Leipzig - Bau- und Sanierungsprojekte

  • vielen dank, dase! und respekt, rma: die häuser wurden tatsächlich als "strasse der weltfestspiele" errichtet (bis auf den altbau, der unmittelbar an das bereits fertiggestellte gebäude angrenzt).


    wobei die häuserzeile nicht nur ein beispiel für 50er jahre architektur ist, sondern auch dafür, was sich aus ihr machen lässt: die fenster teilweise bis zum boden vergrössert, dezente farbliche untergliederung, balkone und aufzüge auf der rückseite - schon wirkt das ganze recht adrett. selbst die aufstockung fällt nicht negativ auf. kein wunder, dass es so viele mietinteressenten gibt.


    eine frage kan ich mir natürlich nicht verkneifen: wo sind heute die demonstranten, die damals anlässlich der umgestaltung der strasse eine "unbewohnbare stadtautobahn" prophezeiten?

  • Schön zusehen das die Waldstraße 56 ihren Türm wiedererhält. Auch die 50 Jahre Bebauung der Jahn Allee sieht richtig klasse aus, schlicht und voller Eleganz erinnert mich etwas an den neoklassizistischen Eckbau am Rossplatz der wohl auch um die selbe Zeit entstanden ist.


    rakete
    ich finde es nicht besonders toll gegen engarierte Bürger dieser Stadt zuhetzen man sollte froh sein das diese Leute sich für ihre Stadt einstetzen.
    Sich an den Pc zustetzen und lustige Kommentare abgeben kann schließlich jeder!!!

  • Ich habe die sanierte Jahnallee 22 erst gestern mit Verstand und bei Tageslicht gesehen und war auch positiv überrascht. Unglaublich, wie viel die Vergrößerung der Fenster nach unten bewirkt. An der gegenüberliegenden, zeitgleichen, bereits sanierten Häuserzeile hat man dies ja nicht gemacht (vielleicht, weil es dort die Nordseite ist?).
    Die restlichen Häuser waren gestern noch eingerüstet.


    Echt erstaunlich, dass RMA anhand der Reliefdarstellungen das Thema "Weltfestspiele" erkannt hat...


    Demnächst gibt noch mal ein paar aktuelle Bilder der sanierten Könneritzschule, dem teilsanierten Felsenkeller u.a.

  • Leipziger: die gegenüberliegende häuserzeile gehört der lwb und wurde (firmentypisch) einfach nur instandgesetzt.


    SevenUp: ich möchte lieber nicht wissen, wie die stadt heute aussähe, wenn es nach sogenannten "engagierten bürgern" gehen würde. ob messe, bahnhof, city-tunnel, karstadt-umbau - oder auch einfach´ne baustelle um die ecke - es finden sich immer welche, die ihren tunnelblick mit überblick verwechseln und erst mal "dagegen" sind. solange, bis das jeweilige projekt fertiggestellt ist.
    ich kann in einer solchen mentalität keinen einsatz für die stadt erkennen. zumal man ja derartige proteste immer auch in relation zur "schweigenden mehrheit" sehen muss. alles weitere: siehe erster satz.

  • Noch 2 Sanierungskandidaten von mir. Zuerst ein ziemlich marodes Gebäude in der Gohliser Sasstraße. Seit dem 2. Weltkrieg wurde das vmtl. von Bomben leicht beschädigte Gebäude offensichtlich nicht mehr ausgebessert. Auf dem Dach wachsen Bäume. Nun kündet ein Plakat die bevorstehende Sanierung des um 1910 erbauten Hauses an.





    In Lindenau laufen aktuell die Sanierungsarbeiten (oder auch Wiederaufbauarbeiten) an diesem Gebäude. Es ähnelt sehr dem benachbarten Ferdinand-Goetz-Haus, das um 1823 errichtet wurde. Ich vermute daher, dass dieses in der gleichen Zeit errichtet wurde.

  • Ich bin ganz verwundert, was in Leipzig gerade vor sich geht. Vor 10 Jahren hätte man solche Gebäude bestimmt abgerissen. Es ist einfach klasse, dass auch Gebäude, die sich in so schlechtem Zustand befinden, doch noch saniert werden.


    Leider ist es für dieses Gebäude zu spät, leider, leider, leider...





    Quelle: Stadtbild Deutschland

    APH - am Puls der Zeit

  • Super Sache, dass das Gebäude in der Sassstraße endlich saniert wird, hatte mich schon lange gewundert das sich kein Investor fand, da alle Gebäude in der Umgebung bereits saniert sind und die Lage ja nicht die Schlechteste ist. Bei dem Zustand wurde es dringend Zeit, dass eine Sanierung erfolgt, fraglich ist nämlich wie lange es noch überdauert hätte. Zum Glück sehe ich als Bauherren da Alta Fides stehen, was uns auf eine sehr hochwertige Sanierung hoffen lässt. :D

  • Nun wie versprochen die aktuellen Fotos der Schule Könneritzstr. in Schleußig, zu DDR-Zeit wenn ich nicht irre POS „Maurice Thorez“, (Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Thorez\r
    de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Thorez ) die nun zur „Leipzig International Shool“ geworden ist...
    Der Schulbau ist ein typischer Vertreter eines (groß-)städtischen Schulbaus des letzten Drittels des 19. Jhs., in diesem Fall relativ spät ca. 1890/1900 entstanden. Typisch vor allem das Motiv mit der Aula im oberen Geschoss des Mittelrisalits und den beiden seitlichen Aufgänge in den Seitenrisaliten. Nach 1900 verliert sich die Typologie schnell, die Schulbauten werden vielfältiger und malerischer (wie die gezeigte Schule Lumumbastr. 2 von 1907).
    Im Vorzustand echt eine Katastrophe, das ganze Gebäude dunkelgrau, bei meiner ersten „Begegnung“ bei strömendem Regen...


    Ergänzung:
    Habe im Leipzig-Lexikon folgendes gefunden:
    Zitat: "Im Jahr 1891 wurde auf dem heutigen Grundstück Könneritzstraße 47 das erste Schleußiger Schulgebäude eingeweiht, das später von der 26. Bezirksschule und der XV. Bürgerschule, der 48. Volksschule, der 48. Polytechnischen Oberschule »Maurice Thorez« sowie von der Carl-Goerdeler-Schule (Gymnasium) genutzt wurde und heute die International School beheimatet."
    http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/05077.htm\r
    www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/05077.htm



    Ansicht



    Tür rechts


    Tür links.... hätte man das neue Schild nicht auf der Putzfläche anbringen können, so dass die historische Schrift „Mädchen“ auf dem Türsturz sichtbar geblieben wäre?


    Mittelrisalit mit Aula-Fenstern...




    Humboldstr. 13
    Das vor kurzem noch eingerüstet gezeigte Gebäude ist nun frei... der neue Balkon stört mich auch hier (zur Entstehungszeit war die glatte, erker- und balkonlose Front das Ideal und wahrscheinlich baurechtlich hier auch nicht anders zulässig). Ich verstehe natürlich schon, was dahinter steckt, wahrscheinlich wurde jede Etage in drei Wohnungen aufgeteilt, von denen die Mittelwohnung zur Straße natürlich auch einen Balkon haben sollte...
    Die blauen Rohre sind übrigens die Wasserhaltung für den City-Tunnel...



    Der sog „Felsenkeller“, Plagwitz, Karl-Heine-Str. 32 – bis vor kurzem klaffte ein Loch in der Biberschwanzdeckung der Kuppel. Man beachte auch die wiederhergestellten Dachgauben und die Laterne. Es kann sein, dass ich den Vorzustand mal weiter oben gepostet habe.

  • sehr schöne fotos. das haus in der sassstrasse mit seinen riesigen fenstern wird bestimmt ein kracher. die sanierung der lis ist auchdeshalb so wichtig, weil das gebäude so strassenbildbestimmend ist.
    zur humboldtstrasse 13: bist du sicher, dass dort nie so ein austritt vorhanden/vorgesehen war? das kleine ding lässt sich ja kaum als balkon beschreiben, eher schon als fassadenelement - ähnlich wie bei einigen anderen häusern aus dieser zeit (z.b. dufour/körnerstrasse, uni-gebäude in der goethestrasse, haus schräg gegenüber des lwb-gebäudes). zumindest muss ja der denkmalschutz sein okay gegen haben. und wenn es nur um vermarktungskalkül gegangen wäre, hätte man doch sicher (grössere) balkone auch in den anderen etagen angebaut. aber vielleicht handelt es sich ja doch um einen kompromiss zwischen investor und denkmalschutz. auf die balkonbrüstung bin ich jedenfalls gespannt.


    zu guter letzt: neulich habe ich gelesen, dass 2006 vier von fünf sanierten leipziger altbauwohnungen von kapitalanlegern aus dem westen gekauft wurden und ab 2009 die investitionen in altbausubstanz steuerlich noch lukrativer werden. wenn die nächsten winter nicht allzu streng werden, kann man wohl noch auf etliche überraschende sanierungen hoffen.

  • Quote from "rakete"

    das kleine ding lässt sich ja kaum als balkon beschreiben, eher schon als fassadenelement - ähnlich wie bei einigen anderen häusern aus dieser zeit (z.b. dufour/körnerstrasse, uni-gebäude in der goethestrasse, haus schräg gegenüber des lwb-gebäudes).


    Wenn man genau hinschaut, sieht man schon sowas wie Geländerstützen. Außerdem ist dort ja auch das Fenster bis zum Boden heruntergezogen. Es stellt sich natürlich trotzdem die Frage, wieso man das auf Strassenseite macht. Die üblichen Metallbalkone im Hinterhof sind sichelrich günstiger zu haben.

  • Ach herrje, meine Maurice-Thorez-Schule, in die ich mal 5 Jahre lang ging. Damals ein versiffter Katastrophenschule, die innen das war, was sie von außen versprach - mit rot-braun gesinnten Lehrern (nicht alle, aber doch einige), und heute: Die erste International School in Leipzig. Die Farbe kommt richtig gut rüber, einiges scheint wieder rekonstruiert worden zu sein.


    Zum Felsenkeller: Meines Wissens hat sich noch immer kein Investor für das Gebäude gefunden, das Kuppeldach wurde wohl mit Fördermitteln saniert, allerdings vorbildlich. Ansonsten wurde nur mit ein bisschen Farbe die Graffiti beseitigt. Nach Gunter Hagens "Körperwelten" sollen nun weitere Veranstaltungen und Ausstellungen das Gebäude mit Leben füllen. Hier nochmal ein Vorher/Nachher-Vergleich:




    Letztens staunte ich auch nicht schlecht, als ich diese 3 rot eingerahmten Gebäude im sanierten Zustand sah. Hast du von denen auch Bilder, Leipziger?

  • Schön das in Leipzig weiter umfangreich saniert wird! :D
    Vielleicht sollte man mal eine Galerie eröffnen welche sich mit dem Thema unsanierte Altbauten dieser Stadt beschäfigt. Hier könnte man dann Gebäude sammeln die noch zuretten sind und deren Zukunft noch unbestimmt ist. So etwas würde zwar bestimmt viel Arbeit bedeuten doch würde es sich bestimmt lohnen diese Altbauten zu dokumentieren um sich einen Überblick zuverschaffen was noch zutun ist oder ggf. im Abrissfall wenigstens ein erinnerungs Bild zuhaben.

  • Quote from "SevenUp"

    Schön das in Leipzig weiter umfangreich saniert wird! :D
    Vielleicht sollte man mal eine Galerie eröffnen welche sich mit dem Thema unsanierte Altbauten dieser Stadt beschäfigt. Hier könnte man dann Gebäude sammeln die noch zuretten sind und deren Zukunft noch unbestimmt ist. So etwas würde zwar bestimmt viel Arbeit bedeuten doch würde es sich bestimmt lohnen diese Altbauten zu dokumentieren um sich einen Überblick zuverschaffen was noch zutun ist oder ggf. im Abrissfall wenigstens ein erinnerungs Bild zuhaben.


    Ich habe irgendwo gelesen, dass es in Leipzig 17 000 (siebzehntausend!) Baudenkmäler geben soll. Man sagt, ein Drittel wäre noch unsaniert, also sind es wohl ca. 5000 unsanierte Objekte. Das ist so viel wie alle erhaltenen Gründerzeithäuser der Stadt Wuppertal (dort soll es 4000 Baudenkmäler geben - es sind fast alle Gründerzeithäuser denkmalgeschützt.) Die alle zu fotografieren ist glaube ich ein "Fass ohne Boden" wie man so sagt. Es sei darauf hingewiesen, dass im Bildindex (http://www.bildindex.de">http://www.bildindex.de) nur ein Bruchteil der 17.000 Objekte erfaßt ist!


    Typischerweise sind die noch unsanierten Objekte nicht die Paläste des Großbürgertums, sondern der Massenwohnungsbau für Arbeiter, der freilich noch immer ein relativ hohes Niveau hat. Diese stehen vorzugsweise in den westlichen Stadtteilen (Lindenau, Plagwitz, Kleinzschocher...) und im Osten (Reudnitz, Anger-Crottendorf, Neustadt, Neuschönefeld, Volksmarsdorf, Thonberg).
    Die Betände dort sind überwiegend nach 1890 bis 1914, teils auch bis 1930, erbaut und gehören damit in der Regel nicht zu den wertvollen älteren Beständen. Es ist also auch viel unspektakuläres darunter.


    Obwohl ich mitlerweile tausende von Fotos (bevorzugt auch von unsanierten Häusern) auf meinem Rechner habe, tauchen immer wieder irgendwo welche auf, die ich bis dahin nicht kannte.... z.B. das aktuell gezeigte klassizistische Haus in der Nähe des Ferdinand-Götz-Hauses in Lindenau - obwohl ich finde, dass ich Lindenau ganz gut kenne - in der Straße war ich wohl einfach noch nie.


    Aufgrund der erhöhten Nachfrage kann ich bei Gelegenhiet mal eine Tour durch den Osten zusammenstellen, nur mit unsanierten Häusern!

  • Quote from "spacecowboy"


    Letztens staunte ich auch nicht schlecht, als ich diese 3 rot eingerahmten Gebäude im sanierten Zustand sah. Hast du von denen auch Bilder, Leipziger?


    Nun noch die „nachher-Bilder“ der von Spacecowboy gezeigten Häuser Zschochersche Straße... von Juni 2007 oder so...




    Diese Häuser sind inzwischen fertig und erstrahlen in einem frischen Rot... sieht aber eigentlich ganz gut aus...

  • selbst 18 jahre nach der wende kann ich nicht auhören zu staunen, wenn sich vermeintliche bruchbuden nach der sanierung als schmuckstücke entpuppen.

  • jetzt muss nur noch das rechts daneben "rausgeputzt" werden. Es sieht sogar in seinem jetztigen Zustand interessant aus.

  • Quote from "Leipziger"

    tauchen immer wieder irgendwo welche auf, die ich bis dahin nicht kannte.... z.B. das aktuell gezeigte klassizistische Haus in der Nähe des Ferdinand-Götz-Hauses in Lindenau - obwohl ich finde, dass ich Lindenau ganz gut kenne - in der Straße war ich wohl einfach noch nie.


    Das Haus steht in der Birkenstraße/Ecke Lützner Straße, ziemlich direkt neben dem F.-Goetz-Haus.


    Jetzt habe ich doch noch einen guten Vergleich der 3 rot eingerahmten Häuser in der Zschocherschen Straße parat. Einfach unglaublich, was aus diesen ruinösen Häusern geworden sind. Ich denke, so herausgeputzt sahen sie nicht einmal nach ihrer Entstehung aus (vmtl. so um 1860/70 rum). Man beachte auch das neue Dach des 3. Hauses.



  • Wirklich wunderschön, sowohl die Häuser in der Zschochersche-Straße wie auch das Gebäude in der Karl-Liebknecht-Straße.


    Einfach Perfekt!!!


    Um so trauriger das ähnliche abgerißen werden wenn man bedenkt was aus solchen zum Teil stark heruntergekommenen Gebäuden werden kann.[/b]