Hannover - Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen

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    • Zu Hoffen ist dass man die Neubauten der siebziger am Cafe Kroepcke schnellstens abreisst: was man da geschaffen hat aehnelt den Steglitzer Kreisel in Berlin: also abreissen und etwas attraktives bauen!!!


      Geht leider nicht, die Idee hatten hier auch schon einige. Unter diesem Hochhaus befindet sich eine 25 m tiefe U-Bahn-Station als Betonwanne, die dann aufschwimmen würde - ähnlich dem Keller des Palastes der Republik in Berlin, nur dass man hier keinen Sand reinschütten kann...
      es gibt aber seit Mitte der 90er Jahre Pläne, das Hochhaus mit einem fünfgeschossigemn Block zu umbauen und dabei auch das "große Loch" davor (Eine Fußgängerpassage auf Untergeschossebene erweitert sich hier zu einem offenen Platz) zu schließen.
    • Aegidienkirche

      und wude jemals ueber einen moeglichen wiederaufbau der ruine der aegedienkirche diskuttiert


      Ganz typisch eigentlich: waehrend man selbst in Magdeburg die Ruine der Johanniskirche wiederaufgebaut hat, und ernsthaft an die Vorbereitungen fuer die Rekonstruktion der Ulrichskirche arbeitet, scheint in Hannover die Ruine der Aegidienkirche niemand zu interessieren?
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Die Aegidienruine ist hier in Hannover als Gedenkstätte vielen bekannt und wird auch immer wieder für entsprechende Aktionen genutzt. Hannover ist eine Stadt mit einer stark vertretenen Friedensbewegung, die auch von der Politik (SPD/Grüne) unterstützt wird. Am 6. August wird z. B. jährlich eine Kopie der Friedensglocke in Hiroshima angeschlagen und es gibt ganztägig Veranstaltungen mit Andachten, Ansprachen und Meditationen. Des weiteren gibt es am 1. September (Kriegsausbruch 1939) und am 9. November (Progromnacht) Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen.

      Ich glaube, eine Vollreko im Sinne einer Wundenheilung hat unter diesen Vorzeichen wenig Chancen. Was für mich und viele andere, mit denen ich mch schon darüber unterhalten habe, vorstellbar ist, ist eine Nutzung des Raumes für Ausstellungen und Konzerte unter Beibehaltung des Ruinencharakters, z. B. indem man das Dach als Glasdach nachformt und darunter als Traggerüst die Laves'schen Eisensäulen nachempfindet (die mittelalterlichen Säulen und Gewölbe wurden bereits im 19. Jahrhundert herausgerissen, als der Innenraum im spätklassizistisch/neugotischen Stil englischer Prägung umgebaut wurde).

      Im Zusammenhang mit dem möglichen Umbau der verödeten südlichen Altstadt (Abriss Bürgeramt Mitte, Bebauung des Areals und des nebenliegenden Köblinger Marktes, der heute als Parkplatz genutzt wird, hauptsächlich mit Wohnungen und Kleingewerbe) sehe ich auch ein Potential für die Aegidienkirche. Eine Vollreko schließe ich aus, weil

      - es da von seiten der Bevölkerung keinen Konsens geben würde, die Ruine wird als gedenkstätte genutzt und geschätzt,
      - Die Bedeutung für den Tourismus gerade als Ruine besteht. In allen Stadtführern und bei allen touristisch motivierten Stadtführungen wird an ihr "Schicksal" anknüpfend das Thema Krieg und Zerstörung - wertfrei - angeschnitten. (Es ist unglaublich, aber ich hatte selbst einen Schweizer zu Gast, der mich fragte, warum die Innenstadt denn so viele häßliche Bauten hat, warum die Altstadt denn abgerissen wurde, bzw warum die denn so spät abgebrannt ist, wo es doch schon Feuerwehren gab in der Zeit... )
      - Die Aegidienkirche keine kunsthistorisch überregionale Bedeutung wie z. B. Dresdner Frauenkirche oder Potsdamer Garnisonkirche hatte
      - Weder die Evangelische Kirche noch die Stadt Hannover Bedarf an einer Nutzung des Kirchenraumes hätten, schon gar nicht an einem, der lediglich museal nutzbar wäre. Mit dem Untergang der Altstadt wurde die Kirchengemeinde in alle Stadtteile zerstreut, die Nachkommen haben längst seit 60 Jahren - wenn sie sich überhaupt kirchlich gebunden fühlen - ihre Heimatgemeinde gefunden. Die Marktkirchengemeine (in der ich arbeite) hat ca. 1.800 Gemeindeglieder, für zwei Kirchenbauten. Davon wohnt die Hälfte nicht einmal im Gemeindegebiet, sondern bis zu 20 km entfernt.
      Die Stadt ist wiederrum mit kleineren Veranstaltungsräumen reichlich gesegnet.

      Eine Veränderung des jetzuigen Zustandes (der allerdings eine ziemliche "Schmuddelecke" ist) kann ich mir nur als private Stiftung, so etwa als Mittelpunkt eines grossen Konzeptes für die südliche Altstadt, vorstellen.
    • Ich verstehe schon, dass Hannover eine angemessene Gedenkstaette fuer seine wohl ausserordentliche Zerstoerung im 2. Weltkrieg braucht. Da ist es als Auslaender und Aussensteher sowieso schwer zu urteilen. Vom aesthetischen Standpunkt her faende ich die Kirche mit Glasdach schlimmer denn als Ruine.

      Bei der Neuaufbau des Umfeldes (wie anderswo in der Altstadt) ist der eine oder andere Rekonstruktion dennoch theoretisch moeglich. Auf diesem alten Bild sieht man zB. das herausragende Haus von 1555 neben der Aegidienkirche am Anfang der Osterstrasse:


      Quelle: http://www.bildindex.de">www.bildindex.de

      Wenn nur Ein solches Haus wiederkaeme, waere schon so viel gewonnen!
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Das Grundstück der "Alten Kanzlei" ist erst in den 80ern wieder bebaut worden und zwar mit hochwertigen Eigentumswohnungen (mit Dachterrassen usw.) und Büros sowie einem Designmöbelgeschäft. Immerhin giebelständig und immerhin mit Backsteinfassade, aber natürlich "nichts Echtes", wie wir Hannoveraner sagen... Vor der Zerstörung war es das Stammhaus der Fa. Ernst Grote Kafferösterei, die nach dem Krieg eingegangen ist.

      Ach ja, das Gebäude der Alten Kanzlei hat übrigens schon vor dem großen Angriff (am 9. Oktober 1943) am 27. September einen Luftminen-Volltreffer (1000 Ib-Bombe, sog. "Wohnblockknacker") bekommen und war restlos zerstört.
    • "Ein_Hannoveraner" wrote:

      Eine Veränderung des jetzuigen Zustandes (der allerdings eine ziemliche "Schmuddelecke" ist) kann ich mir nur als private Stiftung, so etwa als Mittelpunkt eines grossen Konzeptes für die südliche Altstadt, vorstellen.


      Die Kirche kann man ruhig lassen wie sie ist. Die Mauern stehen ja noch. Viel wichtiger wäre etwas hier zu tun (die Kirche befindet sich rechts unten):

      maps.live.com/default.aspx?v=2…&scene=15526897&encType=1

      2 vernünftige Giebelhäuser, der Rest ist schrott! Wie können solche Bauten mitten in der Stadt stehen? Wo stand die Alte Kämmerei?

      Dabei hat man in den 50er Jahren noch das schöne Kreuz-viertel gebaut. Dort ist es wirklich gemütlich:

      maps.live.com/default.aspx?v=2…&scene=15526875&encType=1

      Gibt es keine Hoffnung für Rekos der Häuser am Markt?
    • Viel wichtiger wäre etwas hier zu tun (die Kirche befindet sich rechts unten):

      http://maps.live.com/default.aspx?v=2&cp=sqvhg9htb71h&style=o&lvl=1&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&scene=15526897&encType=1\r
      maps.live.com/default.aspx?v=2&c ... &encType=1

      2 vernünftige Giebelhäuser, der Rest ist schrott! Wie können solche Bauten mitten in der Stadt stehen? Wo stand die Alte Kämmerei?


      Links oben, das große graue Dach ist die Markthalle. Ein Zweckbau aus den frühen 50er Jahren. Der Vorgängerbau, eine (aussen) prachtvolle Stahl-Glas-Konstruktion aus dem späten 19. Jahrhundert ist beim ersten Großangriff auf Hannover am 26. Juli 1943 niedergebrannt. Erst sollte es gar keine Markthalle mehr geben, aber 50.000 Unterschriften - heute würde man das ein Bürgerbegehren nennen - fürten zum Wiederaufbau mit den sparsamen Mitteln der Zeit. Die alten Keller sollen allerdings noch erhalten sein.
      Die beiden Giebelhäuser wurden 1938/39 erbaut im Rahmen einer Altstadtsanierungsmaßnahme. Dabei wurde auch schon ein ganzer Häuserblock abgerissen und bis zum Kriegsausbruch nicht wieder bebaut.
      das große V-förmige Gebäude in Bildmitte ist das Bürgeramt Mitte, hier wurde tatsächlich vor kurzer Zeit ein Abriss angeregt. Die Behörde muss ja auch nicht zwanghaft mitten in der Innenstadt untergebracht sein.
      Die beiden Baumreihen daneben markieren den Köblinger Markt, hier war früher ein schmaler Häuserblock, flankiert von Köbelinger Str. und Marktstr.
      Wie gesagt, Bürgeramt Mitte und Köbelinger Markt werden als Enbtwicklungspotential gesehen und stehen mittelfristig für eine Neubebauung zur Disposition.

      Gibt es keine Hoffnung für Rekos der Häuser am Markt?


      Die markantesten Häuser standen an der Westseite, zum Leineschloss hin: Haus Windheim (großer Fachwerkgiebel) und Haus Holste (schmale Renaissancefassade). Die waren aber auch nur bekannt, weil sie zufällig am Marktplatz standen. Keine übermäßig außergewöhnlichen Bauten, für Hannover nicht und überregional schon gar nicht. Für die Reko dieser Häuser würde sich eine Aufgabe des dort jetzt stehenden "Hotel am Leineschloss" kaum lohnen.
      Hannover hatte bis ins 18. Jahrhundert keine überragende Bedeutung, wie z.B. Braunschweig, Hildesheim oder Goslar. Dementsprechend provinziell war auch die Bebauung, die Altstadt hatte ihren Charakter eher durch die Masse und die Mischung ihrer verschiedenen Bürgerhaustypen, als durch herausragende Einzelbauten (Ausnahme: Leibnitzhaus). Im 19. Jahrhundert musste dann die provinzielle Altstadt mit der neuen Funktion als Zentrum einer Großstadt Schritt halten, was sich teilweise in Flächenabrissen, teilweise mit allmählicher Erosion der vorindustriellen Bautypen äußerte.
      Die Nordseite des Marktplatzes (Hanns-Lilje-Platz) gab es als Platzfront früher nicht, die Bebauung reichte bis an die Marktkirche. Erst 1887 - 1889 wurde ein Teil der alten Häuser abgerissen und vier große Häuser als Platzkante gebaut, deren Dachlandschaften in den späten 80er und frühen 90er nach Kriegszerstörung teilweise exakt und teilweise frei rekonstruiert wurden.
      An der Ostseite, der Schmiedestraße, gab es eine Abfolge recht unedeutender Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert in recht provinzieller Ausprägung - sie hätten auch in Celle oder Verden stehen können.

      ? Wo stand die Alte Kämmerei?


      IIn der verlinkten Luftaufnahme oben ist rechts unten die Aegidienruine zu denken, an deren anderen Ende, also noch weiter rechts unten, stand an der Ecke Osterstr./Breite Str. die Alte KANZLEI.
    • Zitat:
      ? Wo stand die Alte Kämmerei?


      IIn der verlinkten Luftaufnahme oben ist rechts unten die Aegidienruine zu denken, an deren anderen Ende, also noch weiter rechts unten, stand an der Ecke Osterstr./Breite Str. die Alte KANZLEI.


      Also hier?

      maps.live.com/default.aspx?v=2…&scene=15527076&encType=1

      Da könnte man ruhig ein Reko wagen, der Bestand sieht ja nicht gerade toll aus.

      Ansonsten vielen Dank für deine Antwort.
    • Die beiden Baumreihen daneben markieren den Köblinger Markt, hier war früher ein schmaler Häuserblock, flankiert von Köbelinger Str. und Marktstr.
      Wie gesagt, Bürgeramt Mitte und Köbelinger Markt werden als Enbtwicklungspotential gesehen und stehen mittelfristig für eine Neubebauung zur Disposition.


      Gab es im zur Disposition stehenden Gelaende auch rekonstruierenswuerdige Gebaeude?
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • habe vor ein paar tagen in der "art" gelesen, dass schloss herrenhausen nun tatsächlich aufgebaut würde. es heißt:

      "Schloss Herrenhausen in Hannover soll äußerlich wieder aufgebaut werden. Die Volkswagen-Stiftung will die Fassade der einstigen Sommerresidenz der Welfen für 20Millionen Euro rekonstruieren und innen ein modernes Tagungszentrum errichten lassen."
      (seite 112, art januar 2008)
    • Ja das stimmt. Habe im Magazin "Monumente" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sogar einen positiven Artikel zur (Fassaden-)Rekonstruktion von Schloss Herrenhausen gelesen. Der Wiederaufbau scheint beschlossene Sache. Bis 2012 soll alles fertig sein. Es soll sich mittlerweile auch ein "Freundeskreis Schloss Herrenhausen" gebildet haben, der für die Rekonstruktion wenigstens eines Innenraumes eintritt.
      Die Volkswagen-Stiftung will 20 Millionen investieren.
      Hört sich alles sehr erfreulich an.
    • http://www.hannover.de/initiative-wissenschaft-hannover/data/meldungen/2008/wiederaufbau_herrenhaeuser_schloss/index.html\r
      www.hannover.de/initiative-wisse ... index.html

      Im Lenkungskreis von Stadt und Stiftung ist man sich einig darüber, dass das Schloss eine historische Außenfassade und ein zeitgemäßes Innenleben erhält
      Am 14. Januar haben Stadt Hannover und VolkswagenStiftung ihre Verhandlungen über die Vorbereitung des Wiederaufbaus des Herrenhäuser Schlosses aufgenommen. Im zu diesem Zweck gebildeten Lenkungskreis herrschte Einvernehmen darüber, dass das Schloss in seiner Außenhülle historisch rekonstruiert und in seiner Nutzung als internationales Tagungszentrum zukunftsorientiert gestaltet werden müsse. Beide Seiten streben an, den Erbbaurechtsvertrag bis zum Sommer 2008 unterschriftsreif zu machen. Danach sollen möglichst exakte Pläne für eine historische Rekonstruktion des Laves-Baus erstellt werden. Auf dieser Grundlage wird es gegen Ende des Jahres oder Anfang 2009 einen Architektenwettbewerb geben.

      „Mit dem Schloss wird der Wissenschaftsstandort Hannover nach innen und außen deutlicher hervorgehoben“, sagte Hannovers Oberbürgermeister

      Stephan Weil. „Ein großer Wurf!“ Der Bau des Schlosses helfe auch dem Barockgarten, da dort eine empfindliche Lücke geschlossen werde. „Es entsteht wieder ein einzigartiges Architekturensemble von internationalem Niveau, das viele Menschen anziehen wird“, fügte Weil hinzu.

      „Die Verknüpfung von klassizistischer Fassade und modernem Innenleben wird die große, ja spannende Herausforderung bei der Detailgestaltung sein“, bekräftigte der Generalsekretär der VolkswagenStiftung Dr. Wilhelm Krull mit Blick auf die Umsetzung. „Hier wird im weiteren Verlauf vor allem die Kreativität der Architekten gefordert sein.“ Die Stiftung wird sich bei der weiteren Umsetzung durch einen Fachbeirat beraten lassen.

      Die Stadt versicherte noch einmal, der Stiftung das Grundstück im Zuge eines Erbbaurechtsvertrags für 99 Jahre zur Nutzung zu überlassen. Beide Seiten zeigten sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen zügig verlaufen werden. Nach ersten Schätzungen dürfte der Kostenrahmen für den Wiederaufbau bei etwa 20 Millionen Euro liegen.

      Hintergrund zum Wiederaufbau des Schlosses:

      Der Wiederaufbau betrifft zum einen den Hauptteil des Schlosses. Der zweigeschossige Bau mit Dachgeschoss soll dabei nach derzeitigem Planungsstand um einen unterirdischen Veranstaltungssaal erweitert werden. Die Freitreppe als noch vorhandene Bausubstanz wird in den Bau integriert; außerdem soll eine Anbindung an die noch vorhandenen Bauteile „Grotte“ und „Kaskade“ erfolgen. Ebenfalls wiederhergestellt werden sollen die beiden eingeschossigen Seitenflügel des Schlosses. Offen ist derzeit noch, ob auch die Wachgebäude und die halbkreisförmige Ehrenhofrandbebauung rekonstruiert werden können.

      Zur Geschichte des Schlosses:

      Das Schloss Herrenhausen und der Große Garten gehen auf einen Wirtschaftshof aus dem Jahr 1638 zurück. Der ursprünglich barocke, in mehreren Bauabschnitten entstandene Schlossbau wurde in den Jahren 1819 bis 1821 vom damaligen Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves im klassizistischen Stil umgestaltet. Er diente der Welfenfamilie als Sommerschloss.

      Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss im Jahr 1943 bombardiert und zerstört. Erhalten blieben nur die Grotte, die Große Kaskade und die Freitreppe des Schlosses, welche später in den Großen Garten versetzt

      wurde. Das zerbombte Schloss und das zugehörige Grundstück wurden vom Welfenhaus nach dem Krieg an die Stadt Hannover verkauft.
    • http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C43267365_L20.pdf\r
      cdl.niedersachsen.de/blob/images ... 65_L20.pdf

      http://www.denkmalpflege.niedersachsen.de/master/C43266653_N43266041_L20_D0_I10768338.html\r
      www.denkmalpflege.niedersachsen. ... 68338.html

      Wiederaufbau des Schlosses in Hannover-Herrenhausen?

      Eine retrospektive Betrachtung der öffentlich diskutierten Meinungen

      Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt von Hannover nahezu völlig vernichtet. Auch die Herrenhäuser Gärten haben bis 1945 schwere Schäden erfahren. Am 17./18. Oktober 1943 wurde bei Luftangriffen das Schloss zerstört. - 1946 wurde Hannover Landeshauptstadt des neu gebildeten Landes Niedersachsen. Der Wiederaufbau der "Hauptstadt in Trümmern" wurde wesentlich geprägt durch die städtebauliche Konzeption des 1948 als Stadtbaurat nach Hannover berufenen Rudolf Hillebrecht. Durch seine Planungen erhielt Hannover - vor allem in den an die Altstadt angrenzenden Bereichen - ein an modernen Verkehrsbedürfnissen orientiertes städtebauliches Aussehen.

      Im öffentlichen Bewusstsein war Hannover-Herrenhausen stets eng verknüpft mit den historischen Gärten, insbesondere mit dem Großen Garten, da "Jedermann ... erlaubt ist, sich im königl. garten eine veränderung zu machen ...". Diese uneingeschränkte Zugänglichkeit des Großen Gartens wird für die Überlegungen zur möglichen Bebauung des Schlossgrundstückes - wie wir sehen werden - von Bedeutung sein. Das Schloss war nicht von vornherein als ein Repräsentationsbau konzipiert, sondern hatte sich aus bescheidenen Anfängen, durch Entstehungsgeschichte und Gestaltungsabsichten aufs engste mit dem Großen Garten verbunden, entwickelt. Das, was 1943 in Schutt und Asche fiel, war der letzte bauliche Zustand des Schlosses.

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      Dr. Christiane Segers-Glocke


      http://www.haz.de/newsroom/regional/art185,200527\r
      www.haz.de/newsroom/regional/art185,200527

      Architekten gegen bloße Rekonstruktion von Schloss Herrenhausen


      Der Präsident der niedersächsischen Architektenkammer hält einen originalgetreuen Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in Hannover für keine gute Lösung. „Bloße Kopien entfalten keine Wirkung, erscheinen leblos“, sagte Wolfgang Schneider.


      Großansicht

      Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Schneider, notwendig sei vielmehr eine zeitgemäße Interpretation des Schlosses im Zentrum von Hannovers berühmtem Barockgarten - etwa ein moderner Bau in alten Proportionen. Die VolkswagenStiftung hatte Ende vorigen Jahres angekündigt, die Sommerresidenz der Welfen bis 2012 für 20 Millionen Euro zu rekonstruieren. An diesem Montag gibt es ein erstes Planungstreffen von Vertretern der Landeshauptstadt und Stiftung.

      Das königliche Schloss war 1943 dem Bombenhagel der Alliierten zum Opfer gefallen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) begrüßten Ende November euphorisch den jahrzehntelang geforderten, stets umstrittenen Wiederaufbau. Hannover liegt mit den Plänen im Trend - Braunschweig hat sein Residenzschloss im vergangenen Jahr in erster Linie als Einkaufs-Tempel rekonstruiert, in Berlin läuft die Vorauswahl zu einem Bauwettbewerb für das Stadtschloss - ein gigantisches 550- Millionen-Euro-Projekt.

      Ein Architektenwettbewerb sei auch für Schloss Herrenhausen unbedingt notwendig, betonte der Kammerpräsident: „Es muss ein Gebäude entworfen werden, das der Bedeutung des Ortes gerecht wird und gleichzeitig modernen Nutzungsansprüchen genügt. Die Prinzipien von Ordnung, Klarheit und Reduktion sollten eine Wirkung erzielen, die zu räumlicher, zu physischer Schönheit führt.“ Ein Entwurf von höchster Architektenqualität kristallisiere sich am besten im Wettstreit der Ideen heraus.

      An dem symbolträchtigen Ort gehe es darum, Zeitschichten in die Zukunft zu transformieren. „Eine ganzheitliche Rekonstruktion der äußeren Hülle würde so tun, als ob es die Geschichte, Krieg und Zerstörung nicht gegeben hätte“, meinte der Architekt. Die größte Herausforderung werde die Stimmigkeit zwischen den Fassaden und dem Gebäudeinneren sein. „Gefragt sind qualitätsvolle architektonische Lösungsmöglichkeiten, nicht ein Nachmodellieren.“

      Die VolkswagenStiftung befürwortete zuletzt eine Rekonstruktion der klassizistischen Fassade, wie sie Hofbaumeisters Georg Ludwig Laves 1819/29 gestaltet hatte. Innen soll das Schloss als modernes Tagungszentrum ausgebaut werden.


      Veröffentlicht am 13.01.2008 08:45 Uhr
      Zuletzt aktualisiert am 13.01.2008 08:45 Uhr

      Die sind leider wieder nicht so positiv
    • Aus einem der von ipflo zitierten Artikel:

      Architekten gegen bloße Rekonstruktion von Schloss Herrenhausen


      Welch eine Ueberraschung! :gg: Ja, da koennten die Herren der Zunft ja gar nicht mehr ihre Kreativitaet ins Spiel bringen!

      Der Präsident der niedersächsischen Architektenkammer hält einen originalgetreuen Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in Hannover für keine gute Lösung. „Bloße Kopien entfalten keine Wirkung, erscheinen leblos“, sagte Wolfgang Schneider.


      Ich moechte behaupten, es ist eher umgekehrt, Herr Schneider. Es ist das langweilige, sich in unendlichen Variationen ewig wiederholende langweilige Produkt der heutigen Architekten, das keine Wirkung entfaltet (was ist das ueberhaupt fuer eine Redewendung :augenrollen:) und leblos erscheint. :aetschzunge: