New York: One World Trade Center

  • Auch Ulms Neue Mitte bietet so etwas zumindest ansatzweise.

    Da und auch im Bereich der Braunschweiger Altstadt würde ich das eigentlich nicht so gerne sehen, weil ich dort immer noch darauf hoffe, dass zumindest der historische Stadtgrundriss irgendwann wieder hergestellt wird (oder bleibt). Ein großes Bahnhofsgebäude gehört sowieso nicht in eine Altstadt, auch wenn diese nur noch rudimentären Altbaubestand aufweisen sollte.


    Aber zum Beispiel in Berlin an der Potsdamer Straße im Bereich des Kulturforums mit viel "Grün" drumherum.....

  • Ulm und Braunschweig, da würds mich schaudern. Lieber in Städten die vollends verloren sind wie Pforzheim, da machen Rekonstruktionen m.E. kaum Sinn (selbst wenn das alte Pforzheim architektonisch bedeutener wäre)

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • wie Pforzheim

    Das wäre auch ein guter Ort für entsprechende Bauten, aber nicht im Bereich der ehemaligen Altstadt, sondern an deren Rand, vielleicht im Viertel an der Enz (wenn da auch kaum eine U-Bahn gebaut werden könnte, geschweige denn nötig wäre).

  • Nein, Zeno, ich denk nicht wie ein "Denkmalschützer". Natürlich wäre die Reko von Ulm und Braunschweig für mich höchst wünschenswert. Aber das ist doch einfach unrealistisch (von allen Problemen derDokumentation mal abgesehen), machen wir uns doch nichts vor. Fachwerkhäuser in dieser Anzahl wird es einfach nicht geben.


    Wie xagt, in puncto Ulmdivergieren wir. Ich finde, dass die NM keineswegs der Stadt "den Rest gibt", im Gegenteil!
    Als Alternative zur freud- und niveaulosen BRD-Wiederaubaumoderne ist das doch wirklich Gold!
    Man könnte euch, etwas polemisch, als "Grundrissfetischisten" bezeichnen. Ein orginaler Grundriss hilft doch einen Dreck, wenn, wie in Würzburg, (fast) nur Müll draufsteht (wobei ich jetzt nicht sagen will, dass ich eine derartige Ultramoderne in Wü haben wollte, das nun wirklich nicht!)
    Ein bisschen mehr Mut, in diesen geschundenen Städten etwas Originelles und Bedeutsames entstehen zu lassen, hätte doch wahrlich nicht geschadet - nicht als Alternative zu Rekonstruktion wohlgemerkt, aber zum grauen Nachkriegseinerlei.


    Für Heilbronn oder Pforzheim wär so was sowieso eine gute Idee gewesen, aber ich denk mir oft, wie schön Braunschweig heute wäre, wenn dort zwischen den noch zahlreichen Altensembles nicht soviel Müll, sondern entweder gar nichts oder was Gescheites stünde.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Man könnte euch, etwas polemisch, als "Grundrissfetischisten" bezeichnen.

    Das würde ich für mich gar nicht mal so sehr als beleidigend ansehen. Für mich ist der Erhalt des Grundrisses einer Altstadt schon enorm wichtig. Richtig ist natürlich, dass dies für sich alleine kein gelungenes Stadtbild macht, Würzburg ist da sicher nicht das einzige Beispiel. Aber der historische Stadtgrundriss hält doch die Erinnerung an das Gewesene aufrecht (schon allein weil die Straßennamen auf etwas dort früher Stehende hinweisen). Auch bleiben dadurch die alten Proportionen erhalten, was Rekonstruktionen zumindest möglich nach macht, wenn diese hierdurch nicht sogar angeregt werden. Dass Innenstädte heute oft so unwirtlich sind, liegt demgegenüber doch auch nicht zu Letzt am verlorenen Stadtgrundriss, siehe die Nord-Süd-Fahrt in Köln, die Ost-West-Fahrt in Hamburg oder die Berliner Straße in Frankfurt.

  • Man könnte euch, etwas polemisch, als "Grundrissfetischisten" bezeichnen

    Ein Straßenverlauf ist oft das letzte, was überhaupt an die alte Stadt erinnert.
    Ist er kaputt, sind Rekonstruktionen ungleich schwieriger. In Nürnberg und Würzburg würde es zB oft reichen viele Häuser "auszutauschen". Wie ungleich schwerer ist es wenn die Gassen erstmal durch eine 6 Spurige Straße überbaut sind, die alten strukturen wieder herzustellen.

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • "Ein Straßenverlauf ist oft das letzte, was überhaupt an die alte Stadt erinnert.
    Ist er kaputt, sind Rekonstruktionen ungleich schwieriger."


    Grad diesen letzten Satz würde ich vehement bestreiten, und das ganz offensichtlich mit Erfolg. Wir sind uns doch einig, dass es in den Brachflächen der Ex DDR leichter geht als im dicht bebauten Westen!
    Ansonsten kann ich leider kein anderes Beispiel für einen gelungenen ahistorischen Wiederaufbau heranziehen als Karl-Marx-Stadt. Ich denk trotzdem, dass die Lockerheit, Extravaganz und auch Monumentalität des US-Städtebaus den deutschen Städten alles in allem geholfen hätte. Man denke nur, an die Bereicherung, die FFM durch seine Skyline erfährt. Man vergleiche dies mit dem kleinlichen, schäbigen, plumpen und überhaupt durch und durch miesen Oesterlen-Bau in Braunschweig!
    Ich hab mir oft beim Durchsehen zB von Erpel-Galerien gedacht, dass gewisse US-Städte wie Cleveland von einem gewissen, ahistorischen Stadtpunkt aus besehen, eigentlich schöner als die deutschen sind. Ich denke, man hätte im Zuge des Wiederaufbaus beider Meriten verbinden können.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Wir sind uns doch einig, dass es in den Brachflächen der Ex DDR leichter geht als im dicht bebauten Westen!

    Aber es ist doch in er Regel nicht die Brachfläche die der Aufgabe des historischen Stadtgrundrisses folgt, sondern die Neubebauung auf anderem Grundriss, meist im Zusammenhang mit überdimensionierten Strassendurchbrüchen.

  • Grad diesen letzten Satz würde ich vehement bestreiten, und das ganz offensichtlich mit Erfolg. Wir sind uns doch einig, dass es in den Brachflächen der Ex DDR leichter geht als im dicht bebauten Westen!

    Eben: auf den Brachflächen der DDR, oder dort wo man keine Hemmungen hatte, sich nach der Wende Baufreiheit zu schaffen (Abriß Palast der Republik zB)
    Überall dort wo aber wirklich neue Strukturen (mehr als Brachflächen) geschaffen wurden, wie z.B. in Potsdam (Hotel Merkur, B2 durch den Garten des Stadtschlosses, Fachhochschule, dem Negierung eines Großteils des alten Straßenverlaufs und Zubauung mit Plattenbauten, überall dort stehen diese Neuen Strukturen den alten Strukturen im Weg und sind auch nur sehr schwer zu beseitigen (und die Beseitung ist nicht immer ausschließlicher Vorteil zum Beispiel beim Altmarkt in Dresden)

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

    Edited once, last by Kaoru ().

  • Solche ultramodernen Bauten passen natürlich nicht in kleine und mittelgroße Städte, also weder nach Klein-Kleckersdorf und auch nicht nach Ulm, Braunschweig oder Chemnitz. Selbst in einer hässlichen Stadt wie Pforzheim wäre so ein Bahnhof nur ein verlorener Fremdkörper, etwa so wie das Guggenheim-Museum in Bilbao. Jedes Juwel braucht seine Fassung, sei es in einer Altstadt oder in einer modernen Metropole. So wie der Dresdner Zwinger als Einzelbauwerk inmitten einer ultramodernen Metropole wie Shanghai völlig untergehen würde, so wäre umgekehrt ein gelungener Glas-Stahl-Bahnhof in der Innenstadt von Regensburg komplett fehl am Platz.
    Solche Bauten können ihre Wucht nur in Millionen-Metropolen entfalten und dort auch nur abhängig von ihrer Umgebung. In Europa kann so etwas eigentlich nur in separaten Stadtvierteln gelingen, wo es für die Moderne dann auch keinerlei Einschränkungen mehr geben darf. Das beste Beispiel ist hier städtebaulich immer noch Paris mit seinem Viertel La Defense. Man kann dort über die Qualität der einzelnen Bauten zwar streiten, doch städteplanerisch und in puncto Raumordnung ist es klasse. Dort gruppieren sich die Hochhäuser um das aus meiner Sicht durchaus als Hingucker gelungene "Grande Arche" mit seinem riesigen Platz (einer Art Piazza der Moderne).
    In Berlin könnte ich mir auch zusätzlich zum Potsdamer Platz ein neues Stadviertel, z.B. im Norden, vorstellen. Ich würde dieses Stadtviertel auch patriotisch benennen, z.B. "Deutsche Einheit", mit einem hypermodernen U-Bahnhof gleichen Namens. :thumbsup:


    PS: Und dort könnte man dann auch die Wippe der Einheit aufstellen, am besten auch auf einem eigenen großen Platz. DIES wäre echte Stadtplanung, verbunden mit Symbolik und sogar Patriotismus. Und es könnte noch nicht mal jemand von "Rückwärtsgewandtheit" fabulieren.

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Ich finde den zweiten Teil des gestern eingestellten Artikels spannend, in dem es um eine Neugestaltung der New Yorker Penn Station geht. Auf dem Gelände befinden sich ein wuchtiges Bürogebäude im Bild vorne und der runde aktuelle Madison Square Garden dahinter mit seiner Fassade aus Waschbeton. Für mich hat man die alte Penn Station 1964 schlicht aus ökonomischen gründen abgerissen. Es war einfach wirtschaftlicher, eine große Bahnhofshalle durch ein Bürogebäude und eine Veranstaltungshalle zu ersetzen. Diesen Vorgang müsste man nun umdrehen und auf teuerstem Gelände wieder eine große Kuppel bauen. Dazu kommt, dass der Madison Square Garden, wo hässlich er ist, in den USA als Veranstaltungshalle eine echte Ikone ist. Dass wir hier wieder eine an das alte Gebäude angelehnte Bahnhofshalle sehen werden, kann ich mir kaum vorstellen.



  • Die Pennstation existiert aber immer noch, als unterirdischer Bahnhof.
    Und ich weiß nicht was an der Info im wikipedia-Artikel Dran ist, aber dort steht:


    "Der Bahnhof ist heute chronisch überlastet und gilt als „Design-Desaster und logistischer Fehlschlag“.[1] Derzeit bestehen Pläne, ihn durch Einbeziehung des benachbarten James Farley Post Office zu erweitern, wodurch er wieder ein historisches Entree erhielte, um Kapazität und Funktionalität des bestehenden Bahnhofs zu erhöhen. Das Projekt läuft unter dem Schlagwort „Moynihan Station“ nach dem US-Senator Daniel Patrick Moynihan (1927–2003), der sich dafür eingesetzt hatte."


    Und das Hauptpostamt wäre ja tatsächlich ein würdiger Ersatz für die Penn Station.

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Das Post Office ist im Bild oben hinter dem Madison Square Garden mit dem teilweise grünen Dach angedeutet. Aus dieser Perspektive sieht das Gebäude ganz niedlich aus, real ist es riesig groß. Es stammt von den gleichen Architekten wie die ehemalige Penn Station (McKim, Mead & White). Dass es Pläne geben soll, die Post in einen neuen Bahnhof zu integrieren, hatte ich schon mal gelesen, real kann ich mir einen dermaßen gewaltigen unterirdischen Umbau kaum vorstellen. Anbei sehen wir eine Darstellung der Post vorne und der alten Penn Station in der unteren Bildmitte



  • Es kommt doch drauf an, wo ein solches Bahnhofsgebäude steht. An unsere schönen Lahntalbahn möchte ich es nicht haben, aber in einer Stadt wie New York, wo es auch irgendeinen Altbaubestand nicht stört, finde ich das auch sehr gut. Sieht immerhin mal so aus, wie man sich in meiner Kindheit Bauten der Zukunft vorgestellt hat.


    Wie so oft in New York ist der gut erhaltene, aufwendig restaurierte Altbaubestand zum Glück gleich zwei Straßen weiter zu finden. Stone Street z.b. mitten im Financial District.


    Am Ufer der Sonne wo die wesen vom sehen träumen ist in Echtzeit überall Nacht

  • Und fast gleich daneben diese typisch Belgischen Giebelhäuser des frühen 20. Jahrhunderts... :D


    Nein, richtig schön kann ich eine solche Urbanität absolut nicht finden.

  • na ja, jedenfalls hundermal schöner als eine solche:


    https://www.holidaycheck.de/pm…b7-3d3d-b4ea-8281dec8105c

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • gedacht hessisches Fachwerk in New York

    Sehr hessisch sieht das aber nicht aus, eher rheinisch; da passen dann auch die Nachbarbauten besser.


    Durch die Gassen tönt´s dennoch :" I´m a Wildermann in New York"