Potsdam - Garnisonkirche

  • Alles Plänkeleien, die nicht wesentlich sind. Am liebsten wollen Oswalt & das Rechenzentrum die gesamte Garnisonkirche bespielen - natürlich mit Steuergeld, das ist klar.


    Parallel hat schonmal der Kulturausschuß der SVV beschlossen eine Verlänerung der Mietverträge des RZ zu prüfen. Wenn das auch im Plenum der SVV eine Mehrheit findet wird die Sache immer verfahrener, vermutlich kneifen die vernünftigen Sozis wieder den Schwanz ein.


    Die allgemeine Finanzlage Potsdam aber spitzt sich durch eine Reihe von Ursachen immer weiter zu, sodaß weder die 30 Mios für ein "Haus der Demokratie" noch weitere 30 Mios für eine Sanierung des Rechenzentrums in Sicht sind. Stattdessen wird für die Stadt Krampnitz teurer und ein Bestand der Biosphäre auch - da ist für solchen groben Unfug kein Geld da.

  • Die Tropenhalle in Potsdam war ja auch schon mehrmals in den roten Zahlen. Warum hat man die Tropenhalle nicht umfunktioniert und hat den Künstlern dort ein Quartier ermöglicht. Es wurde ja auch schon einmal über ein Abriss der Biosphäre diskutiert. Auch der Erhalt der Biosphäre ist ein Luxus den sich die Stadt Potsdam gönnt.


    Aber Herr Schubert soll sich jetzt erstmal um sein Rathaus kümmern, denn 300 Mitarbeiter fehlen ja. Aber Herr Oberbürgermeister Schubert (SPD) hat es ja zur Chefsache erklärt. :biggrin:

  • Der Weg ist ist doch soweit eigentlich klar vorgegeben.Es wird das neue Kreativquartier jetzt hoffentlich zügig gebaut und diese Kreativen ziehen 2024 dort ein.Das marode RZ wird bis auf die Mosaike abgerissen,und der Standort des Ehem.Kirchenschiffs bleibt ersteinmal auf unbestimmte Zeit unbebaut ,solange bis die Zeit für einen Aufbau des Schiffs reif ist.Wäre doch gut so.

    Aber nein, es wird vom OB und den Linken jetzt hier alles so unnötig verkompliziert, wohl nur,um das Kirchenschiff für alle Zeiten zu verhindern.:kopfschuetteln:

  • Nur will ein Teil der Künstler inzwischen garnicht mehr aus dem Gebäude ausziehen und haben sogar einen Verein gegründet (Verein für freundliche Übernahme Rechenzentrum e.V.).

    Waren da Menschen tatsächlich so dreist, einem Verein einen so irreführenden Namen zu geben??


    Merke: Etwas wird nicht "freundlich", indem man es so bezeichnet.


    Wie wäre es ansonsten mit der Gründung eines Vereins für das "Liebevolle Hinauswerfen der Künstler aus dem Rechenzentrum"?

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • ^Den Verein gibts es schon seit vielen Jahren und "Künstler" sind in diesem nur am Rande vertreten. Vorsitzender ist der emeritierte Sozialwissenschaftler Voesgen, Co-Vorsitzenden die Künstlerin Ulrike Harder-Reinhold. Michael Rosin (Vorstandsmitglied) ist ein Zahnarzt, Robert Bernier (Schatzmeister) betreibt im Rechenzentrum ein Tonstudio. Immer dabei ist Carsten Linke, der in der Landesregierung arbeitet und stets die Sozialisten links überholt. Beratend im Vorstand ist die Sozialarbeiterin Anja Engel, die im Auftrag des Sozialpädagischen Instituts das Rechenezentrum managt. Bei Presseerklärungen oder öffentlichen Auftritten sagen die beiden Künstler selten bis nie etwas und werden von den klar politisch orientierten Vorstandmitgliedern dominiert. Eine "Künstlerlobby" ist das nicht.


    Hingegen haben sich rund 50 Künstler zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die in das Kreativquartier wechseln will. Unter dieser Website sind deren Vorstellungen klar umrissen. Das ist die deutliche Mehrheit der erstzunehmenden Künstler des heuteigen Rechenzentrums, die sich auch deutlich professionalisiert haben.

  • Hingegen haben sich rund 50 Künstler zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die in das Kreativquartier wechseln will. Unter dieser Website sind deren Vorstellungen klar umrissen. Das ist die deutliche Mehrheit der erstzunehmenden Künstler des heuteigen Rechenzentrums, die sich auch deutlich professionalisiert haben.

    Konstantin,nur 50 Kreative die man ernst nehmen kann,von insgesamt wievielen "Kreativen"derzeit im RZ ,200,250,oder mehr? Was ist mit den Restlichen 150,200,.... ,Kreativen? Wie ernst kann man die nehmen?

    Also wenn ca.nur 50-60 wirklich ernstzunehmende professionalisierte Kreative ins neue Quartier wechseln möchten,wollen,dann ist das neue Kreativquartier deutlich zu groß geplant.Das muss im Vorfeld abgeklärt werden wieviele Künstler letzendlich bereit sind tatsächlich ins neue Quartier zu wechseln,bevor man Millionen in den Neubau investiert.Aber für jene Sorte "Künstler" mit stark ausgeprägten linkspolitischen Hintergrund sollte meiner Meinung nach im neuen Haus dann kein Platz sein.

  • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN), hat sich am 28.03.2022 in einem Artikel mit dem Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche befasst und ich reibe mir gerade verwundert die Augen.


    Haus der Demokratie" noch gewollt?


    Nun stellt sich die Frage: Ist das „Haus der Demokratie“ überhaupt noch gewollt? Zumindest bei den Kritikern des Wiederaufbaus wächst der Gegenwind gegen das Projekt, das Rathauschef Schubert zusammen mit der Stiftung und dem benachbarten Künstlerhaus Rechenzentrum ausgehandelt hatte. So erklärte der Publizist und Architekturprofessor Philipp Oswalt unlängst im Interview mit der „Märkischen Allgemeinen“, er halte den Plan für bedenklich. Es sei die Frage, ob man das Stadtparlament in einem „Haus der Demokratie“ instrumentalisiere, „um die Symbolik dieses Ortes zu retten“.


    https://www.pnn.de/potsdam/fin…-noch-nicht/28204684.html

  • ^^Es handelt sich um gut 150 Mietverträge.


    Darunter sind einerseits viele kommerzielle Nutze wie Hochzeitsfotografen und Webprogrammierer, die mit "Kunst" nichts am Hut haben (jedoch als "Kreativwirtschaft" rubrizieren, andererseite eine Reihe von eher gesellschaftspolitisch orientierten Gruppen, die auch nicht unter "Künstler" fallen, aber als "soziokulturell" firmieren.

  • Also baut man für rund 50 Millionen € für dann diese ca.50-60 "wirklichen Künstler" ein Künstler/Kreativquartierquartier in bester Stadtlage?:wie:Das sollte der OB mal den Potsdamern alles richtig erklären,wie man sich das mit dem sehr großen Kreativquartier und die dann paar dazugehörigen Künstlern so vorstellt,und ob und wie das Ganze am Ende alles so im richtigen Verhältnis steht.

    Die Zusammensetzung der Mieterschaft des RZ ist ziemlich

    verworren.Ich denke,bis jetzt hat die breite Potsdamer Öffentlichkeit den Eindruck,im RZ wirken alles "Kreative Künstler" (Maler,Bildhauer,Grafiker,Designer,Zauberer,usw.......) Was ich bis Konstantins Beitrag bisher auch immer so dachte.

  • Das ist ohnehin der ausschlaggebende Punkt. Man wird sich diesen unnötigen Luxus RZ-Erhalt überhaupt nicht leisten können und wollen.

    LEIDER wird diese Erkenntnis - sofern sie überhaupt kommt - erst dann einschiessen, wenn das Projekt Garnisonkirche so nachhaltig gestört ist, dass es kaum wieder zum Laufen gebarcht werden kann.

    Mich nervt insbesondere die Anmaßung der Gegnerschaft des Bauwerks. Da wurde doch ernsthaft darauf hingewiesen, dass zwei "Lernorte" nebeneinander zu viele Ressourcen verbrauchen und deshalb die Stiftung doch gefälligst mit den Kritikern zusammenarbeiten sollte - in EINEM GEMEINSAMEN Lernort (oder wie auch immer die Arbeit bezeichnet werden kann).
    Der zweite Punkt ist dieses "Duckmäusertum" der LHP gegenüber den "freundlichen Anti-Initiativen" womit gleichzeitig des selbstgestellte Stiftungsziel spätestens ab Baubeginn hintertrieben wurde.

  • Das Lustige ist irgendwie, dass ich hier zwei Gruppen streiten, die inhaltlich eigentlich gar nicht so weit auseinander stehen. Fast so, als hätte sich Max Klaar mit Vereinen a la "Preußen brauchen keine Garnisonkirche, sondern ein Soldatenkönig-Monument" hätte streiten müssen.

    Das besonders Lustige ist, dass die Garnisonkirche ihnen wie ein faules Ei ins Nest gelegt worden ist. Die Einen wollen die Kirche nicht, und sind durch sie nun enorm gebunden und beschäftigt. Bitte mehr von solcher Beschäftigungstherapie, dann richten sie an anderer Stelle weniger Schaden an! Die Anderen wollen die Kirche eigentlich auch nicht, aber haben nun (eventuell auch aus persönlicher Geschäftsabsicht) die ungeliebte Rolle übernommen, die Kirche zu bauen. Aber nur mit der nötigen inneren Distanz.

    Ein bundesdeutsches Paradestück. Daraus könnte man später mal eine schöne Satire a la "Schtonk!" machen.


    Stäblein verteidigt Millionenzuschuss für Garnisonskirche

    Erhebliche Einnahmeausfälle

    https://www.domradio.de/artike…huss-fuer-garnisonskirche


    Streitfall Garnisonkirche

    Landeskirche stellt Bedingungen für Auszahlung neuer Gelder

    https://www.pnn.de/potsdam/str…euer-gelder/28223526.html


    Daraus Zitate, die wundervoll zeigen, wie sie sich winden und distanzieren...


    Quote

    Der Turm werde ein Ort, der sich von der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche trenne und vielversprechende Friedensarbeit anbiete.

    Quote

    Deshalb habe entschieden werden müssen, ob die Kirchenleitung „zu diesem Projekt und Erbe steht oder nicht“. Es stehe außer Frage, dass dazu verschiedene Antworten möglich seien. Auch die Kirchenleitung habe darüber „intensiv debattiert, zugleich allerdings einmütig beschlossen, zu dem Erbe dieses über ein Jahrzehnt gewachsenen Projekts (Anmerkung "Heimdall": was ist das für eine Sprachverrenkung?) eindeutig und klar zu stehen“.

    Quote

    Schubert hatte einen umstrittenen Kompromiss für ein „Haus der Demokratie“ samt Stadtparlament statt eines Kirchenschiffs ausgehandelt – den Stäblein ausdrücklich lobte. Nach langen Auseinandersetzungen zeichne sich nun ein Miteinander von Stadt und Stiftung ab, freute sich der Bischof.

    Quote

    Stäblein sagte, auch mit Blick auf die umstrittene Geschichte der früheren Militärkirche: „Wir haben etwas wachsen lassen, nämlich ein Friedensprojekt und praktische Versöhnungs- und Bildungsarbeit in einem Turm, der unseren ganzen Bruch mit der Geschichte von Militarismus und Nationalismus zum Ausdruck bringen soll“. Aus Sicht von Stäblein sei es „gerade heute mehr als angezeigt“, ein Friedenszentrum an jenem Ort zu haben, „an dem das Einsatzführungskommando der Bundeswehr seinen Sitz hat.“

    Friedensarbeit? Tolle Sache. Dann erwarte ich mal im Turm eine kritische Aufarbeitung, wem die christlichen Kirchen in ihrer Vergangenheit schon so alles die Waffen gesegnet haben. Und mit welchen Regimen sie schon so zusammengearbeitet haben. Und welche Repression gegen Mitmenschen sie mitgetragen haben.

    Fangen wir mal beim Ikonoklasmus gegen heidnische Tempel in der Antike an. Gehen wir weiter zu den Hexenverfolgungen und zum Bann gegen "Ketzer". Schauen wir mal in den 30-jährigen Krieg und dessen religiöse Begründungen. Weiter geht´s mit der Missionierung eingeborener Völker in den Kolonien. Und dann mit wem sie so kooperiert haben, um Personen mit anderen Auffassungen zu unterdrücken. Und zwar bis heute, auch wenn sie sich manchmal herausreden.

    Viel Stoff also für die Friedensarbeit. Von mir gab es zwar keinen Cent dafür, aber ich schaue mir das ganze Spektakel bisweilen interessiert an und amüsiere mich dabei sogar langsam immer mehr.

    :lachen:

  • Dem ersten Teil stimme ich voll zu Heimdall, deutscher als dieses ewige Gezeter und seinen Protagonisten geht es kaum, das ist ein echtes Stück Realsatire, aufgeführt seit über 18 Jahre. Als Außenstehender, der das alles am Rande mitverfolgt, fragt man sich schon lange, ob die Protagonisten - sowohl Gegner als auch die Träger noch ganz bei Trost sind. Den letzten Teil deines Beitrags und der Polemik in der alles mögliche - auch über Konfessionsgrenzen - durcheinander geworfen wird, werte ich jetzt mal als Replik auf dieses dümmliche Gesülze von dem Regionalbischof auf gleichem Niveau. :wink:


    Ganz besonders gefällt mir diese Phrase:

    Quote

    Der Turm werde ein Ort, der sich von der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche trenne und vielversprechende Friedensarbeit anbiete.

    Intellektuell war schon mal mehr Lametta bei den (Amts-)Protestanten.:lachen:

  • Zur Vorbereitung habe es eine dreitägige Exkursion nach Potsdam gegeben, so Oswalt.


    Bitte?! Drei ganze Tage in Potsdam und dann kommen die Studenten mit so einem Armutszeugnis daher…vielleicht weil sie vorher mehrere Semester ihr Auge in Kassel geschult haben. Dieser Ideenwettbewerb bringt hoffentlich auch die Stadträte auf die „Idee“ dort lieber einmal nichts zu bauen als schlecht zu bauen. Man will sich doch nicht vollkommen blamieren.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Dieses Tun Oswalts ist einfach nur noch als boshaft zu bezeichnen. Vielleicht gelingt es einigen Potsdamern, in der Kasseler Presse aufmerksam zu machen, was von mit öffentlichen Steuergeldern finanzierten Professuren allen Ernstes in andern Landesteilen vorgeschlagen und favorisiert wird. Es sind ja 'nur' studentische Arbeiten, aber die Studenten lassen sich doch die Geisteshaltung ihres Professors eintrichtern, sonst würden sie nicht bei ihm studieren und eine schlechte Benotung riskieren.


    Das Entsetzen der Potsdamer sollte in so einem Presseartikel durchsickern - eine Konterkarikatur des Garnisonkirchturms und die Verhinderung des Kirchenschiffs - alles unter Mithilfe eines Kasseler Professors...