Allgemeine Fragen und Anmerkungen zu Berlin

  • Was meinst Du, was passiert, wenn in München einer statt Semmeln nur noch Schrippen anbietet? Der kann seinen Laden bald dichtmachen.


    Nöö, die meisten Münchner Bäcker habn neben Semmeln und Weckerln och Schrippen und Knüppel im Anjebot- heßt bloß anders :D



    Viele Grüße


    Asgard

  • Wo soll denn da ein Problem sein, wenn es zusätzlich zu "Schrippen" auch noch "Wecken" (oder aber irgendwann einmal auch "Wegglan", "Spitzln", "Kuppeln" oder "Semmeln", um mal ein paar lokale Spezialitäten aus meiner Heimatstadt ND aufzulisten) gibt, zumal letztere schon allein durch ihre Form und Teigzusammensetzung etwas völlig anderes sind.

    Soweit ich mich erinnere, hatte Thierse nichts dagegen, dass zusätzlich noch etwas anderes gibt, sondern dass es nur noch "Wecken" und keine Schrippen mehr gibt - oder die Bäckereifachverkäuferin nur noch Wecken kennt und zu Schrippen nur "hä?" sagt.

  • Quote

    Gegen Döner und Pizza oder das Verschwinden typisch deutscher Kneipen zugunsten von Asia-Imbissen hat Herr Thierse ja sicherlich auch nichts einzuwenden


    Ich versteh von Balin absolut nix, war noch nie dort, und schon Brandenburg/Havel war für mich die Stadt der unerklärlichen (wenngleich keineswegs unerfreulichen) Geschehnisse.
    Aber dieser Satz von Webmaster leuchtet mir ein und scheint mir eine Art Schlüssel zu sein. Ein von mir sehr geschätzter US-amerikanischer Eigentlich-Nicht-Historiker-aber-ist ja-eh-wurscht hat folgenden in meinen Augen intelligenten Satz gesagt:
    [ich übersetzte für diejenigen Freunde, die des Englischen noch weniger mächtig sind als ich selbst]:

    Quote

    Hab ihr bemerkt, wie böse unsere Gesellschaft nach Najnilewen geworden ist? Wie böse wir zueinander geworden sind? Das liegt daran, dass wir den Feind nicht mehr benennen dürfen, dass wir nett zu ihm sein müssen, ihn lieben müssen.


    http://www.pi-news.net/2012/09…lam-ist-1400-jahre-angst/ Nebenbei bemerkt: extrem empfehlenswerter link
    Kann es sein, dass der Schwabenhass eine typische Kompensationshandlung des feigen, charakterlosen Deutschen in politisch korrekter Fesselung darstellt?
    Wie gesagt, ich weiß nichts über Balin. Bei uns in Wien leiden wir ziemlich wenig unter Schwaben. Ehrlich gesagt fallen sie einem kaum auf, aber es kann sein, dass angehende Medizinstudenten das anders sehen. Angehende Medizinstudenten leiden unter schwäbischer Konkurrenz sicherlich mehr als unter klassischen Kulturbereicherern. Soferne sie des Nächtens nicht von Letzteren ins Koma getreten werden, aber derlei Fälle sind bei uns noch relativ selten, wie gesagt werden muss. Dennoch ist bei uns kein Phänomen des Schwaben- oder Bundesdeutschenmedizinernachwuchshasses feststellbar.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Abgetrennt aus dem Strang zum Reichstag und zum Platz der Republik.


    Es gibt langblühende Hecken, robuste Stauden, die von Mai bis September schön blühen

    Aber auch das kostet mehr, als einfach Pflaster zu legen. Die Hecken müssen geschnitten werden, Stauden brauchen im Sommer oft Wasser, zudem müssen sie oft ausgetauscht werden. Daneben muss das Unkraut entfernt werden. Alles zusätzliche Kosten!

    APH - am Puls der Zeit

  • Na so schlimm kanns nicht sein solange wir noch Milliarden ins Mittelmeer kippen können und der Bund Rekord-Steuereinnahmen einheimst aber das ist ein anderes Thema. Kein Wunder, dass die Gesellschaft ästhetisch und geschmacklich immer mehr verwahrlost. Das Problem ist, dass die Attraktivität einer Stadt auch an solchen Marginalien wie der Gestaltung des öffentlichen Raums festgemacht wird, sowas nennt man weiche Standortvorteile.
    Das mit der Dauerbepflanzung stimmt nicht ganz, von wegen, das da die Pflege auch viel kostet.
    Die Stadt Bad Dürkheim hat diesen Parkbereich hinter dem Kurhaus:
    http://www.staedte-fotos.de/1024/bad-duerkheim-kurhaus-mit-kurgarten-28792.jpg
    von Wechsel- auf Dauerbepflanzung umgestellt.
    Die jährlichen Einsparungen belaufen sich auf 50.000 (!) Euro
    Man rechne das mal für alle Berliner Plätze mit Wechselbepflanzung zusammen.
    Die Dauerbepflanzung ist übrigens sehr schön und fast genauso bunt was die Blumen betrifft.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Rechnet man jetzt aber, dass man von Dauerbepflanzung auf gar keine Bepflanzung umstellt, dann kommt da noch mal eine schöne Summe zusammen. Und es redet sich so leicht über 50.000€, aber das ist auch eine Menge Geld. Wenn man das für die gesamten Berliner Plätze hochrechnet, kam man da allein in Mitte - soweit ich mich an den Artikel noch richtig erinnere - auf über eine Millionen Euro.


    Wie gesagt, es kommt immer darauf an, wie man die Prioritäten setzt. Ich will jetzt hier auch niemanden verteidigen. Ich bin für eine Bepflanzung der Plätze etc. Mir ging es nur darum zu zeigen, wie die Politiker denken und die sparen lieber 100.000 Euro bei der Bepflanzung als bei einem Kindergarten!


    Bei der Anlage eines Platzes geht es heute oft gar nicht mehr primär darum, was die Anlage an sich kostet, sondern wie hoch die Folgekosten sind.

    APH - am Puls der Zeit

  • Hier mal ein Artikel zur aktuellen Situation:

    http://www.welt.de/regionales/…m-Tilla-Durieux-Park.html

    APH - am Puls der Zeit

  • Berlin muss dringend was tun. Aus arm aber sexy wird ganz schnell nur noch arm, wenn sich die Arme vernachlässigt. Was für eine Schmach für die Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt. Man merkt wie sehr in Berlin die reiche Oberschicht fehlt, und die, die Geld für Mäzenatentum aufbringen könnten werden weggebasht (Schwabenthema). Die Situation Berlins erinnert mich immer mehr an das NY der 70er, da sahen die Parks auch so aus. Dort hat sich das inzwischen wieder geändert.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Hier noch ein weiteres Beispiel aus Charlottenburg aus dem Jahr 2011:



    Quote


    City West fehlt Geld für Grünanlagen und Müllbeseitigung


    ... Der Grünetat für dieses Jahr beträgt 1,2 Millionen Euro, aktuell fehlen 400 000 Euro. Das hat zur Folge, dass auf allen Mittelstreifen das Gras nicht mehr gemäht und es auf den Plätzen erstmals keine Sommerbepflanzung geben wird. ...


    http://www.morgenpost.de/print…und-Muellbeseitigung.html

    APH - am Puls der Zeit

  • Ganz aktueller Artikel:



    http://www.morgenpost.de/berli…n-auf-ihren-Plaetzen.html

    APH - am Puls der Zeit

  • Vielleicht sollte die aktuelle Diskussion eher in ein eigenes Thema zur Außenflächen- und Grüngestaltung wandern? ;)
    Sehr interessant jedenfalls!



    Vielleicht sollte Berlin eine geringe Bettensteuer erheben. Die Touris spülen doch kaum Geld in die Kassen der Stadt selbst. Wenn sie ihren Tribut leisten, kann man ihnen auch mehr bieten. Da holt man die Kosten für Grünpflege in zentralen Bezirken doch zehnmal rein!

  • Das Problem ist die Berliner Sozialstruktur.
    Vergleich Hamburg – Berlin:


    Hamburg: ca. 9 Mrd Steuereinnahmen bei 1,82 Mio EW
    Berlin: ca. 12 Mrd bei 3,52 Mio EW


    Ganz salopp gesagt Hamburg ist in Sachen Produktivität, Kaufkraft und Zukunftsfähigkeit Berlin haushoch überlegen,
    obwohl beide Städte mit ähnlichen Problemen wie Deindustrialisierung und Speckgürtelbildung zu kämpfen haben.
    Oder anders: Reich und sexy vs. arm aber sexy.
    In Hamburg spürt man die Kraft des Bürgertums in Berlin die des Proletariats

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • "Zukunftsfähigkeit", ein dehnbarer Begriff. Ich gebe nicht viel auf Rankings, doch der Eindruck ist nicht nur subjektiv: Hamburg verliert viel innovatives und kreatives Potenzial an Berlin, mitunter auch andere Städte. Und so ist in Sachen Zukunftsfähigkeit u.a. dieser Erhebung zufolge Berlin deutlich vor Hambuich: http://www.welt.de/wirtschaft/…ie-Zukunft-geruestet.html

  • Ich bin mir sicher, wenn der Ursprung eines Zirkels in der Hamburger Innenstadt gesetzt würde und der Zirkelschlag so bemessen sein, dass er 3,5 Millionen Einwohner in sich birgt, käme kein wesentlich anderes Ergebnis an Steuereinnahmen heraus. Vielleicht gewagt, weil genau dies nicht gemacht wurde, doch worauf ich hinaus will: Ich halte den Steuer-Unterschied zwischen Berlin und Hamburg "nur" für eines der gebietskörperschaftlichen Aufteilung.


    Zum Zweiten: Kreativität - mit ihren nachhaltigen, also lang anhaltenden Folgen - schlägt sich nur sehr bedingt in Steuereinnahmen nieder. Aussagekräftiger wären also Steuereinnahmen in langfristigem Zeithorizont, also das, was mit mittel- und langfristiger Finanzplanung gemeint war. Außer zum Löcherstopfen geben diese Begriffe heute allerdings wenig her.

  • Jaja, immer das liebe Geld.... ist zwar Satire, aber irgendwie passend:



    Viele Grüße


    Asgard

  • Aber auch das kostet mehr, als einfach Pflaster zu legen. Die Hecken müssen geschnitten werden, Stauden brauchen im Sommer oft Wasser, zudem müssen sie oft ausgetauscht werden. Daneben muss das Unkraut entfernt werden. Alles zusätzliche Kosten!


    Dann nehmen wir doch am besten die Reichstaglösung welche im Video vorgeschlagen wurde: Anbau und auf dem Vorplatz ein Transrapid vom Reichstag zum Anbau :biggrin:


    Aber mal Schmerz beiseite - bei den immensen Kosten welche der Reichstag durch seinen "innovativen Umbau" verschlang, und weiterhin an Unterhaltung verschlingt, ist eine Vorplatzpflege in jener angedachten Art eine unbedeutene Kleinigkeit. Der jetzige Rasen muß ja auch regelmäßig gesprengt und gemäht werden - in wie weit es so sehr viel preiswerter ist, wage ich mal etwas anzuzweifeln.



    Viele Grüße


    Asgard

  • Man kann ja bei den Abgeordneten mal die Sammeltasse rumgehen lassen. Die Kosten waren 21000 € im Jahr, wir haben bald 700 Abgeordnete. Wenn da jeder nur 30 € jährlich spendet, ist das Problem gelöst.


    Alternativ könnte man das auch irgendwie in die Nebenkosten der Miete für die Abgeordnetenbüros im Bundestag machen.
    (Da gehört das eigentlich auch hin!)

  • Man kann ja bei den Abgeordneten mal die Sammeltasse rumgehen lassen.


    Ja sag mal, willst Du unsere armen Abgeordneten etwa ruinieren und sie zu Millionären machen??? Die armen Leutchen gehen doch jetzt bereits am Bettelstab :biggrin::biggrin::biggrin::biggrin::biggrin:


    Viele Grüße


    Asgard

  • Ich gebe nicht viel auf Rankings


    Ich auch nicht, sonst würde Mannheim nicht regelmässig im oberen Drittel landen, wer die Stadt kennt, weiß wovon ich rede. Aber es hat auch etwas mit "Gefühl" zu tun. Hamburg ist für mich definitiv "gefühlt" attraktiver als Berlin, solange man Attraktivität nicht nicht nur an der Anzahl der Ausgehmöglichkeiten und an schrägen Kunstevents festmacht, die zwar interessant sein mögen, aber der stadt ausser einem bunten Ruf nicht viel bringen. Die ziehen meist die Lebenskünstler an, die der Stadt finanziell nix bringen. Ich persönlich würde Hamburg als Wohnort Berlin jederzeit vorziehen. Für mich wirkt Berlin halt rein optisch unattraktiver, das ist meine ganz subjektive Meinung, Man braucht nur U-Bahn zu fahren.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.