Wiederaufbau der Garnisonkirche

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    • Also ganz ehrlich, wenn wie von der evangelischen Kirche gefordert das Kirchenschiff keine Rekonstruktion werden soll sondern "irgendwas mit Bruch", dann ist es mir lieber, das Rechenzentrum bleibt erstmal stehen.

      Ich nehme an, wenn der Turm und der Vorderteil der Kirche erstmal fertig sind, wird es schon arg seltsam aussehen mit dem dadran gequetschten Rechenzentrum und dann wird man vielleicht nochmal eher über den Fall nachdenken, anstatt es immer weiter nach hinten zu verschieben.

      Aber wie gesagt - bevor da irgendein scheußliches modernes Etwas drangebaut wird (mit Keil drin oder sowas) und den Zustand für die nächsten 50 Jahre zementiert, lieber noch einmal abwarten.
      Benötigt würde ein Geldgeber, der sagt "ich finanziere das Kirchenschiff, aber nur wenn es original getreu rekonstruiert wird, hier ist das Geld" und dann wird direkt gehandelt und das Schiff in kurzer Zeit hochgezogen. Ansonsten fürchte ich eine Verschandelung der Garnisonkirche, schlimmer noch als das Rechenzentrum.
    • Auf den optisch-ästhetischen Effekt hoffe ich auch. Das gilt aber für alle Projekte in Potsdam, die noch nicht in trockenen Tüchern sind (z.B. Staudenhof).

      Eine große Schwierigkeit sind in meinen Augen auch die GEFÜHLTEN Mehrheiten in Potsdam. Erste Umfragen in Potsdam zur anstehenden OB Wahl haben z.B. gezeigt, dass die Krawalltruppe um Boede und Szilleweit nur auf 10% kommt, sich aber gibt als hätte man die Wahl bereits gewonnen.

      Wir müssen endlich aufhören zu glauben, dass wenn wir uns immer zuvorkommend verhalten und den Schreihälsen ein Stück weit entgegen kommen würden die scheinbare Mehrheit der Gegner uns endlich respektieren. Sie werden immer gegen uns sein. Egal wie weit wir der Künstlerszene entgegen kommen.

      Deswegen sage ich es jetzt klipp und klar. 2023 ist SCHLUSS mit Lustig!!!!! Wir haben uns lange genug von der Politik, die der Stiftung das Grundstück ja überschrieben hat, auf der Nase rumtanzen lassen.

      Lasst uns jetzt den Turm erstmal fertig bauen und danach Boede und Trauth, sowie sie nach der verlorenen Wahl noch ein Bein auf die Erde kriegen, beweisen, dass man ein leerstehendes Rechenzentrum und den schönen barocken Turm eben NICHT zusammen denken kann. Herrn Schubert traue ich genug unverblendeten Grips zu, dass er im Nachhinein erkennt, dass seine Äußerungen doch etwas leichtfertig waren.
    • Nur um das klarzustellen: die ev. Kirche wird das Kirchenschiff nicht bauen, auch nicht "mit Bruch".

      Das Büro Hilmer, Sattler & Albrecht hat schon vor zwei Jahren mit 80 Millionen Euro dafür gerechnet und preisindiziert wären das heute fast 100 Millionen. Das willl die KIrche nicht ausgeben und hierfür wird sich keine Mehrheit innerhalb der Kirche finden. Angesichts dessen, was am Markt gerade passiert, glaube ich dass es sogar schwer wird den Turm hinzustellen, weil die Baupreise durch die Decke gehen.

      Das Problem besteht in der Peu-à-peu-Sanierung des RZ. Jetzt werden schon in Summe ca. 750.000 Euro in Brandschutz und sonstige Ertüchtigung gesteckt (ca. € 150/qm Nutzfläche). Eine Komplettsanierung kostete heute ca. € 2.500/qm NF. Wenn z.B. die Heizung ausfällt wären weiter 1,5 Millionen fällig.

      Wenn nach den 5 Jahren keine Nutzung für das Kirchenschiff mit Geld und Investor da ist wird die Stadtpolitik sagen: jetzt haben wir schon soooo viel Geld reingesteckt, dann können wir es auch ordentlich zuende sanieren.

      Hinzu kommt dass auch zur Aufstellung der denkmalgeschützten Mosaike des RZ jede Idee fehlt.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Nun lasst den Turm doch erst mal gebaut sein. Das RZ wird sich daneben so bescheiden ausmachen, dass die Stimmung ganz schnell kippt.
      Und was die Sanierung angeht - soweit ich weiß, müssen die Sanierungskosten auf die Miete umgelegt werden. Wenn das tatsächlich so teuer wird wie vermutet, wird gerade bei der peu-à-peu-Sanierung irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo sich keiner mehr die Miete leisten kann (oder will). Und spätestens dann wird kein weiteres Geld mehr hineingesteckt werden, denn wenn die lieben Stadtverordneten auf etwas achten, dann ist das der schnöde Mammon...
    • Konstantindegeer schrieb:

      Wenn nach den 5 Jahren keine Nutzung für das Kirchenschiff mit Geld und Investor da ist wird die Stadtpolitik sagen: jetzt haben wir schon soooo viel Geld reingesteckt, dann können wir es auch ordentlich zuende sanieren. Hinzu kommt dass auch zur Aufstellung der denkmalgeschützten Mosaike des RZ jede Idee fehlt.
      Diese Befürchtung habe ich auch, und die Neudenker und die von ihnen instrumentalisierten Künstler werden alles tun um das Rechenzentrum irgendwie am Leben zu erhalten. Damit werden dann leider Fakten geschaffen.
      Von daher sollte die Idee eines Konzerthauses weiterverfolgt und ernsthaft durchdacht werden, Konstantin hat den generellen Bedarf dafür bereits verdeutlicht. Ich persönliche fände die Idee von einer "Garnison-Philharmonie" (gut, das klingt nicht so sonderlich prickelnd, sagen wir "Havel-Philharmonie") durchaus faszinierend. Von mir aus könnte auch - dem Zeitgeist entsprechend - irgend ein "architektonischer Bruch" im Spiel sein, wenn es gelänge, zumindest das Kirchenschiff irgendwie architektonisch aufzugreifen. Und die DDR-Mosaike könnte man im Foyer des neuen Konzerthauses aufstellen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kralle ()

    • ...wenigstens diesen Klotz werden sich die Anarchisten (hoffentlich) nicht krallen (können)...
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Inwieweit zumindest ein Teil dieser"Künstler" im RZ mit diesen linken Mitteneudenkern um Tomszack/Boede verwoben sind weiß ich nicht.Klar ist aber,dass diese Leute seit dem sie sich es im RZ gemütlich gemacht haben von Anfang an bis heute nie ein wirkliches Interesse an einer anderen neuen Wirkungsstätte für sich hatten und haben.(Wer die Geister ruft......)
      Diese "Kreativen" sind dafür immer nur ständig am Kritisieren und Fordern, aber,"Kreativ"sich auch mal ernsthaft Gedanken und Vorschläge der Stadt gegenüber zu machen kam und kommt ihnen nicht in den Sinn.
      Kralle,das müsste dann aber schon ein riesiges Foyer sein um da die 18 großen Wandmosaike wirkungsvoll unterzubringen.
    • Herr Herrmann schrieb:

      Diese "Kreativen" sind dafür immer nur ständig am Kritisieren und Fordern, aber,"Kreativ"sich auch mal ernsthaft Gedanken und Vorschläge der Stadt gegenüber zu machen kam und kommt ihnen nicht in den Sinn.
      Das kann ich nicht ganz so stehen lassen. Es gibt sie tatsächlich. Die Künstler im RZ die die Idee der Stadt dankend annehmen und weiter denken. Ob das die Mehrheit der Kreativen ist möchte ich nicht unterschreiben, aber es gibt doch sehr vernünftige unter Ihnen.

      Hier deren Website architektur-potsdam.de/
    • Knobeldorfff 92,das sind sehr interessante Ideen,die aber leider in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt sind. Ja,so stellt man sich eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreativen vor.Es ist auch eigentlich zu erwarten das die Hauptinitiative von diesen Kreativen selbst zu ihrer eigenen weiteren Zukunft ausgeht.Aber offensichtlich gibt es in den eigenen Reihen der Kreativen auch genug Bremser die gegen die Stadt und Stiftung bewusst arbeiten.Und das schlägt sich am Ende auf alle Kreativen in der Öffentlichkeit negativ nieder.
    • Offenbar hat hier noch niemand die Reaktion der Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche hingewiesen, nachzulesen auf deren Webseite:

      garnisonkirche-potsdam.de/aktu…n-zusagen-muessen-gelten/

      "Das Rechenzentrum steht zum Teil auf dem Grundstück der Garnisonkirche. Die Stiftung hatte zugestimmt, die Nutzung durch Potsdamer Kultur- und Kreativschaffende um weitere fünf Jahre zu unterstützen – unter der Bedingung, dass danach eine solche nicht mehr zur Debatte steht."
      "Man muss sich auf das Wort der Stadt verlassen können“, betonte der Vorsitzende der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam. „Verträge sind einzuhalten, Zusagen müssen gelten“, sagte Dombert.
      Die Stiftung scheint also nicht bereit zu sein, die Nutzung des Rechenzentrums über 2023 hinaus weiter zu tolerieren.
      Ich frage mich, wenn sich die Stiftung querstellt, ob die Mietverträge mit den Künstern dann gekündigt werden müssen, da die Stiftung ja Miteigentümer des Grundstücks ist.
    • Bitte zur 0B-Wahl gehen!

      Wenigstens einer der OB-Kandidaten setzt sich noch für eine komplette Kirche ein und gibt sich nicht mit einem kastrierten Turm zu frieden.

      Erschreckend dafür die Aussage des SPD-Kandidaten: als OB will der nicht im Kuratorium der Stiftung Mitglied sein! Na ja, ob das so vom Nachteil für die Stiftung ist?... Eher für bestimmte Einwohnerkreise der Stadt. ;)

      Artikel jetzt frei lesbar in der MAZ.

      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Neu

      Erbse,ich denke es ist für die allermeisten Potsdamer Wähler nachrangig ob ein OB Kandidat nun für Erhalt oder gegen Erhalt von DDR Bauten ist.Am wichtigsten sind für sie die alltäglichen Dinge die sie persönlich betreffen zb.Verkehr, Vereine ,Wohnen, Miete Kitas, Schulen usw.
      Klar,wir Foristen würden den Kandidaten wählen der sich hinter die aktuellen Planungen zur historischen Mitte stellt und sie weiter unterstützt.Aber so denkt nicht die Potsdamer Wählermasse .