Brücken im Umfeld des Berliner Schlosses

  • Die Expressreinigung der marmornen Standbilder der Schlossbrücke ist abgeschlossen. Die Besudelung der Granitpostamente und der gusseisernen Geländer und Brüstungsfelder hat dagegen noch weiter zugenommen.

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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Für mich eine der schönsten und elegantesten Brücken der Welt. :)

    Ist Carrara-Marmor, aus dem die Statuen bestehen, eigentlich besonders hart und witterungsunanfällig? Ich frage, weil die Statuen ja schon sehr alt sind, gut 200 Jahre, nie durch Kopien ersetzt wurden, und dennoch von der Oberfläche her so gut erhalten sind. Alle feinen Details sind noch da.
    Ich hatte nämlich gerade zufällig einen Beitrag über einen Marmorbrunnen aus den 1920ern in NYC in geschaut, und die große Hauptskulptur hat so viel von ihrer Oberfläche verloren. Details sind wie weggewaschen. Und die Skulptur ist "erst" seit 100 Jahren der Witterung ausgesetzt.

    Der Videobbeitrag und Brunnen:
    https://www.youtube.com/watch?v=E6x81X6n51k

  • Treverer Marmor ist sehr empfindlich, besonders gegen Säuren, die die Calcite lösen, außerdem ist ein Bewuchs sehr häufig zu beobachten. Marmor ist zudem recht weich, weshalb er für Bildhauerei gerne genutzt wird.

  • Hach... wenn man nur die Bauakademie originalgetreu wieder aufbauen würde, dann hätten wir hier rundum ein großartiges und einer großen, europ. Kapitale würdiges Ensemble...

    Wie alt sind die Aufnahmen? Das Sanchi-Tor ist jedenfalls nicht auszumachen!?

    Also, ich sehe es in einigen Aufnahmen im Hintergrund. Man muss aber glücklicherweise sehr genau hingucken, um es auf Höhe Schloßbrücke überhaupt zu sehen. ;)

  • Die Aufnahme stammt von Leopold Ahrendts, welcher natürlich auch die Gegenrichtung ablichtete.

    Noch vor dem Abbruch der alten, fünfbogigen Brücke hat auch Hermann Rückwardt nochmal sein Können demonstriert.

    Sammlung zeitgenössischer Fachberichte zum Umbau.

    Der Umbau der Langen Brücke (Kurfürsten-Brücke) in Berlin – lokalgeschichte.de

    Weitere Informationen zur Kurfürstenbrücke (die schöne Münze dürfte den Besitzer gewechselt haben).

    Eine lange Brücke zum Nutzen aller - MünzenWoche (muenzenwoche.de)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Nochmals die alte, 5-bogige Lange Brücke - wiederum von Rückwardt, datiert 1889.

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    Seltene Ansicht aus der schräg gegenüberliegenden Perspektive mit Blick auf die Burgstraße - vielleicht auch von Rückwardt, vor 1894.

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    Und dann noch ein Sprung nach Nordwesten zur Schlossbrücke. Dieses Gemälde Eduard Gärtners entstand im Jahr 1861 und zeigt eine Szene vom Besuch von Victoria & Albert, welche im Jahr 1858 das in preußische Hände gegebene Töchterchen in Potsdam und (wohl per Boot über Havel und Spree) Berlin besuchten.

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    CC BY-NC-SA @ Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Können die bitte mal endlich das Geländer der Schloßbrücke reinigen? Je beschmierter und beklebter das Geländer wird, je beschmierter und beklebter wird es. Schmierfinken ziehen andere Schmierfinken an.
    Guckt euch mal an, wie das mittlerweile aussieht (ab Minute 46:30):

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    Es ist echt schändlich wie mit so kostbaren Baudenkmälern in Berlin umgegangen wird, und die Stadt trifft viel Eigenschuld daran, weil sie sich einfach nicht darum schert.

  • Selbst wenn man das alles reinigen bzw. entfernen würde, dann würde es gleich wieder von vorne losgehen. Es hängt alles am Kulturverständnis einer Stadtbevölkerung. Und da gilt für Berlin - wie mittlerweile auch für andere Städte in Deutschland - der Spruch "Perlen vor die Säue werfen".

    In dubio pro reko

  • Noch nie von der "Broken Windows" Theorie gehört?

    Würde man konsequent die Schäden beheben, wäre die Hemmschwelle für Vandalismus höher. Auch würde durch das sofortige Entfernen der Belohnungseffekt ausfallen, dass man einen Teil der Stadt mit seinem Vandalismus geprägt hat.

    Ich denke, dass viele Menschen, sich durch Vandalismus versuchen auszudrücken, also ihre Umwelt mitgestalten wollen. Quasi dass, was wir hier in diesem Forum auch machen. Wie schwierig es ist, an der Gestaltung von öffentlichen Plätzen mitwirken zu können, kann man hier im Forum auch in verschiedenen Themen lesen. Fragwürdig am Vandalismus finde ich jedoch, dass die Gestaltung nicht im Dialog mit der restlichen Stadtbevölkerung gemacht wird, was jedoch an solchen wichtigen Plätzen absolut wichtig ist. Nebenbei ist es auch nicht erlaubt.

    Für mich bedeutet Vandalismus meist einen Nachteil für die Gestaltung von Gebäuden und der Umfeldgestaltung, da dadurch oft ein unruhiges Erscheinungsbild an den Objekten erzeugt wird. Zudem wirft bei mir als Betrachter der Vandalismus oft die Frage auf: "Warum wird dem Vandalierer das erlaubt? Interessiert die zuständigen Personen nicht, wie ihre Umwelt aussieht? Können die zuständigen Personen nicht mehr für ihr Umfeld sorgen?". Dadurch fühle ich mich in meinem Sicherheitsbedürftnis verletzt.

  • Ich bin ja weniger Freund von Theorien als von der Praxis. In Potsdam hatten wir jahrzehnteland einen Pauschalvertrag mit einem Graffientfernungsunternehmen, dass Graffiti binnen 48 Stunden von innerstädtischen Badenkmalen entfernte. Nach einer etwas mühevollen Anfangsphase waren graffitifreie Denkmale relativ leicht zu erhalten, da kein Schmierer mehr Aussicht auf längere Repräsentanz im Stadtgebiet hatte.
    Diesen Vertrag hat Rot-rot-grün vor über einem Jahr aus Kostengründen gekündigt. Der Effekt ist leider verheerend - die Innenstadt ist wieder voll von Graffiti und die Entfernung dauert in der Regel ca. ein Jahr (!). Das motiviert Schmierer sich direkt nach der Entfernung wieder zu verewigen.

  • Nun ja - aus Sicht einer Hausverwaltung:

    Vor vielen Jahren hatten wir mal eine Anzeige gegen die Sprayer gestellt, weil diese wegen der Tags zu identifizieren sein müssten. Die "Untersuchungsbehörde " teilte uns Wochen später mit, dass der eigentlich ermittelte Schmierfink einwand, dass sein Tag von einem anderen missbräuchlich benutzt worden sei, um ihn als Schuldigen zu offenbaren.

    Nach dieser Antwort ist "unser Vertragsmaler" innerhalb weniger Tage mit der Entfernung solcher "Kunstwerke" fertig - es ist tatsächlich so, dass an Nachbargebäuden die Wiederholungsrate und auch das Überschmieren höher ist.

    Allein schon das Zulassen der Ausrede missbräuchlicher Verwendung von "personifizierbaren Kennzeichnungen" durch Dritte öffnet den Verunstaltern ungeahnte Wege.

  • Ich bin ja weniger Freund von Theorien als von der Praxis.

    Die Theorie ist nunmal wichtig, um die Praxis begründen zu können. Mir ging es auch vielmehr darum aufzuzeigen, dass es Modelle gibt, die Bemühungen um die Verschönerung einer Stadt unterstützen, auch wenn für manche die Ausgangslage aussichtslos erscheint.

    Das die Stadt diesen Vertrag aufgekündigt hat, kann man mit kurzsichtig gar nicht mehr beschreiben. Potsdam lebt einfach von seiner Schönheit, mal abgesehen davon, dass der Effekt solcher Sparmaßnahmen wahrscheinlich ist, dass die Reinigungen aufgrund des Reinigungsstaus jetzt aufwändiger/teurer sind/werden.

  • Wäre mir neu, dass man sich da so einfach raus reden kann. Und wir haben schon durchaus viel Erfahrungen mit der Anzeige solcher Schmierereien.

    Ich werde hier kein Schreiben der Berliner Staatsanwaltschaft an eine Moabiter Eigentümergemeinschaft als Beispiel einstellen.

  • Sind die Berliner halt mal wieder unfähiger als die Bayern :augenrollen: bei uns gabs sogar zweimal schon Hausdurchsuchungen in der Folge, wobei in einem Fall tatsächlich das Skizzenbuch von einem der Täter sichergestellt wurde.