Potsdam - Garnisonkirche

  • Ich möchte nicht sagen das, das Projekt Garnisonkirche ein totgeborenes Kind ist. Aber es kam nie eine positive Stimmung auf. Es kamen immer nur die Kritiker zu Wort und es wurde ihnen eine große Bühne geboten, die, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche nie wollten. Und die Stiftung Garnisonkirche hatte immer schon ein Problem mit der Außendarstellung. Jeder Spender der sich öffentlich zur Garnisonkirche bekannt hatte wurde kritisiert (Beispiel: Hertha BSC Berlin).


    Zum Schluss kam noch der Oberbürgermeister Schubert (SPD) ins Spiel und der hat nicht die Ziele des Alt-Bürgermeisters verfolgt, ganz im Gegenteil er hat das Projekt noch torpediert und erstmal dafür gesorgt, das der Abriss des Rechenzentrum neu diskutiert wird.


    Da macht alles keinen Spass mehr....

  • Für mich war wegen der kontroversen geschichtl. Betrachtung der Garnisonkirche schon immer klar, dass aus der kompletten Kirche nichts werden wird. Die Potsdamer Garnisonkirche ist keine Dresdner Frauenkirche!
    Auf den Turm habe ich mich aber immer sehr gefreut, welcher Potsdams historische Skyline wieder ungemein bereichern und verschönern wird. Daher bin ich, wenn zumindest der Tum komplett kommt, samt Haube und Schmuck, sehr zufrieden. Wie gesagt, was anderes hatte ich nie erwartet.

  • Ich habe das Gefühl, dass Rekoprojekte ganz allgemein zunehmend in Misskredit geraten. Das Berliner Schloss, die Garnisonkirche: es wird von der linken Journaille alles dafür getan, diese Projekte zu diskreditieren. „Unverfänglichere“ Projekte werden von Bürgermeistern kurzerhand als „Naziarchitektur“ bezeichnet, wie z.B. das Schauspielhaus in Frankfurt. Gegenstimmen werden kaum zugelassen. Ganz im Gegenteil zum Gros der Bevölkerung, die diese Bauwerke durchaus zu goutieren scheint. Für die Bauakademie sehe ich auch schwarz. Diese kleine Clique aus gescheiterten Architekten, linken Journalisten und Politikern und sadistischen Kunsthistorikern, die in jedem historischen Bauwerk eine „rechtspopulistische“ Machtergreifung sehen, und die zunehmend eine geschlossene Einheit bilden, ist einfach zu stark. Der Kampf gegen Rekonstruktionen ist für mich derzeit die auf die Architektur bezogene Zweigstelle des „Kampfes gegen Rechts“, auch wenn -wie sich ja auch hier im Forum zeigt- diese Gleichsetzung ein Trugschluss ist.

  • Ich fände es sehr schade und bedauernswert, wenn das Kirchenschiff der Garnisonkirche nicht wieder gebaut wert. Es wird immer die Nazikeule geschwungen weil Hitler den Tag von Potsdam in der Garnisonkirche zelebrierte. Wie oft war er denn dort? Täglich? Meines Wissens höchstens einmal an dem besagten Tag. Deshalb das Kirchenschiff verdammen?

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Richtig!

    In diesem Sinne müsste nämlich auch die Dresdner Semperoper abgrisssen werden.

    Wisst ihr was dort geschah?

    ER stand mindestens einmal, wenn nicht 2x dort zu Kundgebungen oben auf dem Balkon der Exedra (wie wenn Semper diese für einen solchen Auftritt gemacht hätte). Da gibt es noch ganz grauenhafte Fotos davon.....

    Wer so argumentiert wie in Potsdam, der muss die Semperoper abreißen!!

  • Ich fände es sehr schade und bedauernswert, wenn das Kirchenschiff der Garnisonkirche nicht wieder gebaut wert. Es wird immer die Nazikeule geschwungen weil Hitler den Tag von Potsdam in der Garnisonkirche zelebrierte. Wie oft war er denn dort? Täglich? Meines Wissens höchstens einmal an dem besagten Tag. Deshalb das Kirchenschiff verdammen?

    Neueste Argumentation gegen das Schiff ist nicht Hitler und Nazis,sondern dieser sogenannte Kompromiss.Erhalt des RZ und irgend wann einmal ein "Haus der Demokratie" an Stelle des Schiffs.Die Siftung ist nach aussen hin,zufrieden mit diesem "Kompromiss".:kopfschuetteln:

  • Ist denn das RZ architektonisch so bedeutungsvoll, das es so hinter den Kirchturm ,,gequetscht'' erscheint um von der DDR - Architektur zu künden? Da gab es sicher bedeutenderere Beispiele als dieser Bürobau. Anderes wurde ratzbatz abgerissen, ohne auf die Gefühle oder Befindlichkeiten der Bevölkerung auch nur zumindest einzugehen. Ich sehe im RZ kein wichtiges Gebäude, abgesehen von den Mosaiken (?). Und ein Haus der Demokratie kann am Besten (weil dann am vermutlich originalsten Ort in Potsdam) im Kirchenschiff eingerichtet werden.

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Ist denn das RZ architektonisch so bedeutungsvoll, das es so hinter den Kirchturm ,,gequetscht'' erscheint um von der DDR - Architektur zu künden? Da gab es sicher bedeutenderere Beispiele als dieser Bürobau. Anderes wurde ratzbatz abgerissen, ohne auf die Gefühle oder Befindlichkeiten der Bevölkerung auch nur zumindest einzugehen. Ich sehe im RZ kein wichtiges Gebäude, abgesehen von den Mosaiken (?). Und ein Haus der Demokratie kann am Besten (weil dann am vermutlich originalsten Ort in Potsdam) im Kirchenschiff eingerichtet werde.

    Der Förderverein zur Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte e.V. (Initiative Miiteschön) hatte vor geraumer Zeit vorgeschlagen, das Kirchenschiff wieder aufzubauen um für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen zu nutzen.


    Was macht das Rechenzentrum so bedeutend dass Oberbürgermeister Schubert daran so festhält? Diese Frage kann dir nur der Oberbürgermeister beantworten. Aber die meisten sagen eben, er möchte sich als "großen Versöhner" der Stadtgesellschaft bzw. der Stadt Potsdam darstellen. Aber er ist bisher nur einen Teil der Stadtgesellschaft entgegengekommen und das der Bevölkerungsteil der dem Aufbau der Garnisonkirche kritisch gegenübersteht/stand.


    Nun zum Rechenzentrum: hier verweise ich auf den Link bei Wikipedia.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechenzentrum_Potsdam


    Und ich möchte die Erklärung mit einem Satz von "Konstandindegeer" anfangen: ist der Korken von der Sektflasche erstmal gezogen, dann ist es fast unmöglich diesen wieder in die Flasche einzuführen.


    Potsdams Künstler standen 2015 auf der Straße und da war der Oberbürgermeister a.D. Jakobs gezwungen für diese ein neues Quartier zu suchen. Und dieses Quartier war das Rechenzentrum.


    https://www.maz-online.de/Loka…m-Potsdamer-Rechenzentrum

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 05.08.2015)


    Es war vorgesehen das das Haus den Künstlern 3 1/2 Jahre zur Verfügung stand, mit der Absicht das eine Verlängerung möglich war. Schon zum damaligen Zeitpunkt war nicht klar ob das Kirchenschiff jemals gebaut wird (siehe Artikel). Und so kam es zu einer erneuten Verlängerung, da die Stiftung Garnisonkirche den Künstlern die Hand gereicht hat. Das Ziel war immer noch das, das Rechenzentrum 2023 abgerissen wird. Nur will ein Teil der Künstler inzwischen garnicht mehr aus dem Gebäude ausziehen und haben sogar einen Verein gegründet (Verein für freundliche Übernahme Rechenzentrum e.V.). Auch dem neuen Kreativquartier steht man kritisch gegenüber.


    Inzwischen haben sich aber auch die politischen Konstellationen geändert. Der Oberbürgermeister a. D. Jakobs ist nicht mehr angetreten und es folgte der neue SPD Oberbürgermeister Schubert (SPD). Ebenfalls gab es keine Rathauskooperation mehr, die aus SPD, CDU/ANW, Grüne, Potsdamer Demokraten war schon vor der Kommunalwahl zerbrochen.


    Die neue Rathauskooperation besteht aus SPD, Grüne und Linken und während die Grünen in den vergangenen Jahren immer für Potsdams Neue Mitte gewesen sind, haben diese innerhalb der neuen Rathauskooperation eine 180 Grad Wende hingelegt. Die neue Rathauskooperation steht zu 100 Prozent hinter Oberbürgermeister Schubert (SPD) und seinen Ideen (Haus der Demokratie, Nutzungkonzept Erweiterung Potsdam-Museum, Plenarsaal).


    Konstantindegeer: habe ich in meinen Beitrag etwas zu verkürzt oder falsch dargestellt, bitte berichtige mich

  • Ich habe es gelesen und versuche zu verstehen.:daumenunten::kopfschuetteln::gutenacht:

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Das Berliner Schloss, die Garnisonkirche: es wird von der linken Journaille alles dafür getan, diese Projekte zu diskreditieren.

    Das hängt nun aber auch speziell mit genau diesen Gebäuden zusammen, die nunmal ein eher komplexbehaftetes öffentliches Narrativ haben und im Kern für Ereignisse und Nutzungen bekannt sind, die heute nicht gerade populär sind, vor allem im politisch linken Umfeld.

    Das sieht bei anderen Rekoprojekten schon anders aus. "Uns" wird eher das Ausgehen von Bauplätzen für städtebauliche Heilung allmählich zur Herausforderung, da Abrisse von unmaßstäblichen und künstlerisch banalen Nachkriegsbauten auch gerne vorbeugend durch Missbrauch des Denkmalschutzes verhindert werden. Politisch haben sich diese (N)Ostalgiker ganz gut vernetzt, aber auch nicht so gut, dass sie allmächtig wären. Im Gegenteil sind sie sogar oft recht schwach aufgestellt, wenn man mal den Vorhang lüftet.

  • Die (N)Ostalgiker mögen zwar schwach sein. Aber wenn man ihnen eine große Bühne gibt und Beachtung schenkt, dann sieht es zum Schluss garnicht mal so schlecht aus das ihre Forderungen oder ein Teil davon umgesetzt werden. Man muss seine Forderungen nur oft genug wiederholen.

  • Es ist genau das eingetreten, was ich immer wieder kritisiere und oft schon kritisiert habe. Ich hätte mir gewünscht dass die Stiftung Garnisonkirche in die Offensive geht und den Bürgerinnen/ern erklärt, wie es weiter gehen soll in den kommenden Monaten und Jahren. Stattdessen haben sich die Kritiker gemeldet und haben gemeinsam eine Konferenz gegeben. Die Martin-Niemöller-Stiftung, "Christen brauchen keine Garnisonkirche" und die Potsdamer Profilgemeinde "Die Nächsten". Die letztere Gruppierung ist mir neu und hat mir bisher noch nichts gesagt. Diese Gruppierungen werben für einen Neustart.


    "Auf das Aufsetzen der bereits fertiggestellten Turmhaube auf den Kirchturm sollte verzichtet werden, das benachbarte Rechenzentrum erhalten werden."


    https://www.pnn.de/potsdam/deb…en-neustart/28200498.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 25.03.2022)


    Wenn Ihr euch den Artikel so durchlest, wird euch auffallen dass sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat. Der obere Satz wurde falsch in den Artikel übernommen. Richtig sollte dieser heißen:


    "Auf das Aufsetzen der bereits fertiggestellten Turmhaube auf dem Kirchturm sollte nicht verzichtet werden, das benachbarte Rechenzentrum abgerissen werden."

  • Die letztere Gruppierung ist mir neu und hat mir bisher noch nichts gesagt.

    "Meister Lampe". Wenn Dir schon die Namensähnlichkeit zwischen "Die Anderen" und "Die Nächsten" nicht auffällt... Das ist die alte linke Strategie: Gründe möglichst viele "Initiativen" unter möglichst vielen verschiedenen Namen, hinter denen immer die gleichen Leute stehen. Allenfalls ein Strohmann aus Grüßonkel, der noch nicht von den anderen Gruppierungen her öffentlich bekannt ist, wird vorgeschickt, um als Sprecher "Authentizität" vorzutäuschen. Der Effekt? "Viele Gruppen" und "Initiativen" klingt immer nach "breitem Bündnis" und macht größeren Eindruck (vor allem bei befreundeten Pressevertretern). Aber auch auf Leute, die das immer noch nicht durchschauen.

    Im konkreten Fall heißt der Strohmann übrigens "Max Mustermann". Ein toller Typ, und sehr bekannt, denn der taucht doch immer mal bei Online-Formularen zur Veranschaulichung auf. Und nun im "Impressum" dieser "neuen Gruppierung" bzw. "Profilgemeinde". :lachentuerkis:

    Das macht die linke Szene seit Jahrzehnten so, aber einige haben es offenbar immer noch nicht gerafft. Dabei hätten dieses Mittel auch die Befürworter der Garnisonkirche für sich nutzen können. Sie hätten eine "Initiative Pro Garnisonkirche", eine "Profilgemeinde Pro Garnisonkirche", eine Gruppe "Christen brauchen die Garnisonkirche", eine "Vereinigung lesbisch-schwul-queerer Künstler für die Garnisonkirche" usw.usf. ins Leben rufen können. "Meister Lampe" und ich würden gar nicht aus dem Staunen herauskommen, welch "breite Bündnisse" sich die plötzlich via Pressemitteilungen aufgetan haben...

    ;)

  • Auf das Aufsetzen der bereits fertiggestellten Turmhaube auf den Kirchturm sollte verzichtet werden

    Nun aber zum Wesentlichen. Heißt das, dass die Turmhabe bereits existiert? Dass sie nur noch auf den jetzigen Stumpf aufgesetzt werden müsste? Bislang war ich davon ausgegangen, dass die Haube erst gefertigt werden muss.

  • Heimdall,soviel ich mitbekommen habe,wird die Turmhaube vor Ort (Standort Ehem.Kirchenschiff) zusammengebaut,und anschl.mit einem Mobilkran dann auf den Turm gehieft. Aber wann das alles geschieht,keine Ahnung.

    Vielleicht kann da ein Potsdamer Forist weiterhelfen?

  • Natürlich existiert die Haube noch nicht.

    Sonst bestünde doch diesbezügl. ja auch kein Finanzieurngsbedarf ...und es wäre längstens in den Medien publiziert worden.

  • ^Demnach hätten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" also Blödsinn veröffentlicht. Schade, denn ich war einmal von einer diesbezüglichen Pressemeldung positiv überrascht.