Dresden - Allgemeines

  • Es gab in den 90ern einen sehr modernen Architektenentwurf für den Postplatz - geplant von einem holländischen Architekten. Ich habe leider kein Bild dieses Modells - vielleicht hat ja jemand von euch noch den SZ/DNN-Artikel aus der Zeit. Jedenfalls liegt dieser Entwurf wieder in den Schubladen. Ich denke darauf hat Wissmut angespielt, den ich bitten möchte, auf solche beleidigenden Phrasen in Zukunft zu verzichten.

  • @Thomas Filip


    Ich würde gegen Dich glatt einen Kasten Radeberger setzen. Als Laufzeit setze ich 20 Jahre an. Das ist für beide fair.


    :trinken:



    P.S. In 20 Jahren soll der Wiederaufbau dann politisch gewollt sein, die Vollendung wird wahrscheinlich länger dauern, siehe Potsdamer Garnisonkirche.

  • Quote from "Harmonica"

    Es gab in den 90ern einen sehr modernen Architektenentwurf für den Postplatz - geplant von einem holländischen Architekten. Ich habe leider kein Bild dieses Modells - vielleicht hat ja jemand von euch noch den SZ/DNN-Artikel aus der Zeit. Jedenfalls liegt dieser Entwurf wieder in den Schubladen. Ich denke darauf hat Wissmut angespielt, den ich bitten möchte, auf solche beleidigenden Phrasen in Zukunft zu verzichten.



    Ich teile bei schlechter Architektur nun mal sehr gerne deftig aus, entschuldige bitte. Ich möchte diese Architekten wirklich gerne mit saftigen Ausdrücken belegen; es ist mir ein Grundbedürfnis, zumal ich diesen Larven tagtäglich ausgesetzt bin und mir von denen meine Entwürfe zerfledern lassen muß ! Die Rif-Kiff-Holland-Power meinte ich hier allerdings nicht auf Dresden, sondern auf Leipzig bezogen; wer die Renderings vom Siegerentwurf der Leipziger Unikirche gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Ebenso wie beim Advantariegel in Dresden finde ich, daß gepflegte und unter die Güterllinie gehende Beleidigungen durchaus angebracht sind. Die erste Frage beim Betrachten dieses wundervollen Bauensembles lautete dann eben auch: Was zum Teufel muß man genommen haben, um sowas hinzustellen - und zu genemigen ?


    Bei der Leipziger Unikirche sollte eine äußerliche Rekonstruktion, MINDESTENS aber die Einhaltung der Form, d.h. Dachneigung, Gebäudehöhe, Materialien, Lage usw. drin sein, bei der Dresdner Sophienkirche ebenfalls. Die preußische Garnisionskirche in Potsdam reicht zwar nicht ran, was Schönheit und bauliche Bedeutung(zumindest der Unikirche) betrifft, aber ist immerhin wichtiges Geschichtszeugnis. Auch hier bin ich, trotz sächsischer Stammespflicht zur Preußenaversion ;), für den Wiederaufbau.


    Es gibt sehr viel zu tun; aber solange Deutschland nicht bereit ist, auch im profanmäßigen Neubau seine Wurzeln wiederzuentdecken, ist das alles nur die Hälfte wert. Die Seele einer Stadt macht seine innerstädtische Wohnarchitektur aus; nicht nur die Kirchen, Bankgebäude, Theater und Hotels.

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote from "Miwori"

    Glaubst du nicht,
    daß sich auch heutzutage noch ein Architekten vom Format Sempers oder Erlweins auftreiben ließe?
    Der nicht Brüche konstruieren, den Zeitgeist abbilden oder dem Platz seinen ego-Stempel aufdrücken will, sondern einfach ein schönes, elegantes und zur Umgebung passendes Hotel baut?


    Nein, das glaube ich nicht. Ferner aber glaube ich, dass es Innenarchitekten gibt, die hinter einer rekonstruierten Fassade etwas unglaublich schönes zaubern könnten.
    Die DG-Bank am Pariser Platz in Berlin hätte man auch hinter eine Rekofassade zum Pariser Platz bauen können mit dem gleichen, genialen Innenraum.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Natürlich meinte ich mit "gleichwertig" ein schönes, sich einfügendes Gebäude in traditioneller Architektur. Es wäre wirklich das letzte, wenn man einen der schönsten Plätze Europas mit was modernem sprengen würde. Derzeit traue ich das aber auch kaum einem Architekten zu, vor allem fürchte ich, so ein Projekt würde von der Öffentlichkeit zerredet, vgl. Paulinerkirche.
    Deshalb liegt mir auch die Reko des Belvedere/Brühlsche Terasse so am Herzen. Die BT ist ein geschlossenes Ensemble auf der ein Investor schon mal modern bauen wollte, was eine Katastrophe wäre. Durch eine Reko wäre die BT ein für alle mal abgeschlossen und gerettet.
    Was den Postplatz betrifft: Er ist sehr wichtig, der Zwinger muß würdig gefasst werden. Aber leider fehlt mir irgendwie der grenzenlose Optimismus. Wenn ich mir die Verzögerungen am Neumarkt ansehe, die mit dem Kurländer Palais, die Stagnation am Neustädter Markt... Ich glaube, wenn wir die verfehlte Bebauung stoppen könnten, eine Architektur a la Nikolaiviertel aus Sandstein bekämen... Mehr wage ich mir ja angesichts der Rekofeindlichen deutschen Politik und Architektenschaft ja schon gar nicht mehr zu erträumen.

  • Quote from "jojojetz"

    Natürlich meinte ich mit "gleichwertig" ein schönes, sich einfügendes Gebäude in traditioneller Architektur. Es wäre wirklich das letzte, wenn man einen der schönsten Plätze Europas mit was modernem sprengen würde. Derzeit traue ich das aber auch kaum einem Architekten zu, vor allem fürchte ich, so ein Projekt würde von der Öffentlichkeit zerredet, vgl. Paulinerkirche.
    Deshalb liegt mir auch die Reko des Belvedere/Brühlsche Terasse so am Herzen. Die BT ist ein geschlossenes Ensemble auf der ein Investor schon mal modern bauen wollte, was eine Katastrophe wäre. Durch eine Reko wäre die BT ein für alle mal abgeschlossen und gerettet.
    Was den Postplatz betrifft: Er ist sehr wichtig, der Zwinger muß würdig gefasst werden. Aber leider fehlt mir irgendwie der grenzenlose Optimismus. Wenn ich mir die Verzögerungen am Neumarkt ansehe, die mit dem Kurländer Palais, die Stagnation am Neustädter Markt... Ich glaube, wenn wir die verfehlte Bebauung stoppen könnten, eine Architektur a la Nikolaiviertel aus Sandstein bekämen... Mehr wage ich mir ja angesichts der Rekofeindlichen deutschen Politik und Architektenschaft ja schon gar nicht mehr zu erträumen.


    jojojetzt(ich nenne dir einfach:JOE)


    die bedrohung mit dem haesslichen entwurf von Libeskind ist doch endgueltig vom Tisch,hoffe ich?? ein armee museum reicht,glaube ich :(
    uebrigens tja die sache mit dem KURLAENDER PALAIS; frage: weshalb greifen die Behoerden aus Dresden nicht ein: und bauen dieses Palais selbst wieder auf, oder der Freistaat sachsen vielleicht: diese ganze geschichte mit einem Hotel oder so, das glaube ich allmaehlich nicht mehr. also, wer hat einen vorschlag wie man den kurlaender endlich wiederaufbauen kann??? :?:

  • In der DNN heute zu lesen:



    Die Platte fällt: Woba reißt 850 Wohnungen ab


    Die Woba Dresden GmbH wird 2005 etwa 850 leer stehende Wohnungen vom Markt nehmen, teilte das Unternehmen gestern mit. An der Marschnerstraße 13 fallen dieser Tage die letzten Platten. Außerdem frei zum Abriss sind in Prohlis: Am Anger 20 und Vetschauer Straße 2-12, in Reick-Nord: Eugen-Hoffmann-Straße 1-5, in Niedersedlitz: Kurt-Tucholsky-Straße 2 und 4 sowie Windmühlenstraße 41-47, in Johannstadt: Marschnerstraße 7-13. Ferner wird im Auftrag der Stadt das Terrassenufer 14 abgerissen. Im vergangenen Jahr fielen rund 600 Woba-Wohnungen.


    Aber das Unternehmen wolle nicht nur auf Rückbau setzen, heißt es. "Bauprojekte wie die bunte ,StrassBurg' neben der Gläsernen Manufaktur beweisen, dass Stadtumbau keine Einbahnstraße Richtung Abriss ist", sagt Woba-Geschäftsführer Reiner Kuklinski. Mit den Umbaumaßnahmen reagiere die Woba auf den Wohnungsüberhang im Segment der 3- und 4-Raum-Wohnungen in Plattenbaugebieten. Hohe Leerstände seien einfach zu teuer - für das Unternehmen wie auch für die Mieter in den gering genutzten Gebäuden. Nur unsanierte Häuser mit hohem Leerstand in Randlagen sollen abgerissen werden. Bereits sanierte Häuser kämen für Rückbau nicht in Frage.


    In den Jahren 2004/05 investiert die Woba rund 60 Millionen Euro in den Stadtumbau. Davon kamen 2004 etwa zwei Millionen Euro aus Fördermitteln des Programms "Stadtumbau Ost". Allein die Abrisse kosteten 2,35 Millionen. Für 2005 sind Abrisse in Höhe von weiteren zwei Millionen Euro vorgesehen. Zugehörige Baumaßnahmen finanziert die Woba jährlich mit rund 25 Millionen Euro.
    [...]



    :applaus: Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein...

  • Quote

    Nur unsanierte Häuser mit hohem Leerstand in Randlagen sollen abgerissen werden. Bereits sanierte Häuser kämen für Rückbau nicht in Frage.


    Auch dies ändert sich hoffentlich noch in den nächsten Jahren.

  • Es ist unglaublich, was momentan in den Medien stattfindet. Dresden, auf welches Programm man auch nur schaltet. SPIEGEL Online und Focus überschlagen sich mit Berichten. PHOENIX wird am Sonntag den ganzen Tag aus Dresden senden.
    Ich bin dabei.


  • Wer sich die Situation an den verschiedenen Adressen anschaut, erkennt, daß im Prinzip durch Abriß einzelner Platten die übrige Plattenbausiedlung attraktiver gemacht werden soll.
    Es handelt sich um eine Auslichtung und Auflockerung.

  • Zum 13.Februar



    Die Kreuzkirche 50 Jahre nach ihrer Wiederherstellung



    Altmarkt:
    Genau in diesem Bereich fand nach den Bombenangriffen die Verbrennung der in der Umgebung geborgenen Leichen statt.
    Das auf den alten Fotos sichtbare Germania-Denkmal wurde abgerissen, der alte Beleuchtungsmast durch einen neuen ersetzt;
    das Straßenpflaster jedoch ist geblieben



    Nun wird in würdig schlicher Weise an die Historie erinnert.

  • Ich habe mir gestern mal einen Stadtplan von Dresden angesehen, ich war leider noch nie persönlich in Dresden, mich würde aber trotzdem einmal interessieren, wie weit sich die Zerstörungen in die Vororte der Stadt gefessen haben. In den Fernsehsendungen zum 60. Jahrestag der Zerstörung Dresdens war leider nie das genaue Zerstörungsgebiet sichtbar. Wäre es vielleicht möglich, dass ein Ortskundiger vielleicht auf einem ausgedehnten Stadtplan einmal dieses Gebiet kenntlich machen könnte. Insbesondere interessiert mich, wie weit die Zerstörungen nach Osten und Süden vorgedrungen sind ( im Osten Richtung Johannstadt, Blasewitz, Striesen - im Süden Richtung Südvorstadt, Löbtau ).

  • Hallöle, Wissen.de!


    Sodele, Richtung Osten kann man sehr gut die Fetscherstraße als Begrenzung der Gebiete mit 99prozentigem Zerstörungsgrad nehmen.
    Also praktisch alles westlich der Fetscherstraße wurde dem Erdboden gleichgemacht. (abgesehen von Fetscherplatz sowie einem kleinen Bereich in Johannstadt Nord (Bönischplatz, Bereich um Hertelstraße)
    Daran nach Osten anschließend kommt Mischgebiet, d.h. vereinzelte Villen stehen zwischen DDR-Anfangsputzbauten rum. (Bereich zw. Fetscherstraße und ungefähr der Linie Alemannenstraße, Barbarossaplatz, Bergmannstraße)
    Ein Teil in diesem Bereich allerdings blieb interessanter - und glücklicherweise verschont. Hier stehen wohl mit die schönsten und opulentesten Villen im Bereich Johannstadt/Striesen: (Fetscher - Anton-Graff - Reinick - Krenkel - Stresemannplatz)
    Östlich der vorhin beschriebenen Linie ist dagegen so ziemlich alles erhalten geblieben (wenige Ausnahmen in Blasewitz und im Bereich Schandauer Straße)


    Richtung Süden:


    Südvorstadt West:
    Hier steht eigentlich noch erstaunlich viel :D
    Besonders der Bereich um die Jugendherberge Rudi Arndt (Hübnerstraße) ist sehr schön. Ansonsten ein ähnliches Bild wie in Striesen-West: Ein Mix aus schlichten DDR-Zeilenbauten (verputzt) und rosigen Villen.
    Hinter dem Nürnberger Ei in Richtung Plauen wird das Ganze dann einheitlicher, hier sind noch ganze Straßenzüge erhalten.
    (Ausnahmen im Bereich Chemnitzer Straße)


    Die Südvorstadt Ost hat da mehr gelitten:
    Nördlich der Reichenbachstraße haben die Bomben triumphiert, südlich davon steht noch ein schönes Villenviertel (Beutlerpark)


    In Löbtau hat's den Bereich um die Löbtauer Brücke /Tharandter Straße erwischt, somit ist auch das ösltiche Ende der Kesselsdorfer Vergangenheit. Richtung Westen wird's dann aber sehr schnell sehr schön.


    Grüßle, youngwoerth.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Sächsische Zeitung vom 12.04.2005


    Elbehotel wird saniert


    Am einstigen Loschwitzer Elbhotel direkt neben dem Blauen Wunder tut sich was. Der Stuttgarter Investor Thomas Diller hat im März das marode Dach sichern lassen und reicht am Freitag den Bauantrag für das Projekt ein. [...] Auf einem zu pachtenden Nachbargrundstück will der Investor Parkflächen einrichten. Im dritten Bauabschnitt ist geplant, das abgerissene einstige "Bauernstübel" wieder aufzubauen. "Wir möchten auch gern den Ballsaal im Elbehotel wieder zur kulturellen Nutzung öffnen", so Seidel [Architekt]. Baubeginn ist für den Sommer geplant. "Wir überlegen, ob wir den einstigen Namen Hotel Demnitz beibehalten oder eine neue Objektbezeichnung finden", sagte Seibel.


    Linkempfehlung:


    Elbe-Hotel



    Hat vielleicht jemand aktuelle Photos?

  • Hallo,


    habe in der DNN vom Sonnabend gelesen, dass vorerst das Gelände des Belvedere auf der Brühlschen Terrasse unbebaut bleiben wird. Ursprünglich war eine Ausschreibung dieses Jahr geplant, aufgrund mangelnden Investoreninteresses wurde dies aber abgeblasen. Sehr schade, das Ganze. Ich hätte zu gern die "Mini-Semperoper" wiederhergestellt gesehen.


    Vor 3 Jahren gab es für das Belvedere bereits Pläne, allerdings sollte das Gelände damals modern bebaut werden. Daraus wurde Gott sei Dank nichts.


    Gruß
    Bert

  • Naja, besser etwas warten als irgendwas Modernistisches. Wenn ich jemals nach Dresden ziehen sollte dann frühestens in 6 Jahren, also gibt's noch Zeit ;)

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich bin heilfroh, dass die Ausschreibung abgeblasen wurde!! Es wäre ein Wunschtraum gewesen, dass das Belvedere wiederentstanden wäre. No way - zumindest nicht zur heutigen Zeit. Es wäre doch für jeden Architekten ein gefundenes Fressen, der historischen Bauten auf der Brühlschen Terrasse ein modernes Gegenstück, welches die Umgebung "zitiert", hinzuklotzen. Entweder das Belvedere oder gar keine Bebauung - eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

  • Die Meldung zum Elbehotel habe ich auch gelesen und fand sie äußerst erfreulich. Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, nachdem mehrere Investoren (zuletzt ungefähr 1999, wenn ich mich recht entsinne) absprangen...


    Überhaupt entwickelt sich die Gegend am Blauen Wunder städtebaulich nicht schlecht - der Neubau der Sparkasse auf der Blasewitzer Seite ist recht gelungen, und auch die Architektur des Ortsamtes Loschwitz ist ziemlich gut. Die Vororte scheinen halt glücklicherweise keine "Stararchitekten" anzuzuziehen, so daß dort gute Architektur noch eine Chance hat... :gg: