Potsdam - Garnisonkirche

  • Dazu, Rastrelli, müßte der Turm erstmal fertig werden. Die SGP ist aber de facto pleite und hat mit der Zustimmung zu dem "Komprimiß" den künftigen Spendeneingang selbst auf exakt null gesetzt.


    Die FWG kann sich im Januar auflösen oder sich später noch um Bauschmuckdetails oder das Glockenspiel kümmern. Die drei bis fünf Millionen, die der Stiftung im Frühjahr fehlen, wird die FWG nicht zusammenbringen können. Die Bemühenszusagen um weiter Bundesmittel sind wohlfeil, werden abr so schnell nichts gehen. Schubert will vom Bund ja noch zweistellige Millionenbeträge fürd en Bau des "Haus der Demokartie" und den erhalt des RZ als "soziokulturellem Zentrum".


    Alles in allem ist die ganze Konstruktion ein Geschäft zu Lasten Dritter, oder es gibt einen noch geheimen Deal die Stiftung irgendwie mit Geld auszustatten. Nicht umsonst sagte Schubert im Hauptausschuß: Also wenn jetzt jemand sagt, 2030 steht das was [auf dem Kirchenschiffgrundstück], dann wäre mir das zu mutig.


    Hier mal die Präsentation der Stadt vor dem Hauptausschuß der SVV, an Infantilität kaum zu überbieten:


    Dokumentation_CityofPotsdam_Platzda-lowresolut.pdf

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Die Linken haben schon 2014 ein Bürgerbegehren (Unterschriftenkampagne) gegen die GK durchgeführt. Rund immerhin 14 200 Potsdamer konnte man dazu bringen,fleißig zu unterschreiben.

    Und zum Staudenhof hatte Scharfenberg von den Linken auch eine Bürgerbefragung angeregt.Interessant,zu jeder Sache in Potsdam die länger Umstritten ist, wird am Ende von denen egal wer, die ihr Anliegen durchsetzen wollen, zu einer Bürgerbefragung/Begehren gegriffen.

    Irgendwie verwässern mit der Zeit die ständigen Bürgerbefragungen und Begehren dann mal.

  • Ja, das war 2014, da hatten die Linken noch über 25 %. Bei der Bundestagswahl haben die Linken nur noch 10 Prozent der Stimmen erreicht.


    Damals war ein Widearufbau der Kirche in weiter Ferne und die Linken zogen zu den Rentnern in die Plattenbauten und erzählten Schauermärchen von den Nazis, die wieder mit knallenden Stiefeln die Breite Straße herunter marschieren. Das dürfte 2022 anders sein.


    Eine Bürgerbefragung, beschlossen im Januar 2022, dürfte wohl im Juni 22 stattfinden. Bis dahin sind die Gerüste des Turmes weg und das Haus ist verputzt und gestrichen, wenn das Geld reicht. Dann fehlt nur noch die Turmhaube, die in der zweiten Jahreshälfte kommen soll. Und über den Turm soll a nicht abgestimmt werden (der steht) sondern über die Nutzung des Kirchenschiffes und des Rechenzentrums. Da in das RZ keine Künstler mehr einziehen könne, da die Mieten nach "Sanierung" zu teuer sind, glaube ich nicht, daß die Mehrheit der Potsdamer einen zweistelligen Millioennbetrag für ein "soziokretives Zentrum" ausgeben will, wo es doch soviele andere Projekte gibt.


    Nur mal zur Erinnerung, was eine "Sanierung" eines Plattenbaus mit Asbest-Sandwichdecken bedeutet: bis auf den Rohbau zurückführen und alles inkl. GEG-konform Fassade und kompletter Haustechnik neumachen. Hier ein Bild der "Sanierung" der SLB:


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Die drei bis fünf Millionen, die der Stiftung im Frühjahr fehlen, wird die FWG nicht zusammenbringen können.

    Welche Teile des Turms wären damit nicht mehr finanziert? Die Turmhaube? Der Fassadenschmuck?

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Da hilft nur eine Bürgerbefragung.

    Aber wie kann man sicherstellen, dass dort nicht auch "Rechte" teilnehmen? Das würde dann ja nach mehrfach zitierter Logik beweisen, dass eine solche Bürgerbefragung "von rechts unterwandert" ist, wodurch sie umgehend ihre Glaubwürdigkeit verlöre - insbesondere wenn sie "falsch" ausgeht...

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ich erschaudere bei dem Gedanken, dass mangels Spendenaufkommen der GK-Turm ein unvollendeter Torso bleibt, direkt neben einem wider jegliche finanzielle Vernunft aus Steuergeldern saniertem und herausgeputzdem nutzlosen Zweckbau.


    Und das möge man dann mal einem fragend davor stehenden Touristen aus dem Ausland erklären...

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ja, aber wer sollte denn jetzt noch für diese Planung eine polymorphen Klopses spenden, zumal die politische Linke Ihre Attacken gegen den orginalen Bauschmuck des Turms fortsetzt? Es gibt ja eher schon einige Spender, die ihr Geld zurück haben wollen.


    Angesichts der geplanten Brüche möchte man ja meinen daß dann wenigstens Konsens sei, daß der Turm originalgetreu errichtet wird aber das ist natürlich nicht. so. Philipp Oswalt wendet sich weiterhin gegen eine Kapelle im Turm und Tropaia sollen auch nicht kommen. Es gab ja immer wieder Stimmen auch das historische Wetterfahnenkreuz nicht auf die Spitze zu bringen sondern das Nagelkreuz. Angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der evangelischen Kirche pricht doch viel dafür, daß die Herrschaften hier weiter einknicken.


    Nein, Spenden wird niemand mehr und das wird die Finanzlage der Stiftung verschärfen. Aber ist von Anfang an ein hausgemachtes Problem. Die Dresdner haben nicht zu Unrecht gesagt, daß sie die Pfaffen erst zur Eröffnung in die Kirche lassen, der Bau der Kirche wurde ohne Verantwortung der Kirche umgesetzt.


    Und wenn man parallel sieht, daß für das Haus der Demokratie und die Sanierung des RZ eine zweistellige Millionensumme an Steuergeld aufgebracht werden soll wird doch jeder Spender sagen: Geld scheint ja genaug da zu sein.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Die Dresdner haben nicht zu Unrecht gesagt, daß sie die Pfaffen erst zur Eröffnung in die Kirche lassen, der Bau der Kirche wurde ohne Verantwortung der Kirche umgesetzt,

    Hm, tut mir leid, das stimmt so nicht.

    Bauherrin war die Stiftung Frauenkirche Dresden (der jetzt das Gebäude nach wie vor gehört) und da war die Ev. Landeskirche Sachsen von Anfang an miteinbezogen. Güttler machte dies sogar zu seiner Bedingung federführend miteinzusteigen!

    Nachdem die Kämpfe pro und contra schon im März oder Mai 1991 (eine Zeit und ihre euphorische Stimmung, die mit heute so fern erscheinen wie das Kaiserreich oder die Goethezeit) entschieden waren wurde dann mit Zustimmung und (moralischer, nicht finanzieller) Unterstützung der Kirche gebaut.

    Aber ok, der Bau war nicht so belastet wie die GK und jedem hier in DD ist angesichts des jetzigen Debakels (anders kann man es nicht nennen) in Potsdam klar, dass auch die Dresdner Frauenkirche heute nicht mehr möglich wäre angesichts des unsäglichen gesellschaftspolitischen, links-rot-grünen und "woken" Zeitgeists unserer Tage.


    Armes Deutschland. Armes Potsdam. Tut mir unsäglich leid!

  • In der Dresdner Stiftung war die Kirche zwar beteiligt, aber nicht im operativen Baugeschäft. Das Prblem in Potsdam ist doch, daß hier Stiftungsvorstände bauen, die keine Ahnung vom Bau haben.

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    Richard David Precht

  • Das wird so sein.


    Vor allem aber sollte man ausschließlich solche Leute mit dabei haben, die mit Feuereifer und ohne Kompromisse für das Ziel eintreten.


    In dieser Hinsicht war Ludwig Güttler mit seiner ...äh.... durchaus autoritären Vereinsführung ein großer Segen für das Projekt FK

  • Also die Nachrichten, die ich die letzten Tage sowohl aus Potsdam, als auch Berlin (Kuppel-Spruchband) vernommen habe, sind wirklich sehr deprimierend und enttäuschend.


    Was hier gerade abgeht, sind Schildbürgerstreiche allererster Güte!


    Da wird in Potsdam mit sehr viel Geld ein Stadtbild prägendes Gebäude begonnen zu rekonstruieren, dann wird das Ding halb fertig stehen gelassen, um dann mit noch viel mehr Geld ein unbedeutendes Gebäude zu sanieren, welches nach der Sanierung nicht mehr viel vom ursprünglichen Gebäude erahnen lässt. Das kann doch nicht deren Ernst sein!? Das ist doch nicht vermittelbar!


    Habe ich das so überhaupt richtig zusammengefasst? Ist das so korrekt?


    In Berlin ist es dasselbe. Erst werden Millionen in die Rekonstruktion eines für das Stadtbild so enorm wichtigen Gebäudes investiert, um es dann anschließend an einer Stelle zu "verhunzen" die von gar niemandem wirklich zu erkennen ist.


    Eine Verhöhnung der Spender und ein Schlag gegen jede Form von öffentlichem/ bürgerlichem Engagement! Da scheinen ja die richtigen Positionen mit den richtigen Leuten besetzt zu sein, sich an der Rekonstruktionswelle der letzten 10 Jahre zu rächen.

  • Quote

    Die drei bis fünf Millionen, die der Stiftung im Frühjahr fehlen, wird die FWG nicht zusammenbringen können.

    Welche Teile des Turms wären damit nicht mehr finanziert? Die Turmhaube? Der Fassadenschmuck?

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    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Wenn dieser ganze links-grüne Mist nicht so schlimm wäre, wäre es eine gute Vorlage für viele lustig durchzechte Nächte, wo man stundenlang drüber ablachen könnte .......

  • Eine Bürgerbefragung, beschlossen im Januar 2022, dürfte wohl im Juni 22 stattfinden.


    Nur mal zur Erinnerung, was eine "Sanierung" eines Plattenbaus mit Asbest-Sandwichdecken bedeutet: bis auf den Rohbau zurückführen und alles inkl. GEG-konform Fassade und kompletter Haustechnik neumachen. Hier ein Bild der "Sanierung" der LSB.


    Was versteht der Durchschnittspotsdamer schon von Sanierungen und Sanierungskosten? Zu diesen dann aufwendigen Sanierungen RZ Neu und Umbauten unmittelbar am Turm der GK müsste eigentlich eine Bauexpertenbefragung statt eine Bürgerbefragung (Laienbefragung) durchgeführt werden.

  • Welche Teile des Turms wären damit nicht mehr finanziert? Die Turmhaube? Der Fassadenschmuck?

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    Ja, die Turmhaube, das Glockenspiel und Teile ds Bauschmucks.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Ich erschaudere bei dem Gedanken, dass mangels Spendenaufkommen der GK-Turm ein unvollendeter Torso bleibt, ...

    Das ist genau die Denke, die uns diesen Nicht-Kompromiss beschert hat. Die Mumien in der Fördergesellschaft haben alle Angst, sie könnten den vollendeten Turm nicht mehr sehen. Ich sage: na und? Dann steht der Torso eben 20 Jahre so da. Irgendwann wird sich jemand finden, der die Turmhaube finanziert.

  • Bin mir ganz sicher: der Turm und Kirche kommen einmal bestimmt wieder zurück, vielleicht nach nochmal 30 Jahren hin und her ziehen. D. ist eine richtige Demokratie und dann gibt es immer Kompromissen (wie das Schloss) und halbstarke Lösungen (Pellerhaus). Die Frauenkirche ist und bleibt die einzige Ausnahme: eine 100% Reko. Sie ist auch wunderbar und einmalig und ohne Sie kein richtiges Dresden.

  • Man sollte den Ort statt "Haus der Demokratie" lieber "Haus der demokratischen Republik" nennen und bei Bedarf noch durch die Nationalität ergänzen.