Potsdam - Garnisonkirche

  • Die Debatten kommen doch ausschließlich daher daß die SGP im November 2021, als der Stiftung vom Amt der Kulturstaatsministerin der erste Teil des Abschlußberichtes des Bundesrechnungshofes (BRH) zur Kenntnis übergeben wurde, Panik bekommen hat. Die weitreichenden Anwürfe des BRH veranlaßten die Stiftung sich ausschließlich auf den Turm zurückzuziehen, das Areal des Schiffes perspektivisch aufzugeben und auch einen Bestand des ehem. Rechenzentrum nach 2023 zu dulden -

    So langsam lichtet sich der Nebel und die Motive für das bisher unbegreifliche Verhalten der Stiftung werden offenkundig. Konstantins Interpretation wird durch diese MAZ-Meldung untermauert:

    Der brisante Bericht des Bundesrechnungshofs zur Bundesförderung für den Bau der Potsdamer Garnisonkirche war in der Stiftung schon lange bekannt. Das belegen MAZ-Recherchen. Der Vorstand kommt weiter in Erklärungsnot und die Frage, wann der Oberbürgermeister davon wusste, stellt sich neu.

    Die Stiftung hat sich mit ihrer (bewussten?) Misswirtschaft gegenüber den Gegnern der Garnisonkirche vollkommen erpressbar gemacht und daher bisher Undenkbarem zugestimmt. So oder so ist erkennbar dass sich hier ein veritabler Skandal und jede Menge weiterer Ärger ankündigt. Schlimmer konnte es kaum kommen. :weinen:

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Anbiederung zahlt sich eben nicht immer aus. Man sollte seine Ziele und Interessen klar definieren und auch dazu stehen.

    Wer sich wie ein Wurm benimmt, wird auch wie ein Wurm behandelt. sad:)

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • So langsam lichtet sich der Nebel und die Motive für das bisher unbegreifliche Verhalten der Stiftung werden offenkundig. Konstantins Interpretation wird durch diese MAZ-Meldung untermauert:

    Die Stiftung hat sich mit ihrer (bewussten?) Misswirtschaft gegenüber den Gegnern der Garnisonkirche vollkommen erpressbar gemacht und daher bisher Undenkbarem zugestimmt. So oder so ist erkennbar dass sich hier ein veritabler Skandal und jede Menge weiterer Ärger ankündigt. Schlimmer konnte es kaum kommen. :weinen:

    Interessant: Der Vorstand kommt weiter in Erklärungsnot und die Frage, wann der Oberbürgermeister davon wusste, stellt sich neu.

  • Die Gelder für die Versorgung von Mitarbeitern sollten zurückgefordert werden. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand, dass Spendengelder zweckgebunden eingesetzt werden müssen.

  • Für mich persönlich ist das Projekt "Garnisonkirche" gescheitert. Was in Potsdam (Stadtschloss), Berlin, Dresden, Frankfurt, Braunschweig geklappt hat und vielleicht auch in Neustrelitz, Zerbst klappen könnte, ist hier vor Ort gescheitert.


    Über die Gründe haben wir wirklich oft genug diskutiert und ich möchte nicht darauf eingehen. Nur wenn das Rechenzentrum (RZ) stehen bleibt, weiß ich nicht woher die fehlenden Spendengelder für den Turm herkommen sollen. Die Außenwirkung des Projekt "Garnisonkirche" auf Spenderinnen/er war von Anfang an verheerend.


    Und hier meine ich nicht nur die Berichte in den Medien und die Proteste der Kritiker draußen vor Ort. Es sind so viele Punkte.

  • Trist......Potsdam soll doch geheilt werden vom Bombenkrieg und da gehört die Wiederaufbau von Stadtschloss (mit alle Ornamenten und Atalanten) und die Gernisonkirche und Heiliggeist Kirche zu!! Nur EINS ist halbherzig nun da, die andere ZWEI sind kaum im Bild.


    Das ist eine furchtbare Niederlage für ganz Potsdam und die Welt. In Russland wäre so etwas NIE passiert. die sind stolz auf ihe Vergangenheit und Kultur. In D. wohnen eine Unmenge an Selbsthasser und Selbstzerstörer.

  • Ich war letztes Jahr in Potsdam für ein paar Stunden und habe in einem Souvenirshop dieses Souvenir gekauft, ohne zu wissen, dass es die Garnisonkirche ist. Zumindest steht in Mönchengladbach jetzt eine kleine.. :wink:


  • Trist......Potsdam soll doch geheilt werden vom Bombenkrieg und da gehört die Wiederaufbau von Stadtschloss (mit alle Ornamenten und Atalanten) und die Gernisonkirche und Heiliggeist Kirche zu!! Nur EINS ist halbherzig nun da, die andere ZWEI sind kaum im Bild.


    Das ist eine furchtbare Niederlage für ganz Potsdam und die Welt. In Russland wäre so etwas NIE passiert. die sind stolz auf ihe Vergangenheit und Kultur. In D. wohnen eine Unmenge an Selbsthasser und Selbstzerstörer.

    Das Stadtschloss (Landtag) ist von außen wirklich gut geworden. Das das Land Brandenburg keine Gelder freigibt für die Figuren, Vasen oder die Ringerkolonnaden finde ich sehr schade. Bei der Heilig- Geist- Residenz ist der Zug erstmal abgefahren. Dass hatten wir schon einmal dem entsprechenden Thread besprochen.


    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Bundeskanzler oder die Außenministerin sich in ihrem Heimatort mit einer Bauruine zufriedengeben werden.

  • Na schaut mal, so kann man sich täuschen. Ihr hier immer mit eurer Begeisterung für das olle preußische Zeugs:

    Das junge Pärchen fotografiert sich glücklich vor dem wunderschönen, gottseidank nun auch getrettenen Rechenzentrum und lässt die olle GK links - oder besser gesagt rechts - liegen.

    :tongue:


    Bevor ich jetzt gesteinigt werde: DAS WAR IRONISCH

  • Eine stadtprägende Ruine als Mahnmal für des Scheitern konservativer Ideen.

    Wieso ist die Rekonstruktion der Garnisonkirche eine konservative Idee? Ich finde es ehrlich gesagt durchaus auch progressiv, weil man erst allmählich in den letzten Jahrzehnten begreift, dass historische oder historisierende Bauten für das Stadtbild nachhaltiger sind als Glas- und Betonbauten. Diese Erkenntnis wird sich in Zukunft hoffentlich häufiger durchsetzen und seit 70 Jahren eingefahrene Konzepte ablösen.

  • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) hat sich am 12.02.2022 in zwei Artikeln mit dem Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche sowie der Rüge des Bundesrechnungshof befasst.


    Den Kommentar zum Wiederaufbau der Garnisonkirche kann ich nur zustimmen.


    https://www.pnn.de/ueberregion…pelte-ruine/28063358.html


    https://www.pnn.de/potsdam/nac…n-befassen-/28062570.html


    UPDATE: https://www.pnn.de/potsdam/kri…her-partner/28065640.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 14.02.2022)

  • Wieso ist die Rekonstruktion der Garnisonkirche eine konservative Idee? Ich finde es ehrlich gesagt durchaus auch progressiv, weil man erst allmählich in den letzten Jahrzehnten begreift, dass historische oder historisierende Bauten für das Stadtbild nachhaltiger sind als Glas- und Betonbauten. Diese Erkenntnis wird sich in Zukunft hoffentlich häufiger durchsetzen und seit 70 Jahren eingefahrene Konzepte ablösen.

    Hierbei ist die militaristische Vorbelastung ausschlaggebend. Wenn sie einst zum Touristenmagnet wurde, auch weil sie die Grablege zweier Könige enthielt, so besteht heute die Angst, dass sie wieder zum Anlaufpunkt zwielichtiger Gruppierungen werden könnte und wohl auch wird, die sich weniger für ein "Haus der Demokratie" interessieren.

    Die preußische Militärgeschichte wird immer mehr zum Angriffsziel nichtkonservativer Politik. Den hiesigen Mitgliedern des Leopoldfestvereins, hauptsächlich Unternehmer, macht man den Vorwurf, rein aus Reklamegründen Massen von Besuchern zu begeistern, ohne tiefgründig auf die negativen Aspekte dieser Zeit einzugehen. Deshalb sollte 2022 nur ein kleines Leopoldfest statt finden, welches nun ebenfalls abgewürgt wurde und zukünftig einem Wischi-Waschi-Fest Platz machen soll.

    Welchen Ruf genießen denn die Langen Kerls bei den Potsdamern?

  • Mal kurz dazu. "Elbegeist", man sollte sich einfach nicht bei jedem "Vorwurf" oder "Angriff" in die Hosen machen. Da grinst man drüber, gibt eine passende Antwort, und gut ist´s. Und die Angst vor "zwielichtigen Gruppierungen", die irgendwelche rekonstruierten Gebäude als "Anlaufpunkt" nutzen, beruht auch zum großen Teil auf (von außen geschürten) Projektionen. Meist steckt nur heiße Luft von Angstschürern dahinter. Ansonsten: Jedem Bürger, ob ihn manche für "zwielichtig" bezeichnen oder nicht, steht das Recht zu, die Orte zu besichtigen, die ihm belieben. Wenn man dieses Besuchsrecht abschaffen will, dann sollte auch das Grab von Rosa Luxemburg nicht mehr aufgesucht werden können. Oder es gehört eine Betonmauer um die Hamburger "Rote Flora", damit die Party-Hipster nicht zum Schulterblatt strömen, um dort mit etwas Nervenkitzel ihr Astra Bier zu trinken.


    Ansonsten noch zu "konservativ" vs. "progressiv". Um dazu etwas zu sagen, müsste erst mal geklärt werden, was das Gegenüber darunter versteht. Reden wir von strukturkonservativ oder wertkonservativ? Reden wir von "progressiv" im linksideologischen Sinn oder im Sinn von "Fortschritt" zu rational besseren Lösungen für unsere Gesellschaft? Bevor die Begriffe nicht geklärt sind, redet jeder am anderen vorbei.


    Somit meine Bitte: Zurück zur Garnisonkirche.

  • Heimdall, es geht hier doch nicht um meine rein persönliche Ansicht. Zumal ich weder in irgendeinem Verein noch Gremium aktiv bin . Ich bediente mich nur der Argumentation, die es bisher immer geschafft hat, Projekte zu verhindern. Konservativ im linksideologischen Sinne heisst dort Rückschritt, rechts bis nazi. Und das verschreckt Förderer und Spender.

    Aber warten wir ab.


    "Somit meine Bitte: Zurück zur Garnisonkirche."

    So lange das Grundproblem nicht erkannt wird, erübrigt sich jede Diskussion über die Garnisonskirche.

  • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) hat am 14.02.2022 mit Wolfgang Huber, Vorsitzender der Kuratoriums ein Interview geführt.


    "Wir haben gesagt, als ersten Bauabschnitt bauen wir den Turm, und beginnen mit einer eigenständigen Arbeit im Turm. Das Kirchenschiff sollte ein zweiter Bauabschnitt werden. Und die Entscheidung darüber sollte nach dem Grundsatz fallen: „Erst der Inhalt, dann die Form“. Und wir haben unterschiedliche Aufgaben und Nutzungsvorstellungen durchdiskutiert. Der Vorschlag des Hauses der Demokratie hat sich als die Überzeugendste herausgestellt." :kopfschuetteln:


    https://www.pnn.de/potsdam/int…nicht-kommt/28068868.html

  • Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die sich die ev. Kirche völlig von der Realität abkoppelt, dann hätte diess Interview das illustriert.


    Vorerst sind wir doch weit von einem Kirchenschiff entfernt, auch die Stadt hat die Vorbereitungen für das Haus der Demokratie eingestellt. Der zweite Bauabschnitt ist die Turmhaube, die Wetterfahne und der Skulpturenschmuck des Turmes. Hierfür verfügt die Stiftung über keine ausreichenden Finanzmittel, weil die Stiftung die Spenden zu erheblichen Teilen für Personal- und Verwaltungskosten verballert hat.