jahrhunderts gelangte es nach Berlin und in Besitz der Hohenzollern, von daher der Name. Welches Schiff der niederländischen Flotte dargestellt war, ist nicht bekannt, es fuhr aber das Wappen Wilhelm des II von Oranien am Heck. Eine frühe Beschreibung des Modells besagte "... das Modell stand mit stark zerstörter Takelage auf dem Boden des Stadtschlosses...". Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Modell ins Schloss Monbijou gebracht und dort ausgestellt.






    Alle Bilder sind gemeinfrei.
    1943 wurde das Hohenzollernmodell zurück ins Berliner Schloss gebracht in der Hoffnung, dass es hier vor den Bomben sicher sein würde. Leider wurde das Schloss im Februar 1945 schwer getroffen und das Modell vollständig vernichtet.
    Seit 2013 arbeite ich an einer Kopie des Modells:




    Ich persönlich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Schloss Monbijou mal nachgebaut wird, dafür ist der Park viel zu beliebt.


    Peter

    Heilen ist besser als Wunden offenhalten!

  • Ich persönlich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Schloss Monbijou mal nachgebaut wird, dafür ist der Park viel zu beliebt.


    Peter

    In Dresden und Potsdam waren die Widrigkeiten höher, Flächen bebaut... Hier geht es nur um ein paar Bäume und ein Schwimmbad.

  • Aber, worauf beziehst Du Dich in Dresden und Potsdam? Auf den Neumarkt und auf das Potsdamer Stadtschloss? Der Neumarkt war nicht bebaut, sondern eigentlich eine Kriegsbrache mit der Trümmerruine der Frauenkirche. Der Platz am Potsdamer Stadtschloss war nur mit einer Theater-Bauruine belegt, die man leicht abreissen konnte.
    Beide Plätze waren bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt, sondern eher Un-Orte.


    Ansonsten hinkt der Vergleich. Die Bevölkerung und deren Mentalität in Berlin ist eine andere als in Dresden und - teils - in Potsdam. Zudem sind die Projekte in Dresden und Potsdam zu einer anderen Zeit beschlossen worden. Heute wären sie vermutlich noch schwieriger zu realisieren.


    Die Bezirksverordnetenversammlung in Mitte besteht aus: SPD 14, Grüne 14, Linke 10, CDU 7, AfD 5, FDP 3, Piraten 2. Bezirksbürgermeister ist Stephan von Dassel von den "Grünen", über den dieses Jahr die Morgenpost verlautbarte: "Bezirksbürgermeister von Mitte: Neues Schloss ist `grausig´: Das wiederaufgebaute Schloss an der Museumsinsel kommt bei Stephan von Dassel nicht gut an. Er hätte sich etwas Modernes gewünscht." (Quelle hier)


    Und in bei einem solchen geistigen Klima seien seinerzeit in Dresden und Potsdam "die Widrigkeiten höher" gewesen? Diese Politiker werden also dem Alternativ- und Hipster-Publikum ihre beliebte Grünanlage nehmen, um diese mit einem weiteren Schloss, womöglich mit Hohenzollern-Museum, zu bebauen?


    Eigentlich erübrigt sich die Frage.


    Ich hatte eine Seite zuvor einen Kompromiss ins Gespräch gebracht. Aber dieser wäre wohl nur mit einem Investor realisierbar. Der geplante Kaufhausumbau am Hermannplatz zeigt indes, dass Investoren in Berlin nicht immer beliebt sind:

    Quote from Heimdall

    Möglichenfalls wäre ein Kompromiss erzielbar. Man errichtet das Schloss nur in der ursprünglichen Größe wieder, also vor den Knobelsdorffschen Anbauten. Der Park bleibt großenteils bestehen, wird aber durch einige Zierpflanzen-Anlagen im ursprünglichen Stil aufgewertet. Im Park entstehen einige moderne Pavillons für ein neues Kinderbad.
    So würden alle Gruppen zufrieden gestellt werden: Die Rekonstruktionsfreunde, die Modernisten, die Schwimmbad-Besucher und die Erholungssuchenden, welche innerstädtische Grünflächen lieben. Man müsste nur durch ein visuelles Konzept zeigen, dass sich durch eine Neugestaltung ein Mehrwert für alle Berliner ergäbe.

  • Der Trick in Berlin ist, man macht eine Bretterwand um das Gelände, dann geht alles.


    Eine Teilrekonstruktion reicht vollkommen.

  • Genau, diese Bretterwände sind überall sozial akzeptiert. Ist halt ne super Plakatierungsfläche... Nach kurzer Zeit Gewöhnungseffekt, und dann kanns auch schon losgehen mit dem Wiederaufbau. ;) Selbst den meisten Berlinern dürfte der Unterschied kaum auffallen.


    Und das Klientel im Monbijoupark ist Berlin-Mitte jetzt auch nicht unbedingt würdig, ehrlich gesagt.