Potsdam - Garnisonkirche

  • Danke @UrPotsdamer für die Berichtigung! Konstruktive Kritik wird gerne angenommen! :)

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Lieber Herr Konstantindegeer, lieber Herr Knobelsdorfff!
    Sicherlich haben Sie beide ein viel spezielleres Geschichtswissen der GK, als ich.
    Ich finde, lieber Herr Knobelsdorfff, sie sollten nicht müde werden, wie von ihnen geschildert, ihre detaillierten Kenntnisse weiterzugeben! Wie wollen Sie sonst die Welt verbessern?
    Das was Sie hier wiedergeben ist nicht bei halbgebildeten Durchschnittsmenschen, wie mir, bekannt.
    Ich habe hier nur die durchschnittliche Sichtweise des Durchschnittsmenschen dargestellt.


    Und Fakt ist nun mal. Das preußische Militär, stolz auf seine Korrektheit und Ehre, ist für Adolf in den Krieg gezogen. Auch zur Vernichtung. Mit dem Koppelschriftzug "Gott mit uns".
    Das können sie nicht bestreiten.
    Und wenn nicht in dieser Kirche, wo dann?
    Wo fängt was an und wo hört es auf?


    Das gehört zur allgemeinen Wahrnehmung der Garnisonskirche. Und spricht für sie.
    Für mich ist dieser Turm eine Provokation, eine Einladung zur Auseinandersetzung mit der eigen Geschichte.
    Und deshalb macht der Wiederaufbau Sinn.


    Aber eine Kirche? Das preußische Militär, der Staat Preußen existieren seit 74 Jahren nicht mehr. Die Kirche auch nicht...
    Wie soll man Rekonstruktionen bewerten?
    Am Computer erstellt und dann hochgezogen?
    Die Authentizität kommt nur durch architektonische Symbolik der Geschichte des Ortes, oder?


    Ihnen beiden danke ich für die vielen positiven Fakten zur Garnisonskirche!

  • Und Fakt ist nun mal. Das preußische Militär, stolz auf seine Korrektheit und Ehre, ist für Adolf in den Krieg gezogen. Auch zur Vernichtung. Mit dem Koppelschriftzug "Gott mit uns".
    Das können sie nicht bestreiten.
    Und wenn nicht in dieser Kirche, wo dann?
    Wo fängt was an und wo hört es auf?

    Fakt ist aber auch, dass "das" preußische Militär (sofern man im Dritten Reich überhaupt noch davon sprechen kann) aktiv am Widerstand gegen Hitler beteiligt war, insbesondere am 20. Juli 1944. Die preußische Geschichte ist nun einmal voller Ambi- und Multivalenzen. Und hierin liegt auch der Unterschied in der Geschichtsdeutung zwischen Walter Ulbricht und Christopher Clark, oder zwischen Lutz Böde und Konstantindeeger.
    Ansonsten ist die ganze bigotte Hypermoral unserer Gegenwart (der auch "Reschbanner" offenbar zugeneigt ist) alles andere als hilfreich für eine konstruktive und sachliche Auseinandersetzung mit der schlimmsten Zeit in der deutschen Geschichte. Ich erinnere daran dass Frau von der Leyen vor wenigen Jahren Porträtfotos von Helmut Schmidt in Kasernen abhängen ließ, weil der Exkanzler als junger Mann in der Wehrmacht war und auf Fotos dementsprechend erkennbar ist. Auf einer ähnlich dümmlichen Niveaustufe wird derzeit leider auch in Potsdam agiert. Lutz Böde und seine Krawallos, der Asta und Henri Kramer haben den Anfang gemacht, jetzt folgt ihnen der rückratlose neue Oberbürgermeister. Vielleicht in Kürze dann auch noch die örtliche CDU, eine Partei, die ja in den letzten Jahren landauflandab immer brav dem linken Mainstream gefolgt ist...

  • Die Elite des preußischen Militärs war dort. Aber nicht, um IHN zu verhaften und unter Hochverratsanklage zu stellen.
    Das wäre preußisch gewesen!


    Sondern um mit ihm zu reden!


    Die waren nicht auf Seiten der Weimarer Republik. Die glaubten an Hitler als Mega-Kaiser!

  • Mein lieber Bismarck,
    man kann ja auch die "Hypermoral" (tolles Wort, nie gehört) unserer Zeit FÜR eine Reko verwenden, oder? Wenn es nutzt?
    Empathie! Das ist das richtige Wort.
    Dazu will uns doch Hertha Müller erziehen.
    Hinter der Portalruine des Anhalter Bahnhofs.


    Empathie ist nötig, um sich für eine große Sache, wie dem Wiederaufbau eines zerstörten Bauwerks, zu widmen....

  • Ein kompletter Wiederaufbau kann sich durchaus den Vorwurf der Geschichtsrevision zuziehen. Die Negierung der Tatsache, daß das Bauwerk vernichtet wurde.

    Sorry, aber das ist doch Unfug. Dass ein Gebäude einmal vernichtet wurde, wird doch nicht dadurch negiert, dass es wiederaufgebaut wird. In welchem Sinn überhaupt "negiert"? Das wäre nur der Fall, wenn irgendjemand behaupten würde, es wäre nie zerstört gewesen. Tut das irgendjemand bzw. beabsichtigt das irgendjemand?

  • Ich weiß nicht, ob solche Diskussionen nur in Deutschland möglich sind. Womöglich schon, denn in anderen Ländern bin ich mehr Laissez faires gewohnt. Andererseits, aus den (protestantisch geprägten) USA schwappt ja diese ganze kulturmarxistische political correctness rüber, so dass die Verkrampfung der Diskussion in letzter Zeit wieder massiver wird. (Hier muss ein Südstaaten-Denkmal gestürzt werden, dort eine Mohrenstraße umbenannt usw.usf.)


    Also, die Garnisonkirche ist kein NS-Bau. Wollte man jeden Bau als "kontaminiert" betrachten, wo mal irgendein NS-Oberer durchgelaufen ist, jemandem die Hand geschüttelt, eine Rede gehalten oder ein Bier getrunken hat, käme man aus dem Abreissen wohl nicht mehr heraus. Der Eiffelturm muss weg, das Hofbräuhaus in München gesprengt werden usw.usf.


    Und selbst wenn es ein NS-Bau wäre. Wenn er architektonisch gelungen ist, warum nicht erhalten, instand setzen oder gar rekonstruieren? Es wird deshalb dort ja niemand gefoltert oder zu Straftaten aufgerufen. Ich bin z.B. kein Stalin-Freund, lehne sein System ab. Aber die Zuckerbäcker-Hochhäuser gefallen mir trotzdem. Ich würde sogar eines rekonstruieren, wenn das anstehen würde.


    Also, es wäre für alle Seiten besser, diese ganze anstrengende verkopfte ideologische Diskussion etwas herunter zu fahren. Aber, daran haben natürlich bestimmte Rekonstruktionsgegner kein Interesse, weil sie ihren (kommunal-)politischen Saft aus solchen Querelen ziehen.

  • Mich interessieren diese ganzen politischen Dinge nicht - ich kann hier nur als gläubiger Christ und Katholk sprechen - die Kirche gehört wieder vollständig aufgebaut.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • @Onkel Henry schließe mich dir an! Ich bin zwar evangelisch aber für mich hat die Garnisonkirche neben dem kulturellen und städtebaulichen natürlich auch einen religiösen Wert! Deswegen müssen wir auch jeden Tag dafür sorgen, dass historische "Fake-News" nicht politisch missbraucht werden um einen Bau zu diskreditiern, der vor allem eines war: ein Ort des Glaubens!

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Ich bin zwar evangelisch

    Ob nun evangelisch oder katholisch - wir glauben an unseren eingeborenen Herren Jesus Christus, und das gemeisam. Laß uns gemeinsam für dern Wiederaufbau der Garnisiomskrche beten.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Onkel Henry,wie können Sie sich als Christ erklären das es Christen gibt(Christen ohne GK)die sehr massiv gegen den Aufbau der GK sind?Diese Einstellung von Christen zu einem Neuaufbau eines Kirchengebäudes wundert mich schon etwas.

  • @Philon, dies ist ja ein Symbolgebäude für Preußen und sein Militär. Warum sollte nicht gerade hier reflektiert werden, was passiert, wenn man den falschen Leuten vertraut (Unterstützung von Hitler durch DNVP und Militär) und wie man als redlicher Preuße viel früher hätte reagieren sollen (Widerstand 1944)?
    Eigentlich wäre das die Gedenkstätte schlechthin für den deutschen Widerstand. Und genau das sollte man dem Gebäude auch anmerken.
    Und ich ergänze noch, damit meine ich nicht sowas plump plakatives wie einen schwarzen Quader statt des Kirchenschiffs, sondern solche subtileren Eingriffe wie die Inschriften auf dem Sockel.

  • sondern solche subtileren Eingriffe wie die Inschriften auf dem Sockel.

    In der Tat sollte man im rekonstruierten Schiff der Kirche die folgenden beiden das nationalsozialistische Regime verdammenden Aussagen an prominenter Stelle - meinetwegen auch in goldenen Lettern - anbringen:


    "Die Deutschen werden die Fahne mit dem Hakenkreuz noch verfluchen und eines Tages verbrennen."

    "Daß ist ja eine Schande, was da jetzt zuhause geschieht. Zum ersten Mal schäme ich mich, ein Deutscher zu sein !"
    (Zitat bezogen auf die Reichspogromnacht)


    Urheber dieser Zitate war der letzte legitime Patron der Garnisonkirche ...


    Auf diese Urheberschaft sollte die Öffentlichkeit (insbesondere auch die nachwachsenden Generationen) im geplanten Dokumentationszentrum '24/7/12' nachdrücklich hingewiesen werden, denn die in diesen Worten zum Ausdruck kommende Haltung ist der wahre Geist von Potsdam. Ich halte es zudem für nicht ausgeschlossen, daß sich gerade die älteren Offiziere des Widerstandes - wie z.B. Generaloberst Beck - von diesen Worten ihres eigentlichen obersten Kriegsherren haben inspirieren lassen, Deutschland vom Diktator zu befreien...

  • Standort des 'gotischen Spitzbogens'


    Der fast schon gotisch wirkende Spitzbogen, der lange Jahre als 'pars pro toto' an der Breiten Straße für den Wiederaufbau der Kirche warb, war mir hinsichtlich seiner korrekten Positionierung im Turm immer ein ziemliches Rätsel. Aufgrund des anliegenden Farbfotos aus der Ruine, scheint sich dessen Lage nun zu klären: Könnte es sein, daß er den Torbogen bildete, der hinter dem königlichen Monument einen Zugang vom Schiff zum Turmuntergeschoß vermittelte ? Zumindest ein gleichartiger Bogen im ersten Obergeschoß spricht dafür.



  • "Pagentorn", Du kannst Deine Vorschläge ja mal an die EKD schicken. Ich denke, die werden hocherfreut sein und einen Dankesbrief zurücksenden. Schämen tun sie sich immer gerne, auch heute noch, weil sie zu männlich, zu sexistisch, zu weiß, zu wenig offen sind, nicht genug für die EU tun, weil sie einen Diesel fahren oder noch keine Solaranlage aufs Kirchendach gesetzt haben. Schämen und sich sündig fühlen ist eigentlich das Lebenselixier der EKD und teils auch mittlerweile der Katholiken. Wenn sie sich für ihre politisierenden Äußerungen schämen würden, wäre es aus meiner Sicht ja noch in Ordnung. Aber meist wollen sie andere Leute zum Mitschämen ermahnen.


    Das Garnisonkirchen-Konzept könnte natürlich noch erweitert werden. Zitate in allen Sprachen der Erde an der Fassade des Turms. Von Che Guevara bis Nelson Mandela und Ho Chi Minh. Und als Figurenschmuck keine Militärsymbole, sondern nur Friedenszeichen aus den Weltkulturen aller Kontinente. Die Auswahl der Gestaltungelemente wird dabei exklusiv in die Hände hiesiger "People of Color" und einer ausgewählten Kooperative honduranischer Kaffeebauern gelegt.


    Anders ausgedrückt. Das ist genau das, weshalb ich das Projekt Garnisonkirche von weiter Ferne beobachte, den Turm auch städtebaulich begrüße, aber keinen Finger zur Unterstützung rühren werde. Ich habe einfach keine Lust, eine weitere Erziehungsanstalt und weitere Schämstätte mit Spenden zu fördern, vor der aus mir dann politische Botschaften übermittelt werden, die zu hören ich noch weniger Lust habe.


    Ich bitte das nicht misszuverstehen. Deine obigen Zitate Wilhelms II. sind ehrenwert. Auch andere ähnliche Zitate von Menschen, die in jener damaligen Zeit einen klaren Verstand und eine anständige Haltung bewahrt haben, sollen keinesfalls abgewertet werden.


    Aber, was soll das heute eigentlich noch bringen? Noch mehr Vergangenheitsbewältigung? Noch mehr Selbstbepinselung, auf welch gutem Weg wir heute sind und wie übel die Leute damals waren? Und noch mehr Suche nach Personen, die man als die aktuellen Nachfolger der Schandtäter von damals interpretieren kann und dann anzuprangern versucht? Ist es nicht irgendwann genug mit dem ganzen Zeug?
    Nein, sorry, ich bin da draußen.


    Macht den Turm, macht das Schiff, macht von mir aus eine Konzerthalle oder Diskothek daraus, aber für diese Zeitgeist-Verrenkungen ist mir dann die Beschäftigung zu schade. Vielleicht wäre es besser, umso weniger da jetzt gebaut wird. Denn umso weniger kann verhunzt werden.

  • Onkel Henry,wie können Sie sich als Christ erklären das es Christen gibt(Christen ohne GK)die sehr massiv gegen den Aufbau der GK sind?Diese Einstellung von Christen zu einem Neuaufbau eines Kirchengebäudes wundert mich schon etwas.

    Wie kann ich mir erklären daß christliche Ordensträger Menschen an die Stasi verpetzt haben? Unser ehemalige Papst Benedikt hat das mal ein wenig analysiert ....Problem war die 68iger Bewegung. Das ist sie noch heute, und viele ehemaligen DDR Geistliche, waren Werkzeug des DDR Regimes.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • ... und vielleicht könnte man endlich auch dem unbeugsamen geradlinigen
    Ulrich-Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld,
    der vor Freisler in mutiger Art - den Tod vor Augen - die Wahrheit sagte
    ein würdiges Denkmal setzen, in dem man den Platz vor der Garnisonkirche nach ihm benennt.


  • @Heimdall, könntest du bitte Deine diffamierenden Äußerungen gegenüber der evangelischen Kirche unterlassen! Ich fühle mich damit als Christ massiv angegriffen.

    ...Und Fakt ist nun mal. Das preußische Militär, stolz auf seine Korrektheit und Ehre, ist für Adolf in den Krieg gezogen.
    ...

    Ähm, Geschichte ist nicht Deins, @reschbanner, oder?
    Kleine Nachhilfe: der preußische Staat hat 1871 seine Souveränität verloren. Es gab ab diesem Zeitpunkt auch kein preußisches Heer mehr, sondern ein Heer des Deutschen Reiches. Und dieses ist auf Befehl von Hitler in den Krieg gezogen und hat all das begangen, was Du da den Preußen anlasten willst.


    Warum Preußen immer wieder als Schuldiger des 2. Weltkriegs ausgemacht wird, erschließt sich mir nur so:
    es brauchte einen Sündenbock nach dem 2.Weltkrieg. Dazu diente Preußen. Wäre Preußen nicht zerschlagen und alle Schuld auf Ihm abgeladen worden, hätte man den wahren Schuldigen -Deutschland- zerschlagen müssen und die Kleinstaaterei vor 1871 wieder einführen müssen. Dieses hatten die Alliierten auch auf den Konferenzen von Theheran, Malta und Jalta beschlossen.


    Diese Immunisierung Deutschlands durch Schuldzuschreibung Preußens diente dann den Alliierten, um zwei genügend große, eigenständige und tragfähige Puffer-Staaten auf den beiden Blockseiten installieren zu können, nachdem sich nach dem 2. Weltkrieg die bipolare Weltordnung herausgebildet hatte.


    Die Kommunisten mit ihrem systematisierten Königstum- und Preußenshass bekamen damit ebenfalls einen Freibrief, dieser Ideleologie bis heute anzuhängen.


    Nicht Preußen war am 2. Weltkrieg schuld, sondern Deutschland. Ein Deutschland, das in der demokratischen "Weimarer Republik" einen Hitler an die Macht GEWÄHLT hat. Das damalige Deutsche Volk ist schuldig geworden. Ja auch die Demokratie ist schuldig geworden! Jedoch kein König, kein Preußen. Und schon garkeine Kirche.


    Luftpost