Potsdam - Garnisonkirche

  • Mal zur Richtigstellung. Die Stadt hat das Grundstück nicht verkauft sondern kostenlos übertragen. Der Turm passt vor das Rechenzentrum würde aber einen Teil des Mosaikefrieses "Mensch erobert den Kosmos" verdeken. Der Abstand wäre etwa 1.50m bis 2m. Beim Studentenheim geht es um die Wiederherstellung des Stadtplatzes neben dem Turm der eventuell entstehenden Kopie des Turmes der GK. Dieser wurde von Frau Kuster zu einem der schönste Stadtplätze Europas erklärt.

  • Im "heidnischen" Brandenburg hat man mit einer Kirche offenbar Riesenprobleme. Gegen die Frauenkirche gab es diesen Gegenwind nie, obwohl der Gläubigkeitsindex in Sachsen bestimmt auch nicht viel höher liegt. Da wird dann die offenbar ach so böse Geschichte eines Gotteshauses bemüht um ja nicht eine Kirche zu rekonstruieren. Auch die Frauenkirche hatte ihre dunklen Seiten im "dritten Reich", Landesbischof Coch sag ich da nur. Hier nachzulesen:
    http://www.dresden-nazifrei.co…traege/7_Frauenkirche.pdf
    Wenn der Bau nicht in seiner ursprünglichen Funktion als Kirche rekonstruiert wird, dann fände ich die Nutzung als Wohnung im Schiff allemal besser als wenn überhaupt kein Schiff kommt. Der Turm alleine wäre sicherlich schon schön, aber auch die suboptimale Lösung.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Mal zur Richtigstellung....
    Der Turm passt vor das Rechenzentrum würde aber einen Teil des Mosaikefries des "Mensch erobert den Kosmos" verdeken...
    Dieser wurde von Frau Kuster zu einem der schönste Stadtplätze Europas erklärt....


    Ich muss mal Ihre Falschdarstellung korrigieren.
    1. weder der Turm noch die Seitenflügel verdecken das Mosaik, da an deren Stelle sich die Abbruchwand der ehemaligen Kantine befindet.
    2. Hat Frau Kuster mit diesem Satz nicht den Stadtplatz neben der Garnisonkirche betitelt, sondern diesen Satz (aus vielerlei Schriften über Potsdam) in Bezug zum Alten Markt zitiert.


    Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit, und stellen Sie bitte nicht vorsätzlich falsche Zusammenhänge her!


    Grüße
    Luftpost

    Edited once, last by Luftpost ().

  • Besondern nicht verdeckt würden durch den Turm der Garnisonkirche die Teile des Mosaiks, die sowjetische MiG-Kampfflugzeuge darstellen und offenbar für die Gegner der Garnisonkirche besonderen Wert aufweisen. Und natürlich das Marx-Zitat.



  • Warum wurde die eigentlich die Staatsoper in Berlin nach dem Krieg wieder aufgebaut.



    Man hätte dieses verruchte, schändliche Gebäude vielleicht besser durch ein Rechenzentrum, Heizkraftwerk, 'ne HO-Gaststätte oder ein Plattenbau-Studentenwohnheim ersetzen sollen?
    Leider weiß ich nicht, welche Aufführung zum gegenständlichen Tag dort geboten wurde - sollte es ein musikalisches Werk gewesen sein, darf dieses fürderhin selbstverständlich nicht mehr gespielt werden. nono:) , das gebietet die Moral von der Geschicht'.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Luftpost Als erstes schrieb ich die Stadt hat das Grundstück der GK nicht verkauft sonder kostenlos übertragen. Erst als zweiten Punkt führte ich an: der Turm passt vor das Rechenzentrum, würde aber einen Teil des Mosaikfrieses überdecken. Das ist richtig, denn die Seitenflügel sind breiter als die ehemalige Kantine. Sollten sie über genaue Maße verfügen würde ich mich freuen wenn sie mir diese zugänglich machen. Sollte sich dann herausstellen das ich falsch liege würde ich das auch einräumen. Es wäre nett wenn sie ein Beispiel für ihre Bemerkung zum Stadtplatz einflechten könnten.

  • Guten Tag,


    es dürfte doch bekannt sein das beim Abriss des Rechenzentrum die Mosaike mit dem Titel "Der Mensch erobert den Kosmos" der Fassade entnommen werden und eingelagert werden. Eine Zerstörung der Mosaike bei Abriss des Rechenzentrum ist nicht vorgesehen, auch weil die Mosaike seit 1977 unter Denkmalschutz stehen.


    Viele Grüße :cool:


  • Das sieht ja aus wie ein Bürokastenkomplex mit Gewerbehof als Nachbarn. Und das mitten im Zentrum dieser einstmals schönen Stadt.

    ...beim Abriss des Rechenzentrum die Mosaike mit dem Titel "Der Mensch erobert den Kosmos" der Fassade entnommen werden und eingelagert werden. Eine Zerstörung der Mosaike bei Abriss des Rechenzentrum ist nicht vorgesehen, auch weil die Mosaike seit 1977 unter Denkmalschutz stehen.

    So stand das auch in einem Artikel der MAZ über das RZ. :zeitung:

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Mal ganz abgesehen davon, dass ich die Rettung der Mosaike begrüße... Wann sind diese denn angebracht worden, wenn sie schon 1977 unter Denkmalschutz gestellt wurden? In der Alt-BRD wartet manch Jahrhunderte altes Fachwerkhaus auf seine Unterschutzstellung. Hat man hingegen in der DDR Marx-Zitate an die Wand gebracht und diese dann sofort zum schützenswerten Denkmal erklärt? huh:)




  • Also die Unteschutzstellung und Bedeutungshervorhebung von kriegsverherrlichenden Mosaiken finde ich schon arg bedenklich. Man stelle sich vor, ein solches Mosaik käme aus einer anderen Zeit, was da los wäre... :kopfschuetteln:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Luftfahrt = Krieg. Was hätte man anstelle dieser sinnlosen, ideologischen und idiotischen Geldverschwendung mit dem Geld in der Räteunion Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser unterstützen können. Und was war es für eine unsägliche Tierquälerei, das arme, unschuldige Hundchen nach da oben zu schießen. Das ist politisch inkorrekt. Sich nicht der Verantwortung stellen wollen, aber seine Lebensweisheit von Rossija24 beziehen...

  • Mal ganz abgesehen davon, dass ich die Rettung der Mosaike begrüße... Wann sind diese denn angebracht worden, wenn sie schon 1977 unter Denkmalschutz gestellt wurden? In der Alt-BRD wartet manch Jahrhunderte altes Fachwerkhaus auf seine Unterschutzstellung. Hat man hingegen in der DDR Marx-Zitate an die Wand gebracht und diese dann sofort zum schützenswerten Denkmal erklärt? huh:)


    Der DDR-Denkmalschutz funktionierte anders. Primär wurde der Denkmalwert eines Gebäudes danach beurteilt, ob er eine Rolle in der Entwicklung des Sozialismus gespielt hat. Dafür wurden mitunter recht abenteuerliche Konstrukte gesponnen. Rathäuser, Markt-/Stadtkirchen und Bürgerhäuser hatten tendenziell eine größere Chance (vorallem wenn sie mit der Reformation, der Aufklärung oder der Weimarer Klassik in Verbindung gebracht werden konnten) unter Schutz gestellt zu werden als Schlösser und Domkirchen. Die mannigfaltige Inkonsequenz und Inkonsistenz beim Denkmalschutz ist vorallem auf jene Helden zurückzuführen die sich für Baudenkmäler wider jeder Ideologie stark gemacht haben.
    Jene Inkonsequenz spiegelte sich auch beim Wiederaufbau wieder: So wurden die Nikolaikirche und das Alte Rathaus vorbildlich wieder aufgebaut, das Schloß aber gesprengt, womit der Wiederaufbau des Rathauses und der Kirche ad absurdum geführt wurde, da sie auf das Gesamtensemble angelegt waren und nicht für eine halb offene Altmarktbrache.

    Edited once, last by Kaoru ().

  • Luftpost,
    sie müssten das schon präzisieren.
    Aber meine Nachfrage bleibt bestehen.


    Gunnar, Sie müssten Ihre Behauptung schon zuerst belegen, daher bleibt meine Aussage ebenfalls bestehen.


    @Gunnar: Und so kann das jetzt wunderbar weiter gehen, Gunnar. Wie Sie das schön von den Stasi-Obersten gelernt haben: einfach dem politischen Gegner etwas unterstellen und dann Beweise für die Gegendarstellung fordern. In bester SED-Tradition.


    ... Wann sind diese denn angebracht worden, wenn sie schon 1977 unter Denkmalschutz gestellt wurden?...


    Mit dem Bau des Rechenzentrums wurden die geplant und angebracht. Bauzeitraum 1969 bis 1971. Denkmalschutzstellung der Mosaike 1977. Wenn das mal nicht sogar DDR-Rekord ist. Hatten die bereits damals Angst, dass die Garnisonkirche wieder aufersteht?


    Kleine Notiz am Rande: die Mosaike wurden vom Künstler in anderer Reihenfolge geplant, als wie sie von den Bauarbeitern später angebracht wurden. Daher gibt's da einen logischen Bruch in der Abfolge. Einige sollen sogar verdreht angebracht worden sein. Na wenn die Bauarbeiter da nicht ganz Systemkonform waren und das nicht sogar ein politisches Statement oder eine kleine Rache für den Abriss der Kirche war...


    Grüße
    Luftpost

  • @Gunnar Heimlich


    Darf man fragen, welche Intension bzw. Motivation Du oder andere Wiederaufbaukritiker besitzt? Mir persönlich fällt kein Grund ein, dass dieses wunderbare Bauwerk nicht bald wieder das Stadtbild Potsdams bereichern wird. An diesem omiösen "Tag von Potsdam" kann es doch nicht wirklich liegen - da kann die Kirche nun wirklich nichts dafür - dass sich dort der honorige Hindenburg mit dem Herrn Hitler beim Verabschieden die Hand geschüttelt hat... (OT: Wäre es für die selbsternannten Gutmenschen nicht konsequenter, sich vereinsmäßig dafür stark zu machen, den 1. Mai als Feiertag oder die Kirchensteuer wieder abzuschaffen, die legitime und direkte Kinder Hitlers sind...).


    Dass auch öffentliches Fördergeld in den Wiederaufbau gesteckt werden wird, sollte meiner Meinung nach auch kein Problem sein, da dieses Geld dazu dient, heimische deutsche Handwerksbetriebe zu beschäftigen. Ist doch allemal besser als weitere (anonyme) Steuergeldmilliarden € in den Rachen Griechenlands bzw. der verfluchten Bankenlobby auf Nimmerwiedersehen in den Po zu penetrieren. Die paar Milliönchen sollten schon deshalb kein Problem sein bzw. regelrecht untergehen, wenn man weiß, dass über 1 Millarde € völlig kritiklos in den Neubau der Bundesnachrichtenzentrale in Berlin geflossen ist...die jetzt wunderbar commod die so knapp am Rande des Verfassungsbogens situierte Extremparteien wie die NPD, die Anderen oder die Linke nachrichtendienstlich inspiziert und beobachtet. Wo bleib hier der Aufschrei der vermeintlichen Steuergeldbeschützer? Ich vernahm in nicht? Stattdessen wird auf die Nebelgranate Garnisionskirche eingedroschen, obwohl zumindest der Wiederaufbau des Turms formal bereits in trockenen Tüchern ist. Seid Ihr Masochisten oder habt Ihr wirklich so viel Zeit gegen Windmühlen zu kämpfen?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich würde im Bürgerdialog dafür plädieren, dass man das Mosaik mit den sowjetischen Todesvögeln doch augenzwinkernd in die wiederaufgebaute Garnisonkriche integrieren soll - dann kann ja auch der Name bedenkenlos wiederverwendet werden. Mhhh...und das Marx-Zitat würde doch glatt als smarter Pissoirwand-Spruch durchgehen, sofern zB ein Klo dort für Veranstaltungen geplant ist.


    ;-)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das Mosaik soll den Forschrittsglauben dieser Zeit dokumentieren. Entsprechent der dalmaligen Ideologie auch die Breitschaft die "Errungenschaften" des Sozialismus zu verteidigen. Es ist ein Zeitzeuge und zeigt somit auch Fehler. Und weil es ein Zeitzeuge ist soll es vor Ort bleiben.


    Die Garnisonkiche war auch ein Zeitzeuge, ein städtebaulich viel bedeutender und pazifistischer dazu, immerhin war sie bis zur willkürlichen ideologischen Zerstörung eine Kirche, ein sakraler Ort und stellte durch seine barocken Formen mehr Schönheit dar, als die "Überlegenheit" der Sovjet Menschen.
    Ich denke, es wird Zeit für eine BI: Potsdam ohne Mosaike!!

    Labor omnia vincit
    (Vergil)