Wolframs-Eschenbach - Allgemeines

  • Wolframs-Eschenbach


    Heute gibt es Bilder aus einem kleinen Ort in der fränkischen Provinz, den ich schon seit längerem vorstellen wollte: Wolframs-Eschenbach. Das hübsche Städtchen liegt einige Kilometer südöstlich von Ansbach.


    Der Ort Eschenbach wurde erstmals in der 2. H. des 11. Jh. erwähnt und gehörte zunächst dem Bistums Eichstätt. Um 1200 fiel er an die Grafen von Wertheim. Das Geschlecht der Eschenbacher war hier Unterlehensträger. Deren berühmtester Sohn, der Parzival-Dichter Wolfram von Eschenbach, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach in genau dem Eschenbach geboren, von dem hier die Rede ist. Im ersten Viertel des 13. Jh. erwarb der Deutsche Orden den Ort, bei dem er bis 1796 verblieb. 1332 erhielt Eschenbach die Stadtrechte. Zu Ehren Wolframs von Eschenbach wurde die Stadt 1917 durch ein Dekret von König Ludwig III. von Bayern von "Eschenbach" in "Wolframs-Eschenbach" umbenannt, nachdem bereits König Maximilian II. 1860/61 ein Denkmal für den größten Sohn der Stadt errichten ließ. 1974 war Wolframs-Eschenbach Kulisse für den Kinderfilm-Klassiker "Der Räuber Hotzenplotz" mit Gert Fröbe, Josef Meinrad, Rainer Basedow und Lina Carstens.


    Wolframs-Eschenbach ist kein Rothenburg oder Dinkelsbühl, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswert. Die Stadtmauer - im Wesentlichen aus dem 14. und 15. Jh. - ist nahezu vollständig erhalten. Der Ort besitzt zahlreiche Fachwerkhäuser, deren älteste wohl auf die 1. H. des 15. Jh. zurückgehen dürften. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Durch Umbau einer romanischen Kirche aus dem beginnenden 13. Jh. zur dreischiffigen Hallenanlage um 1300 ist hier die früheste gotische Hallenkirche Frankens entstanden. Besonders hervorzuheben sind zudem das ehemalige Deutschordensschloss, das heute als Rathaus dient, aus dem Jahr 1623 und das ehemalige Fürstengasthaus mit seinem schönen Fassadendekor in Sgraffitotechnik (1609).

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Zur Dacheindeckung Pfründehaus (Färbergasse 23)
    Auf der offiziellen Seite der Stadt steht dazu noch:
    "Das malerische Halbwalmdach aus der Entstehungszeit mit der Bedachung aus Nonnenziegeln hat sich unbeschadet erhalten."
    Stadt Wolframs-Eschenbach - Stadt des Parzivaldichters Rundweg 3 Pfrndehaus -->


    "Eine Besonderheit stellt das noch vorhandene „Nonnendach“ dar: ein Hohlziegeldach ohne den darüber liegenden „Mönch“, eines der letzten in Wolframs-Eschenbach."
    http://www.belocal.de/wolframs…ite_1,19820,2,241986.html


    Wäre interessant zu erfahren, wieso die Eindeckung, noch dazu in dieser Form, erneuert wurde. Für einen mittelalterlichen Bau aus der 1. H. 15. Jh. hätte das doch passender erfolgen können müssen.


    Die Sparkasse (Hauptstr. 18), das sog. Hohe Haus, am Marktplatz geht ebenfalls noch in die 1. H. 15. Jh. zurück (1439/40 dendro. dat), ebenso die beiden Häuser Hauptstr. 6 und 8 (Lammwirtshaus und Stadtschmiede).


    Das Pfarrhaus von 1667 wurde 1975/79 durch einen Neubau ersetzt, zumindest offenbar in Anlehnung an den Vorgänger und unter Einbeziehung des Portals.
    Stadt Wolframs-Eschenbach - Stadt des Parzivaldichters Rundweg 2 Pfarrhaus -->


    Und ohne primitiv-plumpen Glaskasten geht es auch dort heute natürlich nicht mehr, dafür hat man das Ensemble Deutschordensschloss (Rathaus) und Zehntscheune beim Umbau 1999/2001 verhunzen müssen:
    Sehenswertes Romantisches Franken - Burgen & Schlösser - Die Burgenstraße von West nach Ost, wir verbinden Europa



  • Vergleich Marktplatz

    Bildarchiv Foto Marburg


    Zu Hauptstraße 18:
    Der Umbau zur Sparkasse erfolgte 1973, dabei wurde offenbar wohl nicht nur im Erdgeschoss kräftig verändert, u.a. wurde der Eingangsbogen aus Sandstein von 1499 von der Nordseite auf die Ostseite verlegt.