Denkmalschutz in Hessen

  • Hessischer Denkmalschutzpreis


    Obwohl man beim staatlichen Denkmalschutz ja oft gespaltener Meinung sein kann zeigen die Gewinner in meinen Augen ein prinzipiell überall vorhandenes bürgerliches Interesse für historische Bausubstanz. Besonders die Renovierung der gotischen Kapelle finde ich eindrucksvoll. Bei den Gewinnern sind auch viele Objekte dabei, von denen anderswo sicher täglich eine Handvoll zugunsten von Betonkisten verschwindet.


    http://www.hr-online.de/websit…tandard_document_31935256


    http://www.denkmalpflege-hessen.de/index.html


    Auch meine Wahlheimat Frankfurt/Höchst ist mit einem Haus aus dem Jahr 1670 unter den Preisträgern, unten mal zwei Bilder, die etwas besser sind, als das offizielle Bild auf der Denkmalamts-Seite. ;)


  • Besonders erfreulich war aus meiner Sicht, dass sich auch ein altes Bauernhaus aus Birstein-Lichenroth, einem direkten Nachbarort meines Heimatdorfes Bermuthshain, unter den Preisträgern befindet. :D


    Hier ein Bild des Hauses (Völzberger Straße 6) in Lichenroth noch während der Sanierungsphase im letzten Jahr, das ich selbst gemacht habe. :zwinkern:


  • Ui, ist ja schön, dass es hier noch jemanden mit Lokalbezug gibt. Danke für das interessante Bild, das Haus ist ein sehr schönes Beispiel für die Flexibilität der Zimmererkunst. Da das Gebäude sehr langgezogen ist, aber offenbar nur wenig Holz zur Verfügung stand, hat man einfach die typischen Fachwerkfiguren wie die "Wilden Männer" ein wenig in die Länge gezogen, was dann wieder den ländlichen Charakter sehr unterstreicht. :)

  • Man kann sogar noch mehr von der Baugeschichte an dem Haus ablesen:
    So deutet das jüngere Fachwerk (wohl späteres 19. Jh.) im rechten Teil des Hauses darauf hin, dass sich darunter im Erdgeschoß, also direkt rechts anschließend an den "Ern" (Hausflur), wie bei vielen "Vogelsberger Einhäusern" der Kuhstall befand. Das Fachwerk in der Stallzone hatte nämlich wegen dem Stalldunst nur eine "begrenzte" Lebensdauer. Links dagegen sind die "Mannfiguren" im Wohnteil erhalten geblieben.


    Überflüssig zu erwähnen, dass es vergleichbare Häuser vor wenigen Jahrzehnten in der Region noch wie Sand am Meer gab. Umso lobenswerter, was der Besitzer wieder aus dem Haus in Lichenroth gemacht hat, das in vergleichbaren Fällen von vornherein als abzureißender "Schandfleck" gelten würde. Das Preisgeld von 4000 € kann da natürlich nur symbolisch sein...