Potsdam - Garnisonkirche

  • Ich bin doch reichlich entsetzt über die inhaltliche Qualität von Rechtstexten, die ja hier auch noch von der Redaktion selbst erstellt worden ist. Zumal dies kein Einzelfall ist. Auch auf einer anderen Website ordnet man es als Antragsdelikt ein (der Text weist allerdings auffällige Parallelen zum erstgenannten auf):


    Sachbeschädigung im Strafrecht
    Erfahren Sie mehr über das Thema Sachbeschädigung, fremde Sachen beschädigen, Zerstören, Verunstalten und unbrauchbar machen.
    www.strafrecht24.at


    Ok, offenbar wird in Österreich sogar auf scheinbar seriösen Seiten mit entsprechenden Rechtsdienstleitungen viel Unsinn verzapft. Habe ich jetzt verstanden. Ganz schön bitter für einen juristischen Laien, der sich kurz grundsätzlich informieren möchte und solche vollkommen falschen Texte von den Redaktionen präsentiert bekommt.


    Ich denke, nachdem das hier nun geklärt ist, sollten wir von Offtopic ablassen.

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing


    Mein Bezug zu Stadtbild Deutschland: Habe die Website des Vereins erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich. Meine Artikel zu den Themen des Vereins: Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Ja, das ist wirklich ein schlechter Witz.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es geht voran. Diesmal wurde die alte Olympus E-P5 von 2012 entstaubt, denn mit einem echten Teleobjektiv gehen wesentlich detailreichere Bilder als mit dem Händi ohne Tele.



    Die Flammenvase und Kapitelle im Detail.




    Der Prunkhelm über dem Eingang.



    Hier gibt es so einiges zu sehen. Ich vermute dies ist Kaiser Augustus auf der linken Standarte. Es erinnert an das Lotharkreuz in Aachen, welches ein Porträt von Augustus in einem Kreuz hat. Darunter ist ein Doppelblitz abgebildet, ein Hinweis auf die römische Armee. Auf der rechten Fahne ist ein Sonnensymbol, so wie auch auf der Wetterfahne. Auf dem kleinen Kreuz darunter sind vier Adler zw. den Kreuzarmen. Im Hintergrund sind links Gewehre und rechts ein Köcher mit Pfeilen. Die Garnisonskirche kombiniert also viele militärische und christliche Symbole.



    Blick nach oben.



    Links sind ein paar dunklere Teile, die vielleicht original sind?



    Die Balustrade im Detail.



    Der vergoldete Wetterfahne ist noch am Boden.


  • Der Symbolismus und das Spiel mit dem mit Ludwig IV. ist vielfältig: nicht nur in der Sonne der Wetterfahne findet sich ein ironische Selbstbildnis Friedrich Wilhelm I. in der Sonnerform des französischen Königs, nein, auch unter den Fahnen besigter Feinde ist die Sonnenflagge zu sehen. Und nicht vergessen: der Wahlspruch des Soldatenkönigs war nec soli cedis, er (der preußische Adler) fürchtet selbst die Sonne nicht. Ganz zum Schluß ein Selbstportari des Königs.





    stadtbild-deutschland.org/foru…dex.php?attachment/67055/

  • Mit diese Anblick wird jedem klar, dass Rechenzentrum keine Berechtigung mehr hat. Vor diese Anblick haben die linke Behinderer grosse Angst gehabt. zu recht. Sehr schoen diese Anblick!

  • Was ist denn nun aus dem Apell zur Koexistenz GK/RZ geworden?

    Der müsste sich doch durchsetzen,bei sooo vielen hochrangigen

    Unterzeichner(Professoren,Doktoren,Kunsthistoriker, Wissenschaftler,usw) :wink:

    Naja,ein großteil der selben Unterzeichner hat ja auch den Apell zur Rettung des Staudenhofs unterschrieben.

    Appell für die Koexistenz von Garnisonkirchturm und Rechenzentrum Potsdam – lernort | garnisonkirche

  • Erinnerungskultur im Kaiserreich


    Ein im aktuellen Kontext etwas 'aus der Reihe tanzender' Beitrag zur historischen Nutzungsgeschichte der Kirche.


    Solange das königliche Monument die beiden Monarchensärge enthielt, kamen immer wieder in - und ausländische Staatsmänner hierher, um dem Großen König und seinem Vater Respekt zu zollen . Bekannt sind die Aufenthalte von König Friedrich Wilhelm III und Königin Luise mit Zar Alexander I. sowie derjenige des Korsen. Davon gibt es jeweils recht verbreitete populäre Ansichten.


    Weniger bekannt dürfte das folgende Kunstwerk von der Hand William Papes sein, welches Kaiser Wilhelm II. in der Garnisonkirche auf dem Weg zum Grabe des Alten Fritz zeigt: Man sieht ihn hier in der Winteruniform des Garde du Corps, wenige Schritte vor den geöffneten Türen des Monuments , neben dem von ihm gestifteten neuen Altar stehen; einen großen, für den Sarg bestimmten Kranz haltend. Anlaß für diesen Besuch war der 200. Geburtstag Friedrichs des Großen im Jahre 1912.



    Nach Angaben des Beitragsautors bestehen Eigentumsrechte an dem Foto. Mod.

  • Hatten wir schon dieses Photo von 1911?


    Wie man sieht fehlen noch die zwei großen Reliefs neben dem Eingang und die Skulpturengruppe mit den Trophäen darüber.



    Detailansicht



    Das eiserne Tor hatte den Krieg überstanden und war in der DDR gegenüber zw. dem Predigerwitwenhaus und dem Plattenbau installiert (allerdings ohne die Krone und die zwei runden Lorbeerkränze).


    Detail des Tors 1911.



    Das Figurenprogramm erinnert mich an das Zeughaus in Berlin, welches 30 Jahre zuvor fertiggestellt wurde.


    768px-%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD_-_panoramio_%2872%29.jpg

  • Um es eindeutig zu formulieren: Das Tor hatte zu DDR-Zeiten bereits keine Krone, Buchstaben oder Lorbeerkränze mehr gehabt. Ich bin mir nicht sicher, ob diese im Original erhalten waren oder auch rekonstruiert wurden. Im Potsdam-Museum sind diese Teil jedenfalls nicht in der Sammlung der Überreste der Garnisonkirche zu finden.


    https://abload.de/img/potsdamgarnisonkirched2eks.jpg

  • Wurde die Kirche als Rekonstruktion eigentlich auf dem Originalniveau errichtet, oder auf heutigem Straßenniveau? Zum Unterschied siehe zum Beispiel das Jägertor, wo man durch die umliegenden Gitter auf das originale Straßenniveau hinab blicken kann.

  • Oh...... :schockiert:

    Na da ist ja doch noch viel zu tun.... Und ich hatte mich schon so auf die Portalarchitektur gefreut...... Aber ok. Spender ran!!!

  • Wenn man überlegt wie schön Potsdam bis vor Ende des 2. Weltkrieg gewesen sein muss. Das Stadtschloss mit den Figuren, der Stadtkanal mit seinen Figuren, die Heilig- Geist- Kirche und auch die Garnisonkirche. Jetzt habe ich all die wunderschönen Bauten rund um das Zentrum Süd, der Breiten Straße und dem Alten Markt nicht berücksichtigt, mit ihren Putten und Vasen.


    Erst neulich habe ich wieder einen Bericht bei Phoenix gesehen, über die Versöhnerkirche, die 1985 im Sperrgebiet der DDR gesprengt worden ist aber das gehört nicht hierher.


    Ich werde doch einen kleinen Beitrag noch einmal spenden für die Garnisonkirche, der Tropfen auf den heißen Stein.

  • Einige Details von heute.


    Irgendwie genial, dass der Turm so in die Straße reingerückt ist, wirkt so viel präsenter, als wenn er hinter den großen Häuserfassaden verschwinden würde.


    Die Weiterbauabsicht an der linken Kante zum Rechenzentrum ist unverkennbar.


    Garnisonkirche 26.8.23 Garnisonkirche 26.8.23 Garnisonkirche 26.8.23 Garnisonkirche 26.8.23 Garnisonkirche 26.8.23

  • Irgendwie genial, dass der Turm so in die Straße reingerückt ist, wirkt so viel präsenter, als wenn er hinter den großen Häuserfassaden verschwinden würde.

    Exakt denselben Gedanken hatte ich heute auch! Ein bisschen, als sei der Kirchturm der Offizier, der einen Schritt vor seinen Soldaten steht und meldet: "Breite Straße, vollzählig angetreten!"

    Oder der stolze Kerl, der breitbeinig auf der Straße steht und sagt "Da bin ich, jetzt kann's losgehen!"

    Oder (wenn das Kirchenschiff einmal steht) die Mutter, hinter deren Rock sich die Kinderschar versteckt, bzw. die sich schützend vor sie stellt.

    Auf jeden Fall eine großartige städtebauliche Wirkung!