Potsdam - Garnisonkirche

  • Ihr solltet euch drann gewöhnen das ich gelegentlich meine Meinung äussere.
    Sie wird euch aber oft nicht gefallen.


    Das ist nicht das Problem sondern eher die Art und Weise - mich würde z.B. auch sehr interessieren, aus welchen Gründen Du gegen eine Rekonstruktion bist. Dieses Hin und Her von Fragen und Gegenfragen wäre sonst in Auerbachs Keller besser aufgehoben.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ja, ja....und die Frauenkirche war für das freie Neumarktumfeld zu klotzig, die neue Frankfurter Altstadt beißt sich mit den Hochhäusern, Das Weseler Rathaus passt in seiner gotischen Formensprache nicht in die Wiederaufbaustadt... Mann, Mann, in diesem Forum wird man mit so einer Meinung alleine stehen, ausserdem entbehrt sie jeder Grundlage. Was nicht nach Potsdam, einer ehemals schönsten Barockstädte der Welt passt, sind diese sozialistischen Platten.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • [quote='Pfälzer Bub','index.php?page=Thread&postID=195044#post195044']Ja, ja....und die Frauenkirche war für das freie Neumarktumfeld zu klotzig, die neue Frankfurter Altstadt beißt sich mit den Hochhäusern, Das Weseler Rathaus passt in seiner gotischen Formensprache nicht in die Wiederaufbaustadt... Mann, Mann, in diesem Forum wird man mit so einer Meinung alleine stehen, ausserdem entbehrt sie jeder Grundlage. ...




    Meine Auffassung dazu:





    Antrieb und Sinn des Geschriebenen ist nicht der Austausch, sondern die gesuchte Provokation.
    Es ist einzig die Frage, ob das jemand annimmt ...

  • Ich sagte es ja meine Meinung wird euch nicht gefallen.


    Es geht hier nicht um Meinung, die äußert hier jeder, es geht um die Art des Vorgehens.
    Konsens dieses Forums ist die Sinnhaftigkeit von Rekonstruktion gemäß der überlieferten Stadtstruktur, nicht der grundsätzlichen Infragestellung der Rekonstuktion. Dazu gibt es anderen Foren.


    In deinen / Ihren Einträgen widerspiegelt sich die Ablehnung der ausdrücklichen bzw. unausdrücklich aufgestellten Spielriegeln und der Grund dafür ist einzig und allein der gleiche wie beim Versuch, dem Bürgerdialog die Regeln aufzuzwingen:


    "Wir", also sind die Vertreter der kommenden Gesellschaftsordnung, als Angehörige eimes edleren Menschheitsgeschlechtes, brauchen uns an die piefigen Regeln der Vertreter der vergehenden Gesellschaftsordnung nicht zu halten. Alles andere ist dann Beiwerk.


    Deshalb werden Altbauten, und seien es auch rekonstruierte , an dem danach erst Entstandenen gemessen, worin sie denn ihre Existenzberechitung finden oder eben nicht. Ein glatte Amachronismus.

  • Die Garnisonskirche ist zwingend für das potsdamer Stadtbild, die Erdrückungsarchitektur passt nicht.Das DDR Forum ( FH, Hotel Mecure, etc..) stört, und gehört auf den Müll.
    Die Gründe dafür sind klar, weil diese Gebäude gegen Potsdam gerichtet sind, und die Stadt zerstören soll( t)en.
    So, mehr sage ich nicht dazu.

  • Guten Morgen,


    @ Gunar Heimlich: hier im Forum wurde inzwischen bemerkt das Sie sich gegen einen Wiederaufbau der historischen Mitte (Lustgarten, Garnisonkirche...) aussprechen und das ist Ihre legitime Meinung. Wie Sie schon richtig erkannt haben stehen wir Ihrer Denkweise kritisch gegenüber aber wir respektieren Ihre Meinung und Aussagen. Wir werden es sicher nicht schaffen Sie zu einer anderen Denkweise zu bewegen, aber das liegt auch nicht in unserem Sinne.


    Dies ist ein Forum wo Meinungen unter Forumsmitgliedern ausgetauscht und ggf. daraus Diskussionen entstehen wir sind kein Kanzlerwahlverein.


    Viele Grüße :cool:

  • Ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass es hier häufiger so dargestellt wird, als sei das alte Potsdam weitgehend verschwunden. Der weitaus größte Teil, die barocken Stadterweiterungen, die Viertel des 19. Jahrhunderts, die Parks, die landschaftliche Situation...alles noch da. Ich bin sehr erstaunt wie wenig sich viele Potsdamer bewusst sind, wie einzigartig ihre Stadt ist: solch ein Zusammenspiel von Landschaft, Stadt-, Schloss- und Gartenbaukunst ist völlig einzigartig. Stadt, Landschaft und Parks sind ein urbanes Kunstwerk. Das Argument "wir wollen nicht im Museum leben" kann ich verstehen, doch darum geht es doch gar nicht. Es geht darum dieses Kunstwerk weiterzuentwickeln und Wunden zu heilen. In solch eine Stadt passt auch angepasste Architektur der DDR oder der Nachwendezeit. Jedoch möchte doch sicher niemand in einer 0815 Stadt, wie jede andere, leben. Viele Potsdamer sollten sich mal das Einzigartige bewusst machen und stolz auf ihre Stadt sein. Zu diesem Gefüge, zu diesem Kunstwerk gehört wenigstens der Turm der Gkirche. Natürlich hat sich die direkte Umgebung stark verändert, wobei auch noch sehr viel der alten Breiten Strasse vorhanden ist. Doch der Turm wirkt eben nicht nur auf die direkte Umgebung. Unzählige Bauten und Gartenkompositionen sind auf die Nah- und Fernwirkung dieses Turmes ausgerichtet und Laufen jetzt ins Leere. Selbst wenn der Turm in einer reinen Plattenbauumgebung stünde, würde er seine Funktion als Dreh- und Angelpunkt des Gesamtkunstwerks Potsdam erfüllen können.

    Edited 2 times, last by Kurprinz ().

  • Auch die Moschee steht in einer ganz anderen Umgebung als derjenigen zu Bauzeiten und selbst die Hartgesottensten würde ihr nicht das Existenzrecht absprechen. Wahrscheinlich wäre es sogar so gewesen, wäre sie im Krieg zerstört worden oder irgendein 1960er, 1070er Nachkriegsplaner - in diesem Fall der DDR - hätte sie per Straßen-Hochstraßenkreuz erledigt, sie dann irgendwann wieder aufgebaut worden wäre oder zur Rekonstruktion anstünde. Vor oder nach der Wende.


    @ Gunar Heimlich,


    okay, dann heben Sie sich, was den INHALT angeht, positiv von den Rekonstruktions-Pauschalverweigernden ab.

  • Die historische Fassade vom Landtag begrüße ich ebenso das Museum Barbarini.

    Nun das sehe ich eben anders die GK gibt es nicht mehr. Die Stadt hat sich weiterentwickelt und der Turm der GK passt nicht mehr ins Stadtbild.

    Widersprüche über Widersprüche...
    Wer sowas schreibt, widerlegt sich selbst, dem ist nichts hinzuzufügen.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Pfälzer Bub, Das ist ihr subjektives empfinden. Für mich ergibt das eine lebendige Stadt.

    Also ich weiß nicht, ob die Zerstörung bzw der Abriss des Stadtschlosses und der Gebäude an der Alten Fahrt, nur subjektives Empfinden ist. Der Bereich ab der Alten Fahrt, Havel und Stadtkanal, mit Stadtschloss, Lustgarten, Nikolaikirche, Garnisonkirche, Heilig-Geist-Kirche, Altermarkt usw, war eine Einheit, die durch die Fachhochschule, das Rechenzentrum und das Mercure Hotel unterbrochen und massiv gestört wird.


    Wer unter Plattenhochhäusern und Wohnblöcken aus Beton, eine "Lebendige Stadt" sieht, kann dieses "Leben" gerne in Drewitz oder Schlaatz führen. :zungeorange:

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Also ich weiß nicht, ob die Zerstörung bzw der Abriss des Stadtschlosses und der Gebäude an der Alten Fahrt, nur subjektives Empfinden ist. Der Bereich ab der Alten Fahrt, Havel und Stadtkanal, mit Stadtschloss, Lustgarten, Nikolaikirche, Garnisonkirche, Heilig-Geist-Kirche, Altermarkt usw, war eine Einheit, die durch die Fachhochschule, das Rechenzentrum und das Mercure Hotel unterbrochen und massiv gestört wird.


    Da schließt sich der Kreis gemäß des städtebaulichen Empfindens.
    In den 1970er Jahre Broschüren war von einem reizvollen Kontrast zwischen Alt und Neu die Rede seitens derer, die immerhin schon den Wert der überlieferten Baukultur erfasst hatten, doch den rigorosen Riss, den die Stadtplanung bedeutete, sich nicht einzugestehen wagten.


    Das sehe ich übrigens systemübergreifend in Ost und West.


    Die andere städtebauliche Qualität setzt erst ein mit der Erkenntnis, dass nicht jeder Bau an jedem beliebigen Ort stehen könnte.
    Mithin die Abwendung von einer Denkhaltung, die das Zentrum nach genau denselben Prinzipien gestalten wollte wie die Peripherie einer Stadt und - dies spezifisch im Osten eben - die Städte austauschbar machte zwischen Eisenach und Wladiwostok und nach denselben Bauprinzipien zu errichten trachtete.


    NIcht zu unterscheiden zwischen Zentrum und die Peripherie und dass das Zentrum zuallererst aus der jahrhundertealten Stadtkomposition besteht, sie der Maßstab ist für weiteres Bauen, dies fällt sogar noch hinter die Erkenntnisse der späten DDR in den ausklingenden 1980ern zurück.

  • Fusajiro, Sie wollen eine heile Welt ich eine lebendige Stadt. Dazu gehören eben auch Brüche.

    Ich will keine heile Welt, sondern eine Stadt in der man leben kann, dazu gehören natürlich Brüche. Eine perfekte heile Welt gibt es nicht, genauso wenig wie eine perfekte Stadt. Ein Beton-Stahl-Glas-Klotz ist jedoch kein Bruch in Potsdams Mitte, sondern ein "ähstetisches Verbrechen". Ein verlassener, sanierungsbedürftiger oder schlichter Gründerzeit- oder Barockbau, wäre ein Bruch in Potsdams Mitte.


    Abgesehen davon, wie soll das Stadtschloss und das Mercure ein Tor bilden? Ein Tor zu was? Zur Erinnerung, das Stadtschloss, die Nikolaikirche und der Alte Markt bilden Potsdams zentralen Punkt. Ein "Tor" aus Mercure und ebend jenem Stadtschloss würde direkt an diesem zentralen Punkt vorbei Führen, obwohl ein Tor doch städtebaulich direkt zu etwas hinführen soll. Für mich ist das Mercure nur eine Stahl-Beton-Glas-Mauer vor dem Stadtschloss, die eine der wichtigsten Sichtachsen verdeckt.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • @Gunar Heimlich ... grundsätzlich ist gegen zeitgenössische Elemente nichts einzuwenden. Es geht doch nicht um ein Ausradieren der Moderne. Deutschlands Städte sind voll Zeugen der letzten Jahrzehnte und das wird auch immer so bleiben. Auch in Potsdam gibt es tolle Bauten aus der zweiten Hälfte des 20. jahrhunderts, die die Stadt weiterentwickelt haben. Es geht um Einzelfälle, dort wo Lösungen der Nachkriegszeit vorhandene Kunstwerke - Stadtbaukunst ist auch Kunst - empfindlich stören oder wo Lösungen und Entscheidungen sich als Fehler herausgestellt haben. Die Kunst ist eben, eine Stadt weiterzuentwickeln und nicht gegen Ihrer historischen Strukturen anzubauen - eine Stadt wie Potsdam muss man doch als Ganzes sehen, als Ensemble, da muss man eben auch ggf. Fehler beheben. Und wer sagt denn überhaupt, dass eine Stadt mit alten Strukturen-ich sage bewusst Strukturen, das können auch angepasste Neubauten sein- nicht lebendig ist. Manche süddeutsche Kleinstadt ist um einiges lendiger als Potsdam "Am Stern" oder eben die heutige Situation an der Breiten Strasse....sechsspürige Straßen und Bauten, die überall stehen könnten, machen ein Stadtviertel noch nicht lebendig.

  • @ "Gunar Heimlich"


    Da Sie mit Ihren Beiträgen keinen konstruktiven Beitrag zum Forum leisten, sondern Unruhe stiften und andere Forumsmitglieder provozieren, wird hiermit eine Verwarnung ausgesprochen.

  • Für mich passt der Turm der Garnisonkirche nicht mehr ins Stadtbild. Zu groß zu Dominant kein Bezug zur aktuellen Umgebung.


    Das ist eine Meinung die man sicher äussern dürfen muss, die ich aber nicht teile.


    Ich gehe aber davon aus, dass wenn der Turm erst einmal steht, auch die, die nicht die Vorstellungskraft besitzen sich den Turm heute schon vorzustellen, sehen werden, dass die Garnisionkirche nicht nur sehr gut ins Stadtbild passt, sondern dieses wieder vervollständigt.


    Vieleicht werden auch Sie dann überzeugt sein und auch ein Potsdam mit Garnisionkirche als lebenswert ansehen.
    .

  • @Gunnar Heimlich,


    offensichtlich kennen Sie Potsdam nur aus der Zeit der architektonischen DDR Scheußlichkeiten, und können sich wahrscheinlich die einstige Schönheit Potsdams nicht vorstellen, was für mich ein Motiv für Ihre ablehnende Haltung des Wiederaufbaus der Garnisionskirche wäre, da Sie Potsdam wahrscheinlich in seiner Nachkriegshäßlichkeit gewohnt sind. Ich empfehle mal da zu diesen Verweis: Potsdam in alten Bildern . Nun vergleichen Sie doch mal bitte Potsdam vor dem 2.WK und Nachkriegszeiten.

  • Ich schrieb von einer Torsituation allerdings im Diskussionsgang Lustgarten.

    Oh. Da hab ich den Überblick über die Threads verloren. Ist aber auch egal, denn schließlich führt "das Tor" zur Garnisonkirche, von daher ist das jetzt denke ich nicht dramatisch. :smile:


    Jedenfalls stören die Klotzbauten und sollten, egal ob die GK kommt oder nicht, aus dem Stadtbild in der Potsdamer Mitte verschwinden. Wenn Ihnen das Mercure so wichtig ist, beantragen Sie doch, dass es in Schlaatz wieder aufgebaut wird. smile:)

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

    Edited once, last by Fusajiro ().