Leipzig - Bau- und Sanierungsprojekte

  • Quote from "Leipziger"

    Aufgrund der erhöhten Nachfrage kann ich bei Gelegenhiet mal eine Tour durch den Osten zusammenstellen, nur mit unsanierten Häusern!


    Unbedingt machen!


    Leipziger, spacecowboy
    Vielen Dank für den jeweils top-aktuellen update-Service, wird stets mit größter Freude konsumiert! :blumen:

  • das haus in der karl-liebknecht-strasse ist übrigens ein neubau. vom alten gebäude blieb nur die fassade zur karli stehen. zur seitenstrasse hin wurde ein moderner anbau angedockt.
    immerhin haben jetzt alle wohnungen balkone/dachterrassen - und besser als die kombination ruine/brache ist es allemal.


    Leipziger: wenn du dir wirklich die mühe machen solltest, haufenweise unsanierte altbauten zu dokumentieren, wäre es vielleicht sinnvoll, dafür einen eigenen themenstrang anzulegen und die bilder zu numerieren. dann würden die fotos nicht auf seite xy untergehen und es wäre leichter, später nachzuvollziehen, was aus den häusern geworden ist.
    (das ist natürlich nur ein vorschlag.)

  • Das Haus an der Karli hatten wir übrigens schon mal...Seite 2 dieses Stangs...
    ergänze hier noch mal ein "Vorher-Foto", das ich noch gefunden habe.


    Quote from "Leipziger"


    Und nun eine wirkliche Rekonstruktion (leider nur eine Rekonstruktion, kein konverviertes Original, wie ich finde - nach meiner Einschätzung war die vorgefundene Substanz jedoch durchaus marode)
    Hohe Straße 48, Ecke Karl-Liebknecht-Str. erbaut Mitte 19. Jh. wurde 2006 bis auf die Fassade (EG und 1. OG) der Straßenfront abgebrochen (siehe oben, Bild mit Baugerüst).
    Die Rekonstruktion von Front und rechter Schmalseite entspricht weitgehend dem Vorzustand, das Erdgeschoss wurde nicht originalgetreu rekonstruiert (hatte Fenster wie das OG, jedoch als Rundbogenfenster, an der jetzt verbauten Rückseite waren wenige Beispiele bis letztes Jahr erhalten). Die Rückseite ist zugunsten einer Erweiterung aufgegeben.






    Rückseite vor dem Abbruch 2006


    Zum Thema "Ordnung": Ich finde auch, dass es inzwischen etwas unübersichtlich geworden ist. Ob allerdings das Eröffnen eines neuen Strags die Übersichtlichkeit wirklich verbessert, weiss ich nicht so recht. Mal noch drüber nachdenken...

  • Vor einigen Tagen habe ich mir das Gelände der ehemaligen Kasernen in Leipzig-Möckern angeschaut, ein riesiges Areal, das im wesentlichen aus zwei verschiedenen Bereichen besteht:


    Südlich der Bahn die 1875/76 erbaute König-Georg-Kaserne (später Georg-Schmann-Kaserne), die bereits in den 90er Jahren von der Landesversicherungsanstalt Sachsen übernommen und vorbildlich saniert wurde. Vor dem 350m langen symmetrischen Kasernengebäude (bezeichnet 1875-76), auf dessen Mittelrisalit von der Georg-Schumann-Straße aus eine alte Allee zuführt, wurde nach Abriß ausschließlich neuerer Kasernengebäude (nach 1945 erbaut) ein sehr schöner Park angelegt.


    Nördlich der Bahn ein noch größeres Kasernenareal, beinahe ein eigener Stadtteil, relativ einheitlich in wenigen Jahren ca. 1897-1903 bebaut, bestehend aus:
    - der späteren Theodor-Körner-Kaserne, die bis vor kurzem noch von der BW genutzt wurde und nun an einen Investor verkauft wurde (gelbe Ziegelbauten, Viertelsweg/Hans-Oster-Str – bereits teilweise äußerlich vorbildlich saniert)
    - einer ehemaligen Russichen Kaserne (rote Ziegelbauten, wohl ehemaliges Bekleidungsamt der ehemals großen Kaserne, Gebäude sämtlich leerstehend, Olbrichtstr.), die von demselben Investor bereits unter dem Namen „Kaisergärten“ vermarktet wird
    - weiteren leerstehenden Kasernengebäuden an der Olbrichtstr. (gelbe Ziegelbauten)
    - einem Ensemble von zwei gut erhaltenen Wassertürmen aus 1897 und 1903 (der jüngere hat seine Spitze verloren, die Spitze der anderen wurde 1997 getreu rekonstruiert), die neben der Wasserversorgung für die Kaserne auch für die höherer gelegenen Teile von Gohlis, Möckern usw. dienten
    - der noch heute von der Bundeswehr genutzten Olbricht-Kaserne (sämtlich sanierte gelbe Ziegelbauten, eine Pracht! – ca. 1/3 oder ein 1/4 des Gesamtgeländes....)


    Als Vorab-Info anbei ein Zeitungsartikel aus der LVZ von Juli 2007.... Die von mir geschossenen aktuellen Fotos kommen später. Auf dem Zeitungsbild ist ein Bruchteil des Gesamtareals (Hans-Oster-Str.) zu sehen.

  • die idee mit der stiftung halte ich für - sicherlich gut gemeinten - unsinn.
    die noch unsanierten häuser sind gewiss nicht in dem zustand, weil
    - die eigentümer beraten werden wollen
    - es bei unklaren eigentumsverhältnissen keinen "betreuer" gäbe
    - die öffentlichkeitsarbeit ausbaufähig ist.


    die häuser können dauerhaft nur durch investoren gerettet werden und nicht durch so eine denkmalstiftung-abm. oder anders ausgedrückt: was die georg-schuhmann-strasse braucht, sind nicht zwanzig notdächer, sondern ist die schnellstmögliche fertigstellung der verlagerten b6, damit die strasse als wohnstandort wieder attraktiv wird.


    so eine stiftung würde sicher keinen schaden anrichten, aber sie wäre ganz gewiss nicht das ei des kolumbus, mit dem man die probleme in leipzig (oder sachsen?) lösen könnte. dazu braucht es leute, die geld haben und nicht so sehr jene, die geld wollen.

  • Pressemitteilung des SMF von gestern:



    Bei bildindex bin ich bezüglich Fotos leider nicht fündig geworden. Kann hier einer unserer emsigen Lokalreporter eventuell Bilder beisteuern?

  • Quote from "rakete"

    die häuser können dauerhaft nur durch investoren gerettet werden und nicht durch so eine denkmalstiftung-abm. oder anders ausgedrückt: was die georg-schuhmann-strasse braucht, sind nicht zwanzig notdächer, sondern ist die schnellstmögliche fertigstellung der verlagerten b6, damit die strasse als wohnstandort wieder attraktiv wird.


    so eine stiftung würde sicher keinen schaden anrichten, aber sie wäre ganz gewiss nicht das ei des kolumbus, mit dem man die probleme in leipzig (oder sachsen?) lösen könnte. dazu braucht es leute, die geld haben und nicht so sehr jene, die geld wollen.


    Das mag ja alles richtig sein, aber Fakt ist doch, dass schon etliche Gebäude abgerissen wurden, weil sie nach jahrelangem Verfall so ruinös waren, dass sie auch dem Denkmalschutz gegenüber als nur noch Abbruchreif verargumentiert werden konnten. Es mag sein, dass ein finanzkräftiger Investor und eine Wiederbelebung der Strasse weitaus besser sind, als ein Notdach, aber wenn nun mal beides nicht kurzfristig verfügbar ist, muss eine Zwischenlösung her. Und mehr will die Stiftung m.E. nicht sein. Insofern hat diese schon ihren Zweck erfüllt, wenn nur ein Haus vor dem Abbruch gerettet werden kann und vielleicht in 10 Jahren saniert wird.


    Grüße,
    Daniel

  • Hallo,


    zunächst einmal etwas Neues zum Domizil am Ring: inzwischen ist auch das östlichste Gebäude vom Gerüst befreit - die Fassade entspricht der am bereits gezeigten westlichsten Gebäude.




    und hier nochmal das bereits gezeigte Gebäude:



    von hinten is das Ganze aber etwas arg schlicht geraten. Sicherlich war da vorher auch nix, aber irgendwie kommt ein gewisses Plattenfeeling auf:



    Hier das mittlere Gebäude mit künftigem Plus-Supermarkt:



    Dann noch ein paar Bilder vom Blüthner-Caree. Da sind in den letzten Wochen auch wieder Gerüste gefallen. Die Ecke zur Tschaikowskistrasse präsentiert sich nun so (man beachte, dass das Erdgeschoss erst jetzt saniert wird):




    Der Konsum ist bereits geöffnet:



    Blick vom Waldplatz:



    Grüße,
    Daniel

  • Super dass es jetzt noch jemanden gibt, der uns mit aktuellen Bildern versorgt. Es scheint ja so, als würden beinahe täglich sanierte Bauten enthüllt. Vielen Dank dafür.


    Es ist so wohltuend diese Fortschritte zu sehen. Um jedes Gebäude, was gerettet werden konnte, muss man dankbar sein.

    APH - am Puls der Zeit

  • Hallo,


    jetzt nochmal ein paar laufende und künftige Projekte in Lindenau und Plagwitz. Die Lindenauer Projekte finden mehr oder weniger rund um die Luppenstrasse statt, vor einiger Zeit hat die LVZ hierzu mal berichtet. Dieses kleine Viertel ist insofern interessant, dass es aufgrund seiner Lage direkt am Palmengarten, der in den Clara-Zetkin-Park übergeht und der kleinen Luppe(?) eigentlich ein bevorzugtes Wohnviertel sein sollte, sich hier in den vergangenen Jahren aber wenig getan hat (Gut, die B87 vor der Nase imuss sicherlich nicht unbedingt sein). Die extreme Aufwertung der Jahnallee vor dem Strassenbahnhof Angerbrücke hat sicherlich zumindest teilweise die Initialzündung für die Entwicklung des Gebietes gegegeben. Hier erstmal ein Live maps Überblick: Vorne schräg die Jahnallee, dahinter Waagerecht die Luppenstrasse mit den zu sanierenden Objekten:


    http://maps.live.com/default.a…&scene=10797044&encType=1


    Zunächst einmal wird gerade in der Jahnallee gegenüber dem Strassenbahnhof Angerbrücke saniert:



    Bei folgendem Objekt an der Ecke Jahnallee/Luppenstrasse soll die Sanierung bald starten, es sollen hochwertige Wohnungen entstehen:




    Direkt daneben befindet sich die ehemalige Krügerol-Fabrik. Diese wird bereits entkernt, es sollen Lofts entstehen:




    Infos zum Projekt, ein Exposé und weitere Infos gibts hier:


    http://www.dilux.de/angebote.html


    Direkt daneben sollen auf einer Brachfläche die Stadthäuser am Palmengarten entstehen:



    Direkt gegenüber, also auch in der Luppenstrasse, beginnt gerade die Sanierung der Arbeiterwohnhäuser von Krügerol (?):




    Detail:



    Das Plagwitzer Projekt wurde am Montag in der LVZ vorgestellt. Es geht dabei um den Ausbau einer grossen Fabrikhalle zum neuen Spreadshirt-Hauptquartier. Diese befindet sich an der Ecke Gießer-/Naumburger Straße und wird der in letzter Zeit schon recht dynamischen Ecke sicherlich einen weiteren Schub geben. Hier zunächst das besagte Gebäude:


    http://maps.live.com/default.a…&alt=-1000&scene=10798569


    Als Ergänzung ein Bild aus der LVZ vom Montag:



    Hier die entsprechende Pressemitteilung:


    http://www.spreadshirt.net/de/…ebersicht-2525/newsId/327


    Grüße,
    Daniel

  • Dase: Vielen Dank für deine ausführlichen Infos. Der Kreis unserer Informanten über Leipzig wird immer größer. Schön :!:

  • Vielen Dank für die tollen Bilder. Gerade die Sanierungstätigkeiten um den Straßenbahnhof Angerbrücke waren dringen notwendig. Die Gebäude direkt gegenüber waren schon ziemlich marode und das Ganze wirkte zum Teil schon ziemlich unheimlich. Ich bin gespannt wie es dann wirken wird wenn alles fertig ist. :zwinkern:


    Ich werde mich bald auch einmal wieder auf Fototour begeben, nur weiß ich bei all den Sanierungstätigkeiten nie wirklich wo ich anfangen soll, selbst in der Georg-Schumann-Straße tut sich etwas 8)

  • Danke für die schönen Aufnahmen! Der noch vorhandene alte Baubestand in Leipzig ist wirklich beeindruckend. Es sind immer besondere Augenblicke, wenn man dann sanierte Bauten sieht und sie für die Zukunft gesichert weiß.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • ....und weil es so schön ist...


    noch mal ein vorher-Bild des sanierten Hauses an der Jahnallee, das von Dase präsentiert wurde (Zustand 2007)



    Quote from "Dase"

    Zunächst einmal wird gerade in der Jahnallee gegenüber dem Strassenbahnhof Angerbrücke saniert:


  • Auch wenn ich leider noch nicht Leipzig erkunden konnte, nehme ich die Neuigkeiten immer mit großem Interesse auf.


    Leipzig hat wirklich eine absolut einzigartige Altbaulandschaft, die mich immer begeistert. Vor allem ist erstaunlich welches Investitionsvolumen nach wie vor hier vorhanden ist.

  • Ja, die Anstrengungen in Leipzig sind gigantsisch!!!!
    Massen Geld da und gute Wille. Welch eine phantastische Leistungen gibt es hier. Endlich eine Grosstadt die sich selbst sehr seriös nimmt.
    Einmalig in die letargische Neubauwüste Deutschlands wo nur triste mittelmässigheit überherrscht und Politik, Bauherren und Architekten die Unterstrom von Gedanken der "Bürger" einfach nicht annehmen will.


    In der Berliner Mitte werden nur Neubaustaffelgeschösser gebaut.
    In die berliner Gründerzeitviertel wird WENIG von Behörden renoviert oder rekonstruiert. Es gibt dort keine Städtebauliche Sanierungskonzepten die gericht sind um alten berUhmte Berliner Qualität wieder herrzustellen. Schade. Die Luftbildaufnahmen der 30-er Jahren lassen immer die intakte dichtbebauten, Lückenlose und unbeschädigte und sehr schöne Stadt sehen. Mehringplatz bleibt ein klotziges ödes Neubauviertel statt kunstreiche und beliebte Flanierplatz. Leipzigerstrasse und Kreuzberg Nordwest bleiben dominiert von Plattenblocks. Schloss, Dom.....es scheint hier ewig zu dauern. Die Brachen bleiben....Die Architekten bauen keine schöne gewollte historisierende Wohnhäuser mehr. Es gibt keine ZWEITE Gründerzeit Berlins.


    In anderen Städte ist es leider auch so.


    In Magdeburg fehlt historisches Bewusstsein. Kein einziges schönes Gebäude wird in dieser Neubauwüste rekonstruiert.


    In Stuttgart werden die schreckliche Nachkriegsbausünden NICHT behoben, wie einfach dass auch sein könnte.


    In Nürnberg werden wenig kunstreiche Nachkriegsaufbauten übertrieben geschützt vor wirklich wertvollen Rekonstruktionen.


    In Würzburg erscheinen leider nur immer mehr modernsitische Varianten, statt prachtvolle Vergangenheit zu rekonstruieren.


    In Dresden wird um jede Reko weitergekämpft und erscheinen für jede schöne Reko wenigstens 10 Neubauten ohne ausreichende Qualität.
    Am Ring und Neustädter Markt werden sogar Plattenbauten wieder graufrisch sanaiert und Millionen Euros weggeschmissen.


    In Potsdam tobt der Kampf um die öde Mitte und verschwunden Perlen von Kirchen und Stadtschloss......


    In Hamburg Mitte werden die behalten Körper von Gründerzeitler nicht mit die einstige Schmuck und Türme versehen, die alles so viel attraktiver machen könnten. Es bleiben nur die alte traumerische Ansichten........
    der Gänsemarkt. Das Rappolthaus mit seiner einst so fein gegliederte Fassade.... es bleibt schlicht was da steht.


    In Frankfurt wird das neue Rathaus noch immer nicht von die einstige schöne Dächer versehen (Langer Franz bleibt "stumpf"). Das Bahnhofsviertel sieht auch noch immer "dachloss" aus. Wo bleiben denn die schöne Pläne zur Wiederherrstellung der einstige Pracht?????


    Dann ist es Leipzig (ganz Sachsen?) die hier in Deutschland sehr voran geht!!! :P:lachen::lachen::lachen::lachen::lachen::lachen::lachen: Also Leipzig saniert, renoviert und rekonstruiert doch fröhlich weiter denn in Berlin und sonst wird dass kaum getan.

  • Wenn ich mir Leipzig mal so aus der Luft anschaue (google earht & live search) denke ich oft das der Leerstand ganz einfach zu lösen ist. Indem man doch einfach die ganzen Plattenbauten abreißt. Meine These keine Plattenbauten=sanierte Gründerzeitler :D
    Statt Leerstand und Wohnungs Überangebot ist dann sogar noch Bedarf da und man kann die Lücken in den Gründerzeitviertel mit ansprechenden und historisienden Neubauten füllen und schon hat man eine der schönsten Städte Europas.