Potsdam - Garnisonkirche

  • Wenn die Kirche einmal da ist, wird sie dann die Umgebung beeinflüssen wie die Frauenkirche getan hat? Werden dann vielleicht doch zu Garnisonkirche passende Fassaden entstehen?

  • Müssen wir uns hier über die Fugen,Mörtel und kleine Risse am Rohbau nun Gedanken machen?
    Ich denke,die Maurer werden das schon wissen.Zum Schluss kommt Putz drauf und gut ist.

  • Wenn die Kirche einmal da ist, wird sie dann die Umgebung beeinflüssen wie die Frauenkirche getan hat? Werden dann vielleicht doch zu Garnisonkirche passende Fassaden entstehen?

    Ich denke, mehr als der Turm wird nicht entstehen. Dafür werden die politisch Verantwortlichen schon sorgen.
    Mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche kann man meiner Ansicht nach den Bau des Turmes der Garnisionkirche auch nicht vergleichen.
    Beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche handelte es sich um einen archäologischen Wiederaufbau.
    Dies wird bei der Garnisionkirche ja nicht geschehen. Schon durch den veränderten Aufbau der Turmräume ist dies ja nicht mehr möglich.
    Allerdings muss ich auch zugeben, dass der Wiederaufbau der Frauenkirche heute nicht mehr realisierbar wäre. Dafür haben sich die politischen Verhältnisse im Land in den letzten Jahren zu sehr verändert.

  • Nu, ohne zu viel Optimismus verbreiten zu wollen, sooo schlimm ist das alles auch wieder nicht. Man soll doch um Himmelswillen nicht so tun, als ob in Potsdam nichts geschehen würde, als ob es hier nichts Vergleichbares zum NM-Projekt gäbe, etwa keinen Altmarkt, kein zweites Achteckenhaus. Es scheint so, dass in Potsdam zwar mehr herumgequatscht wird, aber sich am Ende die gute Sache doch überraschend durchsetzt, nicht nur am Altmarkt, wo die FHS jetzt auch durch ein historisches Quartier ersetzt wird und ein phantastischer Platzraum entstehen wird. Auch in der Breiten Straße ist nicht aller Tage Abend, selbst wenn wir momentan keine weitere Perspektive als den (vereinfachten) Turm erblicken können. Was haben "Realisten" wie Heimdall und ich schon alles in Zweifel gezogen, weil das alles schon so lange dauert und eh nichts wird? Und jetzt- wo wird in Summe am Ende des Tages mehr hingestellt worden sein als in Potsdam?
    wegen eines gesprungenen Ziegels und ein bisschen überquillenden Mörtels zu motzen erscheint mir überhaupt ein wenig strejndsch, wie der Lateiner sagen würde.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es scheint so, dass in Potsdam zwar mehr herumgequatscht wird, aber sich am Ende die gute Sache doch überraschend durchsetzt

    Das mag vielleicht auch gerade daran liegen das soviel "herumgequatscht" wird. Alle Argumente sind dann immerhin ausgetauscht (auch wenn die dauernde Wiederholung manchem- auch mir- dann irgendwann auf die Nerven geht). Das Richtige setzt sich aber dann offensichtlich durch und wird dann auch von der überwiegenden Mehrheit akzeptiert.

  • Gequatscht wird wirklich viel, vor allem dummes Zeug. Aber worum geht es denn? Die Finanzierung des Turmwiederaufbaus ist auf einem guten Wege und wird mit wachsender Aussenfassade, die ja Originalteile einschliessen wird, auch überzeugen. Das Friedens- und Versöhnungszentrum der ev. Kirche wird alle hier in Betrieb noch mächtig aufregen, aber das hat man vorher gewußt - die EKBO ist ein pazifistischer Laden. Wenn der Turm seine städtebauliche Funktion wieder einnimmt ist viel gewonnen; auch die Stimmung in Potsdam wird sich mit dem fertigen Turm zu besseren wenden.


    Das Kirchenschiff will die Kirche ja gar nicht errichten und auch nicht betreiben. Die Fördergesellschaft der GK hat auch weder die personellen noch die finanziellen Möglicheten hierfür. Wenn man sich so vom Preußentum distanziert, wie es die Kirche tut, wird man auch keine größeren Spenden der Preußenfans mehr erwarten können.


    Insofern wird das Schiff ein eigenes Projekt und die Kirche ist ggf. auch froh, wenn ihr jemand das Problem professionell abnimmt. Dafür müsste aber ein vernüftiges Nutzungskonzept und eine Aussicht auf Finanzierung mit einem neuen Bauherren her. Darüber nachzudenken und sich auf diese Stunde der Fertigstellung des Turmes - irgendwann Ende 2022 - vorzubereiten ist das Gebot. Sonst baut die ev. Kirche da noch Sozialwohnungen wie bei der Christunskirche in Köln...



    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Erstens gibt s diese Ideen seit langem und zweitens finde ich das bauliche Ergebnis schon ganz gut. Wartet hab, bis der Turm die 40 Meter überschreitet und Stück für Stück seine ganze städtebauliche Wirkung überschreitet.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Hochzeitspaare in der Garnisonkirche


    Die folgende Frage ist hier möglicherweise etwas deplatziert, aber wegen dieser einen neuen Strang zu eröffnen, wäre auch unsinnig gewesen, deshalb versuche ich es hier:


    Bin auf der Suche nach Fotos von Hochzeitspaaren vor dem Altar und dem Eingang der Kirche. Idealerweise 1930er Jahre und mit Pastor Dr. Werner Schütz.
    Gibt es hier im Forum jemanden, der über entsprechende Fotos verfügt und bereit wäre, diese zu teilen ?


    Mir ist allerdings nicht bekannt, ob es damals schon usus war, während eines Traugottesdienstes (oder auch nach dessen Abschluß) in der Kirche Fotos zu knipsen.

  • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) hat sich in der Ausgabe vom 10.09.2019 mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche in einem Artikel befasst. Oberbürgermeister Schubert hat einen weitreichenden Kompromissvorschlag zum Garnisonkirchen-Projekt vorgelegt. Die Stadt will sich mehr einbringen.


    https://www.pnn.de/potsdam/sch…e-entstehen/25001766.html


    "Auf dem Grundstück des früheren Kirchenschiffs der Garnisonkirche soll eine internationale Jugendbegegnungsstätte für Bildung und Demokratie errichtet werden."

    Das ist ein zentraler Punkt des Kompromissvorschlags von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) zum künftigen Umgang der Stadt Potsdam mit dem umstrittenen Wiederaufbau der Garnisonkirche.


    Oben erwähnte Beiträge (Text und Zitat) sind aus dem Artikel von Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN), 10.09.2019 entnommen worden.


  • "Auf dem Grundstück des früheren Kirchenschiffs der Garnisonkirche soll eine internationale Jugendbegegnungsstätte für Bildung und Demokratie errichtet werden."

    Dieser Vorschlag des BM ist ziemlich unsinnig, eine Laberbude mit Jugendherbergsromantik und "Ringelpiez mit Anfassen" ist für diese Örtlichkeit doch ziemlich unangemessen und letztlich nichts Halbes und nichts Ganzes. Offenbar versucht man wieder mal die örtlichen Krawallos vom linken Rand zu besänftigen und ruhigzustellen.
    Besser wäre es, sich nicht auf irgendwelche Halbheiten zu konzentrieren, sondern einen wirklich sinnvollen Verwendungszweck für das Terrain zu finden. War hier im Forum nicht vor einiger Zeit der Bedarf nach einem Konzerthaus für Potsdam thematisiert worden? Ein Konzerthaus hätte zudem den Vorteil dass man das Kirchenschiff ganz, teilweise oder adaptiert architektonisch aufgreifen könnte...

  • Ich fürchte die evangelische Kirche findet den Vorschlag super. Bleibt die mittlere, zweistellige Millionensumme - aber für etwas wirklich gutes wie ein Bildungszentrum wird sich das schon noch im Bundes- und Landeshaushalt anfinden.


    Dann gibt es sicher einen internationalen Architekturwettbewerb.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Wenn der Turm schon nicht mehr zu stoppen ist,dann bleibt den Gegnern nur noch das K.Schiff das sie Zukünftig mit allen Mitteln bekämpfen werden. :kopfwand:
    Das K.Schiff als reines Konzerthaus zu nutzen wäre meiner Meinung nach zu wenig es müsste eine multifunktionale Nutzung sein unter anderem für Konzerte.

  • Vor allem ist dieser Vorschlag ja überhaupt kein "Kompromissvorschlag". Was soll daran Kompromiss sein? (Kompromiss ist, in dem Turm das Versöhnungszentrum einzurichten)


    Quote from Schubert

    Zugleich müsse man „unumkehrbare inhaltliche Brüche mit der Geschichte der Kirche“ erreichen, so der Plan.

    Man will nichts weniger als die dritte Vernichtung des noch nicht gebauten Kirchenschiffes. Da kann man nur hoffen, dass sich die Stiftung auf so etwas nicht einlässt.


    Quote from pnn

    Da das Projekt zunächst keine Zuwendungen von Staat oder Kirche erhalte, sei eine Finanzierung über Spenden geplant.

    Na Gott sei dank. Da die Wirtschaft geradewegs einer Rezession entgegenrutscht wird die Spendenbereitschaft für solche verkopften Projekte noch weniger gegeben sein als das ohnehin der Fall ist. Gleichzeitig wird auch das Steueraufkommen massiv sinken, so das man aus dem Steuersäckel nichts mehr erwarten kann.

  • Das ist dann das Ende. Die Gegner haben gesiegt auf ganzer Linie.


    Was steht doch gleich im Grundbuch des Grundstücks als Widmung? Der Eigentümer hat die Garnisonkirche zu errichten: nun Jugendbegegnungsstätte, etwa Jugendherberge?


    Jetzt gibt es eine 50 Meter Ziegelturm-Aussichtplattform mit integriertem Andachtsraum und Bibliothek. Und dahinter eine Jugendherberge... Welche sicherlich noch zum Studentenwohnhein oder Max-Dortu-Sporthalle mutiert.


    Es werden vom neuen OB Faken geschaffen. Es stellt sich immer deutlicher heraus, in welcher Richtung der neue OB Politik macht.


    Und es wird ein Totschlagargument gezogen. Die Garnisonkirche wird gegen die Jungend ausgespielt. Da ist es fast egal, ob die Keule Kindergarten, Schule, Turnhalle, Studentenwohnhein oder wie jetzt hier, "Jugendbegegnungsstätte" heißt. Ist eine Kirche etwa keine Jugendbegegnungsstätte? Oder ist das jetzt Neudeutsch für Kirche? Wie, als zu DDR-Zeiten aus dem Engel eine "Jahresendfigur" wurde? Dann ist die Sozialisierung des neuen OB zu DDR-Zeiten wirklich gelungen: der macht ja dann so weiter...?!


    Der Glauben ist frei im Grundgesetz. Die Glaubensgemeinschaften entscheiden selbst über das Wo und Wie ihres Zusammenkommens. Aber nicht mehr im Potsdam!


    „Friderich Wilhelm, König in Preußen, hat diesen Thurm nebst der Garnison-Kirche zur Ehre Gottes erbauen lassen. Anno 1735.“
    Die Kirche ist das Schiff. Ob nun mit oder ohne Turm. Ein Turm ist nichts als ein Turm.


    Es wird keine Kirche errichtet.

  • Ich sehe hier ein ganz klares Kalkül! Viele, wenn nicht sogar die meisten Spender, haben viel Zeit, Geld und Nerven investiert in dem Glauben, die Garnisonkirche würde, abgesehen vom Innern des Turms, originalgetreu wiederaufgebaut. Selbst die Nachricht, dass zunächst nur der Turm wiederkehren würde, und man das Kirchenschiff "künftigen Generationen" überlassen würde, schreckte diese Spender nicht ab, da man ja immer noch darauf setzen konnte, dass zukünftige Generationen schlauer und weniger dekadent sein würden als die aktuellen. Diese Euphorie unter den Befürwortern war den Gegner ein Dorn im Auge. Zum, wie Schubert es nennt, versöhnlichen Kompromiss schlägt er nun diese "Jugendbegegnungsstätte" vor. Kurz nachdem auf sein Betreiben das Glockenspiel abgeschaltet wurde und sein Sitz im Kuratorium schon lange ruht. Nun nimmt er den meisten Spendern den Antrieb sich weiter zu engagieren, und stellt das ganze als Kompromiss hin. Aber es ist keiner!!! Nachdem Jann Jacobs alles getan hat um das Projekt Garnisonkirche voranzubringen unternimmt sein Nachfolger alles um es zu sabotieren. In seinem Kurs mit Steuerrad im Anschlag links kommt er den Linken immer weiter entgegen und das, obwohl Linksaußen in Potsdam rückläufig ist. Was ist so schwer daran über eine kulturelle Nutzung des vollrekonstruierten Kirchenschiffs nachzudenken? Warum wieder ein sozialer BlingBling zur Selbstbeweihräucherung? Und warum gerade jetzt? Letzte Frage lässt sich ganz einfach beantworten. Schubert möchte, noch bevor der wachsende Turm die Spendenbereitschaft signifikant in die Höhe treibt, die Aufbrauchstimmung im Keim ersticken. Verkaufen tut er das ganze als versöhnlichen Kompromiss, der für die Presse ganz toll aussieht aber faul ist und eigentlich nur gegen die Interessen der Garnisonkirchenbeführworter gerichtet ist und auf eine neue Spendenflaute abzielt.

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) hat sich am 11.09.2019 mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche in einem Artikel befasst. Die Potsdamer Bürgerinitiative Mitteschön hat Oberbürgermeister Mike Schubert scharf kritisiert. Dieser hatte vorgeschlagen, vom originalen Wiederaufbau des Kirchenschiffes der Garnisonkirche abzurücken. Damit schlage man vielen Langzeit-Engagierten „ins Gesicht“, heißt es von der Initiative in einer Erklärung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.


    https://www.maz-online.de/Loka…ts-Garnisonkirchen-Plaene