Potsdam - Garnisonkirche

  • Wenn man immer mit relativ so wenig Aufwand und so wenig Leuten schon so eine große Medienwirksamkeit erzielen kann, sollten wir auch mal demonstrieren, oder?

    Das klappt aber nur, wenn man vorgibt, gegen Nazis zu kämpfen. Das bringt den Medien Quote, egal wie klein das Häufchen Leute ist.

    98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry

  • PNN (etwa 7000 verkaufte Auflage in Potsdam) und MAZ (etwa 20000 verkaufte Blätter)

    So schlecht? ... Naja, ok. Wer es nicht einmal schafft auf einem Bild ein paar Personen abzuzählen... (Potsdam hat 160.000 Einwohner und die MAZ wird auch im Umland (Landkreis Potsdam-Mittelmark 204.000 Einwohner) verkauft.)


    Wie schauts eigentlich nun mit der Gemeinschaftsgroßspende aus? Ich bin im Moment noch dran zu versuchen, etwas zuorganisieren, aber hat jemand selbst einen Vorschlag? Gerade jetzt in diesem Moment sollte Stadtbild Deutschland e.V. dem greifbaren Baubeginn Aufschub und den "Anderen" sinnbildlich eins auf die Mütze geben.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • @ Konstantindegeer: nun aber genau diese beiden "Provinzblättchen", auch wenn die Auflage nicht mehr so hoch ist wie früher, können Stimmung erzeugen.


    Auch viele Bürgerinnen/er die nicht aus Potsdam, Berlin oder Brandenburg kommen, informieren sich in diesen beiden Regionalzeitungen über aktuelle Themen. Ob die Berichte schlecht recherchiert sind, kann natürlich nur der bewerten, der aus Potsdam, Berlin oder dem Umland kommt.


    Das vor allem Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) nicht immer als unabhängige, parteineutrale Tageszeitung agiert, dürfte uns allen inzwischen bekannt sein.

  • Ja, und? Was will uns das sagen? Dass sich Bürger aus Tageszeitungen informieren?


    Dass Du aus der Ferne jede Silbe der Lokalblättchen für bare Münze nimmst ist ja nun hinlänglich bekannt. Das ändert aber die Faktenlage nicht im geringsten. Dass Du die Halbwahrheiten der Provinzpresse (die sich ja meist am nächsten Tag realivieren und zum nächsten Meister-Lampe-Post führen) auch noch regelmäßig weiterverbreitest trägt eher dazu bei, dass Du weitere Spender für gute Projekte wie die Garnisonkirche verschreckst. Aber Du wirst deine Gründe haben, warum Du diesem Strang jede entlegene Arabeske der Potsdamer Lokalprolitik zumutest.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • @'Konstantindegeer: natürlich möchte ich damit sagen das sich viele Bürger die nicht aus der Gegend kommen sich über diese beiden Tageszeitungen informieren. Auch ich, und ich bin nicht der Einzige, informiere mich über diese beiden Tageszeitungen und bin zum Teil auch darauf angewiesen.


    Sollte ein Forumsmitglied die eine oder andere Berichterstattung kritisieren oder dazu eine andere Meinung haben, das auch uns "Auswärtige" die Augen öffnet dann sollte zum entsprechenden Bericht ein Beitrag geschrieben werden.


    Ich glaube auch nicht das ich dazu beitrage Spender für die Garnisonkirche zu verschrecken, ich gebe einfach nur das weiter was die jeweilige Presse berichtet.


    Jeder kann sich zu dem jeweiligen Bericht eine eigene Meinung bilden, davon gehe ich aus.

  • auch die 150 Teilnehmer kann nicht ganz stimmen. Meines Wissens wurden 200 Eintrittskarten für den Gottesdienst in der IHK ausgegeben, bei mehrfacher Überzeichnung. Zusätzlich wurde in der eigentlichen und voll besetzten Kapelle auch nach der Gottesdienst übertragen, Also nochmal 80 Andächtig mehr.


    Den Gegenüber stehen die großzügig gerundeten 30 Köpfe der Gegner, die in der Presse gleich nochmal auf 100 aufgerundet werden...


    Grüße
    Luftpost

  • Und die mehreren Hunderttausend Zuschauer, die den Gottesdienst live verfolgt haben.

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    Richard David Precht

  • Zunächst einmal, ich begrüße es sehr, daß die Garnisonskirche wiederaufgebaut werden soll.
    Ich habe Potsdam zum ersten Mal im Sommer 1990 gesehen. Es war sehr heruntergekommen, aber ich schwärmte sofort: "so schöne Häuser! Wenn man die renoviert! Stuck noch dran, nur paar Ecken weg! Das ist der Nobelvorort von Berlin, da kann der Grunewald abstinken!".
    Und nun ist es bereits wieder so schön geworden. Ja, so in etwa habe ich mir das 1990 gedacht.


    Ich wohne in Berlin, ich sehe das von außen - nach Potsdam komme ich vielleicht alle 5-10 Jahre.
    Es ist für mich so eine Art gelegentlicher Traum.


    Was mir aber ziemlich rätselhaft ist, ist die Mentalität der Einheimischen, zumindest derjenigen, die ich bisher als welche mit einer "Anti-Haltung" kennengelernt habe. Da gibt es sowas Verbittert-kleinkleinliches-Oberlehrerhaftes, das meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, und die gebotenen Möglichkeiten gar nicht sehen will. Sehr merkwürdig.
    (Es sind natürlich keineswegs alle Einheimischen so, das ist nur eine Fraktion, aber es gibt eben auch diese Sorte).
    Wird schon seinen Grund haben, warum Brandenburg als "kleine DDR" bezeichnet wurde.


    Was jedoch die Garnisonskirche angeht, so mache ich mir um deren baldigen Baubeginn wenig Sorgen, wenn die Nörgler nun auf unter 100 gefallen sind und soviel Prominenz und Staat und Kirche sich für den Wiederaufbau ausgesprochen haben und die finanzierung fast schon gestemmt ist.

  • Der Trick ist natürlich, dass bei Lokalzeitungen Beiträge häufig von den Verbänden geschrieben werden. Sprich, wenn sich andere Verbände mit Vertrauensverhältnis melden, wird ihr Kram gedruckt. Keine Hexerei.


    Egal ob Waschzettel oder Abdruck der PR, wer den Journalisten zuarbeitet, wird gedruckt. Statt private Leserbriefe also lieber vernünftige Pressemeldungen für Verbände schreiben.

  • Millionen-Zuschuss des Bundes für die Garnisonkirche fast in trockenen Tüchern. cclap:)


    Die PNN berichten:
    Die größten Hürden für die millionenschwere Bundesförderung für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms sind offenbar beiseite geräumt. Die Unionsfraktion im Bundestag sieht gute Chancen für die Bewilligung des Zuschusses in Höhe von zwölf Millionen Euro. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld (CDU) sagte den PNN, mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und den Haushaltspolitikern im Bundestag seien noch formale Aspekte der Bundesförderung für den als Projekt von nationaler Bedeutung eingestuften Wiederaufbau zu klären. Eine Lösung der Frage, ob das Geld nicht eigentlich nur für den ursprünglich geplanten kompletten Wiederaufbau, sondern stattdessen auch nur für den Turm ausgegeben werden kann, scheine machbar, sagte Lengsfeld.


    Der komplette Artikel >> hier

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Von der geringen Anzahl der Protestler bin ich überrascht.Tun ,,Die Andere"doch immer so,als wäre die Potsdamer Merheit gegen die GK. Da hätten es einige Tausend Potsdamer Bürger sein müssen die dort protestieren.Ja aber wo war die ,,Merheit"der Potsdamer ,die fleißigen Unterzeichner des Bürgerbegehrens von vor zwei Jahren gegen die GK an diesem Tag?! Da sieht man doch ganz klar, das es einzig und allein nur die,,Die Andere"und Neudenker gegen die GK sind.Die vermeintliche Merheit wird nämlich nur von diesen immerselben Leuten herbeigeredet.Ich denke wenn der Bau der GK erst einmal an Fahrt gewinnt tauchen diese ewigen Protestler in der Versenkung unter oder finden eben neue und andere Dinge in der Stadt wo sie sich abreagieren können.Hauptsache sich in irgend einer Form mit der Stadt anlegen.
    Ach übrigens,man hört ja gar nichts mehr von dieser Sorte Christen,,Christen ohne GK"?
    Diese Christen kommen sich wohl mittlerweile ziemlich Unchristlich mit diesem Aufruf vor?!

  • Das Thema ist etwas ausgelutscht und hat sich auf die Mitte verlagert. Mal schauen was sich die Linken einfallen lassen, wenn sich in der Mitte und bei der Garnisonkirche die Kräne drehen.

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    Richard David Precht

  • Zitat aus dem oben verlinkten Artikel:


    Quote

    Nun soll nur noch der Turm aufgebaut werden, allerdings ohne Zierrat und Turmhaube.

    Klingt für mich nach einem ziemlichen Krüppel. Soll das so bleiben, also eine Art Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche II ?

  • Soll das so bleiben
    Soll es nicht. Die ganze Garnisonskirche soll es sein. Natürlich mit Turmhaube und Kirchenschiff.
    Jedenfalls, wenns nach mir geht.

  • Soll das so bleiben


    Da der Bund das Geld erst freigibt, sobald der Turm finanziert ist, hatte man jetzt sowieso kaum noch eine andere Wahl, als aus Kostengründen erst einmal abzuspecken.
    Das ist also eher ein Kniff, um an das Fördergeld zu kommen, als ein unabänderlicher Endzustand.
    Ob der Turm vollständig rekonstruiert wird, wird letztlich wohl von der Spendenbereitschaft entschieden.
    Da bin ich aber recht zuversichtlich, sobald endlich gebaut wird.

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  • Heimdall, scroll doch bitte mal etwas zurück oder nutze die SuFu. Der fehlende Zierrat wird mit zusätzlichen Spenden gebaut, wie auch beim Berliner Schloß. Diese kommen, wie die Erfahrungen bei allen großen Rekoprojekten zeigen, erst während des Baus, nicht oder eben nur zum kleineren Teil in der Planungsphase.


    Das Ziel der Stiftung zum Wiederaufbau der Hof- und Garnisonkirche zum Heiligen Kreuz (voller Name) ist und bleibt der originalgetreue Wiederaufbau des Kirchturms, nur im Inneren wird es zu Anpassungen und Neugestaltungen kommen.

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    Richard David Precht

  • Lingster: Genau so wird ein Schuh draus.
    Das sind halt alles Projekte, die sich schon mal über Jahrzehnte hinziehen. Das braucht einen langen Atem und geht Stück für Stück. Ich glaube auch, daß Spenden reinkommen, wenn erstmal der Turm gebaut wird - wer will schon ein Gerippe stehenlassen. Denn es juckt ein Gerippe weit mehr als ein bloßes Glockengestell, es nun doch mit ordentlicher Turmhaube in voller Schönheit sehen zu wollen.
    Potsdam hat ja so tolle Sichtachsen mit Türmen, das will man als Außenstehender schon auch genießen.

  • Na siehste, geht doch:


    MAZ von heute: "Die Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche sprudeln: 135 000 Euro sind seit Mitte Juli dank der Patenschaften für insgesamt 35 Treppenstufen zusammengekommen. Auch die Bibliothek kann eingerichtet werden. Jetzt fehlt nur noch eine Million Euro – dann ist der Turm finanziert."

  • Potsdam (MOZ) Der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam wird immer wahrscheinlicher. Zuletzt ist die Finanzierungslücke für das umstrittene Bauvorhaben deutlich geschrumpft. Inzwischen geht die federführende Stiftung davon aus, dass sie im kommenden Spätsommer oder Herbst die Baustelle einrichten kann. (...)


    Laut diesem Bericht fehlt "nur" noch eine Million Euro für die Gesamtfinanzierung. Danach kann man sich die 12 Mio. Euro vom Bund einsacken und den Turm hochziehen, der zunächst nur als Grundgerüst, ohne Schmuck und Haube, errichtet wird. Für die Verzierungen und den Turmabschluss, werden nochmal 10 Millionen Euro benötigt. Das sollte doch wohl schaffbar sein.


    Inzwischen gibt es 45 Paten für die Treppenstufen, die insgesamt 152.000 Euro beigesteuert haben. :daumenoben:

  • Die Mauermörderpartei macht wieder mal Stimmung gegen die Garnisonkirche. Die MAZ berichtet:


    Die Garnisonkirche wird erneut Thema im Bundestag. Die Fraktion der Linken fordert in einem neuen Antrag an das Parlament, die für den Wiederaufbau des Turms in Aussicht gestellten zwölf Millionen Euro Bundesmittel zu streichen. Die Bundesregierung wird in dem Antrag vom 18. Oktober aufgefordert, „sich nicht finanziell am Gesamtprojekt oder an Teilprojekten zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche zu beteiligen“. (...) Angesichts des aktuellen Erstarkens rechtsnationaler und neonazistischer Kräfte in Deutschland und in Europa bestehe zudem „die reale Gefahr“, dass der Ort wegen seiner Geschichte „bewusst missbraucht und für rechtsextreme Kultveranstaltungen genutzt werden“ könnte. Eine finanzielle Beteiligung des Bundes wäre deshalb „nicht nur Verschwendung von Steuergeld, sondern ein völlig falsches politisches Signal“. (Link)
    Ach so. :gehtsnoch::gehtsnoch:


    Wie wäre es stattdessen, wenn sich die Mauermörderpartei mal mit dem Dreck vor ihrer eigenen Haustür beschäftigen würde?? Statt ewig diesen Händedruck zwischen Hitler und Hindenburg zu instrumentalisieren, könnte sie ja mal kritisch eingestehen, dass die KPD damals durch ihren ideologischen Widerstand gegen die SPD und die bürgerlichen Parteien die Machtergreifung des braunen Schreihalses erheblich befördert hat. Stattdessen wird der Weimarer KPD-Chef Ernst Thälmann bis heute als Held hochgejazzt, wie hier von Egon Krenz.
    :aufdenkopf:

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