Dresden - Allgemeines

  • Zum Start des nun bald beginnenden "Umbaus" des Pirnaischen Platzes ein m. M. nach treffender Kommentar von Herrn Ufer. Auch, wenn er von einigen wegen seiner Äußerung zum Postplatzriegel gescholten wurde, ich mag den Mann. :blumen:


    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Quote from "DarkVision"

    Zum Start des nun bald beginnenden "Umbaus" des Pirnaischen Platzes ein m. M. nach treffender Kommentar von Herrn Ufer. Auch, wenn er von einigen wegen seiner Äußerung zum Postplatzriegel gescholten wurde, ich mag den Mann. :blumen:


    Das klingt zwar gut was er schreibt, aber den Systemmedien trau ich schon lange nicht mehr. Journalisten dürfen niemals schreiben was sie denken, sonst fliegen sie am selben Tag raus. Irgendjemand in der Chefredaktion sagte zu Ufer, "so, und du schreibst heute etwas negatives über den Pirnaischen Platz, bitte ordentlich schimpfen, vertane chance". Hätte der Auftrag gegenteilig gelautet, hätte Ufer das genaue Gegenteil geschrieben und uns angemahnt diesen Platz nicht zu verurteilen, da "verschiedene Zeitschichten" diesen Platz zu einem "wichtigen Zeugniss" der DDR-Geschichte machten und ähnliche beliebte Phrasen.


    Auffallend ist wie immer: Es wird von Fahrbahnen geredet, Platz soll sicherer werden, neue Radfahrwege, Verkehrsführung für Autos wird klarer. Also haufenweise Verkehrsthematik. Der eigentliche Grund, warum der Platz so abstoßend ist, wird auch bei Ufer peinlichst vermieden: Nämlich aufgrund der hässlichen Architektur. In Dresden fällt besonders deutlich auf, wie Politiker, Medien und Architektenschaft bei der Gestaltung von Straßen und Plätzen stets von allem Möglichen reden - Blumenkübel etc. - aber nicht von dem wichtigsten, nämlich den Gebäuden. Und die sind seit 1945 in Deutschen Städten meistens hässlich, weil nach dem Krieg schnell hochgezogen. Dass Deutschlands schönste Architektur vor dem Krieg entstand, und nicht danach, ist kein Geheimnis.


    Radfahrwege, bessere Verkehrführung für Autos etc., alles ganz nett. Aber solange die Stadt von Blumenkübeln und Radwegen redet, aber kein Konzept hat für diesen Platz - und damit mein ich die Architektur - wird er unwirtlich und eine Beton-Einöde bleiben.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Um aufs Thema zurückzukommen, der Pirnaische Platz ist eine verhältnismäßige Lapalie, da hat Herr Ufer sicherlich ohne Zwänge und Selbstzenzur seine ehrliche Meinung geäußert. Ansonsten glaube ich auch, dass unsere Presse frei ist - im Rahmen wirtschaftlicher Zwänge. Das Paul Sethe-Zitat wirkt schon erschütternd in der Tragweite der Aussage.

  • Ich würde den "Pirni" nicht als den hässlichsten Platz der Stadt bezeichen. Allerdings würde ich ihm auch nicht den Status eines Platzes zuerkennen.
    Aber immerhin haben wir es hier mit einem geschlossenen Ensemble der Dresdner Stadtplanung der 60'er Jahre zu tun, das seinem Zweck noch immer gerecht wird, nämlich ein funktionierender Verkehrsverteiler zu sein. Dafür ist seine Architektur durchaus adäquat. Wenn man also diese Gegend, als die man die kompletten Weiten des Verkehrszuges Petersburger Straße bezeichnen muss, verändern will, so muss man bei der Funktion anfangen, also dem Verkehr. Erst wenn man wieder über eine vernünftige Gestaltung des Verkehrsraums in an europäischen Innenstädten orientierten Dimensionen nachdenkt, kann man über die Gestaltung der umgebenden Bebauung sprechen.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Vielleicht sollte man mal neue Wege an dieser Stelle versuchen und z.B. einen Kreisverkehr einrichten. Auch für die Straßenbahn - sowas gibt's in München (wenn auch in kleinerem Maßstab). Der Verkehr würde besser fließen und es würde weniger Platz beansprucht. Man könnte den Platz enger mit Gebäuden fassen, auch mit einem vor dem "Sozialismus siegt"-Hochhaus. Problem: Die deutschen Autofahrer können i.d.R. mit dem Kreisverkehr nicht gut umgehen, man müsste ja den Verkehr fließen lassen, d.h. auch mal jemanden reinlassen... :)

  • Vor allem möchte der Deutsche ein dellenfreies Auto und blockiert selbst bei Lappalien-Zusammenstößen Kreuzung und Straßenbahnschienen so lange, bis die Polizei den Unfall protokolliert hat, unbeachtet der Tatsache, daß den lieben Mitbürgern dabei durch Stau- und verspätungsbedingte Arbeitszeitausfälle hundertfach höhere Schäden entstehen.

  • @ thodremuc: ein Kreisverkehr am Pirnaischen Platz wäre alleine aufgrund seiner Dimensionen wohl ampelgesteuert, analog großem Stern in Berlin.

  • Quote

    Stadt zeigt neue Pläne für Wettiner Platz


    Der Platz soll als Park gestaltet werden. Der Grundriss der ehemaligen Jakobikirche wird mit Bäumen nachempfunden.


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Stadt zeigt neue Plne fr Wettiner Platz


    Aus der Not eine Tugend machen und Brachflächen in Parkflächen verwandeln. Da hat Dresden enormes Potential (da genug kriegs- und abräumbedingte Brachen in der Innenstadt) und selbst als Interimslösung bis zu einer eventuellen Bebauung ist das allemal besser als eine öde Stelle. Wenn das forciert wird, kann sich Dresden u.a. auch als Stadt mit Parks vermarkten.

  • Quote from "Henry"

    da genug kriegs- und abräumbedingte Brachen in der Innenstadt


    Nicht nur dort könnte man aufforsten. Von mir aus auch auf dem Postplatz und Altmarkt.

  • Erscheckend finde ich, dass es zur aktuellen Platzsituation keine Diskussionen/Varianten/Visionen gibt. Sondern der Status quo wird weiter Fortgeschrieben und mit 1.400.000 Euro befestigt. Wobei man sich schon fragt, wofür eigentlich - wenn man die Planungsskizzen mit dem Ist-Zustand vergleicht gibt es kaum wirkliche Änderungen (mal abgesehen von der zusätzlichen Fußgängerquerung auf der Nordseite).


    Z.B. könnte ich mir vorstellen, die Fahrbahnen wenigstens zwischen Brücke und Waisenhausstraße zusammenzuführen (wenn schon eine Schneiße, dann wenigstens nur eine) und so eine Fläche zu gewinnen, die im Gegensatz zur breiten Fahrbahntrennung auch nutzbar und erlebbar ist. Entweder für eine perspektivische Entwicklung, oder zumindest für einen Grünzug, der wie in anderen Städten auch mit Leben gefüllt wird.



    Nebenbei würde man am Pirnaischen für den Autoverkehr eine kompakt(er)e Kreuzung ähnlich Straßburger Platz erhalten, die ohne notwendige "Zwischen-Insel-Stopps" auch zur deutlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit führen sollte.

  • Man könnte eine wirklich großzügige Parkanlage schaffen inklusive Offenlegung des Kaitzbaches, der derzeit an der Zinzendorfstraße in die Kanalisation verschwindet.
    (würde nebenbei noch das Klärwerk entlasten)

  • Ich kopier mal was von mir von woanders mit hierher. =)


    Quote from "heiji"

    Vlt stimmt es so: KP würde heute halb auf dem Grünstreifen steheen, halb auf der Fahrbahn der Petersburger zum Neumarkt hin. =)


    Als Städtebauer würde ich die Petersburger direkt hinter der Carolabrücke in einen Tunnel führen, der beim Kino irgendwo wieder ans Tageslicht kommt (oder sogar erst hinterm Bahnhof). Das freiwerdende Land kann man ausschliesslich de Fussgängern und Strassenbahnen zugänglich machen, um Neu- und Altmarktgebiet mit der Pirnaischen Vorstadt und dem Grossen Garten zu verbinden. Der Pirnaische Platz könnte supergeil werden, ein weiterer Anziehungspunkt für Touristen und Wohnecke für Dresdner (die alle dort momentan in den Plattenbauten hausen zB). Bäume, Elbterrassenufer verlängern, tada: Geile Stadtraumerweiterung.


    Oh, falsches Thema. =)


    Dann könnte man auch gleich den Parkplatz vor dem Polizeipräsidium eine Etage tiefer setzen und oben eine kleine, angenehme Grünfläche mit Denkmal für irgendwas. Würde doch vor dem Präsidium hübsch wirken und ein weitere Fotomotiv geben.


    Man könnte auch die Bushalten in den Tunnel versetzen und obenerdig solche coolen Treppen bauen, wie sie zB in Berlin auf der Friedrichstrasse stehen, quasi eine U-Bus-Haltestelle. *g Gibt so viele Möglichkeiten, wie man allee Parteien zufrieden stellen kann und zugleich noch Baugrund schafft.

  • Endlich wird das Hotel am Terrassenufer in der Pirnaischen Vorstadt abgebrochen werden (wohl erst 2011)!


    Was allerdings einmal an seine Stelle treten wird, scheint mir trotz der vollmundigen Ankündigung des Stadtsprechers eher fraglich. Aber zumindest wird der das Stadtbild schädigende Hochhauskörper fallen und einer mehr oder weniger gepflegten Brache weichen. Das die anschließende Plattenzeile entlang der Petersburger zur Zeit saniert wird, erscheint einem in diesem Zusammenhang allerdings reichlich dämlich. Aber dazu hat der Stadtsprecher wohl nichts gesagt.


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Hotel am Terrassenufer soll 2011 abgerissen werden

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  • Quote

    Was allerdings einmal an seine Stelle treten wird, scheint mir trotz der vollmundigen Ankündigung des Stadtsprechers eher fraglich


    Oder aber auch nicht :idee:


    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote from "DarkVision"

    ...eine Radebeuler Firma baut Häuser nach tradioneller Art...in Radebeul und auch in Dresden


    Ich habe zufälligerweise vor einigen Tagen die Trias dieser Häuser bei uns in Pappritz fotografiert.



    Oftmals ist es ein Fehler den Bauherrn Dinge wie die Dacheindeckung aussuchen zu lassen.



    Diese Häuser sind schon sehr gut und passen, abgesehen von den oft unangebrachten Dacheindeckungen und Anstrichen, auch sehr gut in die heimische Landschaft. Leider aber scheint die Modellpalette an Haustypen recht gering zu sein, weswegen man auch immer wieder den gleichen Haustyp antrifft. Da besteht durchaus Verbesserungsbedarf.
    Vom Architekten-Establishment werden diese Bauten trotz ihrer doch recht guten Proportionen und sicherlich auch noch anderweitig vorhandener Vorteile, gar nicht goutiert.


    Bilder sind von mir.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Danke bilderbuch :-)


    Quote


    Leider aber scheint die Modellpalette an Haustypen recht gering zu sein, weswegen man auch immer wieder den gleichen Haustyp antrifft. Da besteht durchaus Verbesserungsbedarf.
    Vom Architekten-Establishment werden diese Bauten trotz ihrer doch recht guten Proportionen und sicherlich auch noch anderweitig vorhandener Vorteile, gar nicht goutiert.


    Das ist wahr, aber vielleicht tut sich da ja noch was...hier die Modelltypen:


    http://www.villa-belavista.de/entwurf.php


    Gruß DV

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Ich finde es gut, dass sich das Architekturbüro dem Stadtbild verpflichtet sieht, aber jedes Haus sollte schon ein individueller Entwurf sein. Sonst sieht es mehr nach einer Serienproduktion zum Anbiedern an einen Mehrheitsgeschmack aus. Eben reine Geschäftemacherei und keine wahrhafte Baukultur.

  • Wie heute die Sächsische Zeitung aus der Landeshauptstadt Dresden exklusiv berichtet, hat eine von der Dresdner Marketing GmbH bei der Hamburger Firma Brandmeyer Markenberatung in Auftrag gegebenen unabhängigen Studie über die Marke „Dresden“ wieder einmal erstaunliches ergeben: Dresden ist einzigartig und dynamisch!


    Nun muss sich Dresden nur noch besser vermarkten. Die Agentur schlägt vor die Frauenkirche, das Residenzschloss und den Zwinger in den Mittelpunkt der Tourismuswerbung zu stellen. Die hunderten barocken Bauten in Dresden werden von den Touristen bevorzugt besucht. Semperoper und moderne Bauten sind wenig beliebt.


    Die Dresdner sind weltoffen, tolerant, freundlich und gastfreundlich, die Stadt Dresden ist jung und dynamisch, so das Urteil der befragten Dresdner.



    Dresdner Unternehmer würden sich wieder für den Standort Dresden entscheiden. Den Satz: “Deutsche Unternehmer können sich nicht kaum vorstellen, Dresden bei einer Standortentscheidung in die engere Wahl zu ziehen.“(Sic!) ist etwas unverständlich. Vermutlich sollte gesagt werden, dass sich deutsche Unternehmen in Zukunft unter Umständen vorstellen könnten, eine Firma in Dresden anzusiedeln.


    Zu den zukünftigen Entwicklungschancen der Einkaufshauptstadt des Ostens hat sich die namhafte Agentur Brandmeyer Markenberatung nicht geäußert.



    Menschen, die nicht in dieser einzigartigen Symbiose von Stadt und Natur aufgewachsen sind und in einer gesichtslosen Tieflandsbucht oder in Betonwüsten leben, können sich vermutlich nicht an dieser Studie erfreuen.