Dresden - Allgemeines

  • Friedrichstädter Tor wird gerade gedämmt und Annenhöfe sind glaube im 2. OG.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Quote from Yves87

    Die Frage habe ich mir auch schon mal gestellt. Auch die anderen großen Kandelaber in der Stadt... wo sind die alle hin?

    Heute wären die ein Vermögen wert...

    Der Post stammt zwar aus dem Schlossstrag, aber passt besser hier hin.

    Viele der historischen Straßenleuchten sind schon bei der Enttrümmerung (mit dem Ziel der Schrott-/Buntmetallbergung) oder dann sukzessive, vor allem in den 1960er Jahren, vernichtet worden. Ich will das mal an 2 Beispielen demonstrieren: Altmarkt und Theaterplatz.


    Altmarkt

    Man beachte jeweils die beiden großen Kandelaber, etwa in einer Fluchtlinie mit dem Germaniadenkmal.

    Foto aus den ersten Nachkriegsjahren


    Foto von 1956

    Von Bundesarchiv, Bild 183-42328-0004 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5353284


    Foto von 1958


    Foto von 1962


    Foto von 1965

    Nu sind sie weg...


    Dieser Zustand (Peitschenlampen im Stil der 1960er Jahre) blieb erhalten bis zur Neugestaltung des Altmarktes ab 2006, nachfolgend ein Foto aus diesem Jahr:


    Von Thomas Richter - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1045277



    Theaterplatz

    Hier sollen die Lampen betrachtet werden, die das Reiterdenkmal von König Johann einrahm(t)en.


    Foto von etwa 1890


    Foto von 1923

    Die Aufstellung dieser "einarmigen" Exemplare erfolgte im Zeitraum Ende des 19. Jhd. bis Anfang 20. Jhd.


    Foto von 1935

    Die einarmige Version in einer detaillierteren (Einzel-)Ansicht.


    In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre (sicherlich VOR Kriegsausbruch) wurden die einarmigen Exemplare ersetzt. Die Zeitangaben in der fotothek sind für die zugehörigen Fotos widersprüchlich. Alle Fotos bis einschl. 1935 zeigen die „alte“ Version, ein mit 1936 datiertes Bild (das nachstehend verlinkte) ist mit 1936 angegeben, ein weiteres Foto von 1937 zeigt aber wiederum die alte Fassung.

    Foto von 1936? eventuell etwas später aufgenommen


    Foto von 1945


    Foto von 1962

    Die Vorkriegsexemplare stehen immer noch.


    Foto von 1965

    Die Vorkriegsexemplare sind durch moderne Peitschenlampen im Stil der 1960er Jahre ersetzt.


    Im Zuge des Wiederaufbaus der Semperoper wurden wieder historische Kandelaber aufgestellt, aber nicht in einer der Formen, die früher hier standen. Ich vermute, man hat dafür Versionen nachgebildet, die sich am Rand des Platzes aus der Vorkriegszeit erhalten haben.

    Foto von 1988

    Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65583361

  • Danke fuer deine wie immer sehr interessante Beitraege Bautzenfan.Die Wirkung solcher Megakandelaber kann man gut sehen am Charlottenburger Tor in Berlin wo sie rekonstruiert wurden.Unfassbar dass sie abgerissen wurden gerade am weitlaufigen Altmarkt wo sie einfach hingehoerten auch nach der Wiederaufbau.

  • Erschreckend, wenn man sich Dresden per Google Street View ansieht. Südvorstadt, Friedrichstadt, Johannstadt. Viele breite Straßen, lauter Wiesen und hier und da ein Plattenbau. Eine Anti-Stadt. Gibt es einen Masterplan für diese Viertel?

  • Google Street View ist mittlerweile eine Zeitreise in die Vergangenheit, die Aufnahmen stammen aus 2008. Mittlerweile hat sich an vielen Stellen einiges getan oder ist in diversen Stadtentwicklungsprogrammen in Arbeit oder Planung.


    Ein paar allgemeine Informationen zum Thema Stadterneuerung findet man hier. Es laufen einige Projekte im Rahmen von EU-Förderprogrammen, dem Programm "Soziale Stadt", "Stadtumbau Ost", und anderen.

  • Google Street View ist mittlerweile eine Zeitreise in die Vergangenheit, die Aufnahmen stammen aus 2008. Mittlerweile hat sich an vielen Stellen einiges getan oder ist in diversen Stadtentwicklungsprogrammen in Arbeit oder Planung.


    Ein paar allgemeine Informationen zum Thema Stadterneuerung findet man hier. Es laufen einige Projekte im Rahmen von EU-Förderprogrammen, dem Programm "Soziale Stadt", "Stadtumbau Ost", und anderen.


    Danke für den Link. Habe mir gerade die Broschüre "25 Jahre Stadtentwicklung" angeschaut. Unglaublich, was in der Großen Meisner Str. nach dem Feuersturm noch stand.


    Einige Stellen in der Broschüre gefallen mir gar nicht. "Städtebauliche Verdichtung...die zu städtebaulichen Missständen führt" und "...quälte sich...durch die viel zu enge Große Plauensche Straße".


    Wer so denkt, baut falsch.

  • Der Verlust der beiden großen Kandelaber ist wirklich höchst bedauerlich. Damals gab es einen richtigen künstlerischen Wettbewerb für die dann auch vergleichsweise teuren Kandelaber. Es waren also ausdrücklich keine Massenwaren, sondern individuelle Kunstwerke. Dann werden sie in den 60ern einfach verschrottet, das ist schon ernüchternd.

    Man sieht auf den Bildern aus den 50ern, dass sie selbst für den megaloman aufgeblähten Altmarkt nicht zu mikrig wirken. Dabei hatte man sie 1895 extra schlank konzipiert, weil man den Platz zusammen mit dem Germaniadenkmal nicht zu voll stellen wollte.


    Was haben wir heute? Eine Beleuchtung wir auf einem Großparkplatz und einen Riesengalgen. Das regt mich einfach immer wieder auf. Dann wurde bei der letzten Altmarktsanierung (wo man die durchaus ansprechenden Topflampen aus DDR-Zeiten wiederum entsorgte) auch noch gepfuscht, sodass man für Millionen schon wieder ran muss. Kenne eigentlich kein öffentliches Bauvorhaben der letzten 20 Jahre, das ein so vollständiges Desaster war, wie die Altmarktsanierung, sowohl gestalterisch als auch funktional.

  • Gibt es einen Masterplan für diese Viertel?

    Gibt es, doch leider nicht in unserem Sinne. Blockrandnachverdichtung, Schrägdächer, Dreiteilung der Fassade und Eckbetonungen sind Minimum, was da gestalterisch hinmuss. Pirnaische Vorstadt und Johannstadt, v.a. zur Elbe hin, sind dabei unser Schwerpunktinteresse.

  • Erschreckend, wenn man sich Dresden per Google Street View ansieht. Südvorstadt, Friedrichstadt, Johannstadt. Viele breite Straßen, lauter Wiesen und hier und da ein Plattenbau. Eine Anti-Stadt. Gibt es einen Masterplan für diese Viertel?

    Passend dazu gibt es auch HIER einen Artikel zur Dresdner Stadtentwicklung. Seit 1990 sind 500 Millionen Euro in die Stadtentwicklung Dresdens investiert worden. In den nächsten Jahren ist damit zu rechnen, dass wirklich viele weitere Millionen Euro Fördermittel nach Dresden fließen werden.


  • Der Verlust der beiden großen Kandelaber ist wirklich höchst bedauerlich. Damals gab es einen richtigen künstlerischen Wettbewerb für die dann auch vergleichsweise teuren Kandelaber. Es waren also ausdrücklich keine Massenwaren, sondern individuelle Kunstwerke. Dann werden sie in den 60ern einfach verschrottet, das ist schon ernüchternd.

    Man sieht auf den Bildern aus den 50ern, dass sie selbst für den megaloman aufgeblähten Altmarkt nicht zu mikrig wirken. Dabei hatte man sie 1895 extra schlank konzipiert, weil man den Platz zusammen mit dem Germaniadenkmal nicht zu voll stellen wollte.


    Was haben wir heute? Eine Beleuchtung wir auf einem Großparkplatz und einen Riesengalgen. Das regt mich einfach immer wieder auf. Dann wurde bei der letzten Altmarktsanierung (wo man die durchaus ansprechenden Topflampen aus DDR-Zeiten wiederum entsorgte) auch noch gepfuscht, sodass man für Millionen schon wieder ran muss. Kenne eigentlich kein öffentliches Bauvorhaben der letzten 20 Jahre, das ein so vollständiges Desaster war, wie die Altmarktsanierung, sowohl gestalterisch als auch funktional.

    Besser hätte ich es auch nicht schreiben können. Die beiden Kandelaber waren zwar gründerzeitlich gestaltet, aber wesentlich schöner und ansehnlicher als dieser schräge Galgen. Er wirkt rein technisch und würde auf einen Gewerbehof oder Rangierbahnhof besser passen als auf einen geschichtsträchtigen Platz wie den Altmarkt. Wer hat denn das Aufstellen dieses Monstrums beschlossen? Ist da Geld geflossen?

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Gestaltungskommission

    Die Gestaltungskommission wurde neu besetzt.

    Der Vorsitzende, Jürg Sulzer lässt sich in der SZ u.a. wie folgt zitieren:

    Gefragt danach, ob der Postplatz heute anders aussehen würde, wenn die Gebäude vorher in der Gestaltungskommission behandelt worden wären, sagt Sulzer: Vermutlich nicht. Lange Planungsprozesse sowie der damals aktuelle Zeitgeist hätten den Postplatz so hervorgebracht. "Aber vielleicht werden diese Bauten in 20 Jahren wieder in Frage gestellt und neue Entwürfe wieder in der Kommission vorgestellt."

  • Quote

    "Aber vielleicht werden diese Bauten in 20 Jahren wieder in Frage gestellt und neue Entwürfe wieder in der Kommission vorgestellt."


    Ich weiss nicht ob der Herr Sulzer und die neue G.Kommission auf unserer Seite sind (die alte G. war ja eine Katastrophe), aber ich würde mal sagen, die Bauten werden schon heute in Frage gestellt....


    Ich habe das eben gelesen was er schrieb, die Bilanz die er zog. Dazu muss ich sagen, das ist hervorragend ausgedrückt, wenn er klarmacht wie ganze Stadtteile dem Bürger fremd geworden sind und das praktisch die Dresdner Innenstadt (und auch Johanstadt etc.) nicht funktioniert.


    Vom Text her, sehr gut - scheint so, als ob diesmal endlich Leute an den Schalthebeln sind, die was begriffen haben und nicht die Sensibilät eines Schlachters mit Hackebeil haben, wie heute in "Baukünstler"-kreisen üblich.-


    ABER,

    Worte machen kann man viele......wollen wir mal hoffen dass auf die schönen Worte auch entsprechende Taten folgen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Früh Viertel 11, am hellerlichten Tag. Stand wohl noch oben, als die Polizei kam. Die mussten ihn regelrecht runter zerren. Vorher hatte er schon einen Blitzer zerkloppt.

  • Überwachungskameras einsetzen und Geistesgetörter Vandalen oder Verunstalter schwerstens bestrafen.

    Vandalismus kann nicht mehr toleriert werden von der Geselschaft: ZERO Toleranz wie in Singapore soll der Regel sein.