Potsdam - Garnisonkirche

  • Warum sind die Kreativen aus der Möglichkeit bei der Machbarkeitsstudie mitzuwirken denn ausgestiegen:


    "Attackiert wird insbesondere die Forderung, für einen Neubau zwischen Rechenzentrum und dem neuen Turm der Garnisonkirche müsse die Kubatur des einstigen Kirchenschiffs "Ausgangspunkt der Überlegungen sein".

    So sei auch der vollständige Erhalt des Rechenzentrums, das sich mit einer Gebäudeecke auf dem früheren Areal des Kirchenschiffs befindet, nicht mehr möglich, kritisieren die Nutzer.

    (Quelle: Tagesspiegel 22.02.2023)


    Das ist der eigentlich Grund. Obwohl die Kreativen in ein paar Jahren in ein neues Kreativquartier einziehen und auf das Rechenzentrum (RZ) nicht mehr angewiesen ist, will man das Rechenzentrum (RZ) auf jeden Fall komplett erhalten.

  • Man muss "die Kreativen" im R und die politische Führung des RZ, die die Kreativen instrumentalisiert, unterscheiden. Letztendlich ging und geht es den Anderen und den Sozialisten nicht die Bohne um das Rechenzentrum, sondern um die blockierende Wirkung des Baus für die barocke Altstadt. Das war bei der FH und beim Staudenhof genauso.


    Bei einem solchen Verfahren muss ca. ein Drittel des RZ abgerissen werden, weil die gesetlich vorgeschriebene Abstandsflächen und die Belichtungsvorgaben auf einen Abstand von mindestens 10 Metern zwischen Kirche und RZ hinauslaufen. Den Restbau zu sanieren wäre völlig unwirtschaftlich, zumal die Abbrucharbeiten bei Erhalt des Restes nicht mehr vom Land bezuschußt würden. Der böse Asbest sitzt in den Sandwichdecken des RZ, wenn man diese anschneidet - wird's teuer.


    Beim Kirchenschiff könnten eben auch eine äußerliche Rekonstruktion des historischen Schiffes herauskommen (ergebnisoffen). Das aber ist die zweite große Befürchtung der politischen Linken.

  • Man stelle sich vor, die deutsche Regierung würde Frankreich mitteilen: "Es gibt zwar einen Friedensvertrag, aber jetzt wollen wir gerne den 1871 besetzten Teil Frankreichs dem deutschen Staatsgebiet zuschlagen." Und während der folgenden Diskussion gäbe es ganz viel Lob für den fairen Kompromiss, nur Elsass-Lothringen zu übertragen. Und danach wird dann nur noch um die Details gestritten.


    Abwegig?


    Nein, etwas Ähnliches passiert gerade in Potsdam...

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • ...das Beispiel finde ich sehr abwegig... Elsass-Lothringen gehörte rechtskräftig seit 870 zum Ostfränkischen Reich, aus dem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervorging, aus dem wiederum Deutschland hervorging. Durch Waffengewalt, Annexionen und unrechtmäßige "Verträge" (z. B. das Abkommen von Chambord) verleibte sich Frankreich das Gebiet nach und nach ein.


    Beim RZ / der Garnisonkirche ist die Lage doch gänzlich anders. Es gibt gültige (und unumstrittene) Verträge, das Grundstück des Kirchenschiffs gehört völlig rechtmäßig der Kirche.


    Beide Situationen kann man deshalb überhaupt nicht miteinander vergleichen.

  • Was ist denn das für in Schwachsinn (was anderes fällt mir zu den letzten Beiträgen nicht ein) was hier wieder verzapft wird?

  • Was man durch das Baugerüst so erkennt , der Turm ist farblich in weiß gräulich gehalten. Ursprünglich hatte er doch einen ockerfarbenen Anstrich. :/ ? Weiß ein Forist etwas näheres zur jetzigen Farbe des Turms?

  • Selbst der Kirchturm ohne Kuppel und endgültigem Schmuck wird schon wunderbar aussehen und alles rundherum sprichwörtlich regelrecht wie auch in echt in den Schatten stellen 👍🏼😁!


    Wenn erst das vergammelte RZ dann auch weg ist, dann ergibt sich mit dem Kopfgebäude des Langen Stalls ein tolles, kleines Ensemble! Jedenfalls aber zumindest das schönste Hochhaus Potsdams der letzten 100 Jahre!

  • Danke, wobei ich nach den widerlegten Lügen und Unterstellungen dieses Herrn Oswalt gegenüber Herrn von Boddien und dem Berliner Stadtschloss Verein nicht mehr nachvollziehen kann, dass man dieser unsäglichen Person überhaupt noch eine öffentliche Plattform bietet?! Das geht mir mittlerweile zu weit und verfälscht eine Möglichkeit zur objektiven Meinungsbildung für unbedarfte Bürger, die seine Vorgeschichte nicht kennen, jedoch hier vorgewarnt werden müssten!

  • Der Gerüstabbau hat offenbar begonnen. Zumindest fehlt seit heute das oberste Stockwerk und gibt den Blick frei auf das Gesims, das den gemauerten Teil des Turms bekrönt.


    Garnisonkirche 22.02.2023

  • Exilwiener


    Da bin ich ganz klar Deiner Meinung, daß dieser Oswalt immer wieder hoffiert wird mit seiner unsäglichen Darstellung ist unerträglich.


    Aber der beste Satz ist dieser :


    Die Geschichte kann nicht auf diesen Tag reduziert werden.

  • Ich frag mich wo das Problem ist, diese neue Garnisonskirche hat Hitler doch nie betreten. Somit haben sich die Linken, die SSD, die Anderen und wie sich diese Leute alle nennen die Argumente durch den Abriss der alten Kirche doch selbst genommen. :smile:

    Ich bin ja pro Garnisonkirche. Aber das ist ein selten schlechtes Argument. Egal ob das die "originale" oder rekonstruierte Kirche ist- die symbolische Bedeutung bleibt.


    Viel eher sollte man die herausragende städtebauliche und architektonische Bedeutung des barocken Bauwerks für Potsdam hervorheben sowie den Fakt, dass ganze 30 (!) Gemeindemitglieder am 20. Juli 1944 beteiligt waren- was eine beträchtliche Zahl ist. Ich vermute, dass wohl kaum eine andere Gemeinde so viele Beteiligte aufweisen konnte wie die Garnisonkirche. In der Debatte um die symbolische und historische Bedeutung der Garnisonkirche wird dieser Fakt meines Erachtens viel zu wenig hervorgehoben.

  • Ich frag mich wo das Problem ist, diese neue Garnisonskirche hat Hitler doch nie betreten.

    Den historischen Vorgänger hat er betreten. Das Foto unten zeigt ihn dort am "Tag von Potsdam" am Rednerpult, im Frack statt mit Braunhemd, wie er sich bei den alten Eliten als deren Erbe inszeniert. Hindenburg hört andächtig zu, die Show erzielt ihre Wirkung.


    Bundesarchiv_Bild_102-16093%2C_Tag_von_Potsdam%2C_Rede_Hitler_in_Garnisonkirche.jpg

    Von Bundesarchiv, Bild 102-16093 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5481358


    Aber Hitlers Auftritt in der alten GK ist trotzdem kein ernsthaftes und seriöses Argument um den Wiederaufbau abzulehnen. Es gibt keine vom "Führer" kontaminierten Flächen, ansonsten dürfte sich heute kein Mensch mehr am Obersalzberg oder im Hofbräuhaus aufhalten, ebenso wenig vor der Säulenfront des Alten Museums in Berlin. eye:)

  • Das ist aber die alte Kirche und nicht der Neubau!