Braunschweig

  • Was macht eigentlich das Mummehaus, gibt es Pläne für eine Reko ?
    Wie sieht es überhaupt in Braunschweig in Sachen weiterer Rekos aus, weiss da jemand etwas ???

  • Ein sehr interessanter Vortrag von Professor Ackers über Braunschweig: Plädoyer für den Wiederaufbau

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Ein netter Vortrag, ja. Der ist von 2008. Geändert hat sich in den Köpfen der Architekten und Stadtplaner rein gar nichts.


    Wie kommt es übrigens zu dieser Aussage?


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    (...) Wir müssen die ungeheure Leistung der Aufbauphase erkennen:
    1972 waren 55,7% aller Wohnungen Neubauten aus der
    Wiederaufbauphase – also innerhalb von nur 17 Jahren errichtet. (...)

    Wieso 17 Jahre? Wurde mit dem Wiederaufbau erst 1955 gegonnen, oder hat sich der Herr um 10 Jahre verrechnet?


    Zitatquelle

  • Wieso 17 Jahre? Wurde mit dem Wiederaufbau erst 1955 gegonnen, oder hat sich der Herr um 10 Jahre verrechnet?


    Ich denke eher, daß er die "Wiederaufbauphase" 1962 abgeschlossen gesehen hat und er die ungeheure Bauleistung dieser Zeit deutlich machen wollte

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Heute zufällig in der Braunschweiger Zeitung entdeckt: Am Leonhardplatz soll ein Neubau entstehen. Irgendwie will der Entwurf nicht recht zu den denkmalgeschützten Pferdeställen nebenan passen. Worüber diskutiert die Politik? Über eine Überarbeitung des Neubaus? Weit gefehlt, sie echauffiert sich über die deplatzierten Pferdeställe, die nach Meinung der Modernisten eigentlich abgerissen gehören...


    Was für eine Provinzposse! Seht her, was die Bevölkerung dazu denkt. Die Leserbriefe sprechen mir aus der Seele:


  • Provinzposse trifft es gut... ich weiß nicht ob ich lachen oder schockiert sein sollte?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Die Straßenecke (von Platz kann man da eigentlich nicht reden) braucht zwar eine städtebauliche Fassung, aber das ist ja nun wohl wirklich nix. In Braunschweig hat der Krieg ja auch viel zerstört, und die Sanierungswellen der letzten 50 Jahre haben ihr übriges getan, so dass es sich verbieten sollte, über den Abbruch historischer Substanz auch nur nachzudenken. Ich hoffe, dass die Denkmalbehörde diesen Unsinn verhindern kann.

  • Ein Abriss gehört nicht nur verhindert, sondern gar nicht angedacht. Vielmehr sollte man darüber nachdenken, den geschmacklosen, daneben gestellten Raster-Klotz, der völlig überdimensioniert ist, kleinteiliger zu überarbeiten und mit einem ordentlichen Dach zu versehen.

  • "Lange nichts mehr aus Braunschweig gehört", frug schon 'Der Herzog' vor fast drei Jahren...Dann mal etwas Gutes vom Ackerhof im Magniviertel.


    "Die Grünen im Stadtbezirksrat Innenstadt wollen das Ackerhofportal wieder aufstellen lassen. Noch bis 1971 stand dieses Bauwerk am Eingang zum Magniviertel und bildete dort einen markanten Punkt im Stadtbild. Ein entsprechender Antrag wird am heutigen Dienstag in der Sitzung des Stadtbezirksrates diskutiert.[...]"
    Grüne wollen Ackerhofportal wieder aufstellen lassen - regionalbraunschweig.de


    Ackerhof (Nordseite) früher:


    Ackerhof (Nordseite) heute:

    Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Brunswyk', CC BY-SA 3.0 DE

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Nicht, daß es am Ende wieder an den Kosten scheitert. Überhaupt bin ich immer wieder überrascht, welche städtebaulichen Schätze auf irgendwelchen Bauhöfen eingelagert sind. Da erinnere ich mich gerade an das Münchner Kini-Denkmal. Davon hört man leider auch nichts mehr.


    Diese eingelagerten Schmuckstücke nicht wieder aufzubauen, ist einfach eine Verschwendung an Schönheit und Anziehungskraft für die Städte.

  • Wieder was gelernt. Das Gebäude links neben dem Portal ist auf einem Bild von 1893 bei Wikipedia und dem Zeitungsartikel zu sehen, es weist einen imposanten freistehenden Ziergiebel auf. Spannend finde ich auch die Werbung für "Pfunds" am linken Bildrand


    Der originale Standort des Portals kommt nicht in Betracht, erstens ist das die Straße ins Quartier, zweitens ist das Umfeld unpassend. Man könnte zwar anmerken, dass alles hilft, was von den Bauten, die man jetzt dort sieht, ablenkt, aber das hat das Portal nicht verdient.

  • Im DAF entdeckte ich gerade zufällig eine erschreckende Meldung aus Braunschweig. Die bestehende Burgpassage soll zu einer neuen Gasse in der Altstadt umgebaut werden. Dazu sind natürlich wieder einige unschöne Eingriffe in die historische Bausubstanz "notwendig".


    Das heutige Eingangsgebäude zur Passage wird abgerissen. Dazu soll für den Eingang zur neuen Burggasse ein riesiges Loch in ein historisches Haus hineingefräst werden. :schockiert: - Siehe hier:


    http://www.braunschweig.de/pol…582x1024.pm0.bgFFFFFF.jpg


    Die geplante Architektur in der neuen Gasse sieht selbstverständlich nur Häuser mit Flachdach vor. Eben typisch Altstadt.
    Hier gibt es Informationen von der Stadt Braunschweig.


    http://www.braunschweig.de/pol…ng/nachrichten//burggasse


    Keine Ahnung wie es Euch geht, aber ich bin gerade relativ fassungslos.

  • Klar, dieses Vorhaben ist geschmacklos und brutal. Aber, es geht diesen Herrschaften höchstwahrscheinlich einzig darum, sich die eigenen Taschen vollzustopfen.

  • Das Projekt an sich ist nachvollziehbar und keine schlechte Idee, nur die Ausführung ist mal wieder unter aller Kanone. Der Verlust des einen Hauses wäre weniger schlimm, wenn es nicht der Preis für die üblichen Stahl-Beton-Glas-Kisten dahinter wäre, zumal aber ein Abbruch nicht nötig wäre, da schon ein Durchgang durch das Haus besteht.
    Der Gründerzeitler wird auch nicht umgebaut und angepasst, sondern einfach nur durchbohrt und ausgehöhlt.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Die in letzter Zeit anhaltende Welle von kleinen Rekos setzt sich nun auch in Braunschweig fort: Im dortigen Bürgerpark, welcher wie die angrenzende Fachwerkaltstadt im Krieg schwerst zerstört wurde, ist die historische Rondelle rekonstruiert worden und im Herbst geht es weiter:


    Quote

    Die Rondelle wurden nach historischem Vorbild in Kooperation mit der Richard Borek Stiftung baulich rekonstruiert. Die Gesamtkosten für die Rekonstruktion der Rondelle belaufen sich auf etwa 150.000 Euro. Im Herbst folgen weitere Neupflanzungen, um das historische Raumgefüge wiederherzustellen. Der Portikus wurde auf einem Hügel nach dem Vorbild Englischer Landschaftsgärten als Ruine von Peter Joseph Krahe gestaltet, um die Spaziergänger an die Schönheit des Vergänglichen zu erinnern.


    Hinter dem Säulenbauwerk befand sich ein Baumrondell. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer beschädigt. Zwar wurde sie zum Teil wiederaufgebaut, das Baumrondell war aber nur noch in Resten vorhanden. Nach historischem Vorbild wurde nun das Rondell einschließlich der Wegeanbindung baulich rekonstruiert. Dadurch rückt das Rondell wieder in den gestalterischen Mittelpunkt der Anlage und bietet den Besuchern einen landschaftlich reizvollen Blick durch die Säulen auf den Portikus-Teich.


    Historische Rondelle im Bürgerpark stimmungsvoll eröffnet

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Eine sehr gute Nachricht aus der Löwenstadt: In der Humboldtstr. wird das Jugendstilgebäude "Lindenhof" saniert. Im Zuge dessen bekommt das Gebäude wieder seinen Turm und Giebel zurück. (Bezahlschranke) :applaus:


    Der „Lindenhof“ soll in altem Glanz erstrahlen


    Alte Ansicht

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Beim geplanten Umbau der Burgpassage, gibt es nun Neuigkeiten. Zur Erinnerung - Eine historische Fassade soll mit einem riesigen Durchgang durchbrochen werden.


    Jetzt regt sich, erfreulicherweise, auch Widerstand in der Politik.


    (...) Der CDU-Fraktionschef hält es für vollkommen unangemessen, unnötig historische Substanz in der Stadt zu vernichten. „Das versteht niemand. In anderen Städten wie in Frankfurt werden die alten Fassaden neu aufgebaut und hier bei uns sollen sie abgerissen werden. Nur, weil noch nicht richtig verhandelt wurde. Das darf nicht passieren“, so Köster. (...)

    (...) Auch SPD-Fraktionschef Christoph Bratmann erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Hinsichtlich des Erhalts der historischen Fassaden fordern wir vom Investor Development Partner Kreativität und Kompromissfähigkeit.“ (...)

    Ich hoffe doch sehr, daß sich die Planungen noch zum Positiven ändern. Hier dürfen die Politik und der Denkmalschutz nicht lockerlassen. - Soll der Investor halt abspringen.