Potsdam - Garnisonkirche

  • Inzwischen aus allen Richtungen sichtbar.


    Solche "Balkonfassaden" oder Laubengänge sollten in Innenstädten verboten werden. Der Lange Stall ist eine völlig vergebene Chance.




  • Inzwischen aus allen Richtungen sichtbar.


    Solche "Balkonfassaden" oder Laubengänge sollten in Innenstädten verboten werden. Der Lange Stall ist eine völlig vergebene Chance.

    In der Tat kann der Lange Stall das architektonische Versprechen der Giebelfront an den Längsseiten nicht ansatzweise halten. Aber grundsätzlich könnte ich mir auch in Innenstädten mehretagige Laubengänge vorstellen. Was mir hier fehlt:

    • Runde (oder beispielsweis kreuzförmige) Säulenquerschnitte anstelle der quadratischen (Würde auch der James-Simon-Gallerie in Berlin besser stehen)
    • Unterschiedliche Gestaltung der verschiedenen Etagen (es müssen ja nicht unbedingt dorische, ionische und korinthische Säulenkapitelle sein, die so mancher heutige Architekt scheut wie der Teufel das Weihwasser)
    • Regelmäßige Unterbrechungen der (sonst monoton wirkenden) Balkonreihen durch so etwas wie "Portale", die durchaus auch einen Nutzwert haben dürfen, beispielsweise als lichtdurchflutete Treppenhäuser.

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ein Glück das diese monotone "Balkonfassade" nicht noch bis an das Portal langgezogen wurde.

    Schön sieht ein Gebäude jedenfalls nicht aus ,wenn fast alle Fassadenseiten nur aus Balkonen bestehen.Ach ja,wir kommen jetzt von der GK ab.:wink:

  • Der Streit um das Rechenzentrum geht weiter....! Unbeirrt aller Diskussionen wird der Turm der Garnisonkirche an der Breiten Straße aufgemauert – nun geht der Streit um die Gestaltung des Umfelds in die nächste Runde. Dabei sendete die Stiftung Garnisonkirche am Freitag ein wichtiges Signal: Sie zeigt sich erstmals offen für einen Teilerhalt des Künstlerhauses. Das allerdings kritisierten Gegner der Stiftung dennoch als eine zu starre Haltung in den laufenden Verhandlungen zur Gestaltung des Turmumfelds.


    Somit sind Befürworter und Kritiker des Rechenzentrum wieder einmal aufeinandergetroffen, ohne Ergebnis! Für die Kritiker hat wieder einmal gesprochen, der Kasseler Architekturprofessor Phillipp Oswalt


    https://www.pnn.de/potsdam/deb…henzentrums/27302500.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 19.06.2021)

  • Es war ein Fehler, eine Zwischennutzung des ehemaligen Rechenzentrums vorzunehmen.

    Die Folgen wird die Potsdamer Stadtgesellschaft noch lange Zeit zu ertragen haben - auch wenn es "nur" Dauerkritik und tendenziöse Berichterstattung durch einige wenige dafür aber umso lautstärkere Leute geht.

  • Es war ein Fehler, eine Zwischennutzung des ehemaligen Rechenzentrums vorzunehmen.

    Soviel ich weiß, ging die Berechtigung zu dieser Zwischennutzung vom damaligen Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) aus. Ein Ortsansässiger möge mich korrigieren, wenn ich jetzt etwas durcheinander bringe.


    Jeder Mensch, der sich ein wenig mit der linken Szene und deren Infiltration von Künstlerzentren beschäftigt hat, wusste schon damals, wie sich die Sache entwickeln konnte. Das wurde auch im Forum thematisiert.


    Nun stellt sich mir aber die Frage: War es wirklich nur ein Fehler?

    Dachte der damalige OB, alles würde sich in Wohlgefallen wieder auflösen? Künstler und Linke würde nach 2-3 Jahren einfach wieder friedlich ausziehen und dem OB ihre Dankbarkeit für die Zwischennutzung kundtun?

    Das wäre vielleicht noch so bei irgendeinem Standort am Stadtrand passiert, der Wohnbebauung weichen müsste, aber doch nicht bei einem ideologisch aufgeladenen Areal in der Innenstadt. Das haben damals auch Diskutanten dieses Forums klar vorausgesehen. Und das sind meist Leute ohne politische Erfahrung und ohne einen großen Beraterstab in der Verwaltung, der solche Eventualitäten zu prüfen hat. Wäre es also so, dann wäre es wirklich ein Fehler gewesen. Und zwar einer, der auf völliger Naivität und Dummheit des Oberbürgermeisters und der Stadtregierung Potsdams beruhte. Dann wäre dieser "Fehler" aber eher ein Indikator für eine geistig überforderte Stadtführung. Und das ließe gewisse Rückschlüsse auf die geistige Verfassung jener Bürger zu, die solche Leute wählen.


    Oder aber, es war gar kein Fehler. Dann hätten sich OB und Regierungsfraktionen von ihrem Vorgehen irgendwelche Vorteile versprochen. Sie haben also ganz bewusst gehandelt, weil ihnen das Projekt Garnisonkirche ohnehin irgendwie lästig geworden wäre und weil sie womöglich gehofft haben, im Milieu der Kreativen und Linken Bündnispartner oder potenzielle Wähler aktivieren zu können. Ob die Strategie aufgegangen oder nicht aufgegangen ist, wäre dann die Frage.


    "Konstantindegeer" als Kenner der örtlichen Szene kann das sicher besser beurteilen.

  • Na ja... Könnte aber auch sein, dass der "damalige OB" einfach nur seine Ruhe wollte. Nach mir die Sintflut. So ticken "Politiker" manchmal eben.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Erstens denken Politiker in der Regel kaum mit einem Horizont von mehr als einer Wahlperiode und die Zwischennutzung hat die damalige Debatte etwas beruhigt. Daß das ein Fehler war haben damals viele in der SVV gesagt, zumal die selbsternannten Kreativen schon damals angekündigt haben sich nicht an die Vereinbarungen zur Zwischennutzung zu halten.


    Zweitens geht der amtierende OB tatsächlich davon aus, daß sein Wirken einen "gesellschaftlichen Ausgleich" schafft und die Wähler dieses Verhalten honorieren. Das ist natürlich barer Unsinn, da die Aktivisten des Rechenzentrums wegen der Endlosbeteiligungsverfaren und Zwischennutzungen natürlich keineswegs SPD wählen werden. Für das jüngste "Design Thinking" Verfahren gibt die klamme Kommune Potsdam 500.000 Euro an Dienstleister aus und wird auch damit den Kreis nicht quadrieren können.

    Die realistischste Prognose ist doch die, daß das RZ eben im Jahr 2024 nach Ablauf der bauaufsichtlichen Duldung der bauordnungswidrigen Zustände zum Ende 2023 und Fertigstellung der Ersatzräume im Neubau des Langen Stalls abgerissen wird, um der im Bebauungsplan Nr. 1 rechtswirksam festgesetzten Grünfläche Platz zu machen. Irgendwelche Teilerhalte, Teilumbauten oder Teilsanierung sind viel zu teuer, weil das RZ mit seiner Konstruktion auf den Rohbau zurückgeführt werden muß, wenn man es erhalten will. Für diese Lösung gibt es auch eine Mehrheit in der SVV und wenn, woraum man sich verlassen kann, die "Kreativen" um die Wahlergruppierung der Anderen so unversöhnlich und wenig kompromißbereit bleiben (was den Kern ihres Erfolges ausmacht), wird die SPD aus der R2G-Kooperation ausbrechen und mit CDU, Grünen, Bürgerbündnis und FDP stimmen - wie auch schon in anderen Fragen.


    Das benatortet alles nicht Frage der Bebauung des Areals des Kirchenschiffs. Aber muß diese Frage jetzt entschieden werden? Das kann doch Grün werden, bis eine überzeugende Idee da ist. Beim Stadtschloß war das nicht anders anbei das Bild von 1995 mit der Verkehrstrassenführung durch den heutigen Hof des Stadtschlosses.


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Konstantindegeer das predige ich schon die ganze Zeit. Warum muss das Grundstück des Kirchenschiffs jetzt so krampfhaft entwickelt werden?

    Schuberts Pläne mit Libeskind und einer Jugendbegegnungsstätte dienen doch nur einer langfristigen Blockierung des Areals um eine eventuelle Rekonstruktion zu verhindern.


    Künstler aus dem Rechenzentrum ins neue Kreativquartier. Rechenzentrum abreißen. Und dann sehen wir weiter.

    Wenn es jemand kann, dann ist es keine Kunst. Und wenn es jemand nicht kann, dann ist es erst recht keine Kunst!

  • Konstantindegeer das predige ich schon die ganze Zeit. Warum muss das Grundstück des Kirchenschiffs jetzt so krampfhaft entwickelt werden?

    Schuberts Pläne mit Libeskind und einer Jugendbegegnungsstätte dienen doch nur einer langfristigen Blockierung des Areals um eine eventuelle Rekonstruktion zu verhindern.


    Künstler aus dem Rechenzentrum ins neue Kreativquartier. Rechenzentrum abreißen. Und dann sehen wir weiter.

    Ganz genau ,Knobelsdorfff92. Alles wieder Durchschaubar der GK Gegner ihre Eile mit der Entwicklung des Standorts Ehem. Schiff und RZ. Allen voran das Kuratoriumsmitglied der OB M.Schubert. Da Frage ich mich,warum der OB der der nicht wirklich überzeugt hinter dem ganzen GK Projekt steht, überhaupt Mitglied des Kuratoriums ist!? :kopfschuetteln:

  • Ich stimme den Interessen der Gegner des Kirchenbaus nicht zu, halte aber die Vertretung dieser Interessen für völlig legitim. In einer offenen Gesellschaft muß das möglich sein.


    Das entscheidende Argument für den Erhalt des RZ dort würden Flächen für die Kreativwirtschaft bereitgestellt ist durch den Neubau des Langen Stalls entkräftet. Nun zeigt sich langsam auch für die breit Masse der Potsdamer, daß es den Protagonisten des RZ weniger um die Künstler geht als um die Verhinderung des Kirchenschiffs. Das zeigt sich ja schon daran, daß sich als Vertreter des RZ fast ausschließlich (emeritierte) Professoren und Studenten der Architektur oder Politikwssenschaft sowie Angestellte des öffentlichen Dieses äußern und kaum ein Künstler.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Staudenhof: der Erhalt sollte wahlweise der Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum und zum Schluß dem Klimaschutz gelten. Tatsächlich ging es von Anfang an nur darum die Wiederherstellung des Alten Marktes zu behindern. Nach dem Vortragen der Sachargumente (hier der Neubaupläne für den "Staudenhof"-Block V mit mehr Wohnungen als vorher, war die Mehrheit für den Abriß in der SVV da.


    Ich denke wir können alle froh sein, daß die Protagonisten aus linkem Flügel der Sozialisten und der Linksaußen-Wählergruppierung der Anderen so unversönlich und kompromißlos ihre Position vertreten, nur dadurch war die großen Mehrheit aus SPD, CDU, FDP, Grünen und Bürgerbündnis wieder möglich.


    Was das Verhalten des OB betrifft können sich dies auch die meisten Sozialdemokraten nur dadaurch erklären, daß dieser als "versöhnender OB" wirken will um 2024 Nachfolger des brandenburgischen MP Woidke zu werden. Andere Erklärungsmuster passen nicht zu diesem Verhalten. Denn nur dann müsste sich Schubert nicht 2026 einer Wiederwahl stellen (in Brandenburg sind OB direkt und auf 8 Jahre gewählt), die er mit dieser Haltung relativ sicher verlöre.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Hier einige Eindrücke vom meinem heutigen Baustellenbesuch. Sehr beeindruckend. Natürlich wird auch in den Innenräumen fleißig gearbeitet.



    Von links: Ehemaliges Rechenzentrum. Nagelkreuzkapelle, Portal des Langen Stalls


    Hier wird schon verputzt.


    Ein Fensterblick zum Stadthaus, dem Sitz der Stadtregierung


    Die Breite Straße Richtung Westen.


    Bildhauerkunst am Tympanon.


    Hier sind wir etwa bei 45m.


  • Viele viele Ziegel , Manomann , da wird sicher die nächste Sprengung genauso schwierig , ……. ne kleiner Scherz 8o, ist schon beeindruckend welch Aufwand hier betrieben wird.

  • Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Rekos wird bei der GK alles gemauert bis auf die Zwischendecken,Fahrstuhlschacht und Treppen.Hingegen bei den anderen Rekos an ein zuvor gegossenen Betonkern alles angemauert wird.Was ja auch ok ist.