Wiederaufbau der Garnisonkirche (Baugeschehen, Architekturgeschichte)

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    • Also ich habe schon einen Entwurf für das südöstliche 8-Eckenhaus gesehen. Eine ziemlich vollständige Rekonstruktion - da bin ich schonmal etwas beruhigter. Allerdings auch ein völlig bizarres Modell. Ich denke, die 8-Ecken-Kreuzung wird das schwierigste, da die Aufweitung der Ebertstraße die einst intime und doppelsymmetrische Kreuzung zu einem ellipsoiden Ort verzerrt. Ob man da mit den Ecken noch eine Fassung hinbekommt?

      Das zweite Neuralgikum ist sicher die sog. "Fuge", d.h. das nur 3 Meter breite "Haus", dass zum Los des Plögerschen Gasthofes vulgo Kommandantur gehört. Hier haben die Ausschreibungsbedingungen nicht zur "zeitgenössiche Architektur" gefordert sondern auch "glänzende Materialien wie Glas oder Stahl" zugelassen. Ich befürchte da einen hinterleuchteten Störfall wie den "Verbinder" des Potsdam-Museums, das Windelbandsche Haus.

      Kann einer von den Mods diese Diskussion verschieben? Die Diskussion über die Neubauentwürfe der Potsdamer Mitte wird uns wahrscheinlich 4 Jahre und länger begleiten...
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Wenn es wohl auch nur noch eine Formalität war - die allerletzte Hürde ist heute auch überwunden:

      "Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, bewilligt zwölf Millionen Euro. Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam hat den schriftlichen Bescheid heute erhalten."

      garnisonkirche-potsdam.de
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • Bei der Diskussion um den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist ein wesentlicher Punkt zu bemerken: während die Befürworter des Projektes sich ihren Kritikern mehrfach angenähert haben ist bei den Kritikern die Haltung starr und stur.

      Die ersten Garnisonkirchenenthusiasten (1991 Spendensammelbeginn) der "Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel" wollten noch die Rekonstruktion der Kirche vollständig, innen und aussen, mit der Grablege des Soldatenkönigs und dessen Rückführung und die Gruft. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      2004 gründete sich die kirchliche Stiftung (SGK) und beauftrag das renommierte Architekturbüro HS&A mit der Planung. Heraus kam ein äußerlich rekonstruiertes Haus. Innen wurde der Bau zeitgenössich, jedoch nicht abstrakt modern. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Hernach verzichtete die Stiftung auf die 6 Millionen Spendengelder der Traditionsgemeinschaft, die vielen als revisionistisch galt. Die Unterstütezn wussten, dass dies das Vorhaben nicht einfacher finanzierbar macht, man wollte sich jedoch - auch im Lichte der innerkirchlichen Debatte, auf der politisch rechten Seite abgrenzen. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Auch wurde auf die Widmungsplatte des Soldatenkönig an der Frontfassade verzichtet. Insgeheim wird darüber diskutiert bei der anstehenden Sanierung der Hohenzollerngruft den Sarg des Soldatenkönigs aus Potsdam nach Berlin zu bringen. Ohne Gruft und Widmungsplatte ist der Symbolwert der Garnisonkirche für echte Preußenfans halbiert. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Neben vielen privaten Spendern unterstützen viele Prominente den Wiederaufbau, auch die stadt Potsdam durch die Einbringung des Grundstücks. Die Stadtverordnetene stimmen mit großer Mehrheit für den Bau. Die Gegner riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Die historische Grünfläche an der Garnisonkirche, einst mit Andreaskreuz und dem Denkmal Friedrichs II. geschmückt, soll nicht wiederhergestellt werden. Das Denkmal wird nicht wiederaufgestellt. So gibt es ausserhalb des Stiftungsgelände der SPSG im ganzen Potsadmer Stadtgebiet weder ein Standbild des eigentlichen Gründers Potsdams, Friedrich-Wilhelm I., noch seines Sohnes Friedrich II. Dass in anderen Orten, wie z.B. Berlin, beide an zentralen Orten der Stadt stehen, ficht in Potsdam niemanden an. Die Plantage wird jetzt Schulsportplatz, der historische Kontext der Garnisonkirche ist Richtung Stadt zerstört. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Die ev. Kirche diskutiert heftig intern über eine Unterstützung des Wiederaufbaus durch ein Darlehen. Rückzahlbar deshalb, damit der Vorwurf irgendeiner Dorfkirche werden Mittel zur Sanierung weggenommen, entkräftet wird. Das Kirchenparlament, die Synode, stimmt mit großer Mehrheit für das Projekt des Wiederaufbaus. Die Gegner riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Vorerst verzichtete die Stiftung auf die Wiederherstellung des Kirchenschiffs, also auf die halbe Kirche. Die Diskussion über das Kirchenschiff wurde vertagt. Im Turm und seinen Seitenflügeln wurde ein Friedens- und Versöhnungszentrum der Kirche mit Tagungs- und Ausstellungsräumen geplant. Das Projekt ist also ein Friedenszentrum der ev. Kirche, die bis dato nicht durch die Glorifizierung von Krieg und Gewalt auffiel. Die Gegner aber riefen: Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben.

      Was aus dieser Aufzählung zu schliessen? Seinen Gegnern entgegenzukommen führt zu keinerlei Reaktionsänderung. Während sich die Position der Befürworter ständig aufweicht, und dabei viele Spender vergrätzt, bleibt die andere Seite wie angenagelt auf ihrem Standpunkt: "Nazikirche, kein Wiederaufbau. Und das DDR-Rechenzentrum muss stehenbleiben." Das wird sich auch nicht ändern, hat sich in Berlin beim Wiederaufbau des Schlosses als Humboldtforum auch nicht geändert. Deshalb kann man nur sagen: keine Änderungen mehr. Unbeirrt fortschreiten und darauf verweisen, dass 30-100 Menschen eben in einer Stadt mit 175.000 Einwohner keine Mehrheit sind.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Jetzt haben sie die Webcam vollends für sich entdeckt und neben der Bauzaun-Beschmierung auch noch große Banner ans RZ gehängt. :kopfschuetteln:

      Wird Zeit, dass die Seitenbauten des Turms schnell davor hochgezogen werden.

      Was ich mich seit einiger Zeit frage: Ist eigentlich der flachere hintere RZ-Bau zur Plantage hin auch "besetzt"? Der steht ja teilweise auf dem Grundstück des Langen Stalls. Wenn man den auch nicht abreißen kann, wird hier ja ein weiteres Projekt blockiert. Falls der aber leersteht, sollte man den Abriss schleunigst durchführen, damit hier nicht ein zusätzliches Problem entsteht.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Das eher allgemein gehaltenen Plakat wird nicht alles bleiben, was an Protest zum heutigen Baustart erfolgt. "Wir sind viele" klingt eher nach Durchhalteparolen - die "Kulturlobby", die selbsternannte Vertretung der Nutzer des RZ hat offenbar Angst, dass ihnen die Leute von der Fahne gehen, was auch passieren wird.

      Der Flachbau wird noch vom Land Brandenburg genutzt, um die Gehaltsabrechnungen der 135.000 öff. Angestellten und Beamten zu erstellen. Die Ausschreibung für einen Ersatzbau für ein EDV-Zentrum des Landes ist mehrfach gescheitert. Nun soll Ende 2018 schluß sein, damit ist aber kaum zu rechnen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Nachdem die Baufeldfreimachung abgeschlossen ist (Abräumung der Spolien, Demontage des gemauerten Toreingangs und des Originalgitters) wird es mit dem Baugrubenaushub losgehen. parallel gibt es archäologische Untersuchungen und dann beginnt die Pfahlgründung unter Integration von Erdwärme. Die Pfähle werden also über 50 Meter tief werden. Dann beginnen die Arbeiten an der Bodenplatte.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • "Jetzt wird nicht mehr geredet – jetzt wird gebaut!"

      Unter dieser Überschrift findet man bei Mitteschön "Initiative Bürger für die Mitte" am 29.10.2017 einen interessanten Text, der hier auch schon auszugsweise gepostet wurde.

      Der Schlußsatz:
      "Wollen wir uns weiterhin von einer kleinen Gruppe ideologisch festgefahrener Kritikern vorführen lassen? Das ist kein Dialog! Das ist die Negierung aller guten Argumente für diesen wichtigen Bau unserer Stadt.
      Deshalb kann man nur sagen:
      Lasst uns endlich bauen / Fangen wir an!"

      Und auf diesen Film wurde auch schon einmal hingewiesen:

      ____________________
      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos
    • @ Maxittown, hier auf die Schnelle ein paar links, in denen Du fündig wirst:

      potsdam-abc.de/verzeichnis/vis…kirche_potsdam_e._v..html

      potsdam-wiki.de/index.php/Garnisonkirche


      Ein Foto von der Ruine des Kirchenschiffs enthalten:
      maz-online.de/Lokales/Potsdam/…Buergerdialog-vor-dem-Aus

      Und hier explizit der "Chorraum" mit typisch protestantischer, Staffelung von Altar, Kanzel und Orgelempore in einer Symmetrieachse (siehe auch Frauenkirche Dresden)!
      DEN Chorraum gibt es in der Garnisonkrirche so wie üblich nicht. Es ist keine längsgerichtete Basilika, die sich in Schiff und Chor scheidet, sondern eher eine Pfeilerhalle mit Emporen (Ein Betsaal) und quer orientierter Altar/Kanzelwand:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…sonkirche_-_Innenraum.jpg

      upload.wikimedia.org/wikipedia…%B6nigliches_Monument.jpg

      upload.wikimedia.org/wikipedia…px-Innenraum_G-Kirche.jpg

      The post was edited 4 times, last by SchortschiBähr ().

    • Hier zur Orientierung ein alter Grundriß des Originalbaus. Daran läßt sich sehr gut die Querorientierung der Altar/Kanzel/Orgelachse im Verhältnis zur Achse der Emporenhalle erkennen:



      Und im Verhältnis zum Kirchenschiff dominiert der THURM extrem!

      Hier harter Tobak im direkten Bildvergleich: vor und nach dem Bombenangriff!

      potsdam-wiki.de/images/Innenra…d_170-138%3B_Max_Baur.jpg
      potsdam-wiki.de/images/1945_Bild_183-J31423a%2C.jpg
    • @ Maxitown : zum virtuellen selbst-Umschauen auf potsdam.damals-heute.de

      Dieser Typ Kirchenschiff heißt Querschiffkirche. Die Garnisonkirche galt als der typischster Vertreter dieser Bauform im damaligen Preußen und gleichzeitig als Inbegriff einer reformierten Kirche.

      Grüße
      Luftpost

      PS
      @ Goldstein: habe Dir mein 1+ von hier wegen erneuter Provokation entzogen.
      Wenn Bilder dem Forum dauerhaft geschenkt werden müssen, um sie anzuzeigen, gibt's halt keine Bilder mehr. Natürlich auch keine alten Bilder ...
      Aus gleichem Grund bin nich übrigens auch nicht im Gesichtsbuch nicht aktiv und auch nicht aktiv gewesen.

      The post was edited 6 times, last by Luftpost ().

    • Danke Schorchibär und Luftpost

      die innen Ansichten sind faszinierend,ich habe gestern auch noch gesucht und patut nix zum Chor und der Rückseite gefunden.dafür aber eine seiten Ansicht, die mir mal gezeigt hat wie dominant und dekoriert der Turm im ferngleich zum eigentlichen Kirchen raum ist das ist mir vorher nie aufgefallen. ebenso faszinierend war,waren die vielen Ruinen Bilder,Hatte was von Römer Ruinen.

      The post was edited 1 time, last by Maxitown ().

    • Konstantindegeer wrote:

      dann beginnt die Pfahlgründung unter Integration von Erdwärme
      Wie muss man sich das vorstellen? Man gründet in 50 Metern Tiefe, ich nehme an wegen des sandigen märkischen Bodens, und installiert dann gleich noch eine Wärmepumpenheizung? Man nutzt also direkt die Erdwärme, um die zukünftige Garnisonkirche zu heizen? Ich kenne mich leider mit der Technik der Geothermie nicht wirklich auch (Trotz Geographiestudiums :P), daher verstehe ich nicht ganz, wie das Ganze ablaufen soll.
    • Paukenschlag nach dem Polizeieinsatz zum Baustart der Garnisonkirche: Nach der Störung des Gottesdienstes durch die Demonstranten steht das Rechenzentrum vor dem Aus.

      „Unsere ausgestreckte Hand der Versöhnung wurde weggebrüllt.“ 200 Künstler und Kreative aus dem Rechenzentrum könnten damit bald ohne Arbeitsräume dastehen.

      pnn.de/potsdam/1231527/
      (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 06.11.2017)

      Eventuell gibt es den einen oder anderen Forumsteilnehmer (z. B. Luftpost) der uns mehr Informationen zu dem Vorgang geben kann.

      The post was edited 4 times, last by Meister Lampe ().

    • An sich ist das natürlich erst mal eine super Meldung, denn man hat seitens der Stiftung jetzt alles, was man braucht, um die Leute los zu werden. Denn man ist sich denke ich weitgehend einig, dass so ein Verhalten der Gegner der Garnisonkirche nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun hat.
      Aber jetzt kommt das große Aber. Man hat theoretisch zwar alle Argumente auf seiner Seite, man hat einen Grund, sie rauszuwerfen, der vermutlich nur einmal so zum greifen nah ist, man hat selbst die Medien in Sympathie zugewogen, aber ich nehme der Kirche und der Stiftung diesen harten Hund nicht ab. Man wird sich wieder belabern lassen, nachgeben und die Leute werden vermutlich wieder damit durchkommen.
      Weder die Kirche noch die Politiker in der Stiftung haben doch Haltung und Durchsetzungskraft. Das ist doch das, was man die letzten Jahre gesehen hat. Man wird sich wieder verarschen lassen. Am Ende des Artikels steht doch schon wieder eine Einschränkung des Gesagten

      PNN wrote:

      „Die Vorfälle machen eine schlichte Rückkehr zu einem von gegenseitiger Achtung geprägten nachbarschaftlichen Verhältnis so einfach nicht möglich“, so Eschenburg.
      Quelle: PNN

      So einfach nicht möglich heißt nicht unmöglich. Man wird sich wieder treffen, Jakobs will mal wieder seine heile Potsdamwelt erhalten und so wird die Stiftung wieder belabert, man solle doch guten Willen im Sinne der christlichen Nächtenliebe zeigen. Nein, ich glaube an die Haltung von Kirche und Stiftung erst, wenn der letzte "Kreative" das Haus verlassen hat.

      Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. So eine Chance wird man bei der Stiftung jedenfalls nicht nochmal bekommen.
      APH - am Puls der Zeit
    • Da der Potsdamer Oberbürgermeister offenbar ja nur reagiert, wenn laut geschrien wird, schreien jetzt auch Mitteschön und die Kirchenstiftung mal laut. Morgen (Mittwoch, 8.11.2917) steht der Antrag zur Nutzungsverlängerung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

      Die ist zwar für die Nutzungsverlängerung nicht zuständig und kann auch das Baurecht (Brandschutz) nicht biegen, muss aber die - vorerst - halbe Millionen Euro freigeben, die deine Verlängerung bis 2023 angeblich kostet (und natürlich beim Bau eines festen Künstlerhauses später fehlt). Kein Mensch glaubt, dass es dabei bleibt, weil die Haustechnik des Rechenzentrums buchstäblich auf dem letzten Loch pfeift. Das kann man schon daran erkennen, dass von den sieben Euro Warmmiete, die die Künstler zahlen, nur 1,50 Kaltmiete sind von denen nochmal die Honorare für das SPI als Generalmieter und die Instandhaltungskosten runter gehen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Ich gehe davon aus, das die Proteste keine Auswirkung auf die Entscheidung zur Nutzungsverlängerung des RZ bis 2023 haben werden. Man thematisiert das jetzt ein wenig, damit nicht der Anschein erweckt wird, dass es der Stiftung und der Kirche nicht ausmachen würde. Das wird wohl der erhobene Zeigefinger zum "Du, du, du!" sein. Es wäre aber eine Überraschung, wenn die Stiftung den Verlängerungsplänen jetzt wirklich eine Absage erteilt.

      Auf der anderen Seite, trotz der ganzen Aktionen und Querelen, wäre es aber kein gutes Signal im Sinne der Arbeit in der Garnisonkirche. Geschichte erinnern, Verantwortung lernen, Versöhnung leben - das ist das Motto des Wiederaufbaus. Und auch wenn man, nach diesen Protesten, der Stiftung eine Absage der Verlängerung nicht "übel nehmen" könnte, so würde sie aber das Motto verraten. Denn Versöhnung ist noch immer möglich, wenn auch nicht leicht, aber das ist nun mal der Weg des Christentums.

      Des Weiteren gibt es, wie Konstantin hier schon schrieb, derzeit keinen Grund das RZ zu räumen und abzureißen. Bis 2020 steht Abschnitt 1.1 und dann muss noch Geld für Abschnitt 1.2 zusammenkommen und ebenfalls gebaut werden. Das wird sicher nicht vor 2023 geschehen sein und die Mittel zur temporären Koexistenz des Turmes mit dem RZ sind auch so gut wie bewilligt.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

      The post was edited 1 time, last by Fusajiro ().